Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 3 (1926)
- Issue
- 7 (19.7.1926)
- Date
- 1926-07-19
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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SS Br««I»«er JKßisch«« ««««i»deßl»1l Ar. 7 Dingen durch Herrn Rabbiner Dr. Horowttz-Frankfurt a. M, und Frau Taro-Köln, zu den beiden Themen, insbesondere aber zu dem Thema „Defängnisfürsorge" gemacht wurden. In der Arbeitsgemeinschaft der Tuberkulosefürsorge referierten Herr Dr. Samson über „Neuzeitliche Maßnahmen der Tuberkulosebekämpfung und -Fürsorge", Fräulein Frieda Weinreich über den „Stand der Maßnahmen zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden in Deutschland". Zum Schluß sprach Frau Brenner über ,Zukunftsäusgab4n der jüdischen Tuberkulosefürsorge". Auch hier sand eine eingehende Diskussion statt, an welcher sich u. a. Herr Eanitätsrol Dr. Auerbach, IKöln, und Herr Dr.Moscytz, Freiburg, beteiligten. In den beiden Arbeitsgemeinschaften' wurden Resolutionen gefaßt, welche die Ergebnisse der Referate und der Aussprache festhielten und die für den weiteren Fortgang der Arbeit best mimend sein werden. [ Am Schlüsse dankte Herr Caspany noch einmal der -jüdischen Gemeinde Düsseldcrf und deni Frauenoertin für die reiche Gastfreundschaft und für die sorgfältige Vorbereitung der Tagung, welchen hauptsächlich das glänzende Gelingen zu dankest war. Am Nachmittag fand eine Kundgebung des Reichsausschusfes der jüdischen Iugendverbände statt, bei welcher Herr Georg Lubinskf über „das soziale Programm der jüdischen Jugend" sprach. Auch hier war trotz der ungünstigen Zeit ein recht zahlreicher Besuch. Dir Bedeutung der Tagung beruht! nicht nur in der Fülle der Anregungen für die weitere Entwicklung der jüdischen Wohlfahrtspflege in^Deutschland, sondern vor allem in der Kundgebung zur gemeinsamen Arbeit aller Gemeinden, Vereine und Organisationen, allerberuflichen und freiwilligen Kräfte, die durcq die Tagung überaus stark zum Ausdruck gekommen ist und einen erfreulichen Ausblick für eine weitere günstige Entwicklung der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland bedeutet. Personalien Herr Alfred Biel sch owski, das frühere verdienstvolle Mitglied des Gemeindeoorstandes und Dorsteheb bei der I. K. V. A., ist zum Handelsrichter ernannt worden. i Herr Carl Leipziger, Ohlauer Stadtgraben 2, der über zwölf Jahr« Mitglied des Gemeindevorstandes gewesen ist und noch heute viele» wichtigen jüdischen Vereinigungen seine nw ermüdende Arbeitskraft zux Verfügung stellt, feiert am 25. Juli seinen SO. Geburtstag. Wir beglückwünschen den verdienstvollen Jubilar in dankbarer Anerkennung auf dar Herzlichste. | Die goldene Hochzeit feierten hm 4. Juni 1926 das Ehepaa Hermi » e geb. Luft. Gabitzstraß? 132. begründe» und jahrelanges Vorstandsmitgli weiten Kreisen bekannt und beliebt, die Jubii Vorstand des Israelitischen Speifehauses m tätig. Wir wünschen dem Jubelpaar n Wrrkeys in unserer Gemeind«. <d cch Am 29. August 1926 feiern die Ehel und Frau R o s a l i e geb. Dzialoczynski, der goldenen Hochzeit in körperlicher wünschen dein Jubelpaar, das vor einig hierhergezogen ist, noch recht viele glücklichje, Gemeinde. UN)!