Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 5 (1928)
- Issue
- 6 (6.1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 8te»(aucc 3Sdljche» Gemeiudeblatt 99 T Stadtrat Senk und Verwaltungsdirektor Kirchhofs als Vertreter der Arbeitsgemeinschast Breslauer Krankenkassen, Herrn Sanitätsrat Dr. Wert her als Vertreter des kassenärztlichen Vereins, Herrn Pastor Ianke als Vertreter des Verbandes der charitativen Krankenanstalten Breslaus, Herrn Professor Dr. Heimann als Vertreter der Breslauer Röistgenvereinigung. Andere Behörden, wie Eminenz Herr Fürstmlchof Kardinal Dr. Bertram, der Herr Präsident des Evangelischen Konsisloriums, der Herr Regierungspräsident, der Herr Rektor der Technischen Hochschule usw. hatten herzliche Glückwunschschreiben gesandt. . Mit Herrn Sanitätsrat Dr. Arthur Littauer aus Leipzig, dem Vertreter des hochherzigen Stifters der „Nathan Littauer- S t i f t u n g“, hatten sich zahlreiche andere Mitglieder der Fgtnilie Littauer aus allen Gauen Deutschlands eingefunden, um gemeinsach nzit dem! Vorstande des Krankenhauses die Feier der Einweihung dieses ichöhen Instituts zu begehen. Anwesend waren ferner der Vorsitzende der Synagogen-Gemeinde, Heris Geh. Justizrat Goldfeld, sowie weitere Vertreter hes Gemeindevorstandes und der Vertreterversammlung der Synagogengemeinde. Auch die ehrenamtlich im.Dienste des Krankenhauses tätigen Domen und Herren, sowie die Aerzte, Schwestern und Beamteder Anstalt nahmen an der schönen Feier teil. Leider war es dem Porstande infolge der Raumbeskhränkung nicht möglich, die Einladung zur Jubelfeier auf weitere Kreise auszudehnen. , Eröffnet wurde die Feier durch ein Harmonium-Vorspiel des Herrn Orgünilten Schäffer, dem ein in künstlerischer Vollendung vorgetragener Lologesang von Herrn.Oberkantor Borin folgte. Der Vorsitzende des Vorstandes der Israelitischen Kranken-Verpflegungs-Anstalt, Herr Adolf Danziger, begrüßte sodann in einer kurzen Ansprache die Gäste und hierunter insbesondere die Vertreter der Behörden und die aus weiter Ferne hierher geeilten Mitglieder der Familie littauer. ' j Der bauleitendä Architekt, Herr Rehierungsbaumeister a. D. Paul Ehrlich, gab eine Schilderung des Baues, mit dessen Vorarbeiten im Herbst 1926 begonnen wurde und der jetzt glücklich zur Vollendung gebracht worden ist. Zum Schlüsse seiner Ansprache übergab Herr Regierungsbaumeister Ehrlich den Schlüssel der Nathan Littauer-Stjftung in die Hände des Herrn Sanitätsrat Drj Littauer in Leipzig, den dieser als Vertreter des Stifters entgegennahm. Herr Sanitätsrat Dr. Littauer hob in einer kurzen Ansprache die Beziehungen des Stifters Lucius N. Littauer zu Breslau hervor und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß sein Vetter in der Geburtsstadt seines Heimgegangenen Paters und auf dessen Namen die „Nathan Litthuer-Stiftung", dieses hervorragende, dem Dienst der leidenden Menschheit gewidmete Röntgen-Institut, errichtet habe. Mit dieser Stiftung ist der Name der Familie Littauer untrennbar mit Breslau und mit dem jüdischen Kronkenhause verbunden. Herr Sanjtätsrat Dr.jLittauer brachte sodann eine ihm vost dem Stifter Lucius N. Littauer in Newyork übersandte Ansprache zur Verlesung, die bei allen Zuhörern liefe Ergriffenheit auslöste. War sie doch ein beredtes Dokument nicht nur! für den Edelmut und die hochherzige Gesinnung des Stifters, der in seinem neuen Vaterlande Amerika als großer Philantrop allseitig geschätzt wird, sondern auch für die unvergängliche Liebe, die er seinem Heimgegangenen Vater, zu dessen Ehrung ihm kein Opfer zu groß ist. entgegenbringt. Zum Schluß übergab Herr Sanitätsrat Dr. Littauer den Schlüssel des neuen Röntgen-Instituts dem Vorsitzenden des Vorstandes, Herrn Adolf Danziger, indem er zugleich auch namens der anderen Mitglieder der Familie Littauer mit seinem Dank für die Einladung zur heutigen Feier auch die besten Wünsche, für die weitere Entwicklung des Krankenhauses und insbesondere der Nathan Littauef-Stistung zum Ausdruck brachte. j' i Der Vorsitzende, Herr Adolf Danziger, verband sodann in einer von tiefirin Empfinden getragenen Festrede den Dank der Krankenanstalt an der/ hochherzigen Stifter mit einer Schilderung dessen Lebensganges. In unwandelbarer Verehrung für