Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 1 (1924)
- Issue
- 1 (8.8.1924)
- Date
- 1924-08-08
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nepräsenlantenversammluyg vom 8, Juli 1924. Der Borsitzende! Justizrat Peiser verlas zunächst die eingegantzenkHl /Dankschreiben der Herren Martin Fraenckel und Justizrat Kalischs für die Glückwünsche zur. Silberhochzeit. Feiner verlhs der Vorsitzende den Antrag der mensa academica des hiesigen Rabbinerseminchcs auf eine laufende Beihilfe. Vom Borstandstische wurde erwidert, daß bereits eine Unterstützung bewilligt sei. Justizrat- Peiser berichtet sodanrt über die Vorlage des Vorstandes, die Ausschlagung eines Vermächtnisses des Rent ners Jsmar Schottlaender zu genehmige i. DieGenehmigung wirb auf Antrag dps Berichterstatters!rteilt.' s Sodann nahm Herr Gins, der Vorsitzende bei Etats kommission, das Wort zu seinem Bericht über den Haushalts plan 1924/25. Dieser Bericht war eigentlsch eine großangelegte Etatsrede. Sitzungsbericht von DrJ Rechnitz,s! . Etatskommission festgesetzt sind, schon vor Annahme des Haus Dieser Bericht war eigentlich eine großangelegte haltsplänes auszüzahlen. Ter Haushaltsplan konnte, wie der Berichti '&PL rffr1 -ftl 2-'s' X-f NächdemHerr Frckenkel auf Anfrage Aufklärung erhalten ät Ä,°155.n"S SS-ü? i&SH & d°N°VB°wtt,igungs.°cht der «4L. noch nicht vorgelegt werden, weil zunächst auf Verlangen der Kommission anstelle der vom Vorstand vergleichsweise herangezogenen .Soll-Zahlen des letzten Friede netats die Ist-Zahlen aus dem Jahre 1917 festgestellt wurde rr, dann aber wegen der überraschend niedrigen Steuereingä ige der ganze Haushaltsplan von bei Kommission gründlchft — d. h. unter Streichung aller Rücklagen und aller nicht unbedingt nötigen Ausgaben und unter Erhöhung der Einnahmen — umgearbeitet werden mußte. Er liegt aber in allen Einzelheiten, wie er von der Kommission festgestelb worden ist, bereits heute gedruckt vor. Rückblickend müssen wir sagen, daß das vergangene Jahr das schwierigste und Finanzverwaltung der Gemeinde gewesen ist. Daß diese! Zeiten überstanden worden sind, dafür gebührt unser Dank und Anerkennung-dem Vorstande, der oft unter Hintansetzung seiner eigenen Angelegenheiten und unt< r Aufopferung seiner Kräfte für das Wohl der Gemeinde gea beitet hat. Derselbe' Tank und dieselbe Anerkennung, gebühr: allen Beamten der Gemeinde, die in vorbildlicher Weise mrt dem Vorstande zur Ueberwindung der Schwierigkeiten zusammengewirkt haben. Jetzt hat der Vorstand bei aller Knappheit der Mittel wenigstens festen Boden unter den Fußen. So sehr nur ui der Kommission alle Ausgaben beschränken mußten, habe i wir doch die Mittel für die eigentlichen Aufgaben der Gemeinde, wie «Fürsorge, Kultus, Religionsunterricht und rituelle Einrichtungen, in ausreichender Weise bewilligt. Nach unserem Entwurf schließen die einzelnen Verwaltungen folgendermaßen nb: ' Verwaltung 1924 Zuschuß Überschuß 1917 Zuschuß j Überschuß 1 Grundstücke . 967.-— — 7 905.20 Fürsorgewesen . -. >« 139840 — — 124922.90 — Nel.-Llnterr.-Anstalt 1 23092.— — 23192.44 — n H » 14130.— — 16813.— — Höhere Lehranstalten. 6040.— — — — , Bücherei u. Lesehalle. 5369.— . — 6730.— — ‘ Aste Synagoge. . . 963.— 7r 22900.— — Neue Syncchoge . . 5403.— 32934.-- Zweiggostesdienste - , 7750.— h | 16550.— — Gchlachtivesep . . . 10290.— V j 18256.40 — H Badeanstalt . . . . . Beftattungswesen und 1526.