Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 3 (1926)
- Issue
- 10 (22.10.1926)
- Date
- 1926-10-22
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1*40 Qteflatt«« I Idisches 01 m 11 n b t kl tt Nr. 10 Darüber hinaus sollen an junserer R e l i g i ä n s - ü n 1 e r r i ch 1 s a n st a l t II*) ^isr ' den nächsten Wochen Fortbildungskurse eröffnet werden, in denen i-schulentlassenen tlnd Scsiülcrn und Schülerinnen der obersten Klassen der stöberen Schulen G^lcgensteit geboten wird, Ihre Kenntnisse des Judentums Au befestigen und zu, vcrikieren.! Die Kurse finden am Stzsttnachknittag statt, s» dag gucst im Bcrrlfe Stehende die. Äiöglichkcit der Teilnahme haben. Zunächst sind drei Kurs« in Aussicht genommen, Wir verweisen auf die Anzeige in! dieser Nummer des! Gesneindcblattcs. Anmeldungen uyv Auskunft bei uitz'cren Nabbinarn Dr. Vogelstcin und Dr. jSängcr. Wir bofscit, daß lhon der neuen Einrichtung reichlich »Gebrauch gemacht werden wird. Dichtung ist Hehrheit. Daß die Intuition des Dichter^ zuweilen der historischen Wahrheit näher'kommt, als der Smirsinn der Historiker, daß seine Augen oft klarer und weiter >sjchauen, als die Brille des Gelehrten, das*deweift von neuem asr überaus interessante Fall .Reubeni".**) Max Brods tiefdgichdckchter, farbenprächtiger Kenaisfcmceroinan, der die Gestalt, Reubenis, des „Fürjt der "luden"/ aus der verschleierten Legende in Helle, dichte rische Wirtlichkeit versetzt, hat eine seltsame Bestätigung s fast, möchte nan' sagen: Beglaubigung) ersah en. In »entralarabien lämlich ist ein unabhängig lebender Beduinenstamm Haibar eitgestellt worden, der 60 000 Angehörige zählt und de ', bei ill seiner kriegerischen Natur, die jü tischen Ritualgebote streng Einhalt und auch sonst jüdischen G< brauchen huldigt-, — also tatsächlich ein Stamm unabhängiges, kriegerischer Juden. Don jlhm ward Reubeni, sein Stammeshje d, 1523 nach Europa austz^sandt, um für die Sache der Judjei zu werben: von ihm ertzählr er tzen, ach, io schnell zweifelnsden Glaubensgenossen und pvn ihm kommt uns heute diese Kuh >e. Sie wird uns vielerlei jn) denken geben und Brods tragikcze Romanfigur in n>uem Licht erscheinen lassen: lebendiger n nd glaubhafter noch, und nänz gewiß nicht minder, liebenswert Adoption Ein.reiches Feld zu segensreicher Bf Hund durch seine Zentralstelle für jüd. seid. Genugsanikeiisstraße 7, umer dem Bi lelchaiien: «chon in zahlreichen Fällen ehr 'vcrasttworiungsvöller Arbeit gelungl owohl üch die Kinder, die traurigsten '1 icwe» werden, als auch für diejenigen, öi< mfseine öi(üct imden, einem Kinde Eltern' An all seine Freunde richtet der Fr biil bei dieser Arbeit, die dem Judentum S! lirter sich die der Zentrale gemeldeten ih sich meldenden Mütter gesucht. - Die Breslauer Zweigstelle für Adop i v.-sterer Auskumt'gern bereit ist, befinden lfin, Gartenstraße 17. tätigung hat sich der jzkduen- Aidoptionsvermittlung in lilbercrsitz von Frau Lina Mosheim, ist es intensiver, allerdings auch , reichen Legen zu schnsen, 'Verhältnissen jeglicher Art eni, das ihnen^'bisher versa, t gesein zu können. rhuenbund die dringende Litte, dient, zu helfen. Es wrrdci, Zinder, es werden Kinde: für lons-Bermittlung, die a sich bei Frau Mana " u I) Ä Das 25 jährige efene ani 4. Oktober 1926 der Bürobeat -öhn des verstorbenen Gemeinderabbin einem .7. 