Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 5 (1928)
- Issue
- 10 (10.1928)
- Date
- 1928-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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I . : k ' 172 Breslauer Jüdisches Gemekndeblall___ 9U» lv f in den beiden Provinzen Schlesiens, unter der ganz besonders unsere Glaubensgenossen wegen der größeren Beteiligung' an Handel und Gewerbe und wegen des stärkeren politischen und sozialen Druckes zu leiden haben, nicht mutlos die^Hände sinken lassen, sondern ihr äußerstes tun, um die Not zu lindern, die aus der Heimat Vertriebenen aufzurichten, die Kranken zu heilen und.den Gesunden Arbeit zu verschaffen und ihre Arbeitskraft zu erhalten. Möge diese Tagung auch den Zentralstellen jüd. Wohlfahrt die Erkenntnis von der besonderen Notlage des Ostens vermitteln, die in letzter Zeit — leider viel zu spät — durch den Besuch des Reichspräsidenten und der zuständigen Reichs- und Landesminister den staatlichen Stellen vor Augen geführt worden ist. Möge die Tagung so ein Segen für unsere schlesischen Gemeinden, den Delegierten und dem Jubelverein aber eine freudige und anregende Zusammenkunft werden. Mögen sich alle Teilnehmer recht wohl und behaglich in unserer Stadt und Gemeinde fühlen! In diesem Sinne nochmals herzlich willkommen! Ter Vorstand der Synagogen-Gemeinde. - Goldfeld.; ' ' - Die Zeitschrift „ Zur Feier des zwanzigjährigen Bestehens der Breslauör -Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes am 21. Oktober 1928 hat der Jubelverein ein geschmackvoll ausgestattetes Gedenkbuch herausgegeben, das in einer Anzahl sehr lesenswerter, von warmem Gefühl der Nächstenliebe getragener Aufsätze Idee, Aufbau und praktische Arbeit des hiesigen Jüdischen Frauenbundes beschreibt. Tie Verfasserinnen, alles an erster Stelle stehende Mitglieder des Frauenbundes, zeigen damit, daß ffe nicht nur mit dem Herzen, mit der Tat und mit ihrer Beredsamkeit Hilfe bringen und Mittel für ihre Hilfe beschaffen können, sondern daß fie auch über recht gewandte Federn verfügen, um in Schrift und Bild für ihre sozialen Ideen werben zu ^können. Ta befinden sich wunderbare Aufsätze über das Breslauer Kleinkinder- und Säuglingsheim in Krietern, über den Mädchenklub, den Jüngljngsbund und die rührende Art der Ausstattung armer Bräute, über die Rentnerinnenfürsorge, die Tuberkulosenfürsorge und die Altershilfe, um bloß die wichtigsten Artikel zu nennen. Diese Aufsätze sind «von hübschen scharfen Bildern begleitet, auf denen unsere Leser manches bekannte Gesicht entdecken werden. Tie erste Bildtafel bringt die vier „Stammütter", d. h. die Damen, die seit dev Gründung im Vorstände tätig sind (Hedwig Engel, Beate Guttmann, Rosa Marck und Paula Ollendorff), die letzte Bildtafel den jetzigen Gesamtvorstand. Zwischendurch reizende Ausnahmen von Betreuern und Betreuten jeglichen Alters, besonders hübsch unsere Jüngsten und unsere Aeltesten. . Nachstehend veröffentlichen'wir nochmals das nunmehr endgültig festgesetzte Programm Svnntog, ton 21. Oft» tot, ' <rt> c n b s 6]4 11 b r, iin großen Saale des Konzerthauses, Gartenstraße 39/41 :Feier anläßlich des zwanzigjährigen B e st « hens der Breslauer Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes. Gesang, Begrüßung» Ansprachen, Festrede (Paula Ollendorff): Der I, F. B. in der praktischen ArbeitfLichtbilder mit Erläuterungen) Teepause, Festspiel von Rechtsanwalt Dr. Georg Tarnowsky. Montag, den 22. Oktober, vormittags $y2 Uhr, im großen Saale der Lessingloge, Agnesstraß« 5: Erweiterte Gesamtvorstandssitzung (auch für Gäste, Delegierte, Mitglieder und andere