Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1925)
- Issue
- 7 (28.7.1925)
- Date
- 1925-07-28
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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105 Nr. 7 «- Breslauer Jüdisches Gemelnbeblatt Dir rührig« junge Gefellfksiaft für jü! isch« Familieuforschnng, Berlin NO. 45, Jieu« Kbnigstraße ' 0, hat soeben das zweit« Heft ihrer Mitteilungen heraurgebracht uijd hierdurch den besten Beweis für bi« «erbend« Kraft ihrer Idee geliefert. Da» Heft enthält Zunächst die Fortsetzung der oon Dr. Klibansky aufgefundenrn Frankfurter Si »tigkeit«list> von 1802, d. h. ein« lückenlos« Auszäblung a M. an ässigcn Juden nebst ihren Ehefrauen, sowie aller damals in Frankfurt genane Angaben ihrer Be!«ufung. Sodann bringt der der kebensgeschichte seine« deutschen Juden, Archivar Berliner Mannesstamm von christlitzen Tb«olo< en abstammt, sehr intcrestant« Angaben au« eine Reih« von Antworten auf die n Ltudienrat Proseffor Dr. Wölbe, der im Großvater i. — Der Leiter de» Gesamtarchiv« der Dr. Jac» sobn, schreibt «ine archivalisch belegte Darstellung der Namensannah m« der 2L> rlteniberger Juden. Es ist äußerst reizvoll, zu »ersolgen, wie innerhall der Regie! ung bald die tolerant« und, liberale Richtung die Oberhand bat, bald die reaktion, re Gesinnung die Einbürgerung der Juden mit allen Kräften zu ver> lindern vde doch zu verzögern trachtet. — Anknüpfend an die Abhandlung de« L berbibliollu kar« Dr. Stern über die Berliner Familie Ephraim Eber« in der Voriger Nummer wird die pikant« Tatsache mitgeteilt, daß hie auch politisch stark htrvorgelrelenen Grafen Limbupg-Stirupi nicht bloß von einer Gräfin Jobanna, geborenen Eber«, abstammen, sondern mit landesberrlicher Genehmig ing den Zi satznamcn Eber« führen. — Erwin TDrepsuß steuert al« Auszug au» stirer Monographie: „Ueber die Familiennamen der Juden in Baden" bei, in der ü»«r 800 ji bisch« Familien erwähnt bzw. «tbymologifiert sind. — Dr. Ezellitzer br ngt seinen Vortrag: „Metboden der jüdischen Familiensorschung", den er in de Märzvrr ammlung gehalten bat, und stellt hieran in programmatischer Form leitende G sichtSpunkle für di« Arbeit de« jüdischen Familicnsorscher« zusamm n. Eine nach Wobnoiten geordnete Mitgliederliste wird vielen Interessenten krwünschte Möglichkeit zum Zusammenschluß. geben. Den Schluß macht auch tiese«mal ein Suchblatt nit einer zrößeren Za bl von Anfragen au« dem Leserkreise, die sich auf ihre iqene Fan iliengeschicht« beziehen, sowie erfreulicherweise Di« Franenvereine der U. O. B. B.-Loge« in Bre«la» haben e« sich zur Ausgabe gemacht, der Not der jüdischen Frauen und Ren tnerinnen dadurch zu steuern, daß sie deren selbstgesertigte Handarbeiten zum Verkauf bringen. Eine große Hantarb«ü«schau im großen Saale der Lessinglogf, Agne»- straßr 5, zu der alle Logenschwestcrn geladen waren, bot «in .reizvofle« Bild künstlerischer Anordnung und lieferte den Beweis, daß di« Arbeit unsere») jüdischen Frauen in bezug aus Feinheit de« Geschmack» und Gediegenheit der Ausführung den Wettbewerb mit jeder anderen aufnebmtn kann. I Eröffnet wurde di« Schau mit einem Portrag von Frau Miula Ollendorff über „Logenarbeir", in dem sie besonders darauf hinwie», bau die Eigentliche Bedeutung de« Worte« Wohltätigkeit Zedokob. — Gerechtigkeit feij und daß die Möglichkeit, Arbeit zu verschaffen, der richtigste Weg ist, um zu Helden. Sie wünsche den Logen, die diese» Weg geben, viel Glück und vollen Erfolg. In den ersten Septembertagen, kurz l vor dem Roschhaschonohfeste, findet in den Räumen