'Lebensjahr, durch die Folgen ,ar Rosenthol durch seine Intelligenz und ifrstondett, bei der Verwaltung der Geme Kd allseitige Anerkennung zu erringen. elluug, die Herr Roienthal seit 25 Jahrfi Förderer der schlesischen Taubstummen ei kümmenotrband Schlesien veranstaltete (»26 einen Ehrenabend, in dem der ljereine aus Breslau und der Provinz ir zühre? und Förderer der Taubstummen g j Das Organ des Taubstummenverband »fingen ia ihrer Nummer vom 1. Oktobe: nit seinem Bilde, mehrere Gedichte und sine große Anzahl von Glückwünschen. Aml sjubiläum Juki! *) i?ci der Religionsunterrichtsanstjilt I besteben derartig« I ercits. **) Bergs, die Besprechung des am 8 »es 13. Halbsemesters der Freien ju Irr von Max B r o d gehaltenen grotzattt! leubenis ist der jüdischen Geschichte — lr. 11,4925 des Jüdischen Gemeindeblatl e ite Nathan R o s e n t h a l, rs Dr. F. Rosenthal. Leit :iner Genickstarre, taubstumm, seinen rastlosen Pflichte nde sich eine geachtete £ Biel bedeutender ist ab, n als anerkannter Führe itnimmt. Der Provinzial ihm zu Ehren' am 3. ilar von allen Delegiertest geradezu rührender Wer gjesciert wurde, es. die Schlesischen Nachrichten, 1926 einen langen Leit, rtikel Artikel zu seinem Ruhn und O t November 1925 zur Erös ischen Volkshochs igen Vortrages: „Die Dichtung und Wahrhei s. Die Schristleiti > , ju eyeruer es ti llung die und! 'aubober der e als Kurse nung u l e gestalt in ng. Den 90. Geburtstag feierte am 15. Oktober 1926 der Kaufmann Josef Mendelsohn, Höfchenstraße 5, seit über 60 Jahren Mitglied unserer Gemeinde. Wir wünschen ihm einen recht gesunden langen Lebensabend. Die SitberhochM feiert am 30. Oktober 1926 der Inspektor des hiesigen Israelitischen Krankenhauses, ^ferr Her m a n n B a r u l h. Seine zahlreichen Freunde und die große Schar seiner ehemaligen «chiiler wünschen dem geschätzten Jubilar und seiner verehrten Gattin eine Fülle von Glück und Gottes reichsten Segen. - Ei. u Buchbesprechungen U Bloch, Friß: Die Tuben in Rliliksch, ein Kapitel aus der Geschichte der Niederlasiung von Juden in Schlesien. Breslauer Dissertation, 1926. Es ist in Schlesien unvergessen, was der dahingegangene Professor Markus Brann für die Erforschung der jüdischen Geschichte insbesondere in Schlesien getan hat. Lange Zeit schien es dann so, als ob der Faden historischer Forschung aus diesem Gebiete abgerissen wäre. Um so erfreulicher ist es, daß mit der vorliegenden Arbeit ein junger Forscher dieses so außerordentlich dankbare Gebiet wieder betritt und hier eine Arbeit auf Grund eingehender archivalischcr Studien liefert, die sich mit einer bestimmten Gemeinde befaßt. Es wäre zu wünschen, daß in ähnlicher Weise die Geschichte der Übrigen Gemeinden Schlesiens aus verschiedene Forscher verteilt wurde, die in solchen Einzelschriften die Archive durchforschten,, bis dann einmal aus diesen 'Arbeiten eine zusammenfassende Geschichte der Juden in Schjesie» erwüchse, die uns leider immer noch fehlt. Bloch versteht es, seine Darstellung in dem großen Gedanken der Ostwestwandetzung der Juden eiuzuordnen, die ja als das eigenartigste Phänomen der neueren jüdischen Geschichte anzusprcchen ist. Wir hassen, baß der Ven'aisser, auch wenn er im Rabbineramt einstmals stehen wird, die begonnene Untersuchung weitersuhren möchte.