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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1927-02-21 · 2 (21.2.1927) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1927)
Issue
2 (21.2.1927)
Date
1927-02-21
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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-V- Vf * W V/ »WI|HV»V»N«I pp. die Angaben großen Gewinn davongetragen Habeft. Auch die Dozenten haben sich über die lebhafte Anteilnahme der Hörer sehr! gefreut. Herr Gins wünscht Auskunft, ob diese. 1000,— Majrk auf den Beitrag der Gemeinde an den Landesverband anoftrechnet würden. Nach Angabe von IR! H i r f ch b e r g habe der Porftand einen derartigen Antrag beim Landesverband gestellt, dieser teile aber den Standpunkt des Vorstastbes nicht, sondern wolle nur diejenigen Beiträge an Vereine anrechnen, die er vorher genehmigt habe. Darauf wird Vorlage angenommen. RA. Nothmann berichtet über den Antrag des Vorstandes auf Genehmigung zur Annahme der Erbschaft nach ddr!am 14. Juli 1926 verstorbenen Witwe Johanna Reichert geb, Friedeberg. Sie habe ihren reinen Nachlaß (nach Abzug alles Schulden und Legate), der vom Testamentsvollstrecker 2r Erich Breslauer auf rund 47 000,— Mark beziffert wird, der Synagogengemeiilde zu wohltätigen Zwecken vermacht. Ob und inwieweit aus diesem Nachlaß bedürftige Verwandte, die sich gemeldet haben, zu unterstützen sein werden, wird der Dorstanft von der Entscheidung des Regierungspräsideitten abhängig machen. Die Versammlung beschließt ohne weitere Aussprüche die Annahme der Erbschaft. Der Zusatz zur Beerdigungsgebührenordnung (§ 4 a), der die Versammlung schon einmal beschäftigt Hot, wird aulf Bericht von-Herrn W a l s ch in der jetzt vorgeschlagenen Fassung angenommen. Er regelt die Gebührenfrage in 4>en Fallen, in denen von unseren Gemeindeeinrichtungen fiir das Bestatwngswesfm nur zum Teil Gebrauch gemacht wird. ** lieber den Verwaltungsbericht referiert der Vorsitzende JR^ Peiser. Auf seinen Antrag werden die Einrichtungskosten für ftas Sitzungszimmer II von rund 270,— Mqrk, die Zahlung der i Winterbeihilfe an alle Arbeitnehmer der Gemeinde nach dem! Muster der staatlichen Weihnachtsbeihilfe und die Kosten für die Instandsetzung des Grundstücks Tauentzienftraße 12 mit 977jl,85 Mark, zu denen die Gesellschaft „Eintracht" 1500,-- Ma» beiträgt, genehmigt. Ferner genehmigte die Versammlung auf Antrag des Berichterstatters das Abkommen mit dem Magistrat Breslau, wonaH dieser eine Wartehalle für etwa 60 Personen gegenüber unserem Friedhof Cosel unter Zahlung einer Bechilfe der Gemeinde von 720,— Mark (Hälfte der Kosten) errichtet und der Magistrat sich verpflichtet, die Beihilfe abzüglich einer bestimmten Amortisationsgebühr wieder zurück-;uzaf)len, falls die Halle von dort entfernt wird. lDei dem Tätigkeitsberscht des Wohlfahrtsamtes bemängelt Her« B r fe n i tz e r, daß das Gemeindeblatt diesen Bericht stark gekürzt gebracht habe. Nach Auskunft von Dr. R e ch n i tz ist diesj lediglich aus technischen Gründen geschehen, weil die statistische Uebersicht in, der vorgelegten Fassung zum Format des Gemeindeblattes nicht paßte. Herr Brienitzer wünscht daher, daß dieser Tätigkeitsbericht besonders umgedruckt und'sden interessierten Stellen zugänglich gemacht wird. iDer Tätigkeitsbericht der Gemeindekörperschaften ergibt, daßlim Kalenderjahr 1926 der Vorstand 48 Sitzungen, die Gemeitsdeoertretung acht Sitzungen und eine Trauerfeier abgehalten hat. Die Zahl der im Hauptbüro bearbeiteten Schriftstücke beträgt im September 1735, Oktober 2392, November 2118 und Dezember 2155, die Gesamtzahl im abgelaufenen Kalenderjahr 22 355.!Die Gemeindebibliothek hat im Jahre 1926 einen erfreulichen Aufschwung genommen, der auf die besser gelegenen Räume, Anger 8, zurückgeführt wird. Es stieg im Jahre 1926 die Zahl der Leser auf 2403 (gegenüber 1255 im Jahre 1925) und! die Zahl der entliehenen Bücher auf 4859 (3459). Schließlich genehmigte die Versammlung die Anordnung des Vorstandes, daß Firmen- und Reklame-Aufschriften auf Grabsteinen nicht angebracht werden dürfen und die erneuerten Reklameaufschriften sofort zu entfernen sind. Zum Mitglied des Ausschusses