«N Moritz Charig und Der Jubilar ist als Mildes Lissaer Hilfsoereins in larin ist seit Jahrzehnten im t großem Eifer und Erfolge viele Jahre ersolgrc'chen R. Irute Abraham Gittler ' Soethestraße 68/70, das Fest geistiger Rüstigkeit. Wir Jahren aus Oberjchlesten gesunde Iahte in unserer Bericht über die 200-I ahrfei er der! I. ft. B. A. und B. G. kann wegen Platzmangels leider erst in der nächsten Nummer gebracht werden. Wir bitten aber unsere geschätzten Leser, den Ausruf der _ I. Ä. V. A. im Inseratenteil zu beachten. Die Schristleitung. N Buchbesprechungen Felix A. Theilhaber: „Jüdische Flieget im Weltkrieg?. Dieses im Verlag „Der Schild", Berlin, erschienene Buch mit zahlreichen hochinteressanten Abbildungen sollte in keine« Hause und auf keinem Barmizwah-Gobeniisch fehlen. Für Jung und Alt bringt es in frischer Darstellung der Heldentaten jüdischer Flieger den Nachweis, daß auch auf diesem Gebiete die Juden trotz aller Schwierigkeiten bei der Zulassung vollauf ihre Pflicht getan haben, im Bewu^. zu verteidigen, uifb mit dem Stolze, zu zeig Der Verfaß er beschränkt sich nicht Kriege, sondern zeigt, um bestimmten anth gegnen, daß die Juden auch schon vor dem wissenschaftlichen und industriellen Förderung Fliegerwesens, sondern auch ast der Fli> teiligt haben. Wir wünschen dem flott und eindringlich geschriebenen Buch, das uns ob der vielen nutzlosen Opfer oft mit Wehmut stimmt, eine große Verbreitung in allen Kreisen. kedem» Katalog der jüdischen Literat«. Handlung.^ledern" in Berlin-Charlottenburg, gegebene Katalog enthüll beinahe vollständig Wissenschaft mit Preisangabe und wird je dem, der aus i Beruf oder Neigung sich mit den einzelnen Zweigen jüd scher Literatur nnd Wissen schaft befaßt, ein wertvoller Führer sein. sein, das deutsche Vaterland was ein Jude vermag, if die indischen Flieger im emitischen Angriffen zu bekriege sich nicht bloß an der der Üustschiffahrt und des rei selbst hervorragend be- Dieser voll der Buch- Dahlmannstraße 8, herausalle Schriften der jüdischen Jüdische Kultur in Schlesien. Dieses vornehm ausgestattete Buch mit vielen hochinteressanten Abbildungen enthält eine Anzahl von Herrn Professor Dt. Grotte sorgsam ausgewählte Aufsätze und Bildwerke jüdischer Künstlet über jüdische Kulturwerke in Schlesien,, die in der Menorah erschienen sind. Dr. Felix P r i e b a t s ck, um bloß einige zu erwähnen, gibt einen kurzen Abriß über die Juden in Schlesien, der bekannte und beliebte Pädagog und Historiker Studienrat Dr. Willy Cohn schildert den Mönch CapistraNo, , diese Geißel der Hebräer, Professor Grotte selbst hat einen Aussatz über . jüdische Sakralkunst in Schlesien beigesteuert, dem viele Abbildungen von Grabdenkmälern berühmter Breslauer Juden und künstlerisch wertvoller Kullgegcnstände beigegeben sind, Emil Ludwig, der viel angefeindete Schriftsteller, widmet dem Andenken, seines Vaters, dem berühmten Augenarzt Professor Dr. Hermann Ludwig Cohn, einen sehr interessanten Aufsatz, Professor Grotte, und Universitäts-Professor Dr. Franz Landsberger referieren über unsere heimischen Künstler Siegfried Laboschm und Isidor Aschheim, von denen eine Anzahl Werke abgebildet find, und schließlich sind auch aus Carl Hauptmanns „Jsmacl Friedmann" und aus Ulrich Franks „Das Haus" auf unsere Heimat bezügliche Kapitel abgedruckt. Arnold Zweiig hat ein Vorwort zu den zahlreichen Radierungen über Oberschlesische Motive von Lily R ä t h i beigesteuert. Das interesiante Werkchcn wird allen kunstliebenden Freunden unserer Heimat warm empföhlen. N )lus öem vereinsleben. N 6. Delegierlentagung des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands. Noch vierjähriger Unterbrechung versammelten sich die Delegierten der dem Verbände der Jüdischen Iugendvcreine Deutschlands angcfchlossenen Vereine in den Pfingsttagen zu einer Tagung in Düsseldorf. Schon am 21. Mai erschienen eine größere Anzahl junger Menschen