Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 3 (1926)
- Issue
- 2 (18.2.1926)
- Date
- 1926-02-18
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 Br«<l*uer Jüdisch«« Gemeindedlatl L 21 stammung fort, und e« wird »iht »irl »on Literatur-und Wissenschaft in Westeuropa übrig bleiben, und diese weuizen wären in ihrer Entwüklung nicht denkbar, ohne di« Förderung und Verbreitung ihre« Ruhme« durch Jüdisch« Mäzen« und jüdisch« Salon«, insbesondere zu Dezi »n de« »orige« Jahrhundert«. Alrdann trug der Redinr für den Jüdischen Geist bemerkenswert« Abschnitt« au« seinen Werken vor, zunächst di« Reis« »ach Maffo«, einem kleinen pommerscheu Städtchen, von dem e« heißt: ,,E« war so, <« ist so sind e« bleibt so", eine köstlich« Schilderung de« jüdischen Kultur- und Familien!eiben« in der Großstadt (Berlin) und in der Kleinstadt zu Beginn de« 18. Jahrhundert«, di« bei der zahlreich erschienenen Zuhörers Haft all« Grade der Heiterkeit, »am verständnisvollen Schmunzeln bi« zu herzhafte« Lachen, auilösten. Darauf folgtt^in ernste« Stück, nämlich der Brief de« Dr. . ixrjfflb an seinen Freund Hermann Gutzeit, einem gebildeten deutschen Juden, er seine beiden Sohn« im Kriege innerhalb drei Tage verlor«» hatte, ein B itf von nachdenklichen Reflektieren de« pazifistisch - eingestellten Schreiber« gegen, der dem deutschen Patriotirmu« Nationalistischer Art^ v > . . ,. , | . listischernrt i, jrling. Der ^Gesundb«it»>ustand war de» Empfänger« Der Red »er bemerkte hierzu, daß nach ise.n.m dichterischen > anl.bnlich. Kew.ckt.unabm. d Willen Dr. Herzfeld «ine >> tisch« Auffassung, nicht ein« allgemein pazifistisch«, wiedergebe und in Hermann Gutzeit, dem Empfänger, ein jüdischer Deutscher geschildert sei, und nicht, wie Cob» in einem sonst sehr gute« Aufsah annimmt, ei» deutscher Christ. Un« »>cllte e« scheinen, al« wenn die Aursübrungen de« Dr. Herzfeld sich in nicht« «on den üblichen pazifistische» Gedankengängen unterscheiden, und in Hermann Gatzeit lediglich der national eing stellte Deutsch« der Krieg«zeir schlechthin ohne jü >ische Besonderheilen zu erkenne» sei. Dr. R e ch n i h. llietrifft: Volkltrauertag. Die im Januar ersch! enene f Notiz betreffend die Ve, «inbarüng über di« diesjährige Gedenkfeier für >ie im Weltkriege Gefallenen s,,eint vielfach übersehen werden zu sein. E« sei daher nochmal« wiederhol«, daß i ait. Rücksicht darAis, daß der al« V»lk«trauertag gewählt« Sonntag, den 28. F«bruar, mit unserem .Purimsest« diesmal zusammei fällt, da« Andenken unserer Ges allen«« bereit« beim Sabbathget»««dienst am 27. Februar in schlichter Weis« unt r Hinwei« auf den Volkstrauertag geehrt werd«« soll. Auch am Velkrtrauerlag« selbst wird der ernsten Stimmung de« Ged« nktage« Rechnung zu tragen sei,. n Ms dem vereinsleben. Kin-erlrmöheii, des Jüdischen Zrauejnbundes , , in Bad Zlinsberg.' Frauen und Mädchen des Mittelstandes, inShc ondere solch«, di« im Brruf steben, finde« im Monat März Aufnahme in unserem kandbeim. Der Pensionspreis beträgt pro Tag 3 Mark. Meldungen im Büro der Jugendfü ksorge, Wallstrasie 9, 1 Ti., oder bei Frau Beate Guttmann, Frrib ergerstrasie l l, oder bei Fr, u Emmy Vogelsiein, Anger 8. Israelitischer Wohltätigleit»-Berein „Bruderhand". Am >4. Februar d. ^. begebt unser, langjäbrige« Mitilied, Herr Meyer G o t t h i l s, Freiburger S kraß« 42, mit feiner Gattin die! eltene Feier der Goldenen Hochzeit. Da« Jubelpaar «rsrer t sich in weitesten Kreisen der g ößlcn Verehrung. Wir gratulieren ihm hierdurch nochmal« berzlichst und wünschen ibm, noch' viel« Jahr« in gleicher Rüst gleit und Gesundheit im Kreise »er Angehörigen und Freund« z» verleben. Gesellsch« ft „Fraternita»" «. V-, Bre»la> >. Die vorige» Jahr aaf Anregung de« Herrn Konto! Warteuberger neu gegründete Gesellschaft „Freier»!»