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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1927-04-08 · 4 (8.4.1927) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1927)
Issue
4 (8.4.1927)
Date
1927-04-08
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Dre»la««r JSdisch«« Gemeindeblat» Nr. 4 S4 ■ - ' ' ' I Der im Februar d. I. von uns veranstaltete Kursus üb er Wohlfahrtspflege, der durch den Leiter unseres Amtes abgehaltcn wuxde, ist von ungefähr 35 Teilnehmern besucht worden. In diesem Kursus wurden die in Frage kommenden Fürsorgegesehe (Reichsverordnung über die Fürsorgepflicht, Reichsjugendwohlfahrtsgesetz) die Jüdische Wohlfahrtspflege mit ihren Problemen, Aufbau und Ausbau der Fürsorge, Zusammenarbeit mit anderen Stellen u. a. m. besprochen. Es wurde hierbei großer Wert darauf gelegt, auch Anleitungen zur praktischen Arbeit in der Jüdischen Wohlführtspflege zu geben. Die Ausführungen haben größtes Interesse und weiteste Anerkennung gefunden, so daß für später eine Wiederholung des Kursus in Aussicht genommen werden kann. Hierbei wird auch großer Wert darauf zu legen sein, daß sich die jüdischen I Ü g e n d o r g a n i s a t i o n e n in größerem Amsange beteiligen. (i Zum Schluß wäre noch zu erwähnen, daß die Z u - s g *111 mcnarbcit mit den jüdischen Anstalten ustd Vereinen auch weiter in gedeihlicher Weise erfolgt iftjjimb daß auch mehr als bisher die Gemeindemitg Ist c d c r selbst von unserer Auskunftsstelle Gebrauch gemacht haben. Letzteres ist umsomehr erfreulich, al^ es hierdurch immer mehr möglich wi r.d, B i_t t - ft «lief v o n der privaten und gemeindlichen Fürsorge a u s z u s ch l i c ß e n, die in u n - l alju tcrcc Absicht unsere Wohltätigkeit mißbrauchen. G.! Die Friedhofsschänder^ dies! in der?iacht vom 14. zum ls. Dezember i92v auf dem altjrn Friedbof in der Claassenstraße 9 Grabsteine teils zertrürnmcrtj teils umgcworfcn haben, sind leider bisher nicht ermittelt worden. Dc.r Herr Oberstaatsanwalt hat unter dcist 2c. Februar 1327 der Gemeinde mitgctcilt, daß er aus diesein Grunde das Verfahren eingestellt habe. Namensänderung. , Der Schriftsteller Leo Loewy in Breslau, Viktoriastraße 86, ailnit uns, mitzuteilen, daß er und seine Familie Mit Ermächtigung des Praiißischen Jusrizministersvom 15. März 1927 den Familiennamen li t ii h e r anigenommen hat.;!| | | Goldene Hochzeit! , i Am 1. Mai d. 3. begeht der frühere handschuhfabrikant, Herr Leopo.ld Loewenstein, mit seiner Gattin Hedwig geb. Lehmann, GuAnbergftraße 52, die schöne Feier der * Goldenen Hochzeit. Seit über 50 Jahren uvserer Gemeinde angehörig, hat das Jubels in seiner früheren Berufstätigkeit Anerkennung und Wertschätzung (tden. Darüber hinaus haben sie jederzeit sür die wohltätigen und inttügigen Einrichtungen innerhalb unserer Gemeinde lebhaftestes resse bekundet und sie jederzeit gestützt, und gefördert. Wir gratulieren dem Jubelpaare hiermit herzlichst und wünschen ibtni; noch viele Jahr«'- des Glückes in körperlicher und geistiger Frische. Möge ihnen ein sonniger und heiterer Lebensabend beschieden sein'. G. | Herr Wilhelm Kober bittet uns mitzuteilen, daß er infolge anderweitiger Inanspruchnahme nicht mehr in der Lage ist, sür das Jüdische Kurhospital in Kolb erg tätig zu sein. Es sind nunmehr Meldungen und Bewerbungen um Ausnahme nicht mehr an ihnstsondern