zu einer stimmungsvollen Freitagobendfeier im Heim des Düsseldorfer Jugendoereins. Am 22. Mai fand unter Leitung des Vorsitzenden des Verbandes, Rabbiner Dr. Klein, Düsseldorf, ein Festgottesdienst in der Synagoge statt. Nachmittags besichtigten wohl hundert Delegierte den Jüdischen Pavillon auf der Gesolei. Der Abend versammelte alle Erschienenen zu einem Begrützungsabend im Heim der Düsteldorf-Loge, die durch Vorführungen des Sprechchors des Düsseldorfer Iugendvereins eine . besondere Note erhielt. Für die eigentlichen Verhandlungen war der 23. und 24. Mai vorgesehen. 72 Vereine aus allen Vereinen des Reiches waren vertreten durch fast 250 Delegierte. Während bei den früheren Tagungen des Verbandes fast nur ältere Führer zugegen waren, stand diese Tagung unter dem Zeichen wirklicher Jugend, ein Beweis für das neue, lebendige Leben, das in den Verband eingezogen ist. Aus dem Bericht des Vorsitzenden Rabbiner Dr. Klein, Diyseldorf. ist heroorzuheben, daß sänNliche Landesverbände wiederhergestellt sind, mit Ausnahme von Bayern, wo aber auch eine Reihe arbeitender Vereine in Bälde wieder zu einem Landesverband« zusammengefaßt werden sollen. Im ganzen zählt der Verband heute rund 220 Vereine mit über 10000 Mitgliedern. Das Derbandsorgan „Der Iugendbund", der sich aus dem Blatte des Westdeutschen Bezirtsverbandes entwickelt hat, ist heute, nach einein Bestände von fünf Monaten, eine der gelesensten jüdischen Zeitungen Deutschlands und hat heute nicht nur der Jugend, sondern auch der ganzen Iudenheit Deutschlands etwas zu sagen. Die Idee des Verbandes, die Betonung de» Gemeinschaftlichen, hat sich als eine durchaus gesunde erwiesen, so daß es an der Zeit ist, sie in immer weitere Kreise zu tragen. Der Verband will Charaktere erziehen dadurch, daß man es jedem einzelnen zur Aufgabe stellt, an sich zu arbeiten und festzustellen, was seiner innersten Natur gemäß ist. Das kann nur auf dem Boden der Neutralität geschehen. So soll der Verband ein Sammelplatz sein für alle Menschen, die jung und lebendig fühlen und an ihrem Judentum arbeiten wollen. Das Hauptreferat des ersten Tages hielt Dr. Robert Salonion. Trier, über „Wesen uiid Arbeit des Verbandes". Die Aussprache, welche außerordentlich rege war, ergab viel Wertvolles. Hervorzuheben sind die Worte Gustav Löfflers, Frankfurt, der als die größte Idee des Judentums die Friedensidee heroorhob; ferner das aus tiefstem Herzen kommende Bekenntnis A. de Ionges, Hamborn, zur Hoffnung auf die Zukunft des Judentums. Am zweiten Tage faßte zunächst Dr. Klein noch einmal die wichtigsten Ergebnisse zusammen und betonte, daß der Gemeinschaftsgedanke das Höchste sei/ was das Judentum kenne. Die praktische Auswirkung führe vor allen Dingen zur Arbeit in der Gemeinde^ m. Lazarus, Wiesbaden, forderte eine neue Form der jüdischen GememschLst, bie durch persönliche Bindung gefunden werden müsse. - In seinem Schlußwort forderte Dr. Salomon die Ueberwindung der Romantik durch, hie Tat. Wenn man hinausgeht zu den einfachen Menschen aus dem Lande, wenn man ihnen hilft, dann kann man die eigen« Sehnsucht überwinden. Seid bescheiden und werdet tätige Juden. . Es folgt darauf die Besprechung der Anträge. Dein Vorstand des Verbandes wird ein Beirat aus bewährten älteren Führern zur Seite gefetzt, der in Men wesentlichen Derbandsangelegenhclten gutachtlich zu hören und dem fortlaufend eingehend Bericht zu erstatten iss^'^ wurde ferner beschlosie», daß das Verbandsorgan für jedes 2Rit&,jfeU Hallen fei, daß der Pgsten eines besoldeten Geschäftsführers ge*vkn werde,