Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1925)
- Issue
- 12 (15.12.1925)
- Date
- 1925-12-15
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 12 S8rc«f »uer I Achtfaches G 183 In einer »»eiteren Vorig. Rabbinatsassessor Mugdan seine^Pension festgesetzt. ge »vird die Pensioniert ium 1. Januar 1926 ung des Herrn beschlossen und Öle Entstehung -er jüdischen Bürgertums in Liegnih' in" 19. ^ahrhun-ei i D»n Max Kri «g, Liegaitz, tindmstraft >0 D«r V«rfaff«r hat da« Archiv de» Magistrat« Lirgnih durchstudiert und gibt allen Jntereffenten über ihr! Vorfahren gern kostenlose Auskunft. Die Sch!iftl«ituug- Wer den Lauf der Gescl ichte verfolgt hat, wifd gemerkt haben, daß es selten ein Volk selbst ist, das sich seine Geschichte bestimmt. Immer oder meistens ist es ei»einzelner oder ein Krei s von Männern, chie. sich berufen fühlen, in >ie Geschicke des Landes einzugreifen. Dieser Kreis setzt seine Gel anken aber erst dann n dis Tat um, ^wenn.dcch Volk diese als gu anerkannt hat. So entstehen im allgemeinen Revolutionen und die größte, nicht nur pc litische, sondern auch geistige Revolution, di« große französische Rerolution, brachte auch einem verachteten, fast zwei Jahrtausende hindurch verfolgten Volke die Freiheit in der Form der bürgerlichen! Gleichstellung, der Emanzipation. Man nag die Emanzipation der Juden, wie sie nach 1807 im Rahmen drr Stein'schen Reformen durchgeführt wurde, für gut oder schlecht halten, so viel steht fest, daß diese Emanzipation etwas darstellte, vas die Grausamkeifty vergangener Jahrhunderte in den Gehirnen der Juden vergessen ließ s?nd nur die Sucht nach Achtung uni Anerkennung, nicht aber der^wong durch das Gesetz brachte e< fertig, daß diese Gleichstellung-der Juden so schnell, innerhalb weniger Jahre, yor sich ging. Die Emanzipation beg inn mit einer Registrierung aller im preußischen Staatsgebiet wohnenden Juden im Jahre 1809. Im Jahre 1808 hatte der $ önig v. Preußen einen Erlaß herausgegeben, wonach jeder in Preußen wohnende Jude innerhalb einer bestimmten Frist bei dem Magistrat seines Wohnortes sich eintragen lassen mußte. Tat er dies nicht in der festgesetzten Zeit, so galt er als Ausländer. T ie Registrierten, denen nach ihrer Eintragung in die.Judenliste tas preußische Staats! ürgerrecht zuerkannt wurde, mußten außerdem angeben, welchen Namen sie als Familiennamen annehchen ivollten, da es bi« dahin unter den nur den eigenen Vornamen und den Juden üblich gewesen war, deS Vaters mit der Bezeichnung Ben zu führen erhielten dann von der Reg erung folgende Besch önigung: Nachdem Inhaber di stes, der bisherige judb.von dem dortigen Magistrat, als de: Orts-Obrigkeit seines Wohnorts erklärt Hit: Daß er den Namei —.als beständigen Familien-Ra nen angenommen hebe und führqn wolle, so wird, in Gewißheit des £4 der T erordnung vom 11. März 1812 hierdurch bekundet: daß der . ..... und seine Nachkommen als König! Preußische Einländ^r und Staatsbürger anerkannt worden, und überall als solch« zu achtet» sind. Diese Bescheinigung H eß amtlich das Certif cat als König!. Preußischer Einländer und Staatsbürger. / Auf diese Weise wurde also festgestellt, wi Staat zählte. Da nachdem Zwang der vergangene die Schutz- und Ghettojuder nur den Handel mit teriewaren, Bändern, Iwi n usw. betreiben du es uns auch nicht wunder, dc ß die älteren Juden zwar bliebenihn aber vergrößerten und dann Händler, Hausierer und Wechsler, sondern KaufH und Bankier nannten. Die Einwanderung von Juden nach Liegnitz seht nach Abschluß des Tilsiter Friedens ein. Anfang gewanderten Juden fast durchweg Glogauer Sch» im Jahre 1812 beginnt die Ausbreitung der Judetz In diesem Jahre erschien ein Gesetz, das allen preußische Staatsbürgerrecht erworben haben und ßischen Stadt ein Gewerl« betneben, vorschrie^b behaltung ihrtzs Gewerbes ins städtische Bürgerre andernfalls dje Betreibung?es Gewerbes verboten ■ Ku b«i Diese Juden -- ische Schutzqviel Juden der n Jahrhunderte rz- und Galanijften, so nimmt i diesem Handel sich nicht mehr err, Kaufmann einige Monate s sind diö eintzjuden. lEiwa in Liegnitz. — Juden, die das in einer!preu- .zivecks j Beizu erwerben, werden chürde. Schluß fofot.)