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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-10-27 · 178 (27.10.1922) · p. Seite 318

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
178 (27.10.1922)
Date
1922-10-27
Page
Seite 318 (sequence 2)
Language
German
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318 \ selbst des Trostes bedürfen und Anderer Tränen zu trocknen. wim wir an uns enipfinden. wie bitter die Tranen des Kummers sind. — In wichen stunden erinnert Euch immer der EZemeinde, die Eure Galvii der von Euch ge wollten '-Ik'ftimnuinii zuführeil ivird. Erist geplant, jede einzelne S'.istung mit dein Rainen des Spenders oder derjenigen Person, zu deren Ehre sie eirichiet wird, i» ein goldenes Puch einzulragen. das angelegt norden soll, uin das Andenken an die gute Tat zugleich mir der Ehrung des A'ainens für alle Zeit feftzulialten. » In ülwraus dankenstoerier L^eije hat ein kürzlich von der Kanzel erfolgter Aufruf schon Widerhall in den Herzen kiniger Elemcindeglieder gesunde», die durch Zmvendung großer Siuunien den Grundstock zu solcher Hilfstätigkeit gelegt haben. Es bleibt aber noch sehr viel zu tun: denn die Rot ist grof; und unsere Aufgabe schtvcr. :iur Perwaltung solcher Stiftungen l«creit. bitten wir. gefällige die Angelegenheit belrcssende Mitteilungen, sowie lleberweijungen (.ltplere aus unser Postsclw'ckkonto Ar. l-'v-iti») an uns gelangen zu lassen, indem >vir allen diesen Wohltätern schon jetzt unseren ivärinslcn Tank aussprechen. Vorstand der Llinagogengemeindc Slöln. Kölner Nachrichten ' Tie (Veier des 70. Geburtstages von Herrn Geheimrai Tr. S. Apfel gestaltete sich zu einem Feste, an dein dw Ezenieinde Mölu innigen, Anie't nahin. Im Gottcshnusc richtete Herr Geincinderabbiner Tr. Kober herzliche Worte an den Jubilar. Er führte etwa folgendes aus: „Tic Lehre, die uns Mose geboten, ist ein Erbteil der Gemeinde Jakobs." Ties ist der Jubclion. der heute unser aller Herz erfültt. die wir im Golleshause uns zujammcngefundeii habe», dies der Inhalt unserer Festesfreude. Tie Reihe der Feste ist geschlossen, aber das heutige Simchas Thorafest lägt die Freude noch einen Xiip in unsere» Hülle» iveilen. Wir habeit die Thora zu Ende gelesen und einen Augenblick die Fahiie ül>er das unbekannte Grab Mojes zur Erde niedergejenkt. um sie im nächsten Augenblick tviedcr hoch zu halten. Tenn wir hörten das Ehajak. Ehasak sei stark, sei fest, wir scharten uns aufs neue um die Thora, um sie vo» vorn zu beginnen und erneut in ihr Mraft und Stärke. Akachl und Licht zu finden. Ja Heil denOMeisichcn, der jahraus, jahrein ihren Legen verspürt. „Heil dem Manne, io sprechen wir mit dem Pjalmisten. der in dir seineraft findet, dem deine Bahne» i» das Herz geschrieben sind. Sie ziehen durch das rräneiiial und wandeln es in einen Segensquell um... Sie schreiieil von Mmir zu Mrnft". Teshalb dürfe» 'wir diesen Tag nicht vorübcrgehcn, lassen, ohne des Wirkens eines Mannes Erivähiitlug zu tun, der heute das siebente Jahrzehnt seines Lebens vollendet. An ihm sind die oben angesühuen Psalmivorte zur Wahrheit geworden. Tie Goueslehre verlieh ihm Krast und Stärke. Ihre Bahnen sind ihm in das Herz geschrieben, den» er zog durch ein Tränental, ivandclie es aber in einen Segensqucll um. Sein Leben und Wirken gereichte nicht nur ihm. sondern auch unserer Gonesgeineinde und dem Gejaintjudenium zur Ehre. Aichis Jüdisches ist ihm und seinem Hauie fremd. Trotz starker Inanspruchnähme in seinem Berufe durch die leidende Menschheit gehörte er zu den in unterer ^eit gewisi nicht zu zahlreichen Männern, die mit voller Tatkraft sich in den Tienst der jüdischen Allgemeinheit stellen. lltzter seiner Mitarbeit ist dieses hcrr- \ liche Gotteshaus entstünde» und seiner Bestimmung übergeben Ivvrden. Bis vor wenigen Jahren hat er als Bor- » sitzender unserer Religionsichultvmmission das Unterrichtswesen unserer Gemeinde mit beiligem Eifer gefördert Als Leiter des Prvvinzialverbandes rbein. Simagogengemeinde» hat