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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1924-08-08 · 1 (8.8.1924) · p. Seite 3

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
1 (1924)
Issue
1 (8.8.1924)
Date
1924-08-08
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 1 > . 7 Breslauer Jüdisches Gemeinbeblatt! I! Kartenausgabe für! 1924. Auf Seite ö des Gemeindeblattes finden die -geehrten Leser di: Bekanntmachung für die gottesdienstlichen usw., a n den hohen F e st > Veranstaltungen tagenvor. - , Tro} aller Mühe war es leider nicht möglich, allen Wünsche : der Gemeindemitglieder Rechnung zu tragen. Aber die technischen und anderen Schwierigkeiten sind zu groß, als daß alle Uebelstände mit einem Male beseitigt werden könnten. Der Bau von- Synagogen oder! Bethallen bildet seit Jahren nicht nur den Gegenstand reiflicher Erwägungen der Gemeint ebehörden, sondern er erfüllt sie auch andauernd mit ernster Sorge.! Die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse der Kriegs- und Nachkriegszeit sind — wie bei allen Verwaltungen — auch an unserer Gemeinde nicht spurlos vorübergeganger. Nur mit allergrößter Anstrengung wat es möglich, alle Einrichtungen im Gange zu halten.' In allererster Reche war es rotwendig, ür die dringendsten Bedürfnisse zü sorgen, so z. B. die sozialeil Aufgaben zu erfüllen und die Mittel für die Bear ntenbesoldr ngen auszubringen. Es ist selbstverständlich, daß die Gern indebehörden alle übrigen Pläne zurückstellen und den 3 au von Bethäuseru zunächst verschieben mußten.^ Immerhin war es 1922 noch ryöglich, ein geeignetes Baugrundstück zu e werben. Sobald es die Finanzlage halbwegs gestattet, soll für Neubauten gesorgt werden; obgleich noch nicht einmal seststeht, ob genügend Gemeindemitglieder überhaupt Jahresplätze wünschen. Der überwiegende Teil derselben nimmt nä nlich nur an den hohen Festtagen an einem Gottesdienst seil, wozu in der Hauptsache die Zweiggottesdienste eingerichtet s nd. An den Sabbaten reichen erfahrungsgemäß d e Gemein »esynagogen vollkommen aus, während an ' anderen Festtagen, insbesondere an denen Totenfeiern, stattfinden, dnrch die sei einiger Zeit eingerichteten Toppelgottesdienste in den Syr agogen hinreichend für das religiöse. Bedürfnis gesorgt ist. Die Einrichtung der Zwe^iggottesdiensfe an den hohen Festtagen bereitet c ußerordentlrche Schwierigkeiten aller Art. Die lokal m Verhält nisse in unserer Vaterstadt bringen es mit sich, daß geeignete Räumlichkeiten für ^diese Zwecke überaus schwer zu beschaffen sind. Erfordert die Einrichtung der Zweiggottesdieuste an sich schon eine erheblicheLkrbeitsleistung sowie umfangreiche Vorb Weitungen, so werden diese Dinge noch> ' dadurch erschwert, st aß die Mietsdauer der Säle sehr kurz be-* messen tf: und tneif noch eine vollständige Aus- und Wiedereinräumung zwisch,n dem Neujahrs- und Vefsöhnungsfeste erfolgen muß. Abtesehen von den. hohen Kosten ist Ans Arbeitsleist mg erforderlich, die infolge von hundert Einzelheiten, sowie mit Rücksicht auf die Kürze der Zeit technisch kaum zu bewältigen ist. Hrufig muß-anstrengende ununterbrochene Tagesunh Nachtai beit geleistet werden, wozu selbstverständlich nur Zuverlässige und eingearbeitete Beamte Verwendung finden können.! Bez rglich der Unterbringung der Zweiggottesdienste sind vielfache Anregungen gegeben worden. So z. B. die Schaffung solche: Räume, die auch anderen würdigen Veranstaltungen und s mstigen jüdischen Zwecken dienen sollen. Auch diese Dinge si id nicht einfach unt bedürfen eingehender Erwägungen. Die Gemeindebehörden verfolgen auch diese Vorschläge mit gröl tem Interesse. s Zu erwähnen i : unter anderem, daß die Vermehrung der Zwejggc ttesdienste mch deshalb nicht so leicht durchführbar ist, weil es an den e forderlichen Kräfte :, wie Kantoren, Chordirigenten, Organis en usw. mangelt. Immerhin ist es gelungen, neue Gottei dienste im Saale der Wrätislavia (Mauritius platz) und im i -aale des Friebebexgs (Eingang Menzelstraße) pinzurichten, womit vielfachen Wüstschen Rechnung getragen wird. Der erst erwähnte Gottesdienst findet nach -neuem, der andere nach altem Ritus statt. Leider muß der Gottesdi enst im gro jen Saale der Lessinglostq ausfMen; jedoch ist dafür Sorg!. getragen, daß