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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1928-08-01 · 8 (8.1928) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
5 (1928)
Issue
8 (8.1928)
Date
1928-08-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 8 Breslauer Jüdisches Gemeladeblali .! 131 -;—^-1 11 > Soziale Mitarbeit. Seitens des Städtischen Wohlfahrtsamtes wird uns mitgetssilt, daß eine weitere Vermehrung der ehrenamtlichen Kräfte dringend erforderlich geworden ist. Mit Rücksicht hierauf bitten wir unsere Gemeindemitglieder, die bereit sind, das Ehrenamt eines Wohlfahrtspflegers oder einer Wohlfahrtspfltgerin zu übernehmen, uns dies baldgefälligst mitteilen zu wollen. Es ist notwendig, hierbei anzugeben: Vor- und Zuname, Stand, Wohnung, Geburtstag und Geburtsort,! bei Frauen auch der Geburtsname und der Stand des Ehemannes. Jüd. Wohlfahrtsamt, Wallstraße > 9. die sittliche Welt -es Judentums i Die sittliche Welt des Judentums. -2. Band. Professor Dr. I. Ziegle r, Karlsbad. Herausgegeben von der Großloge X. Distrikt I. O. B. B. für den Tschechoslowakischen Staat. Verlag M. W. Kaussmann, Leipzig. Während sich der Verfasser im 1. Bande, über den seinerzeit in diesem Blatte berichtet wurde, an das allgemeine Publikum wendet, trägt der 2. Band mehr einen wissenschaftlichen Charakter, was schon bei der Fixierung der Gottesidee als der absoluten Harmonie gegenüber dem Weltchaos in Erscheinung tritt. Emporquillend aus unwandelbarer Glaubensstärke, gipfelt Zieglers Ueberzeuaungstreue vom göttlichen Geist gegenüber dem Zweifel, dem Unglauben, der rationalistischen Spekulation in tinem „Trotzalledem". Dieses Trotzalledem ist ein Sichhineinslüchten der Menschenseele in eine Erklärung des Unerklärlichen und in den Drang nach einer Verbindung des Faßbaren mit dem Unfaßbaren. Ich glaube trotzalledem, und dieser Glaube an ein Gottwesen, das in mir lebt, und in dem ich lebe, er gibt mir Ruh«, Friede, Kraft, aber ohne diesen Glauben bin ich haltlos, schwankend, wankend und voll Unrast. Der Mensch will und muß seinen Glauben haben, und dabei ist es belanglos, wie er ihn sich formt. Wenn die Wissenschaft den anthropomorphen Gott ablehnt, westn die Erkenntnis ein Zurückgreifen ist die Zeit des Dämonischest, und des Geisterglaubens verbietet, so wird! dadurch doch gleichzeitig einer reisten, geläuterten Beziehung des Menschen zu der aus jedem Wärt der Thära hervorleuchtenden Gottesidee zuist Siege verholfen. „Det Zu» sanimenhang des Menschlichen und des Universums mit Gott ist ein rein geistiger, er besteht in der Ausgestaltung der Verwirklichung, der Har- -mostie, der sittlichen Vervollkommnung^ die der Menschheit seelischen Frieden und innere Glückseligkeit geben tvird." „Tue du, Mensch, deine Pflicht, versuch« deines Glückes Schmied selbst zu sein, die Göttlichkeit deiner Menschenseele bildet, wenn du sie nur richtig pflegst und verwendest, in hir die Kraft, das Leben zu meistern und es für dich zur Quelle des Glückes zu machen." So bilden die beiden ersten Kapitel des Ziogler'schen Buches gewissermaßen eine herrliche Umrahmung für das Wort: „Herr, den ich üef im Herzen trage, sei du mit mir". Und aus diesem so echt jüdischen Gedanken baut sich der 3. Abschnitt des Buches auf, der von der Sendung Israels spricht; sie ist die Konzentration auf di« Religion in einer solchen Stärke und Innigkeit, wie sie von allen Völkern der Ende nur dem Judentum eigen ist. Dieses sich unlösliche Verbundenfühlen mit der Religion, dieses Erfülltsein von