Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 3 (1926)
- Issue
- 7 (19.7.1926)
- Date
- 1926-07-19
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 Bre-IauerJSdisch«« Ge»«iad«hl»tl 97 des Freitags im Sommer an allen Tagen unserem Publikum zugänglich zu machen, zu einem endgültigen erweitert werden. Die Lesehalle ist an allen Tagen, Freitag ausgenommen, von 6—8 Uhr abends, an Sonntagen von 10— 1 Uhr und am Gonnabend von I I—1 y2 Uhr geöffnet. Die Bücherausleihc findet am Sonntag von 10—I Uhr, am Montag und Mittwoch von 6—8 Uhr statt. Don nun ab werden an die Bücherausleiher Monatskarten zum Preise von^40 Pfg. oder Dierteljahreskarten zmn Preise von Mk. l.-lausgcgeben. Die Gänreindebibliothck, die in gleicher Weise wissenschaftlichen, belehrenden und unterhaltenden Zwecken dienen soll, gibt auch zu wissenschaftlichen Arbeiteil in der Lesehalle beste Gelegenheit. Eine, reichhaltige Handbibliothek ist aufgestellt, aus der auf Verlangen gegcir Leihzettel Bücher zur sofortigeil Benutzung im Lcseraurn zur Verfügung gestellt werdeii. Sollte rms besonders aus studcirtischen Kreisen (auch nichtjüdischen) die Notwendigkeit nachgewiesen werdeii, die Bibliothek zn wisscilschaftlichen Arbeiten auch a«l einzellicn Vormittagsstunden offenzuhaltcn, dann würden die Gemeindckörperschafteft wohl bereit sein, auch dieser Frage nähcrzutretcii. So inöge dciin die Zeit der Arbeit benutzt werdeii, möge insbesondere!die lernende und studierende Jugend die Möglichkeit, wie sie stur m einer Großgcmeinde geboten werdeii kanii, zu gründlichem Studiuiii aller mit dem Judentum eng zusammenhängender Missenschafteli ergreifeii und jene Gcistesschmiede mitscbasfen helfen, die dem deutschen Judentum alle Mittel zur Erhaltung, aber aiich zllr Belehrung und Ileberzellgilng anderer liefern soll. Rabbiner Dr. Sänger. Straßenbahn nach Zrieühof Cosel Die Genicindemitgliedcr werden daraus auftnerksam gcniacht, daß vom 14. Juni 1926 ab die elektrische Straßenbahn nach dein Friedhofe in Cosel nüch folgendem Fahrplan verkehrt. Für jede Fahrt wird bis auf weiteres ein Zuschlag von 5 Pfg. erhoben, im übrigen gelten die Tarife wie in der Stadt.*) Bei erwartetem stärkeren Verkehr zu bestimmten- Zeiten (z. B. größere Beerdigungen) können direkt oder durch die Gemeinde Einsahwagcti voll der Städtischen Straßenbahn erfordert werdeii., Fahrplan Linie 6: Dürrgotj-Sdimledefeld gültig ab 14. Juni 1926 Abfahrt (Israel.Friedhof) Ankunft (Israel. Friedhof) von522bis80^mit!OMin Zugfolge von5^2bis800mitl0Min.Zugfolge 803 „ 203 . 30 n . 8°° „ 2°° . 30 203 » 403 „ 10 . 2“ , 4«*.. 10 , 8°? . 30 n . 4°° . 822 . 30 *) Einen HctricMc>ilcnjuidnig zahlt die Srmagogcn-Gemcindc nicht. i Kartenausgabe für 1926. Auf Seite 102 dieser Zeituiig wird die Bekanntmachung betr. die Kartenausgabe für die Synagogen imd Zweiggottcsdienstc für 1926 nochmals wiederholt. Die Geineindcmitglicdcr werden dringend gebeten, die daselbst angegebenen F r i st e n beachten;u wollen. Es wird hierdurch erneut auch auf den Artikel in voriger Nummer Seite 81 hingewicscn. Für die Einrichtung eines weitcreii Gottesdienstes nach altem Ritur im Saale der Matthiaskunst oder in einem anderen Saale der Oder-, Scheitniger- und Ohlauer-Dorstadt sind bisher nur wenige Meldungen eingegangen. Die geplante Einrichtung äfim selbstverständlich nur dann zustande kommen, wenn sich genüge ndTeil nehmer melden. Geineindeinitglieder, die,Interesse für den in Aussicht genommenen Gottesdiqtzst haben, wollen uns dies unverzüglich unter Angabä ^t gewünschten Plätze mitteilen. 3frt der Neuen Synagoge mußten. Sicherheitsgründen beseitigt werdend Ebevss, für die beiden Zimmer in der I. Cinpore geben. j - Einige Plätze aus o werden Karten nicht mehr ausge- G. Die Tagung der Zentralwohlsahrtrflelle dei in Düsseldorf im Juni 192k , deutschen Juden di^ Tagung der Juden statt. e n Gegendsn Deutschlands, das allgemeinen Wohlhie Beschickung durch Ausgaben die jüdische für den starken Aus- Vom 6. bis 8. Juni 1926 fand in Düsseldorf Zcntralwohlsahrtsstelle der deutsch. Der überaus zahlreiche Besuch aus allen Interesse der Reichs- und Staatsbehörden und def sahrtspslege» die Vertreter entsandt hatten, die Teiln ihme säst aller Wohlfahrtsämter, unter welchen sich außer vielen sreiipilligen Helfern auch recht zahlreiche beruflich tätige Kräfte befanden, fast alle Vereine und Organisationen, 3Uj deren. Wohlfahrtspflege gehört, sind ein deutlicher Beweis bau der jüdischen Wohlsahrtspslege