««", die e« sich zur Aufgabe mach«, in den allwöchentlichen Versammlung,» auf der Bast» allgemein-jüdischer Weltanschauung Vorträge über gemeinnützij«, wissenschaftlich« «der künstlerische Gegenständ« zu halten, stierte am 6. Febru, r ihr I. Stiftung«seft in den Sälen bei Kornhäuser. Eingeleitet wurde da »selbe mit der feierlichen Cinfü »rung der neu ausgenommeiien Brüder durch einen erhebenden Gesang de« Kantor Wartenberger, worauf »er erst« Präsident, Her» Dr. Seideuberg, eine Ansprache hielt, in der er mit pressenden Worten auf die Bedeutung und Pflichterfüllung der ideal gesinnten Ziele hinwie«. N ichdem Herr Dr. Rosenberger im Namen der Brüder erwiderte, schloß die eindrucksvoll« Feier wiederum durch eine» Gesangrvortrag. Nin folgt« di« Tafel die durch divers« Reden und T erträgt ■ künstlerischer Art di« Anwesenden bi« zum Schluß in fichtlich sreud ger Stimmung zusammenh eit. | | Jüdistl«« Brockenhau« „Peah" E. V. Nachdem unserer Wt hlsahrt«einrichtung jetzt wieder , «eignet« Räume zur Verfüguiig stehen, ist dieselbe in der Lagt, neben Kl!idung«stücken, Wäschst, Schuhwerk etc. wie in früheren Jahren auch Möbel und Hauspat aller Art, Papier, Flasche», Eisenmaterial - tc. an,»nehmen. Di« Gemeindemitglieder «erden gebeten, derartig« Gtgenstände, soweit st« nur irgendwie «ntbehelich stn>, der,,P«ah" zu überlassen und dieselbe inrbesondere bei Umzügen, Nachlässe» etc. zu bedenken. Infolge der zurzeit herrschenden schrecklichen Wietscheft«not ist die Nachfrage seiten« unserer bedürftigen Glaubenrgenossea ganz besonder« »roß. 1 « Israelitisch« Gartenbanschnl« Ahle«. Am 13. Dezember ». I. fand di« Tagung de« Kuratorium» der Israelitischen rtenbauschule Ahlem statt, an der zirka 30 Herren, größtenteils mit ihren, Diimcn, reilnahmen. Zunächst wurde eingehend die Anstalt mit ihren schönen und pr »krisch«« Einrichtungen befichtigt, darauf wurden die gärtnerischen Anlagen, bi« Gwach«- und Treibhäuser mit' ihrer herrliche» Blumenpracht in Augenschein, geivmmen. Besonder« erregten das Entzücken der Gaste die Cbrvsantbemen-' Neuheiten, für di« di« Anstalt auf der CbrvsanrheiNeMbau der Niedersächfischen Girtenbaugesellschast den ersten Preis erhalten batte.« Alsdann fand die Sitzung s« bst statt. Au« dem gedruckt vorliegenden Bericht sei folgende« erwähnt. Die Anstalt w itd« im letzten Berichtsjahre von'zirka 80 Zöglingen und zwar »on “43 Lehrlingen ,n B 27 Schülern besucht; unter den Leistlinge» befinden sich 40 Gärtnerlehrlinge, 6 Schneider, 3, Schuhmacher, 2 Kleaepner, 1 Elektrotechniker und ein Büroein vorzüglicher, die! Gewich1«1»bellr« liißen «in« ansehnliche Gewichtzunabm« der Kinder erkennen. Der Fortbildung«- ^schulunterricht in der gewerbliches Fachschule ver Anstalt wurd^ in drei Klaffen erteilt. Der Unterricht der schulpflichtigen Kinder erfolgt in zwei Klaffen, der Handfertigkeit«- und der Schulgartenbau-Unterricht wurde in der, Vorkrirgrzeit im vollen Umfange wieder ausgenommen.. . '! Auf Wunsch de« Vorstand«« gab der Leiter der Anstalt, Herr Direktor Silberberg, eingehende Erläuterungen. Srbr viel Interesse erregte» die Au«- sührungen über di« Lage der ehemaligen im In- und Auslarjd« und über die ZukunstSmoglichkeitrn der au»gebildeten Schüler. Daraufhin rjerbreilele ßch der Direktor über die augenblickliche finanziell« Lag« und richtete an di« Mitglieder der Verfaazmlung einen warmen Appell zweck« Herbeischaffun^ »er Mittel für die Sicherung und Ausgestaltung der in ihrer Art in Deutschland einzige» Ablemer Anstalt und ihren Bestrebungen. Im Hinblick aus big schwere Zeit, die Ahlem bereit« überstanden bat, gab man der Hoffnung Ausdruck, daß di« für da» Judentum so wichtige Ausgabe, die Ablemim Dienste der überau« notwendigen BerusSumschichtung gelöst bat, auch «eiterhin