Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 5 (1928)
- Issue
- 6 (6.1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Ö6 Lr^,lauer Jüdischer emeiadeblall Nr. 6 Gemeinöevertreter-Sstzuag vom 26. Tlpril 19281 Bericht von Verwaltungsdirektor Dr. R e ch n i tz. Der Vorsitzende. J.-R. P e i f e r, begrüßt in längerer An-> spräche das neügewählte Vorstandsmitglied, 'Herrn Generali direktor Haendler, und verpflichtet ifjn,| der Satzung cnH sprechend, durch Handschlag zu treuer und gewissenhafter Er^ füllung seiner Pflichten. Herr- Gen.-Dir. Haendler dankt füx das ihm entgegengebrachte Vertrauen und die liebensrbürdigen Betzrüßungsworte. Das Amt des Vorstehers! fei ihm von seinen dielen Ehrenämtern besonders lieb, weil jer hier für sein« Glaubensbrüder arbeiten könne,, und er erhvffe für diese sein« Tätigkeit den Segen Gottes. I l Darauf gibt der Vorsitzende eine Anjahl (Einladungen befaiW und teilt mit, daß der Herr Wohlfahitsminister dem Leiter unseres Wohlfahrtsamtes, Herrn Bllrodirektor Glaser die Anerkennung als Wohlfahrtspfleger ohne Ablegung einei Prüfüng verliehen habe. > Ueber den Etat 1928 29 erstattet hierauf Herr G i n« den Generalbericht. Er beleuchtet die wirtschaftlichen Der hältnisse in Deutschland und' in unserer Heimatsprovinz Sie seien immer noch nicht aus jeder Erschütterung heraus deshalb sei bei der Bewilligung von Mitteln besonders kritisch zu verfahren, sonst habe die Gemeinde die mühsam an gesammelte Rücklage bald wieder verbraucht. , Es wird zo überlegen sein, ob größere Ausgaben, die an eine Groß' gemeinde wie Breslau herantreten können, nicht aus laufender Mitteln, sondern in anderer Weise zu decken sind, so daß auck die künftigen Generationen belastet werden, denen diese Aus gabssn zugute koinmen. Der Berichterstatter bittet zum Schluß nur sachlich zunr Etat zu sprechen und Auseinandersetzunger in Weltanschauungsfragen zurückzustellen. Darauf xoird in die Beratung der einzelnen Etats eingetreten. Beim Grundstücksetat vedauett Herr Gins als Berichterstatter, daß dem Wunsche der Versammlung, die Vers waltung einem Fachmanns zu überlassen, der ohne andere Rücksichten alp solche wirtschaftlicher Art die größtmöglichstes Einnahmen aus dem Grundbesitz Herauswirtschaften kamt! nicht Rechnung getragen worden ist. Er hoffe, daß die Reu^ regelung durch den Vorstand sich noch auswirken werde' E werde sich jetzt bei Tauentzienstraße 12 zeigen, ob nach Abla der bestehenden Verträge ein angemessenes Mietsergebnis e. zielt werde. Auf seine Empfehlung wird hierauf der Grunastücksetat unverändert angenommen.! Ueber den Wohlfahrlsetat berichtet Frau B i a l ist längeren Ausführungen über die vielseitige neuzeitliche Gäichäftsführustg des Wohlfahrtsamtes. Die große Arbeit bejr j Beamten stelle an diese nicht nur physisch, sondern auch seelisch; enorme Anf-rderungen. In den Ausschüssen seien 180 Ehrenbeamte tätig. Bei der Unterstützung wohltätiger Vereine b^- > dauert die Berichterstatterin, daß die beiden Waisenhäuser, die je 6000 Mark Subvention erhalten, sich zwecks größerer Wirtschaftlichkeit nicht zusammen tun. Sie bittet ferner, die Subvention für has Jüd. Kurhospital in Salzbrunn von 425 Mark auf die frühere Höhe von 500 Mark M erhöhen. Der eingesetzte Betriag von 170 000 Mark für laufende Unterstützungen und von 3(j 000 Mark für produktive Fürsorge ist zwar fenr erheblich, aber nicht annähernd ausreichend angesichts der großen Notlage des jüdischen Mittelstandes. Die Berichte erftalterin empfiehlt Annahme des Etats mit der beantragten Erhöhung. 1 Herr Gins unterbreitet eine Resolution seiner Freunde, daß der Vorstand einen Vorschlag unterbreiten möge für die Errichtung eines Heims für alte Leute, die den eigenen Haushalt nicht mehr aufrechterhalten können. Bei der Finanzieru»g denke er an. eine Anleihe und an Beihilfen d^s Staates, der Provinz, der Stadt und an Spenden Privater. Herr fi 0 ble t tritt ebenfalls für Erhöhung der Subvention für das Jü^. Kurhospital in Salzbrunn ein. Herr F r a e n k e l teilt mit, haß Verhandlungen für eine Zusammenlegung d^er beiden Waisenhäuser im besten Gange seien (Bravo!). Herr Wa! lsch empfiehlt Ausbau der produktiven Arbeitsstätten - außer auf dem Gebiete der Textilien auch auf anderen Gebieten,. z. B. Buchbinderei, Kartonnagenanfertigung u. ä. S.