Religion hat das Judentum bis jetzt gehalten und erhalten und kann auch weiterhin einzig und allein sein festes Ausbaumaterial sein, denn für das Judentum ist Religion und Verfassung dasselbe, und -von seiner Verfassung, wie sie in heiligen Lettern geschrieben steht und überkommen ist, von Jahrtausend zu Jahrtausend, wird das Judentum nicht um Haaresbreite abweichen. Seine Verfassungstreue ist gleichzeitig sein Glapbensstolz, und dieser bildet seine Lebensstärke und seine Daseinsberechtigung, denn das Sichemporringen zu Gott, das Ankämpfen gegen das Chaos, um in vollkommener Harmonie aufzugehen, das ist has ureigenste Recht des Menschen, und die starke Betonung dieses Rechtes führt ihn zum sittlichen Gedanken und zur fitlichen Tat. Das heißt den Weg zu Gott suchen. Dieser Weg nun ist'ein vielfältiger, er führt über das Gebet, über die Erfüllung der Gebote, über den Sabbath, den Versöhnungstag und Kol nidre und über das Studium der Thora. Ueber diese Wegbereitung verbreitet sich Ziegler im Einzelnen in einer so wundervoll erläuternden Weif«, daß jede Zeile dieses Abschnittes klassisch genannt werden muß. So wird das Judentum zum Wächter und Mahner gegen alles Chaotische und Triebhafte in uns und führt uns zur Selbsterziehung, Selbstbeherrschung, Selbstbescheidung, Selbstopferung in edler Hingabe an die ethischen Aufgaben des Menschen als die Erfüllung einer göttlichen, d. h. gottgewollten Pflicht, die im Judentum lebt und für die das Judentum lebt. , Zieglers Buch wirkt wie eine Offenbarung, gleich edel im Inhalt und in der Form, tiefgründig in seinem Gedankengang« und fies ergreifend in seiner Sprache. Wie da ein ehrlicher Gottesstreiter „seinen Glauben an den Mann bringt", das kommt von Herzen und das geht zu Herzen, und eben dieser unbedingten Ehrlichkeit wegen kann das Buch auch wirklich zu dem werden, als was es Ziegler, dem immer datum zu tun! ist, durch bessere Kenntnis der heiligen Schriften das Judentum jüdischer zu machen, aufgefaßt wißen will: „Es soll den sittlich Gesunden in Erinnerung bringen, daß unsere Bibel noch immer der Urquell seiner Lebensführung sei, den sittlich Kranken aber und Schwachen soll es Stutze und Mahnung sein." Für uns alle aber, die wir ein solches, von echt jüdischem Geist getragenes Buch nicht nur kennen sollen, sondern kennen müssen, ist es die Grundlage zu dem Neuaufbau einer jüdischen Ethik. Dr. phil. et jur. Ludwig Cohn, Breslau. 3MMP | Seid alleingehend m Blinden beim I 3dWta6ra » Blin&eitffi I (Marth i Meyerstein. Gart 5111111.. iimimiiimumiumHtmimiutittminii ifr Amanda Sonnenfe» Unsere einheimische Schi zuständiger Stelle ersucht w> -letzten Winter hier in der Rathenau-Archiv zu überlasser zwecks zu gestatten. Rach leine umfassende Kenntnis der sowie ein persönlicher Bri:s Rathenau zugrunde liegt, bin wald sowie demjenigen in Sch! im Ralhenau-Archih riftstellerin Amanda ifrden, ihren Rathevast Heinrich-Graetz-Logx und dort die Einsicht teiltet Genehmigung Persönlichkeit und der Wechsel von Fräulpi eits dem Rathenau loh Freienwalde ei hm 40 jähriger Der Chordirigentder Benno P'ulvermacher Amtsiubiläum. Im Jahre 1888 üherna chor, den er im Laufe der Jb Als stinfühliger Gesangspädcigi von Breslau schätzt, hat er Stimmen dem Synagogenchf» E»getönte Leistungen zu er> »önerung des Gottesdienstes Gleichzeitig gründete esangsschule,, aus der ein -Sängeriimett, sowie Gesangsli h Dirigenten-Jubilqum. heuen Synagoge zu begeht am 15. Septfi an er bei seinem Amtc> hre in einen gemisch! oge, als welchen m es verstanden, schöh