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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1928-06-01 · 6 (6.1928) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
5 (1928)
Issue
6 (6.1928)
Date
1928-06-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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,gs Lreslauer Jüdisches Semeiudeblali v Nr. 6 Bürgen dafisr, daß das Jüdische Museum in vorkild-i licher Weise errichtet werden wird. Beitrittserklärungen und Anfragen sind an den Schrift^ sichrer, jzerrn Felix Perle, Breslau 3, Striegauer Straße 3, Ilj zu richten. '! Wknterfchäüen auf unseren Krieühöfen Auf derf strengen, langanhaktenden Winter sind nun endlich einige Warme, sonnige Tage gefolgt. Das schützende Tannenreisig ist von den Grabstätten, von Rosen und anderen schutzbedürftigen Gewächsen genommen worden. Run aber zeigt sich erst, wie verheerend der außergewöhnliche starke Frost auf die verschiedenen Pflanzen gewirkt hat. Besonders haben die Grabhügel gelitten, die mit großblättrigem Efeu bewachsen sind; wiederum ein Zeichen, wieviel härter and widerstandsfähiger doch der kleinblättrige Efeu ist. Darum ist bei Neupflanzungen dem letzteren stets der Vorzug zu geben.! Großen Schaden haben auch in diesem Jahre die Rosey allet Artenerlitten. Nicht allein die weicheren Tee- und Remontantrosen, nein, sogar die sonst so harten Schling- und Trauerrosen haben stark unter den allzugroßen Schwankungen vchi Nacht- und Tagestemperatur zu leiden gehabt. Einfassungen »on Büxbaum, Taxus, Zypressen, feingefiederte Lebensbäuiye und andere Koniferen in Heckenform, wie auch afs Einzelpflanzen geigen rotbraune bis gelbe, welke Spitzen ustd Nadeln auch wieder ein Zeichen des starken Nachtfrostes gegenüber dien wärmenden Sonnenstrahlen am Tage. All diese Schäden perden vom Publikum schmerzlichst beklagt. Dsancher^ Schaden and) wird Die Natur im Laufe d § r Zeit selbst wieder ausheilen oder d o ch z u nt m i n d e st e n m i l d e r n. I Die Fkriedhofsinspektionen sind gern bereit, d^in Publikum zur Beseitigung der Frostschäden mit ihrem fachmänniscven Rate zu dienen.! Der Bresstruer Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung! für Deutschland.; Zum erfreu Mal nach 20 Jahren hatte die Zionistische Bereinigung Hir Deutschland ihre Tagung wieder einmal für die Zeit vom 27.—20. Mqi in den Mauern unserer Stadt einberusen. '! Als am sSonmag Vormiltag der XXIl. Delegiertentag der Z. V. s. äh in einer sehr eindrucksvollen und würdigen Eröffnungsfeier eingeleiter w «rde, füllte eine große Anzahl von Delegierten (über 100), Ehrengästen ui d ei» großes Publikum die Räume des Breslauer Gewerkfchaftshauset. Jn seiner Begrüßungsrede wies der.Vorsitzende Kurt Blumenfeld voraus hin. daß die zionistische Bewegung vor dem großen Forum der Bi elt-Oefsentllchkeit immer wieder ihre Ziele darlege, gerade in der letztest Z il dadurch ermutigt, daß gerade die großen Menschen aus der Reihe der N chtjuden, die Dinge, um die der Zionismus ringt^am ehesten begreifen; so! will er aurh diesen Deleqiertenlag. dessen Sitzungen in doller Oefsens-' lichkeit vor sio> gehen, ausgefaßt sehen, nicht als eine Demonstration disr Zionisten, sondern als eine Demonstration des zionistischen Gedankens, in dem er den Sinn des Judentums unserer Tage sehe. — Als Vertreter iiwer Behörden begrüßten den Delegiertenraa Herr Reg.