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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1927-03-14 · 3 (14.3.1927) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1927)
Issue
3 (14.3.1927)
Date
1927-03-14
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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I i 54 ^re^a^er^Jüdisch « S Gemeindeblatt Nr. 5 jüdis des UI»d mchr> die cmpfäi 3er sollen eine Gehaltsbescheinigung oder, falls erwerbslos, den Nachw is hierfür ihren Anträgen beifügen. In jedem Falle mutz das S 'uer-Attenzeichen des Finanzamtes angegeben «erden, falls nicht der Sb anlagungsbescheid oder der Mahnzettel beigefügt wird, auf denen dieses lktenzeichen steht. Anträge ohne diese Angaben! können überhaupt nicht l »er nur mit großer Verzögerung wegen der efforderHckM Rückfragen bei den Finanzämtern erledigt werden. Werner empfiehlt es sich dringend, mit Anträgen auf. Stundung etc. nicht ms zum Eintreffen des Mahnzettels zu warten. j Die Finanzämter haben I sich längst in die Bearbeitung der Kirchen- und Kultussteuern in danke»» .werter Weise eingearbeitet, und es kann niemand erwarten, daß auch ntir der geringste Betrag übersehen wird, wie das! vielleicht während der I» flationszeit vorgekommen ist. I 3 uch über die rechnerischen Unterlagen für die Ktzltussteuer herrscht' vielfach Unklarheit. Die Kullussteuer 1925 wird — Zum letzten Male! — vor« den Vorauszahlungen berechnet: die Kultussteuer 1926 und die der künftiKkn Jahre dagegen, von der Einkommensteuer des! vorangegangenen Kalenderjahres, also die Kultussteuer 1926 von der! Einkommensteuer 1925. ÜDaher können Einsprüche gegen die Kullussteuer, 1926 nicht darauf qestützss llrerden, daß das Einkommen des Jahres 1926 wesentlich geringer ist: d« geringere Einkommen des Jahres 1926 wirkt fich nach dem Lorhergesogten erst, bei der Kultussteuer 1927 aus. Auch wird vielfach angenonmien, daß der dem Veranlagungsbescheid der Vorauszahlungspflichtwen beigefügte rote Kultussteuerbescheid 1926 Vorauszahlungen auf Kultuasteuer 1926 sestsetzt. Dieser Bescheid enthält aber die endgültig oeran agte Kultussteuer 1926, die allerdings zu denselben vierteljährlichen Zahlu »gsterminen wie die Vorauszahlungen aus die! Einkommensteuer 1926 u bezahlen ist. leber die Höbe des Prozentsatzes der Kullussteuer 1927/28 wird wahr- schein ch in d« Sitzung der Gemeindevertretung am 23. März 1927 enzjchschen werden: er wird vermutlich erheblich niedriger sein, als der bisheß erhobene Satz von 18%. Die Gemeindemitglieder werden gut tun, «ie Bekanntmachung der Finanzämter in den Tageszeitungen etwa Anfang April und im nächsten Gemeindeblatt zu beachten, das noch vor dem fp. April in den Händen der Gemeindemitglieder sein dürfte. R. Ein nacbabmenswertes Beispiel! inen genußreichen Nachmittag verlebten die Zöglinge der hiesige» n Kindetanitalien am Sonnabend, den 15. Januar, irr den Räume»» a i s e r - 3? i l b c l m - T b e a t e r s. Gartenstraßf 3f. Der Leiter esitzcr dieses Lichtspielhauses, Herr Fritz Scumjdnn, ist schon seit en Jahren bemüht, sein jüdisches und soziales Empfinden dadurch in . t um;us«tzen, daß er die Zöglinge unserer geschossenen Erziebungsanstalen, des Kinderhortes, und das letztemal aucb die/Knaben des Thors der allen Synagoge, im ganzen immer etwa 200 Kinder mchrcrcmal im Jahre zu Sondervorstellungen cinlädt. j , ILs ist dies um so anerkennenswerter, als dieses menschenfreundliche Wirket gerade ^Kindern gegenüber arrrgeübt wird, die ivrcr hilfsbedürstigkeit und der ihnen größtenteils mangelnden Elternliebe wegen auf Freuden durcm andere gfmz besonders angewiesen sind. Schreibe» dieser Zeilen kann von ffen Kindern d c t 2>a iscnanstalt, Gräbscycner Straße, bczeitucn, welch fruchtbaren Boden Herrn Reumanns soziale Tat fMdct, wie fröbljich, sogar jubelnd der Beifall aus Kindermund ist, »nenn der drollige Iackie Loogan oder der tolle Harold Lloyd und wie sie »alle heißen mögen, jene /bekannten Gestalten, vor den schauenden,Augen der Kinder vorüber- .»virbiln.?Ucht zu vergessen die übliche Schlußapotheose, die Verkeilung vor»! Schokolade unh anderen Näschereien an sämtliche kleinen Gäite. . Die freudige Erinnerung an diese schönet» Nachmittage hält woctstnlqng an und wirkt sich in Spiel und Gespräch aus. 1 TTuin kann Herrn Rcumcmn zu seiner hochherzigen Idee nur aufs wärisn'lc gratrtliercn und wünschen, daß er recht viele! Nachahmer finden j. - K. Filmvorführung für Waisenkinder. 