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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1928-11-01 · 11 (11.1928) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
5 (1928)
Issue
11 (11.1928)
Date
1928-11-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Amtliches Blatt der Gynagogmgemetnde zu BreStau «chUfvettuag: 2SeNvoüuag«VN«Nor pr. CReifini», Breslau. WaNstrag« - I Druck und Bmelgin-Anaohmei Druckerei LH. Schatzh» 2Hlicng<feflMap, Verlag: Büro der «gnagogengemeinde. Breslau. WaNstr.9 / Tel.2ldil/12 I Breslau 3, Neue «raupeastropr 9tt 7 / Fernsprecher 244« u. 244« 3ftl«lgrn>wl>i Di» 4 g»0. 3MUml«-3*Ht oön bttta ytamm lfl Pfa. — DU tnnfnitm 3»Ji|brt4— 3ta»att. Für dle unter dem Namen deck Derfaffer« erscheinenden Ariilel und die DereinSnachrichten übernehmen wir nur die pnhegesetzllche DeraaNsoNuNG 5. Lovro. Rovrmber 1026 Ofor. 11 i ■ Für Beachtung!! ' Redaktionsschlutz für die De^mber-Nummer ist am 7. Dezember 1929. für dle Januar-Nummer am 10. Januar 1929. »! Die Schriftleitung. Chanuttah Der Monat Kislew, in den wir nun eingetreten sind, bringt uns alljährlich mit dem Chanukkahfest die Wieder erweckung jener Gedanken, die uns in den Persönlichkeiten der Makkabäer verkörpert sind. Haben jene Männer doch Taten vollbracht, denen weltgeschichtliche und kulturhistorische Bedeutung beigelegt werden darf. Nicht nur Palästina von der Fremdherrschaft und den plündernden Horden befreit zu haben, ist ihr Berdienst, auch den Sieg des vom lebendigen Gottesbewußtsein durchglühten Judentums über das entsittlichende griechische Heidentum haben sie davongetragen und damit des Judentums religiösesFundckment von neuem gefestigt. Auch der Kirche gelten die Makkabäer als heilig. In dem berühmten katholischen Heiligtum «St. Pietro di Bincoli zu Rom, wo Michelangelos bewundernswertes Meisterwerk Mojes seine- Aufstellung gefunden hat, ist au» einer Inschrift zu ersehen, daß Reliquien der „heiligen" Makkabäer dort beigesetzt sind. Wenn sie von nichtjüdischer Seite um ihrer einzigartigen Verdienste willen solche Ehrung erfahren, haben wir sicherlich alle Veranlassung, die Erinnerung an sie unserer Generation besonders nahe zu bringen; denn nicht um irgend eines billigen Ruhmes willen und nicht aus Abenteuerlust zogen sie damals in einen nicht besonders aussichtsreichen Krieg, sondern dem Vaterland und dem Schicksal des Gottesglaubens galt ihre Sorge und ihr knutvolles Vorgehen. Man hat uns fast zu jeder Zeit grundsätzlich jeden Mut abgesprochen. Unsere Literatur bis zum Aufhören der Selbständigkeit des jüdischen Staates berichtet allerdings vielfach das Gegenteil — aber wer kennt denn von denen, die urteilen, diese Literatur? Aber auch im Jahre 1928 kann man bei Heinrich Park-Steiner in seinem Werke „Die Kunst, als Jude zu leben" lesen: „Die Juden haben, als ihr Volkstum vernichtet, ihr' Land unterjocht war, zusammen mit den hartnäckigsten Feinden der Rckner, mit den Parthern gefachten, und es wird berichtet, daß die jüdischen Bauern die gefährlichsten Gegner der Römer waren. Auch mit den Hunjaren, den Bewohnern von Südarabien, bildeten sie eine Kampfgenoffenschast gegen den alten Erzfeind." Und auch Mückle in seinem Buche „Der Geist der jüdischen Kultur des Abendlandes" weiß Bedeutendes vom jüdischen Mute zu erzählen. Ich brauche kaum auf die zahllosen Beweise jüdischen Mutes, die in fast allen europäischen Landen von Juden erbracht worden sind, hinzuweisen, und noch weniger auf die Leisüingen unserer Glaubensgenoffen im Weltkrieg. General Mn Deimling hat sie in der Berliner Zeitschrift „Der Rolapd" ^«kühexnd gewürdigt. Sowohl um des Vaterlandes, als auch M»..'chä^2ud«seins willen haben sie alle Makkabäermut be- Pterin wir nMl alljährlich uns diesen Erinnerungen hingeben, dann sollen sie auch dazu dienen, den Schwachen unter uns neues Bertrauen sind neuen Glaubensmut zu erwecken. Wir verstehen alle die Röte unserer Zeit und begreifen so manchen Derzweiflungrschntt, aber in einer jüdischen Gstk meinschaft und in einer jüdischen Gemeinde dürste es keine verzweifelten geben. Offenes Bekenntnis und mutige» Berk trauen Gott und den Menschen gegenüber hat schon manchem über die Schwierigkeiten des Daseins hinweggeholfen. Nicht durch den Austritt aus einfr Gemeinschaft, mit der man ja doch auf Gedeih und Verderben verwoben ist, kann eine Gesundung erzielt werden, auch bestimmt nicht in jener Gleichgültigkeit an allem Jüdischen, die gern allen andern die Sorge un# die Arbeit überläßt, sondern nur im Nachahmen des MakkädAlk-* geistes, der unser Gottvertrauen bestimmt, unser Selbstvertrauen stärkt, im' mutigen Ausharren uns nicht ermüden läßt. Ab 25. Ki^ew huldigen mir diesem Geist des Mutes und der Stärke durch acht Tage hindurch. So sei es uns vergönnt, die Symbole dieses Geistes allabendlich in unseren Gotteshäusern und im Familienhaus leuchten zu sehen Mit den Gefühlen der Dankbarkeit zu Gott! . . imn uo’pi rnrra? j* Rabbiner Dr. Sange r. In unserer Gemeinde find Nachrichten verbreitet worden, die sich mit der Person eines unserer Gemeinderabbiner und eine» Mitgliedes feiner Famllie befassen. Auf Grund unserer genauen Feststellungen erklären wir hiermit auf darbe stimmte ste, daß!andiefenMit tLi langen kein wahre» Dort!st. Breslau, den 6. November 1928. Der Borstand der Synagogen-Gemeinde „ Goldfeld. Gemeiaüevertreter-Sihtrng . vom 18. Oktober 1-28 < Bericht von Berwaltungsdirestyx' Dr. Rechnitz. In der ersten Versammlung nach 'den Sommerferien standen 21 Vorlagen zur- Beratung, die. jedoch sämtlich in sy2 Stunden erledigt wurden. Vor Beginn der Sitzung widmet der Vorsitzende,. Herr J.-R. -Peiser, dem verstorbenen Gemeirü)evertreter und stellvertretenden Vorsitzenden, Herrn Mart im Fraenkel,. einen längeren Nachruf und würdigt besonders seine Stellung und sein Wirken in der Gemeinde, &te! Versammlung hört den Nachruf stehend an. j 1 Nach Bekanntgabe einiger Einladungen und Danksagungen verliest der Vorsitzende hie eingegangene- Resolution des Verbandes Jüdischer Handjwerker-Vereine auf dem Berbandstag in Hannover. Auf Wunsch wird die Aussprache hierüber' auf die nächste Tagesordnung gesetzt. . | 1

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