— V! 1160.— Grabpflege . ” — 71620 — 12612.80 ' Mlgem. Derwalmng. 259317.84 — 147 240.60 — Djer GesamsHaushalt erfordert einen Zuschuß von Mar 403 053,84 (gegenüber 390181,34 im Jahre 1917). M rechnen, daß die Steuern gegen 200 000 Mark erbringen werdest, da sich die wirtschaftlichen Verhältnisse ^hoffentlich bald bessern »erben, weitere 200 000 Mark stehen an Ueberschuß Ms dem Jahre 1928/24 zur Verfügung (Anm. d. Schriftleitungj: gber niml mehr für das folgende Haushaltsjahr), sodaß wir, wenn auch knapp, den Haushalt balancieren^werden. Die Einzelbdratung bleibt einer späteren Sitzung Vorbehalts, in det i Uns der Vorstand den Haushcüt.rechtzeitig vorlegein wird. ' Da aber eine Anzahl Vereine und Anstalten dringeüd die Beihilfen brauchen, beantrage ich, den Vorstand zu ermächtigen, die Hälfte der Jahresbeiträge, did von der nicht vörgegriffen wird,« wurde lder Antrag des Berichterstatters , widerspruchslos angenommen. , Dir Vorsitzende machte weiter Mitteilung über die Ausschreibung der Wahlen! zum Preuß. Landesverband jüdischer Gemeinden. Nach dem Vorschlag entfallen auf Breslap und die Gemeinden dös Bezirkes Bresläu-Liegnitz 11 Abgeordnete. Der Vörständ hat! wohl hierzu noch nicht Stellung genommen. (Geheimrat Goldfeld vom Vorstand bestätigt ' dies). Es empfiehlt sich, diise Wahl, die hm 7. Dezember 1924 stattfinden soll, mit der Wahl der IfepräsentanteN zu verbinden, schlimmste für die! bis chackn ist, wohl das Judengefetz von 1847 aufgehoben. ~ Gqheimrat Goldfeld vom Vorstande macht darauf auf- Mändatsverteistlng nach dem Rundschreiben Landesverbandes anders sei als nach der im Berliner Gemeindeblatt. Welche Festläßt sich nichH feststellen. Auch ist eß für merksarsi, daß die des ■ Preußischen Bekanntmachung setzung später sei Breslau nicht praktisch, .mit den i Gemeinden Breslau-Liegnitz zusamni .en zu wählen. Gänzlich verfehlt erscheint mir der Vorschlag, daß Oberschlesien und die Provinz Sachsen einen Wahlkreis bilden sollen. Der,Vorstand muß sich über die Antwort auf die Wahlvorschläge erst noch schlüssig machen. Jacobsohn hält ebenfalls ein Zusammen- Rehtsamoalt schlesien gehen von Oberschlesien und Sachsen für unmöglich. Oberist immer regung entgegen. __ j Antrag stand ist dieser Anregung gefolgt und hat einen entsprechenden zunächst sionierung zum erftatterß, Rechtsanwalt! genommen , , ........... selbständig aufgetreten und hat ein besonders scharf onsgeptägtes Zusammengehörigkeitsgefühl. Auch die Gemeinden des Bezirks Breslau-Liegnitz kann man nicht mit Sachsens zusammynkoppeln, weil jeder Zusammenhalt fehlt. daß die Gemeinden von Mittel-, Niedereinen Wahlkreis und die Groß-Gemeinde Breslast für sich einen besonderen. Wahlkreis bilden. Geheimrat Goldfeld nimmt für den Vorstand diese An- (Anmerkung der Schriftleitung: Der Vorr beim Preußischen Landesverband gestellt). Darauf begain die geheime Sitzung.' In dieser »uO die Voistandsvorlage betreffend das Gesuch Hilfskantors Schampanier von der Neuen Synagoge um P*l- Oktober 1924 auf Antrag des BerHt- Dr. Cohn, ohne Aussprache M- Dasiach kam fänger Borin als der Antrag des Vorstandes, Herr» ersten Kantor der Neuen SynaßstGe lPdnehmen, unter! Vorlegung eines Bertragsentwuttzs Beratung. Berichterstatter: Justizrat Breslauer, zweistündiger Aussprache das Für.und Wider dieser erörtert iwar, wurde der Antrag des Vorstandes mit Abändetungen!detz Vertrages angenommen.