Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 4 (1927)
- Issue
- 3 (14.3.1927)
- Date
- 1927-03-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3970005-7569520-7569571--0500-3970465- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt Amtliches Blatt der Synagogengemelnbe zu Breslau Schrtftlestung: Verwaltungsdirektor Vs. CRecfmlfi 23rrtlau, Wallstraße 9 I Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei Th. Sthatzkg AMengesellschaft Ärrlag: dSllro der «gnagogengemeinde, Breslau. Wallstr. 9 / Tel. 3t 1612 | Breslau 3, Neue Sraupenstraße Nr. 7 / Fernsprecher Ring SS3i u. 83S2 lIuriainliRtt: Sie tt aeffli. MIMm»«er-3eiIe o6cr deren Ttaam u Bta. — Bei laufenden Aufiriiaen RotalL iHMuiiiiiHiniiimiunnnHiiiiitiiiim. Für die unter dem Namen de« Berfaffer« erscheinenden Artikel und die Vereinsnachrichten adernehmen wir nur die preffegesetzliche Verantwortung 4. Lavrg. 14. März 1927 Ns. 3 Einladung. , Zu der am 3. April 1927, vormittags 10 % ityff im großen Saal der Lessing-Loge, Agnesstraße 5, stattfindenden Schluhfeier der Religions-Unterrichts-Anstalt II sind die Mitglieder unserer Gemeinde herzlichst eingeladen.! - Der Direktor der R.-11.-A. II. Rabbiner Dr. Sänger. Wir brauchen Land! Durch unser deutsches Vaterland geht wie ein Schrei der Sehnsucht der Ruf nach Land. Die Krisen der deutschen Wirtschaft in den letzten Jahren haben innerhalb der Bevölkerung unseres Vaterlandes soziale Umschichtungen hervorgerufen, deren äußere Erscheinungen wir täglich sehen: Arbeitsnot l Wohnungselend! Das sind die Schlagworte, die uns immer und immer wieder in die Ohren gellen. Das deutsche Judentum, das unter dem Einfluß einer bekannten historischen Entwickelung einen großen- Anteil an der deutschen Wirtschaft hat, es leidet schwer unter diesen wirtschaftlichen und sozialen Erschütterungen. Zumeist in der G wßstadt zusammengedrängt, hat unser deutsches Judentum «ine Entwickelung genommen, deren teilweise unliebsamen Folgeerscheinungen uns bekßjmt sind. Haben wir nicht oft, allzu oft jene innige Verbundenheit mit der Natur verloren, die eigentlich selbstverständlich sein müßte? Fehlen uns nicht allzu .sehr jene Kräfte, die uns immer wieder aus der Natur selbst Zuströmen sollten? Ist uns nicht jenes köstliche Gefühl verlorengegangen, als freier Mann auf freiem Boden stehen zu können? Wir müssen wieder in engste Beziehung treten zum Grund und Boden der Heimat, für die wir als Deutsche und als Ärden gekämpft haben. Unserer Jugend wollen wir die Möglichkeit-schassen, die eigene Scholle zu bebauen. Im deutschen Vaterland wollen wir einen freien jüdischen Bauernstand schassen. Der deutsche Jude auf der deutschen Scholle! j So feil unsere Parole lauten. Rust nicht: Was Ihr wollt ist eine Utopie. Es ist eine bekannte Weisheit, daß jede große Bewegung als Utopie begonnen hat. Im ganzen deutschen Vaterlands hat unsere Bewegung jubelnden und begeisterten Widerhall gesunden. Die besten Männer‘ aus unserem deutschen Judentum haben sich für uns erklärt. Dem Konirollkomitee für unsere Arbeit gehören Männer an, wie Re^chstagsabgeordneter Dr. Ludwig Haas, Professor Franz Oppenheimer, Rittergutsbesitzer M o s s e und Ehrenpräsident der U. O. B. B-'Lvgen Geh.-Rat Timen- >dorfer. Der Klang dieser Namen bürgt für unsere Arbeit. Auch in Schlesien muß der Boden geschaffen werden, L»us dt!m unsere Ideen wachsen und zur Reife kommen sollen. Um die Mitglieder unserer Breslauer Gemeinde mit unseren Ideen und ihrer geplanten Ausführung bekannt zu machen, veranstaltet die Ortsgruppe Breslau am Donnerstag, den 24. März 1927, abends 8 ll h r im großen Saal der Ljessing-Loge eine große Werbeoctfamml u'n g mit dem Thema: „D er deutsche Jude auf der deutschen Schpll e". Als Redner haben wir Herrn Domäncndirektor Dyk gewonnen, einen der ersten Fachleute in der deutschen Landwirtschaft überhaupt. Herr Domänendirektor Dyk, der ein Kamerad von uns ist, wird die Bewegung in unserem l deutschen Vaterlands mit aller Energie durchführen.! Wir erwarten an dsefe M^-T-a ge einen Massenbesuch unserer Gemeindemitglieder. Keister vergesse, düß es sich um eine Frage handelt, die vielleicht geeignet ist, eine. grundlegende Veränderung und Weiterentwickelung bereiten. im deutschen Breslau, März 1927. Rcichsbun'd jüd. Fronts Ortsgruppe Breslau. Der Vorstand: Max Abramsohn, Ludwig Louis Blandowskn, Otto Elkeles, Dr. Ernst Fraenkel, Herbert Gadiel, Judentum vorzuo l baten Heinrich, Rechtsanwalt Keiler, Landger.-Rat Dr. Ernst Rosenthal, Julius Rüben. Das vorbereitende Kor Erich Beyer, Georg Rechtsanwalt Foerder, Dr/ Poäner, L. Goldfeld, Geheimer Iustizrat, Dr. Rechnitz, Derw.-Dir. utee: leiser, Iustizrak, d. Dr. Martin Goldschmidt, Iustizrat, Emil Grünpeter, Gemeinderabb. Dr. Hoffmann, Wilhelm Kober, Leo Lewin, Dr. Albert Lewkowitz. Mar Michaelis, Synl-Gem., Prof-. Ar. Felix Rosenthal, Rabbiner Dr. Sänger, Leo Smoschewer, Dr. Georg Tarnowski, , Gemeinderabb. Dr. Dogeisteini Dr. Wolff, Iustizrat. Kultus-Steuer. Es wird von den Gemeindemitgliedern, berücksichtigt, Laß die Veranlagung und Einz ebenso wie die der evangelischen ultd kathol' den Finanzämtern oorgenommen wird. Die daher nicht, ob das einzelne Gemeindemitglied zahlt, und ob es mit den Zahlungen im Rückftb von den Finanzämtern stur die Hingegangener im ganzen überwiesen. ' Wenn daher ein Gemeindemitglied an gogengemeiNde als der hierfür zuständigen Stundung, Ermäßigung und Erlaß stellt, sd isi daß diesem Anträge die Kultussteuerveranlagui beigesügt und außerdem angegeben wird, Kultussteuer ist und was hierauf bereits ichmer noch nicht genügend ehüng der Kultussteuern.' i scheu Kirchensteuern, von Synagogengemeinde weiß Steuern zahlt, wieviel es nde ist, sondern ste erhält Beträge an Kultussteuer den Vorstand der Syyavtelle einen Antrag aus es unbedingt erforderlich. >ng oder der Mahnzettel wie hoch die verastlägte gezahlt wurde. Behalt»-