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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1926-08-27 · 8 (27.8.1926) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
3 (1926)
Issue
8 (27.8.1926)
Date
1926-08-27
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 8 Breslauer Jüdisch«« @ tu ein btbl«(f 111- 3m Namen Sr. En inenz des Herrn Fürstbischofs, Kardinal Dr. Bertram, der auch persönlich ein herzliches Glückwunschschreiben an dm Vorstand gerichtet hat, sprach Herr Domherr Lange ir zu Herzen gehenden Worten die Glückwünsche der katholischem Kirche aus. Daß in dem jüdischen Krankenhause und den an)eren Wohltätigkeitsanstalten auch in Zukunft der bisher in so vorbildlicher Weise geübte Geist Gottes und der Liebe walten möge, war sein aufrichtiger Wunsch. 3m Namen der Stc dt Breslau, sprach sodann Herr Bürgermeister Dr. H e r s ch e l der Israelitischen Kranken- Verpflegungs-Anstalt und Beerdigungs-Gesellschaft die herzlichsten Glückwünsche zur Jubelfeier aus, indem er gleich-v zeitig Kenntnis davon gab, daß auf Antrag des Magistrats, 7 dem Krankenhause durch einmütigen Beschluß der Stadtverordnetenversammlung eine Iubilaumsspende von Mk. 10000 bewilligt worden sei und i>aß hiermit die städtischen Körperschaften dem Krankenhause die dankbare Anerkennung für seine segensreiche Wirksamkeit im Interesse der Breslauer Bevölkerung zum Ausdruc! bringen wollen. Er hob die Bedeutung des heutigen Iubeltages für die ganze Stadt Breslau hervor, da es eine Jubelfeier wahrer und aufrichtigster Nächst« nliebe, die alle Menschen ohne Unterschied des Glaubens umfaßt, sei und die deshalb in den Herzen unserer gesamten Bevölkerung aufrichtigen Wiederklang findet. Gerade die Geschichte dieser Stätte der Wohl- .—\ tätigfeit, deren Iubeltag vir heute feiern, zeige, daß freie f L^ebestätigkeit und öffent iche Fürsorge zusammen arbeiten 1 müssen, um solche hohen Kulturwerke, wie sie das Jüdische Krankenhaus darstellt, zu chasfen und zu erhalten. Herr Pastor Rein ) a r d t von der St. Iohanneskirchen-Gemeinde, deren Kirche und Pfarrhaus ' dem Israelitischen Krankenhauj e benachbart ist, überbrachte der Iubelanstalt freundnachbnrliche Grüße und Glückwünsche seitens seiner Kirchengen einde, zugleich im Aufträge des evangelischen Konsistoriums. Er hob hervor, wie die Geistlichkeit der Iohanneskircl en-Gemeinde täglich Gelegenheit habe, sich von der liebenswerten Fürsorge, die im Israelitischen Krankenhause aller Patienten zugewendet werde, zu überzeugen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß ein solch freundschaftlich-nachbarlich« s Verhältnis, wie es zwischen dem Jüdischen Krankenhaus und der evangelischen Kirchengemeinde St. Johannes bestehe, sich im ganzen deutschen Vaterlande zum Segen des >eutschenVolkesBahn brechen möge. Diesem Redner schlo; sich Herr Pastor I a n k e ^>om Lehmgrubener Diakonissen -Mutterhause an, der dem Israelitischen Krankenhause im Namen des alle konfessionellen Krankenhäuser Breslaus umfassenden Verbandes herzlichste Glückwünsche zu seinem Iubeltage aussprach. Er hob die innige Zusammenarbeit hervor, die in diesem Verbände alle Krankenanstalten Breslau« umfaßt und die eine große Hilfe für die gemeinnützigen Krankenanstalten in den Zeiten schwerer finanzieller Not gewesen sei. In humoristischen Worten gab er der Hoffnu ug Ausdruck, daß der heutige Iicheltag dem Krankenhause viele neU^ Gönner und Freünde zuführen möge, die bered sind, es Mit reichen Spenden zu unterstützen und so zur Schc sfung eines bedeutenden Iubiläumsfonds beizutragen. Im Namen der Sch esischcn Aerzteschaft sprach sodann Herr Geheimrat Professor Dr., Part sch, der. Vorsitzende der Aerztekammer, dem Jüdischen Krankenhause herzlichste Glückwünsche aus und hid hervor/ daß er selbst sich stets fteudig an seine ärztliche Tätigkeit in dem alten Fraenckel'schen Hospital auf der Antonienstraße erinnert. In seiner Zusammenarbeit mit dem unvergehlic >en Herrn Geheimrat Dr. Sandberg habe er sich davon überjeugen können, wie Wohltun und Hilfsbereitschaft im Ifld schen Krankenhause Aerzten und Vorstand höchstes Gebot sei. Ehrend gedachte er auch des