Interessenten, Mit-' glieder der Jugendvereine). Kinder-, Mädchen- und Frauenschutz einschließllch Berufsausbildung, Fragen der Berufsberatung und -ausbildung: Rosa Melzer, Lem- ' berg — Dr. Eecilia Klaften, Lemberg — 3ba Auerbach, Köln. Lehrlingsschutz (Frau von Soldberger, Budapest), i Rechtliche ©ruht>lagen de» Kinder-, Mädchen- und Frauenschutzes (Rechtsanwalt Dr. Margarete Berent, Berlin). Aktuelle Fragen de» Mädchen- und Frauenschutzes (Dr. Ad« Reichenstein, Lemberg). Aktuelle Fragen des Kinberscknihes (Elara Samuel, Elberfeld). Sexuelle Erziehung (Paula Nassauer, Frankfurt a. M). Bahnhofshilfe (Martha Ollendorff, Berlin — Frau Emanuel Dwerls, Budapest). Fragen der Agunoth, der geschiedenen Frauen und Ausblicke auf eine Möglichkeit der Verbesserung ihrer Lage (Ernestine Eschelbacher, Berlin). Gemeinsames Mittagessen. Nachmittags 3 IlHr: lieberparteiliche, interkonfessionelle, internationale jüdische Frauenarbeit — lleberparteiliche Frauenarbeit (Hanna Karminski,-Berlin). „Die Mutter als Mitarbeiterin am Aufbau der modernen Gesellschaft" (Anna Blankenstein, Wisna). Interkonfessionelle Frauenarbeit (Paula Ollendorff, Breslau — Ethel Daracs, Budapest). Anregungen zu internationaler Frauenarbeit (Bettina Brenner, Leipzig). Dienstag, den 22. Oktober, vormittags 9y2 II h r, im. Repräsentantensaal der Gemeinde, Wallstraße 9: Geschlossene Sitzung des Gesamt Vorstand es. Für auswärtige Gäste: Führungen durch soziale Einrichtungen und durch Alt-Breslau. Nachmittags3Ilhri>n Repräsentantensaal der Gemeinde, Wallstraße 9: H a u p t o c r s a ni m l u n g des Provinzialverbandes des Jüdischen Frauenbustdes für Nicderfchlesien und Oberschlesien. T a g e s o r d n u n g in der vorigen Nummer des Glemeindeblattes veröffentlicht. , ( Abends 8y2 Uhr: Private Tee-Einladung für auswärtige' Gäste Drei Breslauer Rabbiner (1816—1886), Abraham. Salomo und Gedalje Xiffitt. Bon Robb. Dr. Heppner, Archivar der Gemeinde. (Fortsetzung.) Nickt so schnell und so glatt ging die Anstellung seines Sohnes Salomo in Breslau vor sich. Nach dem Heimgange des R. Abraham Tiktin und dem, nicht lange vorher erfolgten Tode des Nebenrabbiners (Tajan) Abrah. Salömon Levy') ruhte die ganze Last der Rabbinatsgeschäfte auf hem, damals bald 60jährigen Tajan R. Jakob Lobet Falk*), djem früheren Tyhernfurther Rabbiner, und es machte sich immer mehr das Bedürfnis nach einer Vervollständigung des Rabbinats- Kollegiums, das früher aus dem Ober-Rabbiner und zwei R. Salomo Tiktin Tajanim bestand, in der Gemeinde fühlbar. Aber die Mitte fehlten; denn die Witwe des verstorbenen Ober-Rabbiners erhielt, trotz der Verschuldung der Gemeinde, efne jährliche Pension von 400 Talern. Man suchte und fand daher einen Ausweg: es wurde der Sohn des Verstorbenen, 8er bisherige Bürger und Kaufmann SalomoTiktin, ein, mit reichen talmudischen und auch profanen Kenntnissen ausgestatteter Mann, als Stellvertreter des Ob.-Rabb. für die- Dauer von 3 Jahren mit einem Jahresgehalte von 250 Talern und gleichzeitig ein zweiter Nebenrabb. in der Person des R. ') Gest, am 5. Elul 1818 u. beerb. Claassenstraße Rn 2271. ’) Jak. Jehuda den Jehoschua Falk, gest. 30. Siwan >1838 u. beerb. Claassenstraße Rr. 1428. Bon seinen 6 auswärts und 14 ln Breslau lebenden Enkeln und Enkelinnen sind des. zu nennen: Rabd. Dr. Leop. Treitel-Laupheim, der fast 90 jährige Lobel Falk und seine Schwester, die „Gabbete" Elara Gluskinos, der Vorsteher der „Landschul" Georg und sein Bruder, das Borstandsmitglied der Breslauer SWaaoae«.-G«m Iuftizrat Felix Hirschberg. (Stammbaum der Familie Falk, verf. von Paul Dobrin-Breslau.) - v I i