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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1928-07-01 · 7 (7.1928) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
5 (1928)
Issue
7 (7.1928)
Date
1928-07-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Kl 2 Breslauer Jüdische» Gemelndeblall Nr. 7 Erwähnung zur Abstellung etwaiger Mißstände, über die er genaueres Material nicht habe, genügen werde. (Die Lean-! standungen des Wohlfahrtsamtes sind durch ein Abkommen mit i der Israelit. Kranken-Verpflegungs-Anstalt zur beiderseitigen Zufriedenheit geregelt worden. Die Schriftl.) Geheimrat Goldfeld bedauert, daß die Klagen' nicht so rechtzeitig vorgebracht worden seien, daß Zeit zur Prüfung und Abstellung vorhanden gewesen wäre. Ohne Nachprüfung könne er sich hierzu nicht äußern. Er bedaure, daß kein Mitglied dei Versammlung sich die Zeit genommen habe, die sehr umfangreichen Unterlagen über die Finanzlage des Krankenhauses in unseren Akten durchzustudieren. > . Herr Fränkel weist die Klagen energisch zurück, unter Angabe der in Betracht kommenden Fälle. In dem einen Falle seien für Sonderleistungen 9,75 R.-Mt. verlangt worden^ in der Annahme, daß der Betreffende diesen geringen Betrag zahlen könne, schließlich sei die Rechnung auf 5 R.-Mk. ermäßigt worden.' Das Krankenhaus müsse darauf bestehen, daß. wenigstens die Selbstkosten bezahlt werden, wo dies möglich sei. Die Verwaltung arbeite streng wirtschaftlich, es werde keine Ausgabe bewilligt, der nicht der Kommissar der Gemeinde^ Herr Geheimrat Goldfeld, zustimmt. R.-^l. N o t h m a n n spricht zu der erwähnten Frage, daß für Weitere Investierungen noch 400 000 R.-Mk. erforderlich seien. Er bitte zu prüfen, ob die Mittel nicht durch eine Anleihe aufgebracht werden können. Eine Erörterung hier läge nicht im Interesse des Krankenhauses. Reg.-Rat Markus beantragt, eine; Kommission von drei Mitgliedern zur Prüfung der Vorlage einzusetzen. Dr. Schlesinger weist darauf hin, daß die hohen Beiträge für Krankenhaus, Altersoersorgungsanstalt und Siechenhaus eine schwere Belastung des Gemeindesäckels seien, j Dabei sei das Krankenhaus dauernd gut belegt, auch sei der Pflegesatz von 5,50 R.-Mk. auf ,6 R.-Mk. erhöht worden.' Die Finanzlage könne daher nicht so schlecht sein; er schließe sich dem Anträge des Vorredners auf Einsetzung einer Kommission an. Herr Hoffmann bestätigt, daß . der Vorstand die Finanzverhältnisse genau geprüft habe. Die .Herren S.-R. Bach und Verwaltungsdirektor Dr. Rechnitz feien . vom Vorstände noch besonders hierzu beauftragt worden. Dom J Vorstande und vom Krankenhause werde daher die beantragte Kommission freudig begrüßt werden. Herr Gins verspricht sich , von der Kommissionsberatung nichts.. Er erachte es als grundfalsch, zur Deckung von laufenden Ausgaben — um solche handelt es sich beim Krankenhaus und nicht um Substanzvermehrung — eine Anleihe oder «ine Hypothek-aufzunehmen. Er tritt--für Bewilligung der 25 000 R.-Mk. ein, wünscht aber von Zeit zu Zeit Bericht über das weitere Vorhaben des Krankenhpuses, damit nicht die Gemeinde durch solche Forderungen überrascht werde. R.-A. Ipcobsohn bedauert, daß noch viele Gemeindemitglieder nicht Mitglieder der Chewra sind oder nur unzureichende Beiträge zahlen- Ohne Nachprüfung könne er weder für noch gegen die Vorlage stimmen, er trete daher für "die Kommission ein. Nach weiteren Bemerkungen von I.-R. Kalisch und Geh.-Rat Goldfeld begründet S.-R. Dr. Horn in seinem Schlußwort nochmals die Entstehung des Fehlbetrages und bittet um einstimmige Annahme der Vorlage, damit kein Mißton gegen das Krankenhaus entstehe. Bei der Abstimmung wird der Antrag Markus auf Kommissionsberatung abgelehnt. Reg.-Rat Markus erklärt hierauf, ' daß er nach Ablehnung des Antrages natürlich für die Bewilligung der 25 000 R.-Mk. stimmen werde (Bravo!), er bitte aber, dem Krankenhaus als Wunsch-de^Gemeindevertretung, Mitzuteiken, daß jeder Unbemtttelte, ohnK^Rücksicht auf seine Staatsangehörigkeit, kostenlos behandelt wird, und daß jeder Posten iry Krankenhaus erst dann mit einem Nichtjuden besetzt wird, wenn bescheinigt wird, daß tin geeigneter Jude für den Posten nicht vorhanden sei. Die Versammlung nimmt hierauf die Vorlage einstimmig an, wählt aber zur Fühlungnahme mit der I. K. V. A. zwecks besserer Information der Gemeinde eine Kommission, bestehend aus den Gemeindevertretern R.