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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1927-04-08 · 4 (8.4.1927) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1927)
Issue
4 (8.4.1927)
Date
1927-04-08
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 4 Vreilauer Jüdische« G««eiad blaer 61 gestrichen haben, um das Zuschußsoll nicht über 700000 Mk. ansteigen zu lassen, einen solchen Haushaltsplan als zwecklos bezeichnet und sich an den Sitzungen der Kommission inicht mehr beteiligt habe. Einige notwendige, aber erst für Frühjahr 1927 geplante Arbeite r seien schon im Herbst 1926 ausgeführt worden, veranlaßt e nmal durch die günstige Witterung, dann aber vor allem wegen der furchtbaren Erwerbslosigkeit im Herbst. Das soziale Gewissen des Vor - starrdes gebot nach seinen Kräften zur Verminderung de c Erwerbslosigkeit beiz u t r a g e n. Der Mehrbedarf von :und 500 000 Mk. ergebe sich aus folgendem: für die vom Staate beabsichtigten Gehaltserhöhungen seien rund 10% der persönlichen Ausgaben mit 46 000 Mk. zurückgestellt worden. Der Beitrag der Gemeinde für Ilnterstützunge a beim Etat des! Wohlfahrtsamtes sei von 120 000 aus 180 000 Mk. erhöht worden^ obgleich auch dieser Betrag nicht langen dürfte, da im vergangenen Jahre 200 000 Mk. gebraucht wl rden sind. Diele beiden Posten bedeuten schon einen Mehrbetrag von 106 000 Mk. Beim Grundstücksetat seien 9600 Mk. für die notwendige Reparatur der Wochentagssynagoge TIallstraße 9 und 4000 Mk. für die ebenso notwendige Renovation der Wqch.entagssynagoge Anger 8 mehr eingestellt. Für die Renovation der Alten Synagoge werden 12 000 Mklj, für die der Neuen Synagoge 16 000 Mk. mehr gebraucht. Beim Bestattungswcsen sei mit einer Iyindereinnahm<: von 41000 Mk-, bei der Grabpslege mit einer solchen vor 16 000 Mk. zu Rechnen. Bei der Allgemeinen Verwaltung hat sich der Beitrag an den Preußischen Landesverband im vergangenen Jahre auf 55 000 Mk. erhöht. Der eingestellte Mehrbetrag von 16 000 Mk. werde aber noch nicht langen, da der Landesverband inzwischen den Betrag für das kommende Etatsjahr von sechs Zehntel auf neun Zehntel des Solls Erhöht hat, so daß Breslau 48 000 Mk. zu zahlen haben wird. Zu den neun Zehntel Prozent für den Landesverband dürfte mindestens ein Zehntel Prozent Beitrag für die Zentralwohlfahrtsstelle hinzutreten, so bah der Gemeinde von den Steuern höchstens 11 %% »erbleiben. Der Pensionsetat weise eine Mehrausgabe von 16 600 Mk. einschl. einer Rücklage von 10% auf, die Religions-Ilnterrichtsaüstatt II einen solchen von 6000 Mk. für eine neue Lehrkraft; für den Ankauf von Synagogenplätzen seien 6000 Mk. mehr eingestellt. Des weiteren mußte bei der Allgemeinen Verwaltung Lin Mehrbetrag von 20 00) Mk. für Steuereinziehungskosten angesetzt werden, ein Betrag, der recht gut angelegt ist; denn die von den Religionsgem« Inden den Finanzämtern geleistete Hilfe vermindert die Steuerausfälle fehlt erheblich. Im ganzen habe er soeben einen Mehrbedarf pon 261 000 Mk. belegt. Die in der Vorlag«: gegebenen Zahlen für die Berechnung des Steueraufkomn ens beruhen auf wohlerwogenen Schätzungen. Ob der Bei rag von 100 000 Mk. für die Eingänge aus früheren Jahren zu hoch oder zu niedrig gegriffen sei, hänge von der Entwicklung der Wirtschaftslage ab. Er persönlich glaube zuversichtlich, daß die Gemeinde mit 12*4% ohne Nachsorderung ausko mmen werde. Der Berichterstatter, Herr Gins, stellt in seinem Schlußwort fest, daß er im wesentlichen mst dem Vorstande übereinstimme. Es sei L usgabe des Vorstandes, die Ausschüsse zur prompten Erledigung des Etats anzuhalten. Aus den Erklärungen des Herrr Dr. Rechnitz über den Mehrbedarf ergebe sich die Notwendig keit, daß die großen Abgaben für die Zentralstellen durch Kürzungen der Subventionen wieder eingebracht werden müsst n. Im wesentlichen werden wir nur noch die lokalen Ansta ten unterstützen können, wir dürfen dabei nicht immer unser gates, jüdisches Herz sprechen lassen Wenn er auch bei unseren