Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1925)
- Issue
- 7 (28.7.1925)
- Date
- 1925-07-28
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3970005-7569517-7569547--0186-3970174- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
104 *=*= Dreslüuer Äüblsches <9emeln 6e61a 11 Nr. 7 Fortbildungskurse für israelitische Lehrer. In der Zeit vom 30. Juni bir 6. Juli d. I. fand in Breslau auf Anrequnq des Bezirksverbandes, veranstaltet von der Svnagogen- Gemeinde, ein FortbiltunqskurfuS für israelitische LeKrer statt. Ee wurden jeais vierstündige Lebrqänqe gestalten, und.zwar von folgenden Herren: Seminar-Ratdiner Professor Dr. M. Guttmann, Dozent Dr. I. Heinemann, . Dozent Dr. A. Lewkowitz uist» Dozent Dr. I. Siabin, sowie den Gemeinde-Rabbinern Dr. ^Logelstein unk Dr. Hoffmann. Ausserdem fanden kantorale Bclestrungcn durch Herrn Kapellmeister Pulvermacher statt. Eröffn«^ wurde der Kursus durch einen Vortrag des H>errn Professor Dt. Guttmann über das etstische Prinzip, auf dem sich der judislbe Monotheismus aufbaut, und über die innige Verbindung zwischen Monotheismus und Humanismus. Die Auswabl der Themata war, im Einvernestmcn mit der Vereinigung israelitischer Lehrerin Schlesien erfolgt. Auf Wunsch dieser Herren war durchweg der praktische Gesichtspunkt in den Vordergrund gerückt worden, so dass es den Teilnehmern möglich fein wird, das Gestörte Unmittelbar in ihrer amtlichen Tätigkeit zu verwerten. Die Teilnahme darf als «ine recht gute bezeichnet werden; von auswärts waren annähernd dreißig Lei,rer gekommen, so dass tpr Gesamtbesuch bei manchen Vorlesungen die Zahl von 40 Hörern erreichte. Ein gemeinsamer -Besuch des diesigen Schulmuseums mit Genehmigung der Verwaltung sowie Musterleknonen vervollständigten das Bild praktischer UuterrichtSbctätigung. Denk Vernehmen nach sind sowohl die Hörer wie die Dozenten vom Verlauf der Kurse in stostcm Grade befriedigt. Aus dem Krxisc der Teilnehmer wurde der dringende Wunsch nach einer recht baldigen Wiederholung ähnlicher Veranstaltungen geäußert. Ein Abendessen, zu dem die Sunagogen-Gemeinde Breslau eingeladen stgtte, vereinigte am Sonntagabend Dozenten und Hörer zu gemütlichem Beisammensein. ' H. Wandersürsorge. d: für Die Neuorganijori: für jüdische Wandcrfur I Monaten mit aller Enerz gemacht. Am 14. 6. d. schlesischen Gemeindcbund: niederschlesische Gemeind stand neben einigen org i Gründung einer Provinz Antrag Dr. ^geohsostn 1. Der Ausschuss einer Previnzialkasse Anschluss aller Provinrg 2. Es wird emp. Breslau bestehende? Arte gebaut werden soll, du »Antrag Hoffmann), 3. Die Schaffung weises ist anzustreben. Fernerhin ist es thüringischen Gemeinden Provinz Sachsen mit d< der Sitzung der thüriug waren die wichtigsten sammenbcrufert worden, sich, mit 6, — :Mark pre kasse zu beteiligen. Dü Noack, und vci, Erfurt, für die Uebergangszeit n müsse, da Frankfurt a. wünschen wäre. . Es käst« nach Erfurt, die von Fr worden seien.' Es wur! kasse Magdeburg rin« n der Wandersürsorge, die die Hanptsielle orge und Arbeitsnachweis« in den letzten ie weiter betrieb, hat erfreuliche Fortschritte fand in Breslau eine Tagung des Niehers Breslau-Liegnitz statt, auf der etwa^ vierzig gn vertreten waren. Auf der Tagesordnung nisatorischen Fragen in der Hauptfach« die alkassc für Wandersürsorge. Es wu^de ein »«genommen, der folgendes forderte: s Verbandes wird beauftragt, bie Gründung Wanderarmenfürsorge unter finanziellem cmeinden zu betreiben. fedlen, dass alle Vrrbandsgcmrinden die in rst angemessene Beiträge finanzieren de» terfürsorgestclle, die zur Provinzialkasse aus eines gut organisierten jüdischen Arbeitsnack- > :cr Hauptstelle gelungen, den Anscbl an die neu gegründete Provinzialkasse >» Sitz in Magdeburg Kerbcizufüstren schen Gemeinden am Sonntag, den Vertreter der thüringischen Gemeind: Die angeschlcssenen Gemeinden verpfli Zcnsit an der Finanzierung der Vertreter von Gotha, Medizinalst Herr Menerstof, sprachen sich dafür a ^ch eine Abferttgungsstell« in Erfurt Main nicht so arbeite, wie es eigens «n immer noch eine Anzahl Durchtp c^nkfurt nur auf ganz kurze Strecken deshalb beschlossen, neben der >1 biss Prooi *3 bfertigungsstelle in Erfurt dergestalt 'S. wusei richten, dass die angeschlcssenen Gemeinden ihre gesamten Beiträge . nach Magdeburg leisten und Erfurt nach Bedarf von Magdeburg Geld zurückgezahlt erhält. Am 5. Juli fand zu Nürnberg eine Delegiertenversammlung