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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1924-12-20 · 6 (20.12.1924) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
1 (1924)
Issue
6 (20.12.1924)
Date
1924-12-20
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 6 33redlau.fr 2 übische« (9 em ei n 6 e 6 (a 11 61 i drm Antragsteller rTötz der! Zurückziehung des Antrages durften die ftu^ülirurigen; von Rechtsanwalt Jacobsohn nicht unwidersprocher bleibein. Der Zentralverein sei d i e Kampforganisation t egen den Antisemitismus. Zu seinen. Aufgaben gehört c n erster Stelle, die Liebe zum deutschen Vaterlande zu pfle ze r. Mit .dieser Aufgabe seien die nationaljüdischen Bestrebung:n des Zionismus nicht vereinbar, bet üoerhÄipt keine relig onspolitische, sondern eine staatspolitische Partei sei. « Rechtsanwalt Jacobsohn entgegnet, daß es auch andere Abwehrorgan Kationen, z. B. den Bund der jüdischen. Frontsoldaten, gebe und daß ein großer Teil der deutschen §uden nicht der An ichtdes, Zentralvereins und des Herrn ustizrat ««lisch sei, wie die Wahl ergeben werde. Die nächsten Pmkte, nämlich die Erhöhung der staatlichen Sätze der RBO., die Sondervergütung für die ständigen Choristen,! die Becl ingerung des zinslosen Darlehns vyn 3000 Mar! an die Jüdische Mittelstandshilfe E. B., die Herstellung esnes zw:r en Leichenwagens, die Instandsetzung dM Grabdenkmals ot n Ferdinand Lassalle zu seinem 100. Geburtstage am 11. Apiil 1925, die Auflösung der L. L. Fränckel-i schen Familienstift rrg und Ueberweisung ihres Vermögens zu wohltätigen Zneken, sowie die Annahme der Schenkung eines silbernen T>ocaschildes von Herrn Ludwig Lehfeldt in Breslau, Tauen tzirnstraße 6, zum Andenken an seine verstorbene Mutter, Frau Auguste Lehfeldt, gegen die Verpflichtung, 30 Jabre lang am Jahrzeitstage ihren Namen in der Aljelr Synawge zu verlesen, werden ohne, längere Aüssprach^ genehniij t. Die Versamni lu ng nimmt ferner Kenntnis davon, -daß der Vorstand Fräulein Irma Rosenthal in Breslau, Gabitzstraße 21, die fast! Jahre die Registratur im städtischen Wohlfahrtsamt | geleitet hnt, als Registratorin zunächst auf Probe eingestellt Habs, und »aß Fräulein Erna Sandberg, die Leiterin der Kasualienabte lung, infolge ihrer Verlobung mit dem 31. 12. 1924 aus lern Dienste der Gemeinde ausscheidet/ die Stelle aber mit Rücksicht auf die neu eingestellte Registratorin zunächst nicht besetzt werden soll. Der Vorstand niächt ferner im Verwaltungsbericht ausführliche Mitteilung über die Anlegung eines neuen Feldes auf Friedhof Cosel nnch dem verbesserten Plane von Inspektor Piepes uyd über! di: Aufbringung der hierzu erforderlichen Kosten vcm zunächst 8000 Mark, und über die Einrichtung eines besonderen Fl nenhaines auf Friedhof Cosel in dem eingesenkten Seile] am Walde und seine gartenarchitektonische Ausgestaltung. Her' M. Hoffmann vom Vorstände ergänzt diese Mitteilungen cm der Hand von vorgxlegten Plänen. Des weiteren! werden die Kosten des Büroumbaus und j der Instandsetzung i es Hauses Wallstraße 9 mit zusammen 49 224,65! Mark, die Verstärkung des Haushaltstitels „Einmalige Unterstützun. >en" um 15 000 Mark und die! Neueinstellung eines rushaltstjtels „Bespeisung des Mittelstandes" ntit 6000 Mark genehmigt, desgleichen die Anstellung hes bisherigen Hilfst astellasts Heinrich Pabel als Hausmeister und Schuljpedell. ] ' J . Daraüf berichtete der Vorsitzende Justizrat Peiser an der Hand ' der Akten über eine Eingabe von Justizrat Kallmann, Frankfurt ü. M. üher den angebotenen Verzicht auf die Nacherbschaft vo r Frau! Wolsf-Wiesbaden. Mit Rücksicht auf die Sachlage u rd die Korangegangenen Verhandlungen mit dem Vorstände wird dieser von der Versammlung ermächtigt, gegen ein: Abfirtdungssumme von 300 Mark auf die Nacherbschaft zu verzichten. Bei der Beschl rßfassuyg über die erhöhten Sätze der RBO. stellt der k Präsentant, Lehrer Freundlich, an den Vorstand folgende Anfragen:! 