der Lesfingloge wieder «ine Handarbeiisschau statt, -der« i genauer Termin im nächsten Gemeinheblatt veröffentlicht wird. , -> Der Verkauf der Handarbeiten findet äuch wäbrond der Ferien oerkläglich von kl — I Ubr vormittag» im kleinen Saale 'der Lesfingloge, Aqnerstr »sie 5, I„ statt.' Besichtigung jederzeit gern gestaltet. selr di in der vorigen Nummer enthaltenen Fragen. ,T Bus üeni vereinsleben. kcit des Vereins soll nunmehr Jüdisches flSrock'Mhaus „peah" E Die durch die Kriegs- und Nachkriegszeit unterbrochene Täkig- Verei« selbständiger jüdischer Handwerker «. V. Breslau. : Die Mitgliederversammlung in Gemeinschaft mit unseren Frauen | gliedern der Fraucngruppe am 4. Juni halte sich leider nur eine«! Besuche» zu erfreuen. Er wäre sehr zu : wünschen, daß speziell ■ Kollegen «inen regeren Anteil am VeremSleben näbmcn. Es wurden! lich« Mitglieder' ausgenommen. Der l. Vorsitzende, Moritz Wolfs,! die Wichtigkeit der Wahl zur Chewra Kadischa, hielt c« aber für an«! nicht als Verein, sondern nur recht rege persönlich daran zu beteil [ Mitteilungen zweier jüngerer Mitglieder, den Versuch zu machen, die \ abteilung wieder flott zu machen, rcsp. zu restaurieren, losten den I Versammlung au«. Während der Monate Juli und August falle: sammlungen au«. Dsr Vorstand wird e« sich angelegen sein' lasten I sammlungen wäbrend der kommenden Saison durch populäre Vorträge Redner anziehend zu machen. Mil dem Wunsche an bie Anwesendes Wohl, sind Ansehen unsere« Verein» auch fernerhin siiitzuarbciten, "orsitzcnde in vorgerückter Stunde die angeregt verlaufene ' . ' ' L. Verswieder auflrbon. Es soll zunächst die j und Mitmäßigen jüngeren Ijrei oidcnterläuterte äezeigt, un« gen. Die Lebrling»- Leifall der die Verdi« Verwomincnter für da« schloß der iammlung. Frankel. I tleidersammelstelle in Tätigkeit treten; öu« Raummangel können vorläufig nur Klei» dungsstücke, W^ä s ch«, werden Die Gemeindemitglieder Hüte und Schuhe angenommen werden gebeten, solch« Gegenständ«, soweit sie nur irgendwie entbehölich find, der Peah zu überlaffe«. Infolge der außerordentlich gronen Not, di« durch di« wirtschaftlichen Verhältniffe bedingt - ist, werven abgelegte Kleidungsstück« aller Art für unser« bedürftigen Glaubensgenoffen dringend! benötigt. Es ist zu hoffen und zu wünschen, daß!d«r Verein durch die Mithilfe der Gemeindemitglieder seine segensreiche Tätigkeit wie früher auszuüben in der Lage ist. '!! I * Die Sachen werden bei den Spendern gern abgeholt, entsprechend« Mitteilungen werden erbeten an das Büro der „Peah", Deffauer Straß« 8. Telephon Ring 6185. G. 1 :i Di« Gros lege für Deutschland VIII U. 0. B. B. ersucht un« um Verösseitlichung der folgenden Mitteilung über da» Pr«i»au< schreiben für Jugendschrislen. Von den eingegaagenen zwanzig Arbeiten entsprach keine den Ansorterungen de« Prei»au «schreiben«. E» wurde daher von der Verteilung eine« Priise« im Sinne de« Preisausschreiben« abgesehen. r Einige Arbeiten, die über das Niveau der übrigen l,inau«?agten, ist ein An!rkcnnung«prei« zurrt ult, um die Autoren zu weiterer Arbeit zu ermutigen, u»I zwar: „Wurzel' und Krom ", Kennwert: „Höre Israel". 200 Mk.! „Wae Tamid erlebt:", Kennwort: „Ein Got«e«licht ist Menschen-; seele".. . 200 - „Die Ubr", Kennwort: „Franken".. 150! „Hermann Goldstein!", Kennwort: „Optimismus" ...... 