seinen Heimgegangenen Vater und dessen eblir Lebensauffassung folgend, hat Hehr Lucius N. Littauer es stets als leine heilige Ausgabe betrachtet, den ihm zur Verfügung stehenden Äeichtum den Werken der Nächste rliebe und dem Dienste der Menschheit zuzuführen. Sowohl in seiner Vaterstadt Glooersville, wie in seinem jetzigen Wohnort Newyork hat ei durch Errichtung von Krankenhäusern-? Schwestern- und Kinderheimen, sowie durch Schaffung und fortlaufende Subventionierung von wisst nschastlichen Instituten fich allseitige' Liebe und die Dankbarkeit seiner Mitbürger erworben. Auch als langjähriges Mitglied des amerikanischer Parlaments hat Herr Lucius N. Littauer seinem Baterlande, wie dies au« wiederholten Ehrungen, die ihm vom amerikanischen Senat zuteil wurden, heroorgeht, große Dienste geleistet. Rührend ist die Bescheident eit, die Kindes- und Gattenliebe des; hochherzigen Stifters, mit der er sowohl in Amerika alle von ihsn geschossenen Wohlfahrtseinrichtungen . de, i Andenken seiner' Heimgegangenen Eltern und seiner dabingeschiedenen Gattin weihte, wie er auch jetzt durch die Errichtung unserer „Nathan Littauer-Stistung" denk geliehen Vater in dessen Geburtsstadt ein unvergängliches Denkmal.fetzen will. Die Bedeutung des reuen Röntgen-Instituts nicht nur. für das Krankenhaus, sondern auch für unsere Stadt, wurde sodann durch den Dortrag des Leiters des neuen Instituts, Herrn Primärarzt Dr. Carl Fried, allen Festteilnehmerr in von wissenschaftlichem Geist geträgene» und doch Laien verständlichen Ausführungen über die^ Entwicklungs geschichte der Röntgenologi ‘ und der Röntgenstrahlen" in den letzten dreißig Jahren vor Augen geführt Herr Dr. Fried schilderte eingehend die mannigfachen Anwendur gsgebiete der Röntgenstrahlen für die Feststellung und Behandlung vor Krankheiten. Er wies auf die reichen Er gebnisfe der wissenschaftlichen Forfchunq auf diesem Spezialgebiete hin und hob auch die Verdienste der .Physiker und Techniker, die in der Neukonstruktion und Verbesserung von Apparaten und Schutzvorrichtungen Hervorragendes geleistet hallen, rühmend hervor., Die Reihe der Beglückv>ünschungen eroffnete Herr Gemeinderabbiner Dr. Dogelstein. Es folgten )ie Ansprachen der anwesenden Vertreter der Behörden und Körperschaftn. Geh. Rat Goldfeld, als Vertreter der Synagogengemeinde, gab dc bei bekannt, daß die Gemeindekörperschaften dem Krankenhaus eine Jubi äumsfpende von 16 006 Mk. bewilligt haben. Ferner gab Herr Pro effor Holfelder aus Frankfurt a. .Main, der in ebenso selbstloser, wie eriolgreicher Weise, an den Vorarbeiten sür den Bau und die Einrichtung des neuen Instituts beteiligt gervesen ist, als Röntgenologe seiner Freude über den zweckmäßigen, Bau und die vorbildlichen Einrichtungen diesr neuen Arbeitsstätte Ausdruck. Ein weiterer Sologesang des Herrn Oberkantor Borin und. ei» - Harmonium-Nachspiel des 1-errn Organisten Schösser schloß die schlichte aber eindrucksvolle Feier. Es folgte sodann eine Besichtigung de» neuemRöntgeninstituts unter Führung des Herrn Primä -arztes Dr. Fried. Derselbe ist gern bereit, auch weiterhin die schönen ö inrichtungen des Instituts allen Interessenten ans Aerzte» oder aus Laien reisen jederzeit zu zeigen und zu erklären.! Möge das Jüdische Ki ankenbaus, diese hervorragendste Wohltäkigkeitsanstalt unserer Gemein )e, einer^ weiteren segsenreichen Entwicklung cntgegengehen. 1e feiert am 25. Juni 1928 die Goethestrahe 54. Seit 55 . licher Seelengröße i ihr fchu e ^möglich war, Schüler und 5 hohen Intelligenz unterricht t maßen sorgenfreier Lebenscb- und am 12: Juni Frau I e < ftraße 17. n SS. Geburtstag!; . rühere Lehrerin Fräulein Luise Frey Han, Jahren blind, hat ste mit geradezu vorbildrer Geschick getragen und solange es ihr Schülerinnen mit bestem Erfolge dank ihrer Wir wollen hoffen, daß ihr ein einigerend beschicken ist. .. en 80. Geburtstag feierte am 10. Juni Herr Kostsul S. Grün selb, Nikolai-Stadtgraben 22, nette. Schäfer geb. Schaefer, Alexdnder- D en 75. Geburtstag feiert am 9. Juli 1928 der l mgjährige Aufseher unserer Alten » Herr Wilhelm Hirsche!, Freiburger Straße 38. -ysnagoge, EMU K-G. BRESLAU BLÜCHER PLATZ 12|H' rff ORIG. W€CK*APPARAT£ EIS SCH RÄNKE iWerbet für den Humboldt t-Verein! - ’ . .' i ‘ * -