die erforderlichen Mittel erhalten wird. - - Nach Genehmigung der Rechnung, die mit einem Fehlbetrag von---zirka 17 000 Mark abschließt, und de« Voranschlages für da« Jahr! 1926 fanden di« Wahlen statt. E« wurden neu gewählt: di« Herren Güldensteiu-Münche«, Dr. Ernst Oppenheimer-Essen, Bankier Albert 'Heß-Cassel, Sanitättzra« Dr. Frankenstein-Magdcburg, Fabrikant Wilb. Matzdorf-Stadtoldendorf, Großkaufmann Dr. Munter-Hannover, Bankier. Juli»« Blank-Hnirnover, Bankier Moritz Goldschmidt-Hannover und Herr Rechtsanwalt.Paul Salinqer. Vertreter unserer Anstalt für den Bezirk Breslau sind hie Kuratoren Jö<rij Hermann Karger und Herr Lippmann Bloch. ■ i Im Anschluß an die Kuratoriumsfitzung fand die Bescherung«seier für die Zöglinge der Anstalt statt. Da» ' Programm derselben war! eiq reichhaltige«. Wunderbar »orgetragene Cböre, Gesangsvorträge besonder« ftimiffbegabter Schüler, ergreifende Sprechchöre. ein vorzüglich dargestellie« Spiel, der „Roßdieb zu Fünsing" von Han« Sach«, fanden de« lebhaftesten Beifall der Festteil ssebmer. Al» ganz hervorragend aber müffcn die Leistungen im -Turnen bezeichne« werden, die an die Kraft und Geschicklichkeit der großen und kleinen Jungen staple Anforderungen stellten. E« war eine Freude, die gesunden, frisch,«» und sröblichen Jungen sowohl bei den Ausführungen al» später bei der Bescherung«? ier zu beobachten, »lk 'sie beglückt und erfreu« 'vor dem reich gedeckten Gabentisch standen. Nach einem recht gemütlichen Beisamaiensein mit - den -Schülern tren iten sich di« Gäste mit dem Wunsche, daß. di« Gartenbauschule Ablem weiter k rästig blübcn und gedeihen möge zum Segen für di« jüdische Jugend. .. -- Gesellschaft für jüdisch« Familiensorschnng Ber in. Noch kur, vor Weihnachten bat die' Kesellfchaft für jüdische Familienforschung da» vierte Heft ihrer „Mitteilungen" berau«gebracht. In den beiden ersten Artikeln werden recht interessante Einzelbeiten beigebracht über den legendarischen Einta,g«könig Saul! Wabl, den die polnischen Schlachzizen 1488 für eine Nacht zum König van Polen wühlten! Max Wöllstein« r, selbst, ein Nachsabre jene» Saul.Mahl, berichtet über seine langjährigen Forschungen und Dr. >C , e l l i »je-r gibt Ergänzungen hierzu au« seinem seit 1884 gesammelten Material. Dr: Klibssn«ki und Oberbibliotbekar Stern setzen ihr« Artikel fort übet die im Jahjre 1812 in Frank surt a. M. beimalberechtiqten ^suden resp. über die Berliner die Nachkooimen de« bekannten Münzjuden Friedrich de« Gros en. Arturo B a b äu« Rivera in Argentinien macht unr bekannt mit einem kulti wbistorisch pikanten spanischen Semigotba, di b. einem 1612 in.Lima-Peru erschien der auch eine Anzahl Marannen enthielt (da» sind zwanq«geta Scheinchristen). Di«' Inquisition' bat deshalb diesen Alman, gesetzt, aber nicht Verbindern können, daßein Eremplar sich bat. Der Schluß der Dinkelspiel'schen. Familienchronik vor Notizen »on L. ®tfil über jüdische Namrnsetbvmologi«, men Adelalmanach, ifte früher jüdisch« ch aus den Inder bi» beute' erbalten Carl Simon, sowie da« üblich« Suchblatt mit zahlreichen Fragen und Antworten au« dem Leirrkrcise runden den Inhalt de« Hefte« ab. Allen Interessenten. ist der Eintritt in di« Gesellschaft für jüdisch« Familienforschunq umsomehr zu empfehlen, al« dic Vierteljabrobeft« allen Mitgliedern unentgeltlich zugeben.' Spendet Bücher! In vielen Familien werden bei dem großen ^Aufräumen, insbesondere beim Schulschluß und Schulanfang, viele Bücher — insbesondere für die Jugend — bei Seit« gelegt. Für Bücher aller Art bat jedoch der. K>>sberbort der u> terzeichneten Vereinigung stet« gute Verwendung. - E« wird daher um freu» liche Ueberlaffung derselben gebeten. Auf Wunsch erfolgt Abholung. Vereinigung jüdischer Frauen «. D-, SonNenstraße 2?| Hinterhau«, I.