Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 3 (1926)
- Issue
- 6 (17.6.1926)
- Date
- 1926-06-17
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3970005-7569519-7569561--0370-3970345- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 6 Breslouee Jüdische« G « « «i« ö « dI«1 < 79 ist lange Aussprache erschöpft Verhandlung wieder aufgeh klärt namens seiner Fraktion Währung deä Religionsuntf falls ein solcher Antrag Darauf werden in der Ad Unterstützung der jüdi gelehnt. Ein Antrag auf richt wird nicht gestellt. In der darauf solgendetz Studienrätin Dr. Bluhm ausschusses und die Herren Uhrmachermeister Arnhold ausschusses gewählt. Ferner wird auf Bericht Antrag des Vorstandes der Israelitischen Krankenv^r zeichnen. -G 1! Um %ll Uhr abends wird die ommen. Iustizrat K a l i s ch erdaß diese einen Antrag auf Gerrichts an der jüdischen Schule, stellt würde, zustimmen würde. Stimmung sämtliche Anträge auf chen Schule von der Mehrheit ab- Gewährung von Religionsuntergeheimen Sitzung wird Frau ttmann zum Mitglied des Schul- Magistratsoberbaurat Berger und Rosenthal zu Mitgliedern des Bauvon Sanitätsrat Dr. S) o t n der »genommen, zum Iubiläumsfonds pflegungsanstalt 10 000 Mark zu die Wohlfahrtspflege -er Gemeinüe Breslau im Ial»re 1-25/26 (vom 1. April IS 25 bis ZI. März 1926) Die große Wirtschaftskrise, die unser Vaterland betroffen hat, ist auch auf uns Juden richt ohne Einfluß geblieben. Die Gründe hierfür sind bereits vielfach erörtert worden. Ganz besonders stark haben die ar sich wirtschaftlich Schwachen und der Mittelstand gelitten, Gs ist erklärlich, daßinfolgedessen auch die jüdische Wohlfahrts rflege und somit auch unser Wohlfahrtsamt in außerordentlich hohem Maße in Anspruch genommen wird. Die gemeindliche Fürsorge hat sich bemüht, den erhöhten Anforderungen soweit als nur irgend möglich gerecht zu werden, obgleich die Wirtschaftslage der Gemeinde als nicht gerade günstig bezeichnet werden muß. In der angegebenen Berichtszeit wurden folgende Ausgaben geleistet: Laufende Monatsbei- Gemeindegesch. laufend an ........ . Einmalige Unterstützung tn je in i Hilfen an . . Speisemarken (Volks- 212 Perf. M. 24 037 küche) . . . Speisemarken (Mittel- 9 351 Port^. „ 3 203 <■ standsküche) . 13 718 „ .. 8 507 Brotmarken 6 901 Brote je 2 Pfd. .. 1 836 Lebensmittelpakete an 670 Haushaltungen . .. 2 879 63 Pers. 494 Fällen 27 .. Jugendfürsorge Versend, v. Kind. i. Erholungsheime ufu». insges Beih. s. entlassene Strafgefangene in Gesangenenspeisung a. Pessach . Durchwandererfürs. in . Mazzoth-Beihilfen an . Heizstosf für.;. Heiratsbeihilsön in. . . Erhol.- u. Badereisebeih. in ........ .- Für Bekleidung, Wäsche usw. aus der Peah in I 39 Fällen 722 .,?83 Haushalt. m 6 Fällen 31 .. ebenso nicht die Beihilfen für 12 627 32 972 4 249 3 852 522 1 396 8 297 2 225 4 562 l 452 > 3000 1 285 In den vorgenannten!. Beträgen sind die Verwaltungs¬ und Bürounkosten, sowie die Gehälter usw. nicht mit inbegriffen. t>ie verschiedenen jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen und Anstalten. Für letztere wurden im Vorjahre insgesamt 72 822 8! 1k. ausgegeben. Der Amfang der Leistungen ist daraus zu ersehen, wenn man bedenkt, daß für Wohlfahrts- und gemeinnützige Zwecke insgesamt ungefähr 25 Prozent des Häushalts der Gemeinde ausgewendet worden sind. Erfreulicherweise sind auch dem Wohlfahrtsamt eine Anzahl von Spenden und Zuwendungen von Gemeinde- . Mitgliedern, Behörden und anderen Stellen zugegangen, i- Den Spendern sei an dieser Stelle herzlichster Dank ausgesprochen- Wir können auch hierbei die Tatsache verzeichnen, daß eine Reihe oonLZedürftigen die ihnen gewährten Beihilfen an