1. Ist es gelunk er, Herbst Oberkantor Borin in Breslau zu holten? i! , ' 2. Was gedenkt i er Vorstand zu tun, um den Abstand der jetzigen Bezüge det Oberkantoren von den übrigen! Beänitengehält« rg ausHugleichen? 3. Warum erkennt dssr Vorstand den Beamtest^ussc^ur als solchen nicht mehr an? . * ■ •; [ Geheimrat Goldfeld bejaht die Frage zu 1 und erklärt, zur 2. Frage, daß die'Angelegenheit der Gehaltskommisfimr überwiesen worden sei. Die 3. Fväae könne er nur persönlich beantworten, da der Potstand noch nicht Stellung genomme it habe. Der Beamtenausschuß, mit dem der Vorstand bish« r gern und erfolgreich zusammen gearbeitet habe, und dies auch weiter tun wolle,! habe beansprucht, bei der Gehalt. > tegelunfl für die I. Kantoren mitzuwirken. Dazu fehle ihm aber die gesetzliche Befugnis, da er nicht die Vertretung sänutlicher Beamtest und Angestellten im Sirrste dis Betriebsratgesetzes sei, sondern nur die ihsts angeschlossenen Beamten und Angestellten vertreten ckönne? Daraufhin hal e der jetzige Beamtenausschuß sein Amt niedergelegt, w< & zu bedauern sei; denn es sei'zu überlegen, ob nicht die B > amtenvertretung nach idejm jetzigen Verfahren' praktische sei als Njach dem Betriebsrätegesetz. Schließlich überreicht Herr Lehrer Freundlich eine Resolution der Gehaltskommission, wonach diese bedauert, daß sie bei der Regelung der Bezüge für die Oberkantoren nicht gehört worden sei, obgleich nach ihrer Ansicht hierzu Zeit gewesen wäre, und die Erwartung äusspricht, daß der Vorstand die Gehaltskommission künftig in allen Fällen hören werde.! Vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebund. In der Sitzung des Ausschusses des Deutsch^Maelitischen Gemeindebundes vom 19. November 1924 stand die Waihl des l. Vorsitzenden als Nachfolgers für den verstorbenen Professor Kalischer auf der Tagesordnung. Bon. dieser Wahl ist jedoch abgesehen worden, weil der Ausschuß von dem Gedanken ausging, daß der Deutsch-Israelitische Gemeindebund ,als Dachverband (Deutscher Verband jüdischer Gemeinden) der Landesverbände zu dienen bestimmt sei, usnd daß es sich deshalb empfehle, der künftigen Organisation die Wahl ihres Vorsitzenden zu überlassen. -Der Ausschuß hat den stellvertretenden Vorsitzenden der Synagogengemeinde Breslau, Äandgerichtsdirektor Ge? Heimen Justizrat Goldfeld, einstimmig in seine Körperschaft zugewählt und ihn, neben dem Professor Dr. Sobernheim und dem Justizrat Salomon, mit dem Amt eines stellvertretenden Vorsitzenden betraut. .' j Wohlfahttöbriefmarken für öle deutsche Nothilfe. Unseren Gemeindemitgliedern ist der' Aufruf betreffend die veutsche Nothilfe durch die Post zugegangen. Wir veröffentlichen ihn nochmals aus Seite. 66 des Blattes und bitten erneut ergebenst, Wohlfahrtsbriefmarken bei uns entnehmen' zu wollen. Wie bereits wiederholt ausgesührt, fließen uns -50 Prozent des Reinertrages zu. Wir werden hierdurch in die Lage versetzt, die gtoße Not, insbesondere die des jüdischen Mittelstandes, zu lindern. j ' : j Fürsorge für die jüö. Insaffen in Anstalten. Die jüdischen Insassen der Pflege- und Heilanstalt Herrnprotsch jverden von Ehrendamen unserer Gemeinde in regelmäßigen Zeitabschnitten besucht, wobei denselben Liebesgaben (kleine Erfrischungen usw.) gereicht werden. Zur Zeit sind daselbst 9 jüdische Personen untergebrstcht, die sich sehr wohl fühlen und dankbar anerkennen, daß! ihnen die Sorge für ihr Alter oder für. ihren Lebensunterhalt genommen worden ist. Aerzte und Anstaltsleitung erkennen es dankbar an, daß wir diesen Hilflosen unsere besöndjere ergänzende

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