dahingeschiedenen Vorsitzenden der Anstalt, Herrn Eduard Sachs, der dank seiner Tatkraft dazu berufen war, diese der Allgemeinheit zum Segen gereichende hervorragende Anstalt zu schaffen. Herr Sjiegbert P eis er sprach hieraus Glückwünsche nansens des Kuratoriums der Kommerzienrat Fraenckel'schen Stiftungen aus. Er erinnette daran, daß der Grundstock zur heutigen Größe des Jüdischen Krankenhauses durch die im Jahre 1841 seitens der Brüder David und Jonas F r a e n ck e l erfolgte Stiftung der Fraenckel'schen Hospitals in Der Antonienstraße gelegt worden sei. Nach dem damaligen Stande der Wissenschaft ^>urde das Fraenckel'sche Hospital als bedeutender Fortschritt allseitig anerkannt, was auch dadurch bestätigt wird, daß die' Zahl der Kranken sich außerordentlich mehrte und daß die ersten Aerzte der Stadt gern ihre Mitarbeit zur Verfügung stellten. Für alle Zeiten ist der Name des edlen Brüderpaares David und Jonas Fraenckel mit dem Jüdischen Krankenhause in Breslau verbunden, wie ja auch das neue Krankenhaus an der Hohenzollernstraße an seiner Stirnseite die Bezeichnung „Fraenckelsches Hospital"' als Wahrzeichen hochherziger Wohltätigkeit trägt.! Für die Großloge von-Dciutschland 11. O- D. D. sprach sodann Herr Seminardozent Dr. Lewkowitz der Chewra- Kadischa herzlichste Glückwünsche aus, indem er die gemeinsamen Ziele des Wohltuns, die in den Logen des Ordens Bene Derith wie in der Chewra-Kadischa verfolgt werden, hervorhob. ... Ihm schloß sich Herr Rabbiner Dr. K a t t e n aus Görlitz an, der herzlichste Glückwünsche namens der Synagogen- Gemeinde und der Chewra-Kadischa in Görlitz aussprach unt> der Iubelanstalt weitete gedeihliche Entwicklung zum Segen der leidenden Menschheit wünschte. Zum Schluß dankte das Mitglied des Vorstandes, Herr Fabrikbesitzer Alfred Bielschowsky, den Vertretern der Behörden und Anstalten, sowie allen Redner^ für die zum Ausbruch gebrachten Glückwünsche undschloß in diesen Dank alle diejenigen ein, die durch ihre Teilnahme an der heutigen Feier ihr wohlwollendes Interesse für die humanitären Ausgaben der Gesellschaft bekundet haben. Er glaubt den Dank nicht besser zum Ausdruck bringen zu können, als durch das Gelöbnis, daß der Vorstand der Anstalt sich auch fernerhin bemühen werde, die ihm anoertrauten ~ kostbaren Güter zu hegen und zu pflegen, damit sie weiter die segensreiche Arbeit zum Besten der Kranken und Bedürftigen und zur Ehre des Judentums leisten können. : Mit einech Quartett aus Elias von Mendelssohn „Wohlan, Alle die ihr durstig seid, weihevoll vorgeftagen vom Schlesischen Oratorken-Quartett und dem Orgelnachspiel „Fantasie in G-Dur vhn Seb. Bach,". wiederum vorgetragen jvon Herrn Musikdirektor Syvarth, schloß die erhebende Feier.! Alle Teilnehmer verließen den Festsaal mit dem Bewußtsein, einer unvergeßlichen Kundgebung beigewohnt zu haben, die nicht nur ein ruhmvolles Ereignis für die Israelitische Kranken-Derpflegungs-Anstalt und Beerdigungs-Gesellschaft bedeutet, sondern die auch der Welt zsigt, wie die Ausübung freier Liehestätigkeit an allen Menschen ohne AnMschied des Glaubens dem. Judentum heiligstes Gebot in det Vergangenheit war, in der Gegenwart ist und für alle Zukunft bleiben wird. . ' Am Abend des Iubiläumstages vereinigten sich dann det Vorstand mit den jetzigen und ftüheren Krankcnhausärzten, Bezirksärzten, den Schwestern und Beamten, den Mitgliedern der Achtzehnmänner-Dereinigung, den Ehrendamen des Beerdigungswesens, des Krankenhauses, der Alters-Dersorgungs-Anstalt und des Siechenhauses, den Mitgliedern des Gemeindevorstandes und der Gemeinddvertreter- Dersammlung, den Rabbinern, den Mitgliedern des Fraenckel'schen Kuratoriums, den Mitgliedern des Arbeits¬ und Werbeausschusses für den Iubiläumsfonds und zahlreichen anderen Freunden und Gönnern aus der Mitgliedschaft der Chewra-Kadischa zu einem Abendessen in der Lessing-, löge und auch diese Veranstaltung nahm einen alle Anwesenden durchaus beftiedigenden Verlauf. Die-, künstlerischen Darbietungen der Herren Oberkäntor B o^in, Kapellmeister M a r k o w i tz und Konzertmeister S ch u st e r, ferner

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