Gemeinoemitglieder, dfe Hier ihre Plätze verlr wen,'vorzugsweise Berücksichtigung findest. DaS gleiche gilt auch für die früherer. Besucher des Gottesdienstes im Freundesaal, die im Vorjahre ihre Plätze einbüßten. Aus technischen und anderen Grüi kden müssen — bis auf eine kleine Ausnahme — die Betpulte im Konzetthaussaal in Fortfall kommen. Dies wird sicher für viele etwas unbequem' sein; es war aber, leider nicht mög ich, zurzeit irgendeine Aendsrung eintreiten zu lassen. Nebenher soll hier nur erwähnt werden, daß andere Groß-Gemeinden die Einrichtung von Betpulten oder Bänken überhaupt ni:mals getroffen haben. Der Fortfall Iber Pulte mußte natürlic) auch eine vollkommen neue Einteilung des Saales zur Folge haben. Es ist jedoch dafür Sorge getragen worden, daß edem Pkatzinhaber ein möglichst gleichwertiger Platz wieder zilgewiesen wird. Selbstverständlich ist, es nicht möglich, hierbei auf' irgendwelche .Sonderwünschst. Rücksicht zu nehmen Durch die Neueinteiluwg war es auch notwendig, die Zngänge zu den Räumen anderweitig zu bestimmen. Durch d-ese Anordnungen wird-' auch eine schnellere Entleerung des Saales möglich sein. {In Anbetracht »er außergewöhnli h hohen Unkosten, ganz lders aber bet für die Zweiggjc ttesdienste, müssen die ihren für sämiÜiche Plätze gegenü ier den Friedenspreisen Erhöht werden. Dse Erhöhungen werden gestaffelt sein und tailweise S0 Prczerit betragen.. Här en sollen dadurch vermieden werden, doß begründete -Atittäge auf Ermäßigung weitmöglichste Berücksichtigung finden. Jugend-Gottesdienste, an denen ägßer der schulpflichtigen Jugend auck anders Jugendliche teil tehmen können, finden nach altem Ritusiim großen Saale dest Lessingloge, nach neuem im großen Saals der Gesellschaft der! Freunde statt. Die Eintrittskarten hierzu werden seinerzeit durch die Reugionslehrer zur Vetteilung gelangen Für Minderbemittelte gelangen Gratiskatten (Sitzplätze «Freitag, den 26. Söp ^mber, nachm. 3—ö Uhr, zur Ausgabe. Zu gleicher Zeit Werder Stehkarten ausgegeben. Für die freiwerdenden Plätze in den Synagogen und Zweiggottesdiensten sind , bisher Oxdnungsnummern aushat. Dieses Verfahren hat vielfach gerufen, so daß geführt werden. gegeben worden wcbei gewissermaßen der-Zufall entschieden nustmehr versuchsweise esne Aenderung einoll. Es follen nämlich Vormerkungsformulare aysgegeben werden, die ausgefüllt wstder zurückzureichen sind. Die Berücksichtigung der Gemeindemitglieder erfolgt alsdann nach Jahrgängen, wobei die längere Ortsangehörigkeit, Ber- - heiratung eventuell, auch das höhere 'Lebensalter 'usw. ent-•- scheidet. Rach Fests ellung^der Reihenfolge erhalten die vorgemertten Gemeind« Mitglieder Nachricht und können sich alsdann — an einem bestimmten Termin — Plätze für eineier beiden Synagogen o »er für die Zweigt ottesdienste im Konzerthaus, Kammermusiisaal oder der Hermannloge auswählen." Wer nicht berüstsichtigt werden könnt«, oder keine zusagenden Plätze erhalten hat, bleibt'für das nächste Iaht vorgemertt, so daß alsdann eim neuer Antrag ni:)t mehr erforderlich ist. Hingegen bleibt, das alte Verfahren i »ex Ordnungsnummern für die anderen Ziveiggottesdienfte, Vorwättssaal, Wratislavia und Fttebeberg vorläufig noch beiter bestehen. Aus vorstehenden Ausführungen, dürften die Gemeindemitglieder ersehen, daß die Verwalymg eifttgst bestrebt ist, jedem Gemeind« Mitglied und auch'der Jugend die Teilnahme an einem Gottesdienst zu ermöglichest Es muß aber andererseits auch der drinuenbe Wunsch last werden, daß die Gemeindemitglieder di: mühevolle und «mfreibende Arbeit unterstützen. Insbesondere ist es dringen, erforderlich, die angesetzten Fristen inne «»halten, damit« »ie ungestötte und ungehindette Abfei ttgnng des Publikuni,! ermöglicht wird. Die Vorlegung der vorj« ihrigen Katten sowie die genaue Namens¬ und Wohnungsangc be ist bei der Ein )sung unerläßlich. Wer seine Karten nicht v>wlegt, oder wessen Aügaben nicht stimmen, muß damit rechnen solange zu wartstn, bis<alle übttgen Anwesenden abgefertigt sind. Es ist auch selbstverständlich, däß schriftliche und telephonische Aufttäge oder Meldungen c,äs technischen Gründen unberücksichtigt bleiben müssen. Mißstimmung hervorh Bürodirektor Glaser. l

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