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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1925-09-29 · 9 (29.9.1925) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
2 (1925)
Issue
9 (29.9.1925)
Date
1925-09-29
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Breslauer Jüdisches Semelnbeblatt Nr. 9 13ü » Kus öem vereinsleben. n! Ein ££ ert über ten Mittelstand an all« Menscheufreunb«. * Mittelstankes ist in letzter 5<it nickt mehr io eindringlich ^gefcksilder lockKct/n, wi« im vergangenen unk vorvergangcaen Jahre. Wer aber glaubt.!>ü kick 91m geschwunden, weil dic traurigen Schilderungen m Wort unk Bulj, kic « keck Jahren kcr NackkriegStkil unk k«r Inflation unser Mir» Icik err.gr Kalten nickt mehr io häufig kic Pffentlihkeit beschäftige», der irrt. Wer Gel!,gc>.heit >ai, einen Blick aui kic Fregueni kcr Institutionen, di« iür den ' noileikeo Zen Aki7lp stank geickäifen wurden, ,u werfen, kcr wirk gar balk mit Wehmut feststelleu! müssen, kau ihre Inansprucknahme von kcn notleikenken Xreiien noch immer tu ichr lckcuicnkc m unk dass es nur kcr unverdrossenen Tätigkeit und Opierwi: pgkeil ei> ielner iu kankcn ist, wenn t« dis jetzt gelungen ist, unseren »»verick, tkci in d Iicrc Not geratenen Brüdern unk Schwestern einen Teil ihrer Sorgen jabiupehn en. Bleibt ihnen kock immer »ock ein reicklick Stück Last, kas ne ülleiii traun wüsten unktas auck ker stärktid Arm nickt tu crleicktern vetmag. ■ vrijt« Insti! lition, fi« trotz ker Ungunst kcr wietsckaftlicken» Verhältnisse lut durckinietzen?c>mrckt hat unk gerate», vorbildlich aus kem Gebiete der Mitielstapikshilfe tätig ist, kas ist kie „Jüdische Miitelstankskücke". Sie gilt ek ,u?e,lhalten,.>ri:nn nickt zahllose muhiam nack kcr Inflationsteil ivieker auf grbauie Lnilenici karorn ioUen. In kcr Zeit kcr grcsilcn Not, im Winter kek Iahte» 192i| aui 1922, hallen nck einige mutige Mitglied«« unscrer Gemciuke tniammenPiiinken, um auck unieren Glaubensgenossen kas tu hieien, war kic StaOtgeweindji 'bere.rs Monate vorher cingerickter hatte: einen kräftigen Mi'ltagtisck iur Dettingen Glaubensgenosse», welck« kamalr nickt mehr in ker rag« «raren, nck ist, eigenen Hause ein watmet Mittagbrot t» leisten. Wer erinnert gib nock jyier Zeiten^ ka nck mancker glücklich schätzen durste, ein eigener »warme:- p>«im;ui besitzen, wahrend Tausend« unserer Glaubensgenossen, teils infolge kess allgemeitzicn Entwertung, teils kurck Enteignung ihrer in kcn abgetretenen Gebieiun Posen» unk Oberscklesier-S gelegenen Wohnsitze ins Elend ' aei'iuru st-urken. 1tIhre hiesigen Notwohnungen boten ihnen gerade Gelegenheit «I etiKC Scklar stelle, während es ihnen gant unmöglich war, stck selbst tu beteiligen- °Unk> krss Hundert« hon Witwen aus alteingesessenen, angesehenen Breslauer. .Familien, sSlukentcn, Lehrer, pensionierte Beamte, wo sollten sie hin? Ihre religiöse Ufberieugung verbot ihnen, an den staktiicken Mittelstandskstcken leiliuneßnien, tzie. Svnägogcchgemeint«, selbst mit den sckwersten sinanticüen Sorgen lampiend, konnte ihnen keine billige Eßgelcgenheit schaffen! So war kenn k««^ Grunknng ker „Iukiicken Mittlstankrkücke" privater Initiativ« eine Tat, iur kie alle^die dieses grosse Hilfswcrk kennen gelernt, dankerfüllten Her,«ns sink. Ern ganeetz- Jahr, kämpften die.Gründer mir bewundernswerter Ausdauer uni palende Ratzme. Gememkevorstank, Magistrat, Regierungspräsident, Oberprasikeni, auck die Logen, sie alle wurden herangeiogen, wenn es galt, beim Wohnungskommistdr Reckte geltend tu macken. Es sei an dieser Stelle anerkannt, ,kasi Nck - huck der Oberbürgermeister in dankenswerter Weise um kie Beickafiur.g einer Unterkommens bemühte, bis es cirklick im Sommer 1927 gelang, in ker. ,Freiburger, Strass« ls, im ersten Stock, kie Mittelstandekück« tu eröffnen. Weich lebhaftem - Bedürfnis sie entspricht, »Igle kie rege Freguen;, die sie vom ersten Tage an «ssifwier. Ohne dass eine grosse Propaganda entsetzte, fand die neue Iisiiilnlion bald einen derartig starken Zulauf, daß «« geschickter