Gemeindemitgliedern im allgemeinen eine Steuerflucht nicht fürchte, so seien doch einzelne Fälle dieser Art vorgeko nmen. Daraus wird der Antrag des Vorstandes, den Stenersatz aus 12%% sestzusetzen, mit den Anträgen des Berichterstatters einstimmig angenommen und die Etatskommission gewählt. Die nächst: Porlage betrifft die Dergütungss itze für di« gärtnerische Herstellung und Grabpflege. T iese Sätze so leni in Uebereinftimmung Mit den Tarifen dar hiesigen städtischen und christlichen Friedhöfe z. T. herabg« setzt werden. Der Berichterstatter, Herr Martin F r a e n k e l, weist darauf hin, daß die Sätze von der Arbeitsgameinschaft der Friedhofsverwaltungen un*> von der I. K. D. A. eingehesti» geprüft worden sind und empfiehlt die Annahme, da mit dar Herabsetzung der Tarife aus eine Vermehrung d«r Bestellungen gerechnet wird; Der Tarif wird daraufhin angenommen, i ■ ~ ' Die Ausfü lungeü der B i l d h-a u e r'schen Iahrzeitstiftung durch Herrn Amtsgcrichtsrat Erich. Bildhauer, der 27. B. Coh n schrn Grabpflege-Sti.stung durch die Salo E>»hn'schen Erbe i in Wien und der Koste r l i tz'schen Grabpj legestistung dnrch Herrn F. Gattol in Berlin-Charlottenburg werden au; Antrag des Berichterstatters, Herrn Rechtsanwalt N o t h in g n n, mit dem Ausdrucke des Dankes genehmigt. : Auch der Antrag des Vorstandes, die bestehenden E!b r e n st i s t n ngen, nämlich die Rabbiner Dr. Rosenthäl-Stiftung, >tie Eeh.-Rat Jakob Wollstcin-Stistung und die David Mugd m^Stiftung mit je 1000 Mk. und die Rabbiner Prof. Dr. Guttmann-Stiftung mit.je 2000 Mk. 8 prozentige Goldpfandbriefc aus dem Bestände der Gemeinde aufzufüllen, wird au Antrag des Berichterstatters, Bankdirektor Sander, ohne Aussprache angenommen. Der Bericht der Rechnungsprüfer wird von Herrn W i l - h c l'm vorgetrigen und .ohne Aussprache zur Kenntnis genommen Auch die an;18. Juli 1924 erklärte Ausschlagung der Nacherbschast Sc>rinz wird nach ergebnisloser Nachforschung nach Vermögen sstückcn auf Antrag des Berichterstatters, Herrn I. R. K< lisch, nach bestätigenden Erklärungen des Testamentsvollsü eckcrs, Herrn Wilde I m Kober, nunzcnehnügt. genehmigt die Versam'mllmg auf Antrag des Berichterstatters, I. R. K a l i s ch , die Annahmh des von der verstorbenen Witwe Bertha T o ck ü s', gcb. Hanczynski, ausgesetzten Vermächtnisses von 900 Mk. zur Pflege dreier Gräber. In der gehaimen Sitzung wird die Gchaltsxcg lung für die Bibliothekarinnen nach dem Antrag des Vorstandes bechen eine widerrufliche Beihilfe zu den Pensionsbezügen! des fr. Steuererhebers Reumanns Des weitern beschließt die Versammlung, Herrn: £ouis als Becrdignngsinspektor auf Privatdienstvertrag anzustell« n und den Hilfsschächter, Herrn Muschel, auf seinen Antrag wegen seines hohen Alters zu pensionieren. An seiner Stelle wird Herr Tykoschins.ki als Hilfsschächter auf Pr vatdienstvertrag eingestellt. Breslauer Crmnerungev (Ans b^r Mitte des vorigen Jahrhunderts^) Bon I. K a st a n. ' - i mehr endgültig Schließlich N e u m a n n und wir dürfte. Vereiis! Berlin seiner Ausstisti warn« Hier unter Male den Begriff. Hier atmete mast keineswegs der ja einen ausgef stüft liebenswürdiger Erlaubnis des bekannten Verfassers s Dcrcins für jüd. Geschichte und Literatur bringen Nachstehenden Aussatz. der allseitiges Interesse finden Er ist abgedruckt aus dem >Iahrbuchl 1925 des s f. Geschichte und Literatur (Verlag M. Poppelauer, C 2,—Neue Friedrithstraße Nr. 59), 'das wegen wertvollen wissenschaftlichen Aussätze, seiner würdigen lung und seines wohlfeilen Preises von 2,50 Mk. empfohlen werden kann. " ( Die Schriftleilung. l Legen Platzmangels können wir'diesen in der April- Numnjer v. I. begonnenen Aufsatz erst heut fortsetzen. (Fortsetzung.) diesen Falk-Familien lernte ich zsun ersten °, das Wesen „Ghetto" kennen und verstehen, richtige „Ghetto"-Luft. In Kempen war das Fall. Das ganze polnische Landstädtchen trug krochen jüdischen Charakter; außerdem waren

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