für die Zweiggottesdienste wird an Stelle des verstorbenen Mitgliedes Wohlfahrlsdirektor Koltlarzig auf Vorschlag dieses Ausschusses Herr Willi S a b a tz k y gewählt. Im Anschluß daran erklärt für den Vorstand Herr Dr. Boß, daß in diesem Jahre für die Zweiggottesdienste voraussichtlich dieselben Säle gemietet werden dürsten, obgleich im vorigen Jahre piel Pfütze unverkauft geblieben sind. Es sollen die Platzpreise in den Sälen gesenkt werden, womit man auf einen besseren Verkauf her Plätze hofft. Eine Anzahl Freiplätze bleiben selbstverständlich reserviert. Der Verkauf selbst soll früher veginnen uftd eine Woche vor dem Fest beendet sein. Herr Gins bemängelt, daß Kultuseinrichtungen vom Zweiggottesdienstausschuß geordnet würden, obgleich dies satzungsgemäß Aufgabe der Kultusausschüsse sei. IR. Hirschberg stellt das dahin richtig, daß derartige Anordnungen -es Zweiggottesdienstausschusses nach Anhörung und im Einyernehmen mit dem betreffenden Kultusausschuß getroffen werden. Allerdings fei manchmal zweifelhaft, was zum Kultus gehört. Sanitätsrat Bach teilt namens des Vorstandes mit, daß sich für die Tahara bei Leichen, die verbrannt werden sollen, eine Anzahl Ehrenbeamte aller Dichtungen zur Verfügung gestellt haben. Die Namen werden verlesen; die Frage sei also in erfreulicher Weise gelöft. Ferner berichtet Sanitätsrat Bach über die großen Schwierigkeiten, die durch den Mangel an Lehrkräften entstanden seien. Er bittet um die Genehmigung zur Ausschreibung einer akademischen und seminaristischen Lehrerstelle, die erteilt wird. Dr. Schlesinger berichtet über die letzte Vorlage des Vorstandes, die Annahme der vion Herrn Max Centawer in Breslau, Schmiedebrücke 7, gestifteten 1000,— Mark zur Auffüllung des Grabpflegelegates für seine Eltern zu genehmigen. Die Versammlung genehmigt die Annahme mit dem Ausdruck besonderen Dankes für den Stifter und mit dem Wunsche, daß seine Tat zahlreiche Nachahmer finden möchte. In der ge h e i m e n Sitzung genehmigt die Versammlung den Ersatz dep Umzugskostien für den Organisten Schäffer, die Festsetzung der Gnadenbezüge für die Witwe, des Chormitgliedes und Hilfsorganiften Marwan, die Regelung der Bezüge für den Leiter des Archivs, Rabbiner Dr. Heppner, und wählt eine Kommission für die Auswahl der einzustellenden Bürokraft unter den zahlreich eingegangenen Bewerbungen. Berufswahl und Handwerk e>n Oscar 11 nikower, Onjpnieur Angesichts des bevorstehenden Ostertermines wird es don- Iisteresfe fein,| über Erfahrungen zu berichten, die der Derfasier als Leiter derj Lehrlingsabteilung der Ortsgruppe Breslau des Zentralvörbandes! I ü d. HandwerkerDeutfchl a n d s zu sammeln Gelegenheit hatte. Es muß im vornherein festgestellt werden, daß sich in letzter Zeit das Bestreben bemerkbar mgcht, auch intelligentere junge Leute den werktätigen Berufen zuzuführen, während früher — wenn es sich nicht gerade um Meistersöhne handelte — in Deutschland jeder junge Jude, der sich zum Kaufniann nicht eignete, als gut genug befunden wurdet einem „Handwerker" in die Lehre gegeben zu werden. Dieses Material konnte sich den gesteigerten Ansprüchen des modernen Industrialismus gegenüber nicht behaupten, und sö sehen wir heute leider in den Listen der Wohlfahrtsämter fürsorgebedürftige, gescheiterte Handwerker-Existenzen mannigfach vertreten. Die frühere einseitige Auswahl des Nachwuchses ist auch daran schuld, daß selbst die leistungsfähigsten jüdischen Handwerksbetriebe bei uns unter einem Vorurteil der. eigenen Glaubensgenossen zu leiden haben, das ihnen im vornherein den Stempel der Minderwertigkeit aufzudrücken sucht, und unter dem sie wirtschaftlich außerordentlich zu leiden haben. Nun zwingt die Ueberfüllung der kaufmännischen Berufe zu einer Umschichtung, die langsam einsetzt und durch die hoffentlich mit der Zeit diese Verhältnisse gebessert werden. Die nachfolgende Statistik zeigt die augenblickliche Zusammensetzung der von der oben erwähnten Lehrlingsabteilung erfaßten Gruppen. Unter den 57 Mitgliedern befinden sich: je 1 Fleischer, Mützenmacher mnd Uhrmacher, je 2 Bäcker bzw. Konditoren, Friseure, Steinmetze, Kürschner,

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