- cht Gefamtorgamfation -er öeutfchen Iudens. -2>cr Ausschuß des Deutsch-Israelitischen GemeindebundeS hat sich in'seiner letzten Sitzung mit der Frage-der Wiederaufnahme der Arbeiien für die Schaffung der Gesamtorganisation des deutschen Jude« beschäftigt. Man war sich darüber einigdaß der Gemeindebuns, der hierzu von den deutschen Juden auf den« G^ltinoetag« vom 23. Januar 1921 tzas Mandat erhalten und sich bisher, nur um die Orgar isation de« Preußischen Landesverbandes nicht zu stören, in der Oeffei tlichkeit zurüchgehaltrn hat, berufen fei, in dieser hochwichtigen und d ingenden Angelegenheit die Initiativ«, zu ergreift».! lks herrscht« ferner darüber Einmütigkeit, daß es mit Rücksicht auf d e inzwischen geschaffenen Landesverbände nicht möglich sei, die für den Reichsverband auf dem 15. Gemeindetag angenommene Verfaffuu; unverändert aufrecht zu erhalten, daß es vielmehr j notwendiq sei, dcn Verhältniffen Rechnung zu tragen und dir Kouipötenzr», die die LindeSverbänd« sich gegeben, zu respektieren. Das gedeutet in erster Reih«, daß, soweit Landesverbände vorhanden -find, nicht di« «inzelncn Gemeinden,. sondern die Verbände Mitglieder der Reichsorgan sation werden^ daß ferner ein« Besteuerung der ein einen Gemeind ist durch den! ReichSverband nicht stattfinden kenn;, sondern lediglich die Verbände grwiffe Matrikularbeitrüge an de Reichsorganisation abzusühren haben, insbesondere auch zur Schaffung eines Leistunc»s-Ausglrichsfonds. Die eingehend« Aussprache ergab über di« Frage des einzufchlagenden Wege«, daß rechtlich« Bedenk«, dagegen, daß dr D. I. G. B. der Träger der Reichsorganifatton «erd«, nicht vorhanden seien, daß andererseits das Mandat »ot^J921 sowie gewichtige Gründe geschichtlicher und »ermögensrechtlnher Al t für den D. I. G. B. als Träger der Gesamtorganisation sprechen. Es wurde betont, daß die formellen Schwierigkeiten einer sttsprrchenl en Arnderung der Verfassung des D. I. G. B. nicht bedeutend, seien, und daß d»s zuständig«, Rrichsministerium sich grundsätzlich bei eit erklärt bab«, die Organisation anzuerkennen. In Würdigung der Dringlichkeit dieser Angelegenheit -wurde beschloss m, daß der Gemeindebund an die Landesorganisatiou«» «ine Einladung zu einer Aussprach« über di« Verwirklichung des Vorhabens «rgehcn lasten soll«. Gleichzeitig wurde angeregt, daß dies«!Einladung mogli Hst gemeinsam mit dem preußische» Landesverband«, dem größten Lande »verband«, ergehen möchte. In diesem Sinn« ist noch am gleichen Tage die schriftliche Aufforderung an den preußischen Landesverband ergangen, gemeinsam mit dem Gemeindebund di« Einladungen an die übrigen Landesverbände zu versenden. — | Es ist zu hoffen, daß in absehbarer Zeit die RrichSopgachsation des deutschen Judentums Wirklichkeit sein wird. Große Ausstellung Düsselüorf 1926' für Gestmöhettspflegje, Soziale Fürsorge und Leibesübungen ,jGefolei" - Mak-Gttober 19LL in Düsseldorf! Beteilig«»- der deutsche« Juden an der Ausstellung Gefolei. Wi« schon a»S dem Namen hervorgeht, gliedert sich die geplante große Ausstellung in Düsseldorf in drei Hauptgebiete. Für die Hauptabteilung „Ge" — Gesundheitspflege sind folgend« groß« Gruppen vorgesehen: Eugenik und Vererbung, Di« ,übertragbaren Krankheiten, Ernährung, Luft und Klima, Siedlung und Wohnung, ArbeitS- und Gewerbehygiene, Krankenverforgung ünd Krankenbehandlung, Der Mensch in seinen gesundheitlichen Beziehungen! zu Tieren und > Zflanzen. Fernerhin find innerhalb dieser Abteilung!„Ge" «och einig« Sonderausstellungen in Aussicht genommen. Das Programm der 2. Hauptabteilung „So" — Sozial« Fürsorge umfaßt folg» de groß« Gebiet«: Familienfürsorge, Volkeunsitteü, Wolkekrankheiten und Volksgebrechen: Bildusige- und Erziehungsfürwrg«, Wirtschaft! ich« Fürsorge, Fürsorge durch Versicherung und verschied«»« Sontergruppen. Die 3. Hauptabteilung: „Lei" — Leibesübungen u»ird «in« Anschauung von dem modernen Spart und de» modeinen Leibesübungen g«be« und namentlich deren große! Bedeutung für vir Gesundung des Volkes zeigen. Innerhalb dieser große« Ausstellung ist sin besonderer iPavillon fürDie frei« Wohlfahrtspflege vorgesehen,M welchem die fünf große» Verbände, di« in der „2 i g a der ftrie« Dohlfahrtspflegc" zusammengeschloffen sind, sowie auch noch einig« au ftrhalb der Liga kehend« Organisationen der fteien Wohlfahrtspflege ausstell««