-R. Dr. B a ch vom Vorstände rät zur Vorsicht, um den jüdischen Handwerkern keine Konkurrenz zu schaffen. Reg.-Rat * ,Mgrcus wendet sich gegen die Gründung eines Arbeitsnachweises der Gesetzestreuen. Bei der Abstimmung werden der Antrag auf Erhöhung der Subvention für das Kurhospital Saljzbrunn auf 500 Mark, ferner die Resolution Gins betr. Vorarbeiten für die Errichtung eines Altersheims und der gange Haushaltsplan „Fürsorge" angenommen. Ueber den Haushaltsplan der Rel.-Unt.-Anstalten I und llv berschtet R.-A. Nothmann. Er empfiehlt Annahme der<> beiden Etats, wünscht aber Aufklärung, warum bei Rel.-Unt- Anstalt I der Zuschuß des Magistrats von 600 auf 500 Mark herabgesetzt sei. J.-R. H i r s ch b e r g begründet dies mit dem Rückgang der Schülerzahl, vermutlich durch die Jüdische Schule, die von denselben Kreisen beschilft wird. Die Etats der beiden Rel.-Unt.-Anstalten werden hierauf angenommen. 1 Ueber den Etat Religionsunterricht an höheren Schulen berichtet R.-A. Spitz. Besonders eingehend habe der Schulausschuß sich mit dem Antrag der Jüdischen Schule auf Erhöhung der Subvention befaßt. Rach langen Verhandlungen habe man sich dahin verständigt, daß der Subvention dreißig Wochenstunden Religionsunterricht zugrunde gelegt werden sollen, wodurch sich eine Beihilfe von 4032 Mark jährlich ergibt. Natürlich unterliege der Unterricht nach tz 58 der Satzung der Aufsicht der Gemeinde: diese solle wunschgemäß durch Gem.-Rabb. Dr. H 0 f f m a n n ausgeübt werden. Unter Annahme der Vorlage betr. Subvention der Höheren Jüdischen Schule wird hierauf dieser Etat ohne weitere Aussprache angenommen. Beim Haushaltsplan Alte Synagoge betont R.-A. Nothmann die Notwendigkeit eingehender Instandsetzungen und erörtert die Wünsche des Kultus-Ausschusses l, den Almemor in die Mitte zu verlegen und die Frauenempore mit einem Gitter zu versehen. Ueber den Chor der Alten Synagoge werde geklagt. J.-R. Hirschberg führt die abfällige Beurteilung darauf zurück, dgß die Beurteiler den Chor nur Sonnabend hören, wo die Knaben nicht mitsingen. Es werde angestrebt, durch Heranziehung der Schüler der Jüdischen Schule auch am Sonnabend-Vormittag einen gemischten Chor einzurichten. Die Frage des Umfaüges der Renovierung und der Verlegung des Almemors fei noch nicht geklärt, gegen letztere bestehen deshalb große Bedenken, weil eine Anzahl Plätze verloren gehen und die Sicht von Plätzen der Männer und Frauen stark beeinträchtigt werde. Das Gitter für die Frauenempore werde schon deswegen für notwendig gehalten, weil bei der niedrigen Brüstung die Gtfahr des Herunterfallens bestehe. Nach Bemerkungen der Herren F r ä n k e l und G 0 l d s ch m i d t wird hierauf auf Voxschlag des B.-E. der Haushaltsplan für die Aste und die N^ue Synagoge angenommen. Die Haushaltspläne für die Bibliothek und die Badeanstalt werden aus Empfehlung dös B.-E. R.-A. Nothmastn ebenfalls angenommen, desgleichen der des Schlachtwesens, nachdem auf Anfrage des B.-E. R.-A. Nothmann vom Vorstayde Herr Dr. * Boß beauskunftet hat, daß das Schächten in der Markthalle Ritterplatz nur während der Sommermonate mangels eines Bedürfnisses eingestellt werde. Der Haushaltsplan für die Zweiggottesdienste wird nach kritischer Würdigung des B.-E. Herrn Goldschmidt auf dessen Empfehlung angenommen. Beim Haushaltsplan Bestattungswesen und Grabpflege wünscht der Berichterstatter, Herr Dr. Sich l e s i n g e r, Trennung der beiden Etats, damit nicht der Fehlbetrag des Bestättungswesens durch den Ueberschuß der Gxabpflege gedeckt wird.- Er hofft im übrigen, daß auch das Vrstattungswesen tatsächlich einen Fehlbetrag nicht ergeben werde. Auf seine Empfehlung werden die beiden Etats angenommen. Beim Etat der Allgemeinen Verwaltung will d«r B.-E. R.-A. Jacobsohn der in geheimer Sitzung zu beratenden Besoldungsvorlage nicht vorgreifen. Er wendet