an die Kinderfürsorge des Jüdischen Frauenbutzdes, Wall st raste 9. zu richten. Herr Er« st Neustadt, in Firma Neustadt & Neumann, Tauengienstraße 4, hat sich in dankenswerter Weise bereit erklärt, die Arbeiten, sowohl das Inkasso als auch die Werbung von Freunden und nsuen Mitgliedern für das Äurhospital in Kolcherg zu übernehmen. G. u Buchbesprechungen U Robert kaelter. Ein Lebensbild. Berlin (Philooerlag), 1927. Zum erste» Jahrestage seines Todes ist das würdig ausgestattete Büchlein, in dem l-die Tochter, Ruth Ollendorff, mit kindlich liebevollem Verständnis das Gedächtnis des Vaters festzuhalten weist, erschienen. Kaeller war ein Breslauer Kind, und vielen seiner Altersgenossen ist er hier mit seinem bezulingenden sonnigen Frohsinn und Jugendmut in lebendiger Erinnerung Aber er war viel mehr, und wenn man die Besten nennt und diejenigen, deren Leistung am größten gewesen ist unter den Rabbinern der Gegenwart, so wird sein Name genannt werden müssen. Der tiefe Lebensernst, der unter der! frohen Heiterkeit der Kern seines Wesens war. ist namenllich in der Nachkriegszeit in der ungeheuren, überaus segensreichen, bis zur äußersten Grenze der Selbstverleugnung gehenden Arbeit zu Tage getreten, die er in Danzig für die vielen Tausende russischer and polnischer jüdischer Flüchtlinge geleistet hat. In diesem Dienst hat er seine Kräfte verzehrt. Dsenschenliebe, tiefes jüdisches Empfinden, große organisatorische Fähigkeit und außerordentliche Geschicklichkeit in den Verhandlungen mit Behörden, Organisationen iund Einzelpersonen hat er bewährt, vor allem aber eine unermüdliche Arbeitskraft im Dienste der Sache. Das Ergreifendste in dem Büchleir ist die Darstellung dieser Arbeit. Aber damit gibt! das Buch weit me >r als sein Lebensbild. Es gibt, was überaus wertvoll ist, auf Grund zuverlässigen Materials einen Beitrag zu dem Ostjudenproblem und zeigt die Fülle der Fragen, die dies Problem birgt, aber auch hie Möglichkeit zwar nicht der vollständigen Lösung, wohl aber der großen hilf«, die eine Persönlichkeit, die, sich ganz und gar dieser Sache widmet, zu eisten vermag. Der Mann' und sein Werk wird geschildert, und beides verdient, in der'Erinnerung des deutschen Judentums festgehalten zu wer >en. V o g e l st e i n. Neuanschaffungen im 2. Halbjahr 1926. Sie Fabeln de« Kuhbuch«« in Uebertragung. >Sencino-Grsellschaft, Berlin 1926. l Nab. Sr. Lewin: Geschichte der Israelitischen!Kca»kcn-Derpflcgungsanstalt und Decrdigungsgesellscbäft, Breslau 1726—1926. Prof. Sr. I. Unna: Der Paon Saadja. 8. Bulka, Nürnberg 1926. Isaac Breuer: Die Welt äls Schöpfung und Natur. I. Kauffmann, Frankfurt a. Main 1926.! ' Bericht über die Wirksaistkcit der Schlesischen Blinden-llnterrichtsanstalt, Breslau, 1. IV. 19181—31. III. 1925. Prof. Sr.-Fng. Alfred Srvtt«: Die ehemalige!,.Landschule" in Breslau und ihr Inventar. '; , Solomon Nassi: Eantiques (Nobun). S. Räumbourg, Paris 1877. EmqnuelKirschner: Snncmogcngcsänge (Robuy). NI. W. Kaufmann, Leipzig. Jakob Wassermann: Fränkische Erzählungen. S. Fischer, Berlin 1925. Stefan Zweig: Der Kampf mit dem Dämon» Inscl-Derlag 1925. Arnold Zweig: Regenbogen. 8. M. Sponctb, Berlin 1925. Struck-Zweig: Das ostjüdjsche Antlitz. Wclt-Pcrlag, Berlin 1920. Lion Feuchtwanger: Die häßliche Herzogin Margarete Maultasch. 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