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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1925-10-29 · 11 (29.10.1925) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
2 (1925)
Issue
11 (29.10.1925)
Date
1925-10-29
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Sk. 11 Bre«la«er. Indisch«« Vemetudeblatl 157 Umsomehr smten ftt ihre Hoffnung auf «iuzelne führend« Geister, ^o z. B. auf Luther. Der Bodein war also für einen jüdischen Mesfia« denkbar günstig. In dieser Zeit, 1524, tritt Reubeni als Abgesandter eine» arabischen IudenstaateS auf und bietet dem Papst Clemens VII. «in Hilfsheer in seinem Kampf« gegen die Türken an. Der Papst empfängt diesen jüdischen Gesandten und^ verweist ihn an den mächtigsten der ihm befreundeten Staaten, nämlich Portugal. Dort kommt' er seinen Plenen im Kampfe gegen di« Türken anscheinend nicht näher, leistet aber als mächtiger jüdischer Fürst den Juden, denen ZwangStaufe oder Ausweisung nach spanischem Muster unmittelbar bevorstand, wesentlich« Hilfe. Ein begeisterter Jüngling, Sqlomon M o l ch o , «in spanischer Maranne, sorgte gewissermaßen als fein Prophet für die Verbreitung seines Ruhmes und feines Einflusses. Nach einigen Jahren kehrt er nach Rom zurück, wo di« Macht des Papstes inzwischen gebrochen war, und wendet sich schließlich an den deutschen .Kaiser Karl V. in Regenöburg. Dieser sah in ihm und in seinem Propheten Molcho quisition gegen die beiden ihm aber nur hie Ketzer und setzte di« Ingefährlich erscheinenden Aufwiegler des Volkes in! Bewegung. Während Reubeni 1532 auf Nimmerwiedersehn! verschwand, anscheinend in den Katakooiben der Inquisition, nturde Molcho in Mantua als Ketzer verbrannt. Diese! Tatsachen wird man als historisch nachgewiesen anfehe» müffen. Aftax Vrod hat in der Stadtchronik von Siena, jetzt aufbrwahrt in! der vatikanischen Bibliothek, «ine unbeeinflußte christliche Quelle für! das Auftreten Reubenis in Rom aufgesunden, so daß der eigene Reisebericht Reubeniü über seinen Aufenthalt in Italien nicht mehr alö Phantasie späterer Zeit zu werten ist. Das Original dieses Reiseberichtes war nach mannigfachen Schicksalen in die Oxforder Bibliothek! gekommen, wo es 1867 von Cohen kopiert worden ist. Seitdem ist es leider verschollen. Die Cohen'sche Kopie dagegen, von unersetzbarem wiffenschaftlichem Wert, befindet sich in der Bibliothek des jüdisch-theologischen Seminar» in Breslau. Ein heimischer Gelehrter, kein Geringerer als! Heinrich Grätz s. A., bat zuerst di« Gestalt Rckubrnis wissenschaftlicher Forschung unterzogen. Die Fahne seines Jüngere Molcho befindet sich noch heut in Prag, der Heimat Brod's, und ist zum ersten Mal von Professor Grotte-BreSlau wissenschaftlich gewürdigt worden. So" ist gerade Breslau mit der Erforschung der Geschichte Reubeni» eng verknüpft. Dies« wenigen geschichtlichen Tatsachen gaben den Rahmen für den machtvollen zweiteiligen Roman Mar Brod's. Das Dunkel, das über die Jugend Reubenis und über feine Herkunft, den arabischen Iudcnstaat! Cbabor, schwebt, gaben dem Dichter Gelegenheit zu freier Pbantasiegfstaltung, ebenso wie von ihm Reubeni und sein Jünger Molcho in einen inttreffanten psychologischen Gegensatz gebracht wurde. Lebhafter Beifall d«S überfüllten Saales der Lesfingloge dankt« dem schlich en, aber eindringlichen Redner für seine Darleguügen, die vielen seiger Verehrer das richtige Verständnis fürseine neueste Romanschhpfung vermitteln werden. Dr. R. Jubelfeier einev Religionsgemeinschaft. Am [22. November 192? beging die Israelftische Religionsgemeinschaft in Budapest di« Feier ihres 125 jährigen Bestehen» und gleichzeitig! die 30. Jahreswende der rechtlichen Anerkennung der israelitischen Religionsgemeinschaft in Ungarn. Aus diesem Anlaß haben daseilbst ein« Anzahl größerer Feierlichkeiten stattgefunden. Die Budapestet Gemeinde hat unter der ungarischen Iudenheit stet« xine bervorrageinde und bedeutende Stellung eingenommen und die Ziele und Aufgaben derselben in hohem Maß« gefördert. Unftr« Gemeindehat zu der Feier ein« Einladung erhalten, hat aber leidet! an derselben nicht teilnehmen können. Wir haben unsere Glückwünsche schriftlich zum Ausdruck gebracht. 