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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1928-02-01 · 2 (2.1928) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
5 (1928)
Issue
2 (2.1928)
Date
1928-02-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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22 L U ceslauer jüdisches Ge me i n deb lali Nr. 2 Der Kultusausschuß hat sich bereit und begründeten Wünschen weitgehend Aber er will nicht nur Kritik und Tat '^Mitarbeit. die an und^ Mitarbeit. ' Deshalb kommt alle rich^t, recht zahlreiche Ter Kul^tusausschuß erklärt, berechtigten Rechnung zu tragen, el, sondern Anregung sich diese Einladung II. Zur Krage unserer ^uger üliteratur von Studienassessor Dr. Erich jrlibansky Als ich vor mehreren Jahren der ium, verhaltener Stolz snte für die Mentalität ..... .......Jugendschrifteij-Äom misiivn der Grvßloge U. O. B. B. die Schaffung einer „Jü discäen Jugendbücherei" vorschlug, wies ich bereits darauf hin, daß>ihr Aufgabenkreis gar nicht umfassend genug abgegrenzt rverhcn könnte. Wem nur irgendwie Gelegenheit geboten ist, mit! der Jugend untmttejbar Fühlung zu nehmen — sei es durch die Jugendbewegung, fei es drrch die Schule — der weih bald von ihrer Sehnsucht nach der r guten jüdischen Buch, das sowohl ihrer jüdischen Wesensart als auch ihrer Jugendlichkeit entspricht; ein Wunsch, der nickt etwa erst von heute ist, der vielmehr seit der Mitte dess vorigen Jahrhunderts immer wieder auftauckt. Tie vorliegenden Versuche, diesem! Wollen zu entsprechen, iind aber fast ausnahmslos nur Versuche geblieben. Sie haben nicht auf die Tauer den Weg zum Herren unserer Kinder und reifenden Jugend zu finden vermccht. Für denjenigen, dem das Material bekannt und sogar in der Behandlung mit Jugendlichen vertraut geworden ist, scheinen bie Gründe hierfür recht klawund eindeutig hervorzutreten. Mit ganz seltenen Ausnahmen ^z. B. die bekannten ausgezeichneten Zusammenstellungen von Gut und Rothschild) handelt es sich da nächlich entweder um die unzähligen Ghettogeschichten oder — bei der an sich so notwendigen Literatur für unsere Kleinen — um gutgemeinte, aber leider „nngedurfte" Andeutungen von Matchen. Ghetto: d. h. Leid, Marth sin« aber nicht mehr die alleinigen Mo den Jugend unserer Tage. i Warum nicht? — Weil diese Jugänd ja ouswächst inmitten der! andern, ohne Ghettomauern, ohne „Judenfleck", ohne ..Judensteuer". Sie ist orientiert an Scheffels Ekkehard, an einem Gorch Fock oder einem Waltest Flex, an Will Vesper ödest Wilhelm Bölsche. Tort empfindet sie den verschwen derrschen Reichtum in der jugendlichen Welt ihrer christlichen Kameraden und empfindet« gleichzeitig bitter die Unzulänglichkeit ihrer speziell jüdischen Leklüte, scwchl — wie oben ongcbeutct — was den Inhalt betrifft, als auch nach Form und Türstellungskunst. , Es wäre jedoch unrichtig und uüdankbar zugleich, wollte man, hier den Anschein erwecken, als fpien jene Bücher gänzlich unzeitgemäß und es deshalb wünschenswert, wenn sie vom Büchernwrkt verschwänden. Taa-eaen spricht immer noch ganz entschieden und beredt die Bocbochtung der unwider lieblichen Anz'ehungskraft, die sic arfch heute auf Kinder von etwa II bis 13 Jahren auszuüben vctinögen. Aber dann hört es ganz plötzlich astf. Ter'Obertertianer beansprucht auch Berücksichtigung noch anderer Gebietst des Denkens, Fühlens uni) Wollens. Hinzu kommt die wachsende Kritik an der kürstlcrischen Form seiner Lektüre. Hier ober versagen jene Ghssttogeschichten völlig. Tas keimt afte Milfühlen des Elfjährigen am stillen Heldentum seiner Ahnen ist überwunden. Dos Interesse des Vicrzehnjährigey ist universell gerichtet. Er braucht Geschichte, möglichst spannende! Geschichte, nickt mehr „Geschichten". Et fordert gewähltes Ausdruck und mcderne Darstellung. j i Und das kleine Kind: gewöhnt arf Andersens unvergeßliche M> inderzählungen oder Leanders „Träumereien" fühlt es schon ganz deutlich die tiefe Kluft, selbst wenn es nur als Festvorber eitung die hierfür vorhandenen „Märchen", oft von dilettie- .reitder Laienhand verfaßt, anhören ^muß.! Diese skizzenhaften