50 Der Ausschuß erachtet sich, da von der Verteilung «ine» eigentlichen Preise« cht für befugt, die eingesandlen Umschläge zu ösfnen und die Namen der Einsender fest,«stellen. Di« Autoren werden daher gebeten, sich bei den« - ßloge , Berlin W. 02, Kleiststraße 12!Büre der Gro . zu! melden. : ” i Die übrigen Arb« Jüdischer Schulvcreiu, e. V. Obigch Verein'besteht in Breslauseit 1420. Sein Zweck ist -er Betrieb und die Ervaltuna einer jüdischen Schul« auf der Grundlage und im traditionellen-jüdischen Gesetze«. Er begann seine Tätigkeit znit der _ einer Volksschule Ostern 1920. Diese wurde in den folgenden Jahren weiter au»gcbaut. Sie zählt zur Zeit 170 Schüler in 6 Klaffen. Im Jabr« 1025 wurde die höhere jüdische Schule mit dem Zielt eine» Realgnmnafium» durch Errichtung einer SerO .begründe). Sie ist bi« zur sJnarta vorgeschritten und zäblt 60 Schüler. Zur Erkaltung der Schul« dienen neben den Schulgelder!« die Beiträge der Mitglieder de« Schulvereiu« und die Spenden von Patronen, welche da» Schulgeld für di« zahlreichen. Unbemittelten Schüler großmütig übernommen haben. Da der Verein bisher keinerlei Zuwendung seiten«! Öffentlicher Korporationen genießt, so ist die Vermehrung seiner Mitglieder und Patrone dringend erwünscht. Anmeldung neuer Mitglieder — Jahresbeitrag\20 R.-Mk. - -erfolgt bei Herrn Rechtsanwalt Dr: Benno Grzebinasch, Freiburgcrstraßc >8. Anmeldung neuer Schüler während der Schulzeit im Rdedigeödeim am Rbedigerplatz. Vorsitzender de» Kiiralorium« ist Rabbiner Dr. Simons^bn, Hobenzollernstraße 2». i Jug «en stcben den Einsendern auf Verlangen zur Verfügung, endschristtnkom Mission .der Großloge für Deutschland VIII. Unabhängiger Orden Bne Briß E. V. . Am Sonntag, den 14. Juni d. Idielt j _ der Verband der Svnagogen-Kemeiade« der Regierungsbezirk« i Breslau und Liegnitz j *- seine Hauptversammlung ab. Di« Gemeinden waren sehr iablreich vertreten, auch der Oberschlefische Gemeinde-Verband hatte al» Vertreter die Herren Jnstizrat Kochmann-Gleiwitz und Engel-Oppeln, entsandt. Der in voriger Nummer de« IGemcindsblattc« auszugsweise n iedergegebene Verwajtung»- und Kaffenbericht wurde einer Aussprache unterzogen, die al» sehr anregend bezeichnet werden muß,- und in der die- Vertreter in»I «sondere der kleineren Gemeinden über die Nöte- »nd Schwierigkeiten de« G meinbeleben« berichteten. Anerkannt wurde inebfsondere die segensreiche Tätig eit de» seit 54 Jahren wirkenden Verbandslebrer« Ezollack. Auch die übrigen Leistungen des Verbände« fanden allgemeine Anerkennung, ebenso die abgebaltcnen wiffcnschaftlichen Vorträge in einzelnen Gemeinden. Der Kaffenbericht wurde zur. Kenntnis genommen und dem Ausschuß Entlastung erteilt. Als Kaffenprüfer für da» kommend« Geschäftsjahr wählte die Versammlung die Herren Focrder und Buchwalier, Breslau. Der Hausbaltsplan für,1925, der in Einnahme und Ausgabe mit 27 45» Mk. ahschließ», wurde genehmigt. In letzrxrem ist auch die Anstellung eine« zweiten Verbandslebrer« vorgesehen, was von der Versammlung lebhaft begrüßt wurde. Angeregt'wurde eine anderweitige Festsetzung de» Jabr««-' beitrage«, sowie der Wunsch ausgesprochen, keine Bestände auszusammeln, sondern alle verfügbaren Mittel ihren Zweckenzu,ufübren. Allseitig« Anerkennung sprach di« -Verkammlung darüber au«, daß die Fortbildungskurs« für Lehrer und KNltu»beamte in de» Gemeinden wieder ausgenomnien worden sind. Hierbei »iirde der Wunsch rege, daß der Aiwschuß sein Augenmerk dem bestehenden Lehrcrilianqel zuwenden mögsi, und auch daraus geachtet werden solle, daß die Gemeinden nur geeignet«- Kräfte einstellen möchten. Herr Dr. Goldschmidt-Streblen »eilt mit, daß die im Vorjahre für die Gemeinden bergestcllren Festansprachen allseiligen Anklang gefunden baden, «nd er bittet, diese Einrichtung weiter beszubehalttn. . f