1 Die Synagogengemeindc veranstaltet am 16. sviär; 1927, nach- >gs, für die Kinder der hiesigen Waisen- und Erziehungsanstalten Filmvorführung im Städtischen Schulmuseum. Die vorgesührten Filme-! „Reiuecke Fuchs", / „Im Sjchatlen der Eiche" (Raturfilmj,! „Bobbi der Schimpanse" l Aufnahme ckus dem perliner Zoos und „Würzburg" en durch Vermittlung des M. B. B. von Herrn Direktor E i t n e r Film-Gelellschait) kostenlos zu diesem Zweck! verliehen. Das Beispiel des Herrn Fritz Reumann, Besitzer des Lichtspiel baules .Haisgr-Wilhelin-Theater", Garienstraße 85, findet also auch von and rer Seite dankenswerte Nachahmung. vom Vorstand der Israelitischen Sranken-Verpslegungsanstgll iner »en wir um Ausnahme folgender Rotiz gebeten: . , Der hochherzige Stifter des neuen Röntgeninstituts unseres Krankenes hat sich lebhaft darüber beklagt, daß er auf Grund seiner Lüftung jfrnd Unterstützungsgesuche von anderen Institutionen und von Priuatpersonen erhält. Auf Veranlassung des Stifters wird dringend gebeten, derartige Gesuche zu unterlassen, da -dieselben nicht berücksichtigt s»en können und unbeantwortet bleiben. I ~ Den 80. Geburtstag am 20.' März 1927 Frau Valerie Glaß geb. Kroner, Astgüsta- _> 96, in; geistiger upd körverlicher Frische. Wir wünschen ihr noch Jahr« ungetrübten Wohlseins. mög mit! eine vier »vuv < Ufd Vibliotheksorünung. § l. Die Benutzung der Bibliothek der Snnagogen-Gemeinde ist jedem Gemeindemitglied gestattet. Minderjährige und solche, die keine Steuern an die Gemeinde zahlen, bedürfen eines der Verwaltung bekannten Bürgen. Personen, die nicht Gemeindeinitgliedcr sind, können durch den Bibliothekar die Benutzungs-Erlaubnis erhalten. 8 2. Der Besuch der Lesehalle und die Benutzung der dort ausliegenden Zeitschriften, Zeitungen und der Handbibliothek ist ohne Ausweis" gestattet. 8 3. 1 - Rauchen und lautes Sprechen ist im Lcsesaal ebenso u\ic r im Ausleibcraum unbedingt verboten. . 8 4. Die Bücher werden gegen Entrichtung der festgesetzten Gebühren auf 4 Wochen verliehen. Eine Verlängerung der Leihfrist um weitere 4 Wochen ist angängig. Bei wissenschaftlichen Werken, die zu größeren Arbeiten gebraucht werden, kann der Leiter der Bibliothek die Leihfrist noch weiter verlängern. 8 6: Nach auswärts dürfen Bücher im allgemeinen nicht ausgeliehen werden. In Ausnahmefällen entscheidet der Vorstand der Snnagogen-Gemeinde. 8 ö. . Bei Ueberschreitung der Leihfrist tritt das Mahnverfahren ein. Nach dreimaliger vergeblicher Mahnung übergiht die Bibliothetsvcrwaltung die Angelegenheit dem Vorstand der Synagogcn-Gemeinde zur weiteren Erledigung. .8 7. Dorausbestellung verliehener Bücher ist zulässig. Noct> nicht vorhandene Werke können durch Eintragung in das Wuilschbllch zur Anschaffung empfohlen werden. 8 S. Die Dicnststundcn der Bibliothek und Lesehalle werden von Zeit zu Zeit durch das Gsmeindcblatt bekanntgemacbt und sind durch Aushang sowohl im Büro der Synagogen- Gemeinde als auch in den Räumen der Bibliothek bekanntgegeben. Breslau, den 24. Februar 1927. 9er Vorstand der Synagogen-Gemeinde. N Buchbesprechungen N Das Jüdisch« Jahrbuch für Groß-Berlin — Verlag S ch e r b e l C 0., Berlin-Grunewald, Douglasstrahe 30 — ist ein sehr praktischer Wegweiser durch die jüdischen Einrichtungen und Organisationen Berlins. Es enthält im ersten Teil eine Anzahl Aussätze, welche die politische und religiöse Organisation, sowie die gesamte geistige und kulturelle Zusammensetzung der Berliner Iudenschast beschreiben. Besonders bemerkenswert ist das einleitende Kapitel von Jacob Jacobson, das einen Ueberblick über die Geschichte der Juden Berlins gibt. — Der bekannte Schriftsteller und Statistiker Jacob Segall behandelt in zwei Aufsätzen die Statistik der Berliner Juden und die Wohlfahrtspflege. — Der zweite Teil des Jahrbuches bringt eine Zusammenstellung aller organisatorischen und persönlichen Verhältnisse im öffentlichen jüdischen Leben Berlins. Am verdienstvollsten ist die Zusammenstellung sämtlicher jüdischen 23ereine unter Angabe ihres Zweckes, ihres Vorstandes und ihres Geschäftsraumes, und es wird selbst dem Kenner Berlins eine Ueberraschung bedeuten, daß es über 400 jüdische Vereine in Berlin gibt. Den Schluß bildet eine große Anzahl von Personenoerzeichnissen, Tabellen und Hinweisen, die sich auf die Organe der Jüdischen Gemeinde, der Adaß Iisroel-Gemeinde, der Synagogen, Wohlfahrtsanstalten, * Schulen, auf die Kultusbeamten und rituellen Betriebe beziehen. Allen denen, die mit dem jüdischen Leben Berlins zu tun haben, wird das bei der Fülle des Gebotenen sehr preiswerte Jahrbuch ein willkommener Führer fein. — Preis 3,80 Mark. R. t

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