-A. Spitz. Reg.-Rat Markus, -S.-R. Dr. Horn und Dr. med. Schlesinger. . Die zweite Vorlage, dem Jüdischen Museums-Derein mit einem Jahresbeitrag von 500 R.-Mk. beizutreten und zum Mufeums-Grundstock 3000 R.-Mk. einmalig beizusteuern, empfiehlt der Berichterstatter R.-A. Nothmanv zur Annahme unter freudiger Begrüßung dieser Gründung. Der Vorstandsantrag, die Grabpflegevermächtnisse Gold-' stein auszuschlägen, weil die Zinsen der ausgesetzten Beträge zur Erfüllung der Auflagen nicht ausreichen, und der Testament- Vollstrecker eine Erhöhung abgelehnt hat, wird auf Bericht von I.-R. Kalisch ohne Aussprache angenommen. Im Verwaltungsbericht, den der Vorsitzende, F.-R. Peiser oorträgt, teilt der Vorstand mit, daß als Teppichklopftage durch die Verordnung vom 1. Mai 1928 nunmehr der Freitag und Sonnabend bestimmt worden sind und Hamit den Wünschen unserer Gemeindevertreter Rechnung getragen worden sei. Ferner sei die Allee zum Friedhof Lohestraße, die in der Dunkelheit von allerhand Leuten zur Verunreinigung und zu unangemessenem Aufenthalt benutzt worden sei, durch ein eisernes Gitter rrtit Tor für 398,96 R.-Mk. abgeschlossen worden. Die häufige Verstopfung der Kanäle des Friedhofes Lohestraße sei durch die Firma Stephan durch Einbau eines Revisionsschachtes und Veränderung der Rohrleitung für 491,40 R.-Mk. beseitigt worden. Die Schachtabdeckung hierzu, für leichte Wagen befahrbar, habe die Firma Unikower zum Preise von 50 R.-Mk. geliefert. Ferner teilt der Vorstand mit, daß die Vorarbeiten zur Errichtung eines Altersheimes begonnen seien und die gemischte Kommission einberufen werden wird, sobald die Vorarbeiten soweit gediehen seien. Der Zusammenschluß der beiden Waisenhäuser, über die in der vorigen Sitzung verhandelt worden sei, habe sich als unmöglich herausgestellt. Der Vorsitzende bedauert, daß entgegen der Ankündigung von Herrn Fränkel die Verhandlungen gescheitert seien. Geh.-Rat Goldfeld bemerkt zu dem Scheitern, daß eine Partei fertig ausgearbeitete Bedingungen gestellt habe, mit der Erklärung, entweder Annahme dieser Bedingungen oder Scheitern der Verhandlungen; so könne natürlich nicht verhandelt werden. Die Gemeinde bewillige für die beiden Waisenhäuser, die beide nicht vollständig belegt sind, erhebliche Summen, und die Gemeindetörperschaften werden sich überlegen müssen, ob die Beiträge noch weiter zu bewilligen sind. Herr Fränkel bedauert die Schärfe der Bemerkungen, das von ihm vertretene Rehdiger- Heim habe sich die zu stellenden Bedingungen genau überlegt. Zunächst habe eine Aussprache zwischen den Vorständen der Waisenhäuser stattgefunden, die Verhandlungen werden hoffentlich bald fortgesetzt. Geh.-Rat Goldfeld bemerkt zu diesen . Erklärungen, niemand werde ein günstiges Ergebnis freudiger begrüßen als der Vorstand. In der Geheimen Sitzung wurden die aus der Besoldungsreform übrig gebliebenen Differenzpunkte erledigt, von denen hervorzuheben ist, daß die Gemeinde im Gegensatz zum^ Staat auch weiterhin zwischen Alt- und Neupensionären bei der Berechnung der Pension nicht unterscheidet. ■ . Würde! Aus Anlaß der bevorstehenden hohen Festtage erinnern wir an unsere früher veröffentlichten Zuschriften aus Kreisen der Gemeinde, daß die Anzeigen in den Tageszeitungen über Vermietung von Synagogenplätzen als anstößig und würdelos empfunden werden. Wir bitten daher unsere Gemeindemitglieder dringend im Interesse des Ansehens der Gemeinde und der Würde vor der Heiligkeit des Gottesdienstes, derartige Anzeigen zu unterlassen. Das Gemeindebüro (Platzkartenausgabe) übernimmt gern und völlig gebührenfrei die Vermietung von Eigentumsplätzen und die Verwertung von Mietsplätzen für einzelne Tage, an denen der Inhaber aus irgendwelchen Gründen an der Teilnahme am Gottesdienst verhindert ist. Es hat daher niemand nötig, sich eines Vermittlers oder einer Zeitungsanzeige zu bedienen und dadurch Anlaß zu abfälligen und unerwünschten Bemerkungen zu geben. R.

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