6.! Goldene Hochzeft. Am 7. November d. I. feierte Herr Leopold Lewv und seine Ehefrau Amalie geborene Sachs da» Fest der Goldenen Hochzeit-. Herr Lewy, der seft Dezennien unserer Gemeinde angehört, hat allen sozia en und kulturellen Einrichtungen unserer jüdischen Glaubensgemeinschaft allezeit wohlwollendes Interesse entgegengebracht und sie in jeder Beziehung gefordert. Groß war die Zahl derer, die an dem Jubelfeste Anteil genommen haben. Insbesondere waren eine große Anzahl von Abordnungen verschiedener Verein« und Institutionen zur Beglückwünschung erschienen. l Auch wir sprechen dem Jubelpaare unsere herzlichsten undlauf» richtiqsten Glückwünsche au». Möge e» ihnen vergönnt ftin, in leiblicher und geistiger Gesundheit noch viel« viele Jahre zu wirken. •. G. i 80. Geburtstag. . 1 8. November d. I. beging der Kantor i. R. Jakob Ucko, Holteistraß« 14, die Feier seines 80. Geburtstages. Der Jubilar, der ein Menschenalter hindurch jn mehreren Gemeinde!« als Kantor gewirkt, hat noch an den letzten hohen Festtagen in körrerlicher und geistiger Frische die Funktionen eine« VorbeterS auSgeibt. Wir wünschen ihm von Herzen, daß ein« gütige Vorsehung ihm einen heiteren und ungetrübten Lebensabend zuteil werde»: lasse. ' . G. 75. Geburtstag. 1925 beging das Mitglied Am 21. November 1925 beging das langjährige unserer Gemeinde, der frühere Klempnermeister Herr Bernhard Sternberg seinen 75. Geburtstag. Wir wünschen dem Genannten in^Kraft und Frisch« einen ungetrübten und heiteren Lebensabend. 70. Geburtstag. '! Am 8. November d. I. beging Herr Salo Grünfeld di« Feier seines " ~ 7 0. Geburtstages. Obgleich erst einig« Jahre unserer Gemeinde angehörig, hat der Genannte jederzeit alle sozialen und kulturellen! Einrichtungen unserer Glaubensgemeinschaft mit Lieb« und Verständnis gestützt und gefördert. Er entfaltet in vielen von ihnen ein« segensreiche Tätigkeit, wobei ihm der reiche Schatz seiner Erfahre ngcn als langjäbriger Vorsitzender des Vorstandes seiner Heiwatger »rinde Veuthen O.-S. zustatten komrNt. Zahlreiche Abordnungen vtzn, Vereinen und^ Körperschaften brachten lbre Glückwünsche dar und rühmten i löbesondrte sein« wohltätig« und mensä>«nfrenndliche Gesinnung. - Wir schließen uns diesen Glückwünschen an undwünschen dem Jubilar, daß er noch viele Jahre zum Sege, der Allgemeinheit in Gesundheit und Kraft wirken möge. Der Sitzungsbericht^ über die Repräsentanten-Verfammlung am 19 wegen! Platzmangel erst in der nächsten Numnier erscheinen G. November 1925 kann 7)us dem vereinsamen. Israelitischer Wohltätigftiti-Verein „5 lruderhand". Anläßlich de« am 17. Oktober er. in den 9 gehalten«-, wodlgelungcnen Simcha» Thora-Vergnügc «i Einführung de» neuen Ehrenpräsidenten, Herrn Sale , licher Prise statt. Nach der Eröffnung»- und Begrüßungsrede Mose« Gotthils, widmet« sodann der 2. Vorsitzen dj. Namen de« Verein« dem neuen Ehrenpräsidenten in seinem neuen Ehrenamt«. Der l. Vorsitzende nah de» Ehrenpräsidenten mit dem vom Verein gestistei> vor. Der feierliche Akt schloß mit einem der Fei vertrag! von Herr» Kantor Wartenberger. <! m schöner Prolog, gesprochen von Herrn.. die fröl «liche Tan»feftlichk«it, welche die Teilnehmer Stimm mg vereinte. . ke« .Eri.h Der Kindergarten und Kinderhort der Vereinigung begeht im Januar 1926 sein 26 jährige» Bestehen Kreise seiner Freund« und Gönner festlich;u,. begehen^ darauf hi« mit dem Versprechen, «inen künstlerischen Nähere» darüber in der nächsten Numnier. s tt äuznen der Lesfingloge ab- >» fand auch die ossicielle Äiosentbal, in seierl. Vorsitzenden, Herrn Herr Carl Mose«, im ich« Worte der Begrüßung im sodann die Dekorierung en Perein« Ehrenab,eichen entsprechenden Gesangs- Durra, eröffnet« sodann üoch lang« in vergnügtester sidischer Frauen, E. B., und beabsichtigt,. die« im Wir weisen schon heut« tzenus in bieten. ^«r Vorstand.

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