- Dr. W. C. Die Mitteilungen der Gesellschaft für jüdische Familienforschung. Jahrgang 1926, Heit 7, bringt wieder interessante Aussätze! über die (beschichte einzelner Familien, über jüdische Familiennamen, sowie sehr anregende Auskünfte des hiesigen j Rabbiners Dr. Lewin auf hie letzten Anfragen zur! Erforschung einzelner berühmter Familien. i Deutsch, U. R.x Briese an einen antisemitischen Freund. Leipzig, Gustav Engel. 1986. 144 Seiten.! ' Der Verfasser der „Briefe", ein Christ, versucht den antssctnitischen Freund von her Unhaltbarkeit der antisemitischen Anschulditzungen zu überzeugen. In seinen Antworten, die wir zwischen den Zeilen lesen, suhrk der Frestnd immer wieder' schweres Geschütz ins Feld,!wlrd aber auf der ganzen Linie geschlagen. Es gelingt dem Verfasfeh, aus der Geschichte Israels und aus der seiner Wirtsvölker ihm klipp und klar dessen kulturelle und intellektuelle ^Entwicklung jzu beweisen.!Das Buch wendet sich vor allem an crstste, mchtjiidische Leser, die den festen Willen haben, ihre Ansichten über! Juden 'und Judentum einer gründlichen Revision zu usiterziehen. , M. Esendi. Mehemed Emin: Antisenlitica. Heiteres und Ernster, Wahres und Erdichtetes. Leipzigj Gustav Engel. 1926. 126 Seiten. Wie der j Untertitel sagt, lausen Ernst und Humor, Wahrheit und Dichtung in bejm kleinen unterhaltsamen Buche, nebeneinander her. Aber bittere Wahrheiten verbergen sich unter der' Maske des Humors, die „Dichtung" ist nur eine Umschreibung der grausamen Wirklichkeit. Man lese: „Der jüdische Gerichtsvollzieher", „Wenn Hindenburg! als Jude geboren wäre'l, „Wenn die jüdische Ahnsrau Bismarcks entdeckt werden wird", und aus allem klingt heraus: „Der Jude wird verbraNM". Das Buch möge auch von Nichtjudcn viel gelesen werden: .'cs sollte daher in unseren öffentlichen Büchereien eingestellt werden. M. Kleines statistisches Taschenbuch sür die Stadt Breslau. Zusainrnangestelll vom Statistischen Amte der Ssjadt Breslau. G r a ß , B a rj t h & C o. Preis I Mk. Dieses Büchlein bringt in 3 Teilen, nämlich Allgemeines.^ Breslauer Teil und Anhang für Schlesien, eine Fülle von slatislischcni Material auf allen Gebieten der Beiiölkerungsschichtung, der Wirtschais, per Bildung, des Verkehrs, des 6 esundhciiswesens ui d der Verwaltung, das nicht btvß den Verwaltun zsbeanuenk und Statistikern, sondier» jedem wissenschaftlich! Arbeitenden kehr willkommen ist. s Franz Rosenzweig: Die Schrift und Lmher, Verlag Lambert Schneider, Berlin, stel t die 'wissenschastliche Begründung kür das Erscheinen der Aufsehen er egenden neuen Bibelübersetzung von Martin Buber gemeinsam mit Frc nz Rosenzweig dar. Nach einer geistvollen Auseinandersetzung über lie theoretische Unmöglichkeit und praktische Möglichkeit der Uebersetzung aus einer Sprache in ein andere legt der Verfasser dar, warum die deutsche Bibelübersetzung von Luther, seinerzeit „eine Sensation", bisher keine Verbesserung erführen hat, die eine ebenso nachhaltige Wirkung aus die deutsche Sprache und die deutsche Leserwclt gehabt hat. Und dennoch besteht nunmehr die dringende Notwendigkeit einer neuen Uebcrträgung, die viel mehr.der hebräischen Sprache Raum lasten muß, als es Luther durfte. -; Die Verfasser haben von den beiden herrschenden Prinzipien jeder Uebersetzung, nämlich der Bewegung des Textes zum Leser und!da» der