des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden statt. Ein einziger Punkt stand auf der Tagesordnung: Die Regelung der Wanderfürsorge. Alle größeren Gemeinden des Verbandes waren durch ihre führenden Persönlichkeiten vertreten. Es wurde nach eingehender Diskussion beschlassen, in München, Nürnberg und Würzburg Provinzialstellen für Wanderfürsorge zu errichten. Es wurde folgender Antrag Dr. Strauß, München, einstimmig angenommen: Die zu einer Beratung der Angelegenheiten der Wanderarmenfürsorge auf Einladung des Verbandes baverischer israelitischer Gemeinden am 6. Juli 1925 in Nürnberg zusammengetretene Versammlung von Vertretern bancrischer Gemeinden, Rabbinern, Lehrern und Unterstützungsvereinen beschließt den Anschluss der bayerischen Gemeinden und. Fürsorgestellen an die von der Hauptstelle füt jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise in Berlin geschaffene Organisation und erklärt« ihre Zustimmung zu den von der Hauptstelle vorgelegten Grundsätzen für die Arbeit . dieser Organisation. Das Ziel dieser Zentralisierung muß neben der im Interesse der Allgemeinheit erstrebenswerten Einschränkung des Wanderbettels in erster Linie die Fürsorge für die Wanderarmen sein, denen unter Vermeidung von Bürokratie und Schablonisierung durch Arbeitsnachweise, Arbeitsstätten und zweckmässige Gewährung von Unterstützungen die Eristenzgründung erleichtert werden soll. Die Provinzialstellen sollen Stellen für Wanderarmenfürsorge untz Arbeitsnachweise sein. Die Aufbringung der erforderlichen Mittel soll geschehen in erster Linie durch die auf freiwillige Leistungen aufgebaute VereinStätigkeit, fernr durch'Umlegung der Kosten auf die Gemeinden des Landes, dürck Vermittlung des Verbandes auf Grundlage der Leistungsfähigkeit der Gemeinden im Verhältnis ihrer Steuereingänge. Die Hauptstelle für jüdische Wandersürsorge und Arbeitsnachweise, die auf allen drei Tagungen durch Herrn Dr. Kreutzberger vertreten war, hat damit den bisher organisierten Bezirken Deutschlands weitere wichtige Teile hinzugefügt. Als nächste dringende Aufgabe ist die Organisierung Hessen-Nassaus mit Frankfurt am Main, Württembergs mit Stuttgart, Badens mit Karlsruhe und der Pfalz mit Mannheim in Aussicht genommen. Dr. Kr. müssen ßss der für die Auf >9. 6.', n züchteten nzial- Dr. , dass hesteben zu erer ordert inzialzu eru Buchbesprechungen U Rabbiner Dr. Heppner» jüb. lit. Woche»,Abreißkalender für 5686 (1925/26), Brralau, Selbstverlag. Im Jahre 190C zum ersten Mal« und al» erster in Deulschlanb erschienen, bat bieser Kalender nicbt nur groß« Verbreitung, sondern auch - und dar ist ein Beweis für die Notwendigkeit und Nützlichkeit desselben — Konkurrenten gesunden. Der diesjäbrige Kalender zeichnet sich wieder durch eine groß« Fülle I bistorischer Daten aus allen Zeiten und Landern (besonders der Juden I in Breslau), durch gedrängte Inhaltsangabe der Wochenab schnitte und Ansübrung geistreicher Sentenzen und lebrreicher Sittensprüch« berübmter Männer de» Judentum« aus. Abbildungen von Cbarakterköpfen und verdienten Persönlichkeiten, verleib«» d«m Kalender «inen besonder«» Wer«. — Auch der kalendarisch« Teil ist sorgfältig b«arbeit«t. Der Hepxner-Kalender sollte baber in. jedem jüdisch«» Haus« - und ganz besonder« in Breslau - zu finden fein, zumal auch dit Ausstattung eine gefällige und der Preis ein verhältnismäßig billiger ist. # Ein« .Rheinlandnumuicr bat die T. V.-Zeitung (Organ de« Lentralverein« deutscher Staatsbürger jüdischen Glauben«) aus Anlaß der Jahrtaufendfeier de« Rbtzinlandes brrausgegeben. Sie cntbalt sehr intereffant« Aussätze hervorragender Autoren über di« Geschichteder Juden im Rheinland«, ihren Einfluß aus die Wirtschaft und Kultur und ibre mannigfaltigen Schicksale und 'Verfolgungen auch in diesem Teile de« deutschen Vaterland««. Gemeinderabbiner Dr. Kober berichtet außerdem über die Abteilung Juden und Judentum im Rbeinland« auf der Jabrtausendausstellung, die im wesentlichen seiner hingebenden Arbeit zu danken ist. Gut gelungene Bilder sind der Nummer bei-- gegeben. Auch die älteste Erwähnung odr Kölner - jüdischen Gemeind« in einem Edikte de« Kaisers Konstantin an die Juden Köln» au« dem Jahre 521 n. Ehr. ist-abgediltet. Dre Aufsätze find ein deutlicher Beweis dafür, wie lange di« Juden in Deutschland schon heimatsberechtigt find, und welchen großen Anteil sie an der deutschen Kultur jederzeit gehabt haben.