r einzuverleiben uns» fielen, die viel zur beitragen. - . im September 1 e große Anzahl n rer und -Lehrerinner De»» 75. Geburtslag hat am 14. August d. I. F begangen. I! k Die bewundernswerte!und körperlicher Hinsicht ersr ■: Bestrebungen unserer Gemeirch iist noch jetzt ein überaus ioerfchiedener Anstalten, lange Zeit zu ihrer eigenen vorbildlich zu wirken. au Flora G o l d s ch m i d t geb g idJt, Frische, deren sich die ut, hat es ihr ermö e lebhaft zu betätigefr. es Mitglied unseres e es der. Jubilarin nygtuung und im Inf rei|i Mög feiert am 28. August Herr Rr. 46/48, und am 7. Septench Nr. 18, zwei alte angesehene der Geschästsbüchersabrikation Die Israelitische weist auf dad in heutiger Vergebung von Plätzen in bei n Buck bri »i Die geistige Kultur Aegypkech . Engelhardt. Verlag 2,40 Ml., geh. 1,60 Mk. Dieses Puch interessiert stritten« Kultbrgrundlage b vom Glauben der Nomaden Sr Gestaltung des Talmud ildert, besonders den Zusach gesamten Kultur betont. So so weitet sich der Horizont. Reiche werden lebendig. V Mizraim, wirtschaftlicher und Teil des Buches, dessen St» schäften, als ^Führer durch Museumsbesuchen ich als »sei geschrieben, mft ausführlichen d!! Die Zeitschrift jüdische oeben erschienenen Hefte in «handelte in dem ersten Jahrg inb produktil en Wanderung lber den anfänglich gesetzten Probleme dev jüdischen Wohls u stellen. Ueber das Verhalt flege sind einige wichtige >r. Horooitz-Frankfurt, Rabbi Zerlin und Ä- Straus-Münc' er jüdischen Rechtsauskunfts n>ch! tsste lleberfchreilen der orge enstrahe 17). n Sonnenfels - Archiv Berlist-Grurfl noerstibt worden. Preslau, Kapellmeister mber sein 40 jährig es antritt einen «n Chor um zihn auch e und gut dadurch ki Erbauung Dep 75. Geburtstag akob Swarzen er Herr Benno El Gemeindemitglieder u Hranken-Derpflegui i| Nummer erscheinende KrankenhausSynag! befprechungen vertreten. Sonnenfels ist von -Bortrag, den sie im gehalten bat, d« m nqhme sürfStudieaist der Vortrag, dem Schriften Rpthenasis it Knaben vandelie. qußerhc lb geschulte ilnstleri V( »nd 8t 8 die. Pulvi r anhafter Sät! mach« r» ger u id Hervorgegastgen sird. Jubilarin in „sich auch Frau Gc chwesternhc vergönnt eresse der k i, Charlot k e l e s, Gar Berufskolltl ud @ :fi Roth er geistiger an dm ldschmi)t ims und noch ainth«!« st in enstraste enstraize gen aus gs-Anstalt Inserat b^trefseßd dge -hin, L i der nit »». Babyloniens und! Judas, vom Dr. B. PH. Rerlam jun., Leipzig. 1928. Gsb^ sehr, da es im Judentum eine heut ums gl, die religiöse Entwickelung der Juden . den ethischen Gi »sel der Prophetie l iS Licht und Schatt« n lebhaft und sachl ch menhang rellgiöser Entwickelung! mit! er erscheint die Bibel in ganz neuem Lichte. Die alten sumerischen und babylonischen Kunst und. Kultu» des geheimnisvollen politischer Entwickel tNg handelt der ei t« dium als Grundlage für Arbeitsgeme n- )ie Bibel, ja fogai als Einführung zu »tooll eracht«, zumal es sehr unterhältst in Schrifttumsangaben i »ersehen ist. Bz o n yrbeik»- und Danderfürforge" tritt!mit d4m in zweiten Jahrgang, chres Bestehens/ Sie ang nicht nur alle Fragen der organisiert en und Wanderfürsorge: sondern sie oersuct ste Rahmen hinaus eint Fülle grunvsätzliä «r fc hrtspfleae und Sozialpolitik zur Diskussi on i äs von Zedakah und moderner Wohlfahr s- Aufsätze aus der Feder von Rabbi» er »er Dr. Vogelstein-Breslau, Eugen Caspa y- ) nterschienen.' Zur bedeutungsvollen Frc ge jellen und Schiedsgerichte hat in eitlem cll- .!

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