in Deutschland und für die wachsende Bedeutung der Zentralwohlsahrtsslelle der deutschen Juden» Die Referate, die von hervorragenden Sachkennern der allgemeinen und jüdischen Wohlfahrtspflege ersolgten, haben der jüdischen Arbeit für die nächsten JahrS Wege und Ziele zu weisen versucht*). ' Die Tagung wurde am Sonntag qbend durch,den Borsitzenden der Zciitralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, > Herrn Eugen Easpary, eröffnet. Herr Easpary wies in kuijzen Worten aus die Bedeutung des Judentums im Rheinland für das deutsche Judentum hin und aus den Wert der allgemeinen und' insbesondere her jüdischen Ausstellung, welche den äußeren Anlaß zur Veranstaltung der Tagung in Düsseldorf gebildet hat. Er begrüßt die zahlreich erschienenen Gäste und dankt insbesondere der Syiiagogengemeindt Düsseldorf für die sorgfältige Vorbereitung der Tagung und für dv Zustandekommen der Ausstellung. Es folgten wdann Begrüßungsansprachen seitens desVorsitzenden der Synagogengemeinde Düsseldorf, Herrn Felsenthal, des Vertreters des Reichsarbeitsministeriums, Herrn, Ministerialrat von G e m m i n ge n, des Vertreters des Preußischen Ministeriums für Dolkswohlsahrt, Herrn M i n i ft e r i a l r a!t .W i t t e l s h ö s e r, des Geschäftsführers der deutschen Liga für nreie Wohlfahrtspflege, Herrn Dr. Döhringer, der auch die Grütze der in.der Liga zusammengeschlossenen Verbände des Zentralausschusses für hie Innere Mission, des deutschen Charitasoerbandes, des, deutschen Roten Kreuzes, des fünften Wohlfahrtsverbandes und des Zentralwohlfahrtsausschujses der christlichen Arbeiterschaft überbrachte. , Ferner begrüßte Herr Kammergerichtsrat Wolfs, für den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden und für die jüdische Gemeinde Berlin, Herr Ostberg, für das Wohlfahrtsamt der Synagogengcmeinde Düsseldorf Herr Rabbiner Dr. Eschelbach e r - D ü s s e l d o r f, für den Zentralvereiy deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Herr Rabbiner Dr. lJa kob-D ortmu nd. Es folgte sodann der Vortrckg von Herrn Rabbiner Dr. Baeck über das Thema „Der geistige Gehalt in der jüdischen Wohlfahrtspflege", der bei den vielen Hunderten von Teilnehmern stürmische Begeisterung ausläste. Am- Montag vormiitag sprach Herr Ministerialrat D.r. Wittelshöser über „Grundfragen der staatlichen Wirtschastssürsorge" niit besonderer Betonung der für die jüdische. Wohlfahrtspflege in Frage kommenden Punkte (Erwerbslosenfürsorge. Ausländerjürsorgeh während der Korreferent, Herr Rechtsanwalt Dr. Georg Baum, die Hauptgebiete der jüdischen Sozialpolitik (Diurchwandererfürsorge, Arbeitsnächweiswesen, Berufsberatung) von großen allgemeinen Gesichtspunkten aus zur Darstellung brachte. Daran schloß sich der Vortrag von H e r r y Dr. Theilhaber über „Jüdische BevölkerungSsragen", der in erster Linie die sozial-hygienische Fürsorge im Interesse der Gesunderhaltung der jüdischen Bevölkerung eingehend begründete. „Ueber jüdische Jugendnok und Jugendhilfe-" sprach sodann Herr O b e r m a g i st ra t s r at D r. Friedr-i ch.O I I enb o r ff und Fräulein Ottenheims r. Während Herr Dr.- Ollendorfs die Grundlinisti für einen systematischen Ausbau der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland aufzeichnete und mi der Hand von Beispielen anschaulich machst, beleuchtete Fräulein. Ottenheimer die besonderen Bedürfnisse einzelner Kategorien von Jugendlichen, insbesondere der Schulentlassenen. Der Nachmittag brachte unter sachkundiger Führung des Herrin Rabbiner Dr. Eschelbacher die Besichtigung der Ausstellung .Hygiene der Juden" und nach einigen einleitenden Worten des Herry Paul Frank die Vorführung des jüdischen Wphlsahrlsfilms. Der Dienstagvormittag war der Erörterung der Hauptärbeitsgebicle dir Zentralwohlsahrtssteile in den Arbeitsgemeinschaften der jüdischen Gfsährdeteusürsorge und Tuberkulosensürsorge gewidmet. An den Bft ratungey nahmen nicht nur die engeren Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaften, sondern fast alle bei. den Tagungen anwesenden Gäste aus dem Reiche teil. > ,! Ueber den wichtigen Pjinkt der „Fürsorge für jugendliche! Psychopathen" sprach Herr Lehrer Sawady, über „Gefänginssürsorge" grau Paula OllendorffiBreslau. Den beiden Themen schloß sich eiste lebhafte Diskussion an, in welcher wertvolle Ergänzungen, vor allen *) Die Referate, die eine Fülle von Anregungen enthalten, werdsn in der Zedakah, Zeitschrift der jüdischen Wohlsahrtspslege, veröffentlichet.