uns wieher zurückerstattet hat. Insgesamt sind an Spenden, Rückzahlungey usw. rund 8265 Mk. emgegangen. Aus den vorerwähnten Zahlen kann man aber buch ersehen, welche große Arbeit seitens des Wohlfahrtsamtes und seiner Ausschüsse geleistet worden ist. Die Prüfung und die Bearbeitung der eingehenden Anträge sowie die Erfüllung der vielfachen Wohlfahrtsaufgaben bringt eine unendliche Fülle von Kleinarbeit und Aufwand von Zeit mit sich. Das Wohlfahrtsamt und die verschiedenen Ausschüsse haben z. B. im Vorjahre 83 Sitzungen abgehalten, zu denen.noch eine ganze Reihe von Besprechungen und Verhandlungen mit Behörden, Vereinen und anderen Einrichtungen treten. In 3710 Fällen wurden Hilfsbedürftige in aller.verschiedenster Art beraten, während 1370 Ermittlungen und Hausbesuche erforderlich gewesen sind. Eine wesentliche Förderung hat die jüdische Wohlfahrtspflege dadurch erfahren, daß die jüdischen Vereine und Anstalten mehr als bisher zusammenarbeiten und sich.bereitwillig in den Dienst der guten Sache stellen. , » Der Ausbau der Wohlfahrtspflege Mt allgemeinen gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Wcchlfahrtsamtes. Wenn hier noch nicht alles erreicht und durchgeführt worden ist, so liegt dies an den jetzigen Zeitverhältnissen. . Immerhin hat das Wohlfahrtsamt vielfache Neuerungen eingeführt und seinen Aufgavenkreis erweitert. Die Schaffung der Arbeitsnachweisgemeinschaft ist gefördert und durchgeführt worden. Auf die Wichtigkeit dieser Einrichtung ist bereits wiederholt hing'ewiesen worden. Durch die heutigen wirtschaftlichen Verhältnisse find Hunderte von Menschen auf die Straße geworfen worden, die körperlich und geistig in jeder Beziehung als gefährdet angesehen werden müssen. Diese Erwerbslosen bilden eine schwere Belastung für unsere Wohlfahrtspflege. Der Arbeitsnachweis, will nicht nur Stellen Nachweisen, sondern'er hat auch die Aufgabe der Berufsberatung, Lehrstellenvermittlung und was am allerwichttgsten ist, der Schaffung von Arbeitsstätten aller Art und der Bereitstellung von Arbeitsmöglichkeiten. Die Gewährung von Atbeit ist diejenige Hilfe, die am produktivsten ist. Es wäre zu wünschen uyd zu hoffen, daß unsere Gemeindemitglieder von dieser isegensreichen Einrichtung recht ausgiebigen Gebrauch machen. Eine größere Aufmerksamkeit mußte der Gefährdeten- . fürsorge zugewendet werden, deren Wichtigkeit in den letzten Jahren von allen sozial arbeitenden Kreisen immer mehr anerkannt worden ist. Die Gefährdung der Jugend in sittlicher und körperlicher Beziehung hat leider durch die Kriegs- und Nachkriegs- und Wirtschaftsverhältnisse in erschreckender Weise zugenommen. In anerkennenswerter Weise hat die Zacharias Frankel-Loge sich in den Dienst, der Sache gestellt und dieses Gebiet vereint^ mtt unserem Wohlfahrtsamt und dem Iüd. Frauenbund iy Bearbeitung genommen. Vorstehende Darlegungen geben nur ein kleines Bild von der Vielseitigkeit des Aufgabenkreises der Fürsorge. — Es Muß immer wieder hervorgehoben werden, daß der große Umfang der Äot und des Elends uns zwingt, die jüdische .Wohlfahrtspflege nur als eine ergänzende Fürsorge zu betrachten. Die^Mitte^l für die sozialen Aufgaben der Gegenwart können von uns allein nicht mehr gettagen werden. Wir müssen uns daher alle Einrichtungen nutzbar machen, die gesetzlich und rechtlich allen Bürgern, ohne Unterschied ihres Glaubens, zusfthen. Hierbei wird sicherlich die Frage auf- - . geworfen werden, ob wir überhaupt einer besonderen konfessionellen und somit auch jüdischen Wohlfahrtspflege bedürfen. . Wir müssen diüse Frage bejahen. Wir üben: jüdische Wvhlfahrtspslege au», nicht nur, weil sie traditionell ist, nicht nur,