er in den kleinen Gemeinden den Sinn für die unendliche Bedeutung und den sittlichen Wert unserer Religion zu wecken gesucht, den Trägeril det Unterweisung sein liebevolles Imcresie geschenkt, und immer wieder dafür sich eingesetzt, das; auch der Heranwachsenden Jugend Kraft und Stärke werde. Toch damit nicht genug, überall, wo es galt, in den großen jüdischen Organisationen inilzuarbeiten, fehlte unser Jubilar nicht: für Bersöhnung. Bereinigung < und Zusammenschluß der deutschen Iudenheil hat er sein Leben lang gewirkt. Im alten Israel wurde im Laufe der Laubhüiienlage das Fest des Wasserschöpfcns mit übcrjchäumender Freude gefeiert. Iling und alt, hoch und niedrig, das Volk und der Gelehrte nahmen an ihm lebendigen Anteil. Tie einen sprachen nach dein Berichte des Talmuds: „Heil unserer Jugendzeit, unser Alter braucht sich ihrer nicht zu schämen." Tie jo sprechen konnten, das. waren die Frommen und Männer der Tat! Verehrter Herr Jubilar! Zu 'diesen Männern der Tat zählen auch Sie. Heute, da Sie Ihre 70 Jahre vollendet und zurückblicken ans die vergangeneil Tage, dürfen Sic auch ohne Ueberbebung sprechen: „Heil meinem Alter, es braucht sich meiner Jugend nicht zu schämen." Tenn durch Ihr ganzes ' Leben, durch Ihre Jugend >vie durch Ihre Manneszeit und Ihr Alter zieht sich tvie ein roter Faden die Liebe zu unserer Lehre, die Treue zu unserem Judentum. Als Mann des Wissens und der Tat haben Sie das Tränental. durch das Sic wandern mußten, in eine Segensquelle umgcwandelt. Alle die an Sie als Arzt sich wandten, alle Kreise des ' Judentums, denen Sie vorbildlich sind durch Ihr warmes herzliches Interesse für die jüdischen Angelegenheiten und nicht zuletzt Sic selbst und Ihre Familie haben dies deutlich verspürt. Teshalb hat auch unsere Gemeinde Sie glicht besser zu ehren geivuszt am heutigen Tage als dadurch, daß Sic Ihnen die Würde des Chassan Thauro übertragen hat, Ihnen, dem das Judentum Stärke und Licht gewesen und der Sie selbst unablässig mit Kraft für unsere Lehre ein- > getreten sind. Wsaus habrochoh, darin liegt der Segen Ihres bisherigen Wirkens, dasz es Sie beglückt und ermutigl zu weiterem Schassen, daß Sic. um die Psalmenwortc zu gebralicheu, schreiten von Kraft zu Kraft. So lautet denn auch det herzliche und innige Wunsch, den ich Ihnen aus dem Gotteshaus^ für Ihr lveiteres Leben entbiete: uchjomccho dotvecho. Möge auch Ihrem Alter die Frische nicht fehlen, möge alles Leid Ihnen und Ihrem Hause fern bleiben, mögen Sic sich reichen Glückes in Ihrer Tätigkeit und in Ihrer Familie auf viele Jahre hinaus erfreuen. In der Wohnung sprachen Herr Gemcinderabbiner Tr. Rvsenihal und Herr Siegfried Simon für den Provinzialverband, Herr B. Feilchenfeld für die Wohltätigkeits-. vereine und Herr Rechtsanwalt Tr. Eliel für die Rheinlandloge Tank und Anerkennung aus. Ter erste Vorsitzende der Gemeinde, Herr Emil Blumenau überreichte ein herzliches Schreiben des Vorstandes der Shnagogengemeinde. Herr Gcheimrat Tr. Apfel dankte allen mit gerührten Worten. ' 1 Gottesdienst. Stöln. W o 11 c 3b i c n ft. Freitag, 27. Ctlobev, abend» 5 Uhr, Sonnabend, 2w Oktober, morgens ft Uhr, Minchn ft Uhr. Jugtndgooesdienst ft Uhr sRoonstr.s; Sabbatansgang 5,50. Wochentage! morgens 7,10; abends OUvckeng. 4,45, Roonstr. 7,20. Barmizwa: Lohn von F. Herz, .Königvplatz 14 sGlockcng.j, Sohn vo» C. Altschnl, Fnlicherstr. ft (Wlorffiig.). Der FestgattcSdienst anlässlich de» 25jährigen AmtSjubilium» unsere» Herrn Gemeinderabbiners Dr. Rosenthal findet am Freitag den ft. dlov. um 5 Uhr'in der Synagoge Glaikrngasse statt. Spendeneingang. Nkraine-HilsSwerk. Anlählich einer Simchas-Thorafeier in ttöln gesiislel von ). Feldman» M. 1000, A. F. Glaö 500, Schiss :>oo, Friedman» 500, Vevsowilsch 500, Scharwinski 300, Abr. OtiaS ft>>0, Sitbcrstcin l00, Gradmann 100. Nus. M. 3800. Berichtigung de» Ausweise» in dir. 167. Salamon Winter, wempten, für Hren in Biersen M. 500.

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