-Rat Dr. Langenhagen (Staawbehörden), «tadlrat Ziegon (Magistrat der Stadt Breslau!), Geh. Rat Goldfeld (Synagogengemeinde Breslau und Verband Niederschlesien dersSynagogengemeinden) stnd Rabbiner Dr. Hofsmann (Rabbmer der Gemeinde Breslau); ferner überbrachten die Vertreter ddr ttfchechoslowarischen unh österreichischen Zionisten die Grüße ihrer Landesverbände. Blumenfeld wies in seinen Dankesworten u. a. auf die große jüdische Vergongenheit der Breslauer Gemeinde hin, an die neben vielen anderen das Wirken von Männern wie Grätz und Geiger erinnert. Eine große Zahl vion Telegrammen der zionistischen Organisationen und Fonds, sowie von Wrizmann. Sokolow, Motzkin u. a. sprachen die besten Wünsche für das Gelingen des Delegiertentages aus. Ihren Ausklang fand die Eröffnungssitzung in einer Gedenkfeier für die seit dem letzten Delegiertesttag vor zwei) Jahren verstorbenen Mitglieder und Freunde der Z. V. f. r unter denen sich auch eine Reihe aus der Mitte Unserer Gemeinde befai I Am Sonntag Nachmittag begannen die eigentlichen Verhandlung« die sich im wesentlichen an die drei Referate von Kurt Blumenfel Zionistische Arbeit in Deutschland, Dr. Kannowi Grundsätzliche Bemerkungen zum Aufbau und j Arbeit d.sZ. V. f. D., und Felix Roje.nblüth (Vertreter Exekutive): )3) ie Lage in Palästina und im Zionismu anschlossen. lBlumenfeld betonte in seineist Referat, daß die erste Äuf| gilbe zionistischer Arbeit in Deutschland dis Stärkung der eigenen Reihei und gleichzeitig die Beschleunigung des Tempos des Palästina-AufbaU' uind die Förderung der Aufbau-Fonds sei. Diese Arbeit finde ihre Btr wirklichung jn dem Gedanken der Kooperation zusammen mit dem starvei eigenen zionistischen Bekenntnis. Das Referat von Blumenfeld förde) weiterhin die Auseinandersetzung mit den einzelnen Gruppen des deutschen Zionismus, während sich Dr. Kannowitz v. a. mit der zionistischen Jugend und' ihrer Stellung zur Organisation befaßte. Beide Referenten entwickelten eingehend die Gesichtspunkte, von denen sich die Leitung in Technik und Methodik der Propaganda leiten ließ. Die Generaldebatte, an welcher sich Redner der einzelnen zionistischen Gruppen, unter ihnen eine Reihe Breslauer Zionisten, beteiligten, zeigte ein starkes Gefühl der Gemeinsamkeit und Solidarität, wodurch gerade der Breslauer Del« giertentag zu einer Konzentration der Kräfte innerhalb des deutschen Ziostismus führte. Auch die in der zionistischen Weltorganisation in Opposition stehenden Gruppen traten für eine einheitliche zionistische . Arbeit innerhalb Deutschlands ein.. Das Referat von Rofenblüth ' befpßte sich v. a. mit der Lage des palästinensischen Aufbaues. In zunehinendem Maße lassen die Beobachtungen der letzten Zeit erkennen, daß die Wirtschastskrise überwunden ist und das Palästinawerk am Be- . ginn einer neuen Aufwärtsentwicklung steht. An diesem Zeitpunkt ersitze nen ihm folgende drei Faktoren über die Zeit der Krise hinaus von zuki mftsgestaltender Bedeutung: Die wachsende Beteiligung der Juden an )en Regierungsgeschästen in Palästina, die zunehmende 'Bedeutung des Pri satkapitals in Industrie und Orangenbau und die Haltung des Jistiuws des. der Arbeiterschaft während der Krise des letzten Jahres. Auch diesem Referat folgte eine eingehende Aussprache. Die Wahlen für die Leitung der Z. V. f. D. ergaben die Wiederwahl von Kurt 7 Blr menfeld als Vorsitzenden, die Wahl eines geschäftsführendön Ausschrsies (Alfred Berger, Moritz Bileski, Nahum Goldmann, Siegfr. Kalinor »itz, Max Kollenscher, Georg Landauer, Richard Lichtheim, Martin Rv enblüth) und eines größeren Landesoorstandes. Neben dem Delegiertentag fanden Sitzungen der zionistischen Fonds, der Frauen usw. statt. In einem Nebensaal fand sich eine Ausstellung von palästinensischest Stickereien, Büchern, Zeitungen u? a. Bon Breslauer Ausstellern waren die Buchhandlung I. B. Brandeis mit einer wohlgelungene» Bücherecke, die Kunstgewerbestube Freudenthal und die hiesige Vertretung deri Vers.