Andeutungen mögen genügen, urn die! G.rundlagen anzudeuten, deren! unsere jüdische Jugendliteratur von heute bedarf. Unsere Forderung muß lauten: Orientierung an den besten Schöpfungen der allgemeinen Jugendliteratur; Erschließung des gesamten wahrhaft jüdischeu Kulturkreises in Vergangenheit und G e g e n w a r t f n r n n s .e r e I u ge n d i n einwandfreier Form. , Der Verfasser gibt zusammen mit- Studienrat Dr. Galliner ble im Verlage von I. Kaufsmann. Frankfurt a. M., erscheinende „Jüdische Jugendbüchcrei" unter Mitwirkung der Jugendschriften-Kommissioi» der Kroßloge U. O. B. B. heraus. Bisher sind erschienen: A. Galliner: Max Liebermann: Freudenberger: Im Kampfe um die Menschenrechte:, Max Brod: Reubeni in Portugal. Im Druck befindet sich: Emil Bernhard Cohn: Legende vom Rabbi Akiba. | Die Schristleitung Ausgabe von Platzkarten für die Zweig-Gvttesüienste 1-28. Bei der diesjährigen.Platzkartenaüsgabe sollen deren bisherige Uebelstände nach Möglichkeit ausgeschaltet werden. Hierfür.geht es in erster Reihe um die Abschaffung des gleichzeitigen Turcheinander der verschiedenartigsten Verhandlungen. Es werden darum künftig Ausgabe der Erneue r.u"n g s k a r t c n an die bis - h e t i g e n Stelleninhaber Ausgabe von Karten neuvermietbarer Plätze Ausgabe von Freikarten an Unbemittelte Ausgobe von Karten zu den Zweiggottesdiensten Ausgabe von Karlen an'die Gemeindebeamten völlig getrennt von einander bearbeitet werden. Tie Termine für die Erledigung der einzelnen Ausgaben werden in den nächsten Nummern des Gemeindeblattes bekannt gegeben. , Vorbereitend fei jetzt folgendes gesagt: Als Folge vielfacher früherer Ermäßigungsanträge sind die' Stellenpreise wesentlich herabgesetzt. Tamil ist auch Mnderbemittelten die Möglichkeit^zur Mielung eines Platzes gegeben, und damit entfällt zugleich der Anlaß zu den oft bedrückenden Anträgen auf Preisnachlaß. Für Unbemittelte werden Freikarten reserviert. Zur Ordnung ihrer Verteilung empfiehlt sich die rechtzeitige Stellung eines entsprechenden Antrages. Im vorigen Jahre blieb eine Anzahl der zu vermietenden Plätze frei. Hierdurch bietet sich mehr Gemeindemitgliedern als bisher Gelegenheit, durch Ermietung eines Platzes in den Zweiggottesdienstcn solches, auch für die Zukunft sich sichern zu können. Wald stein. Die wahre Höhe der Kulluksteuer. Unter Benutzung des Aufsatzes von Prof. Dr. Nikodem Caro, Geh. Reg-Rat in Berlin, in der Dezember-Nr. 1826 des Berliner Gemeindeblaltes. Bei der Beurteilung der «teuer, welche die Synagogcn-Gemeinde erhebt, wird in der Regel ein wescnklichcr Gesichtspunkt entweder völlig außer acht gelassen, oder doch nicht nach seiner ganzen Bedeutung gewürdigt, nämlich die Abzugssphigkeit der Gemeindesteuer vom steuerpflichtigen Einkommen. j_. Nach § 17 Abs-1 Zijf. 5 des Einkemmensteuergesetzes - vom 10. August 1925 sind „Steuern an die in Art. 137 der Reichsversassung genannten Körperschaften, soweit diese Steuern in dem Steuerabschnitt fällig geworden sind", abzug-fähige Sonderlcislungen. Diese Bestimnmng besagt, daß die Geineindcnütglieder berechtigt sind, in ihrer Steuererklärung für 1927, die! de» Finanzämtern bis 15. Februar 192b einzureichen ist, von dem steuerpflichtigen Einkommen die für das Jahr 1827 erhobene Kultussteuer ist voller Höhe in Abzug zu bringen. Dadurch vermindert sich das steuerpflichtige Einkommen der Gemeinde- Mitglieder um den Betrag her Kultussteuer, und dementsprechend ermäßigt sich die Höhe der Reichscinkommensteuer in der endgültigen Beranlagung. Bekanntlich ist der Reichseinkommensteuertaris nach der Höhe des Einkommens sehr scharf gestaffelt. Wenn nian von den Familienabzügen absieht, steigt die Reichseiirkommensteuer von 8 Prozent his nahezu auf 40 Prozent des Einkommens. Durch die Anrechnung der Kultussteuer auf das steuerpflichtige Einkommen ermäßigt RA die steuerliche Belastung der Semeindrmitglieder durch Kultussteuern um denselben Prozentsatz, mit dem die Betreffenden zur Reichsetnwmmensteuer veranlagt werden. Hat danach beispielsweise ein GemeindeetckWikd.

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