Organisation und vorsichtigster Disposition bedurfte, um allen Aniprgcken genügen;u können. Im ersten Semester 1925 wurden rund 19 0CO Mahlteilen verabfolgt, als^mehr als iOCC im-Monat, eine Zahl, die sich in den Herbst- und Wintermonateif nock erhöhen dürfte. Desonoer« erfreulich ist nock ker Umstand, daß ker südische Frauen- und iMädchcnllub dadurch, dass kie Mitielstaukslücko kie gesamte Miete, Beheitung unk Beleuchtung der Raume übernahm, in kie Lage versetzt wurde, an kcn freien Abenden in kiesen ihren Räumen Rentncrabend« ,u veranstalten, unk kie Mittelstandeküche dadurch einem weiteren segensreichen Zweck« dient. Um aber das mit so grossen Hoffnungen begonnene Werk sortsetzen tu können, werden Mitglicksbeiträg« und Spenden gcbrauchll Dicscr.igcn Gemeinde,»itglicker welche in ker glücklichen Lage sind, sich in ihrem eigenen behaglichen Heim an einen.vollen Tisch setze» tu können und gern ihren mindcrbegüierlen Glaubensgenossen dic Wohltat eines kräftigen bürgerlichen Mitlagtifche« (der für 5C Pfg. verabfolgt wird) noch reckt lange tu ermöglichen, werdcn daher gebeten, dic Mittelstandskücke durch Jahresbeiträge oder einmalige Spenden tuunterstützen. Gelder unk Anmeldungen nehmen sedcr.tcii entgegcn die Mitglieder des Wirlschafteausichuffes: Frau Berta Kober, Köniqsplatz 5, Frau Dr. Kober, W.illmannstrasse 8, uNk dessen Vorsitzender, Herr Salln Nelken, Iunkernlirasie 58, die Kassiererin, Frau Iennn Loewn, Koethcstrasse 36, unk ker Vorsitzende de» Vorstandes, Herr Dr. Wilhelm Frenhan, Höfckcnstrasse 1C4i Eine nicht minder wohltätig wirken« Einrichtung, kie ker privaten Anregung unserer Gemeinkemitglieker iu danken» ist, besteht in ker Fleischsammlung des Vereins tur Speisung armer Israeliten- Sie wurde vor einem halben Iahrhundrrl von Adolf Frehha» fei. And. begründet, unk als sie einen immer grösseren Almsang annalim, im Jahr« 1902. von genanntem Verein übernommen. Von ihm werken alle hilfesuchcuden Glaubensgenossen, ohne Unterschied der sotialen Stellung, mit einigen Pfund Fleisch vor den Frülstahr«- und vor kcn Herbllfeiertagcn versorgt unk man kann sich die leuchlcnkcn Augen der Kinder, kie für ihre Eltern meist da«- Fleisch abholen,-verstellen, wenn sie ihren Iaumtamv- Braien erhalten. Auch Greise und Greisinnen werken bedacht unk manch einer ist unter ihnen, der sich schon Iahrtehnlc lang kic ihm tukommcr.de Ration abholt. Da kie Zahl ker Pclenlin auch hier nack Hunderten tahlk und allsährlick wäckst, so hangt es gant von der „Flüssigkeit" ker Verciiiskasse ab, ob eine grosse oder eine kleine Ration ausgegebcn wirk. Wer hilft mit, daß di« Portionen in diesem Jahre verdoprelt werken können? Der senke sei» Scherflchn so bald als möglick Herrn Dri Wilhelm Frcphan (Ggrtenstraße 19 oder Höfckcnstrasse 1C1, Postscheckkonto 4718). Und wer selbst einmal sehe» will, welche Wohltat man mit seinem Geld« erweisen kann unk wie man verhärmt« und verbitterte Gesichter strahlend unk betrübte Augen leuchtend machen kann, der sch« an dem Tage der Verteilung sich um auf der Höfckenstraß« bei Grünpeter, wo die glücklichen Besitzer einer Anweisung ihr Fleischpaket aurgesolgt erhalten. Und dann trete er schweigend beiseite und nehme sich vor, znm nächsten Iaumtauw wenigstens den doppelten Betrag >u spenden, als diesmal. Dp. W. Fr. * *, * Eine Mahnung sollen. dies« Wort« an >eke» sukischen Mann, an jede indische Frau sein, unk meine Mahnung lautet: „G«denket ker füdischen Handwerker!"' Schon sehe ich einige der Leser verwundert kcn Kops schütteln, und fragen: „Ja, gibt er kenn überhaupt südische Handwerker? Da«! habe ick ia garnicht gewußt!"" Ja, er gibt hier solche, -vor allen Dingen jedoch Bauhgndwcrker, wie Installateure, Maurer, Tischler, Maler, Dekorateure uswi., die sowohl Neubauten al« auch alle in« Fach schlagenden Reparaturen gut und!prompt ausführen. Blickt in das Vcricichni« hinein, das in jeder Nummer dieser Zeitung enthalten ist, und bedient Euch derselben.' Weist Eure Freunde nn^d Bekannten

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