-Abt. d. I. N. F. «Vers.-Ges. „Phönix") vertreten.! Spitzer. | Aufruf!! Die bulgarischen Juden sind durch das Erdbeben vom 1-1. und 18.1 April schwer heimgesucht worden. Jn Philippopel, Tschirpä», Batzardfik, im ganzen Marizagebiet, Hausen die Opfer der Katastrophe iln Freien. Ein Drittel der jüdischen Bevölkerung Bulgariens ist obdach los und erwerbslos geworden. Die Regierung und die jüdischen Geinemden Bulgariens bieten alles aus, um dem furchtbaren Eiend abzuhelfen. Die hereingebrochene Not übersteigt aber die Krast des Landes. Neben der unmittelbaren Notstandsaktion für die obdachlosen Familien, die Hungernden und Frierenden, die Tausende herumirrender Kinder, die in Baracken zusammengepferchten Verwundeten und die an epidemisch ausgebrochenem Scharlach und Typhus Darniederliegenden besteht eine nicht weniger dringende Aufgabe, die vernichteten Existenzen wieder aufzurichten. Es tut not, die Wohnstätten, die Krankenhäuser, die Schulen und die Synagogen wieder aufzubauen und vor allem Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen. Die bulgarischen Juden haben sich in ihrer großen Sorge an de» Hilfsverein der deutschen Juden gewandt. Sie haben die Hilfe aus ländischer jüdischer. Gemeinden bisher nie beansprucht.' In ihrer Not läge glauben sie jetzt die Sympathien und die Hilfsbereitschaft der deutschen Juden anrusen zu dürfen. Wie groß auch die Not unter uns deutschen Juden ist ,— wir müssen uns in diesem Augenblick angesichts des elementaren "Natur ereignisses, das die bulgarischen Jude» so schwer getroffen hat, unserer Pflicht gegen sie bewußt sein. - ' Wir dürfen »ns ihrem Ruf nicht verschließen. Wir wenden uns an die deutsche Judenheit mit der Bitte, die Rettungsaktion für die bulgarischen Juden nach Kräften zu stützen. Wir fordern hierdurch auf zu spenhen. Helfet rasch! Die Not ist dringend!! hilssverein der deutschen Juden. j Vorsitzender: Dr. James Simon. Stellvertretende Vorsitzende: E u g e n L a n d a u. Max M. W a r b u r g. Willy Dr e y f u s. Gütige Spenden bitten wir mit der Bezeichnung „Für das Bülgarienhilfswerk des Hilfsoereins der deutschen Juden" an die Deutsche Bank, Dep. Kasse C, Berlin W 9, Potsdamer Straße 127/128, oder on das Postscheckamt Berlin, Konto Nr. 33126, zu überweisen. Geschäftsstelle de» Hilfsoereins der deutschen Juden: Berlin W 33, Steglitzer Straße 12. Teslephon: Lützow 6236. SSjähriges Jubiläum -es Isr. Krankenhauses ' und Einweihung der Jl. eittauer-Stlflung. (Schluß.) i Bei der Festfeier am Sonntag, den 29. April 1928. bemerkte man X unjter den Anwesenden Herrn Stadtrat Landsberg als Vertreter des Mhgiftrats und des städtischen Wohlfahrtsamtes, den Dekan der Medizinischen Fakultät. Herrn Professor Dr. Schmitz, als Vertreter der Universität. Hchrn Oberregierungsrat Friedensdorff als Vertreter des Herrn Polizeipräsidenten. Herrn Kreisarzt Medizinalrat Dr. von Rottkay, Herrn S< nitätsrat Dr. Kobrak als Vertreter der Aerztekammer, die Herren

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