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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-10-27 · 178 (27.10.1922) · p. Seite 319

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
178 (27.10.1922)
Date
1922-10-27
Page
Seite 319 (sequence 3)
Language
German
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fterm Kajemelh. Zentrale für Ttheinland und Westialen Bonn, ttarlstr. >1 p»fis»rcklont»:»tt»ln?lr «rs» BichardApptl. Sonn" Oer Keren Kajemeih bezweck« den Srwerb von Srund und Boden tn Ci reg Israel zur Anstedlung lübischer Arbeiter. An unsere Vertrauensleute!! Tie Konferenz der rheinisch-lveftfäfischen Vcrtraucnsleuic. die am 29. Oktober in Bonn stoltfindcn sollte, in«h leider um mindestens einen Monat verschoben norden. Ter neue Termin wird beizeiten bekannt gemacht. * Wir bitte» unsere Vertrauensleute, besonders auf die Baumspende ihr Augenmerk zu richten. Es gibt fast keinen Juden mehr, der nicht die Wichtigkeit unserer 'ArlKMi, die über den Parteien steht und für die sich die neutralen Jugkndr>erejne letzthin wieder ausgesprochen haben, anerkennt. Jeder einzelne Jude sollte mindestens einen Bauin im Lande der Väter für den Betrag von 100 Mark pflanzen lassen. Dom Schauplatz unsrer Arbeit. Auf dem Land des Keren Kajcmcth '). Am H a r- Z o f i in. auf dem Gipfel des Berges, von dein aus einst T i t n s die Belagerung Jerusalems geleitet hat, wenige Meter von der Residenz Herbert 2 n m u c I * entfernt, hat der Keren Kajemeth den Boden für die helnäische Universität erworben. Weit schweift von dieser Stätte aus der Blick: zum Greifen nalw tauchen die Gebirge Moabs in das gleitzcnde Licht des blauen Mittags. To klar und rein ist die Luft. Schön ist der Blick vom Har-Hazofim nach Osten und Rorden: schön ist aber auch der Blick auf die heilige Stadt, die uns zu Füsten liegt. Gewaltig dehnt sich Jcrujaleni nach allen Teilen aus, nach Westen längs>der Jafsa-Slraste gegen die Siedlung von K i r j a r h - A n a w i m, nach Südweste» gegen das christlich-mohammedanische Tors Ei» Earem, in dessen stcähe jetzt zireihunderl jüdische Familien ein neues Stadtviertel bauen, und gegen Süden, >vo in T a l p i o t l> eine neue jüdische Stadl entsteht. Längs der Snasie nach Beihlehem liegt hier jüdischer Besitz: 1 ,»00,000 Pick, das ist über ein Onadraikilometer, wurde hier langsam von der Anglo-Palästina-Bank und dem Keren Kajemeth erworben: rasch folgten andere jüdische Körperschaften diesem Beispiel. Ter gröszte Teil des Terrains ist schon vergelte». in ivenigen Wochen iverden die ersten dreiszig Häuser des neuen Viertels seriiggestellr iver- .dcn. TaS Hauptbureau des Keren Kajeineih. das nach Erez Israel übcisiedelt, hat sich hier niedergelassen, und es scheint dem Keren Kajemeth bestimmt zu sein, hier in Jerusalem ein Werk von gleicht Bedeutung zu schassen. >r>ie es die durch ihn vcranlastte Gründung von Tel-Awiw war. Talpioth wird d^as jüdische Zentrum Jerusalems iverden. * \ Hai der Keren Kajemeth durch die Käufe städtischen Terrains iu Jerusalem einen Schritt gemachl. dessen ganze Bedeunrng dem Fernstehenden erst später verständlich iverden wird, jo hat der Kercn^Kasemekh durch ein anderes Werk, durch die Gründung von Kirja t h>- A u a n» i in eine Tat verrichtet, deren für Jerusalem jegensreick e Früchte schon in »'eiligen Jahren tausendfach alle Mühe» und alle pekuniären Opfer lohnen werden, die die Gründung dieser Kolonie verlangt hat und noch verlangen wird. Auf der Landstrasze, die nach Jaffa füfnt, fahren nur kaum eine halbe Stunde im Autoniolül bis wir nach Kirjath-Anawim, der alten T r a u b c » st a d l. foinine». Tie Strafte ist herrlich schön. Im eigentümlichen Kontraste »t diesem modernen Leben, das mit »0 und (iO Kilometer E^eschwindigkeit einhcrjagl, stehen die gravitätisch.schreiten den Kanielkaraivanen. die sckreu den Automobilen auslvcichen, stehen die vielen Esclreiler, die halb schlafend aus ihren geduldigen Tieren einherlral>e», stehen die hohen stattlichen Arabergcstalten auf leppickrgeschlnückrcn Sätteln aus dem Rücken kostbarer Araberpferde, aber auch die vielen Fustivanderer — Ehaluzim und Ehaluzoth — die nach Jerusalem ziehen, um dort Arlvit zu suchen oder von Jerusalem kommen, um das verhatzte Stadlleben »'jeder mit dem in einer Kivvzah vertauschen zu können. Alle al>er. die an Kirjath-Anawim vorbeizichen: Araber und Juden. Europäer und Orientalen, iverfcn einen spähenden, zuerst neugierigen und dann staunenddii Blick auf die Felder dieser Siedlung, die ei» Shmbol wurde. Viele Jerusalemer Bürger wandern einmal bis zweimal im Monat zu dieser Farm. Zuerst sulnen sie her, um über den Wahnsinn zu lackwn, der den K e r e n K a j e ineth befallen haben mutzte, dass er glaube» konnte. Kirjath-Anawim sei koloniesierbar. Tänn, als die Arbeit ansing, kamen sie. um zu sehen, tvie rasch sie »'jeder eingestellt iverden »mrde. Und nun sind noch nicht zivei Jahre vergangen, und Kirjath-Anawim wurde eine Mustersicdlung, die sich schon selbst erhält. Hierher führt man jeden, dem inan zeigen will, ivas jüdische Arbeit aus wüstem Lande machen kann. Kiijalh-Anat'.äiu ist nämlich Wüste. War es. mitft man sagen. Ich führte einmal einen Freund nach Kirjath-Ana »•im, indem ick, ihm zuerst dir noch »icku urbar gemachten Terrains zeigte. Er meinte daraufhin, das; das eine sehr oestinde Gegend für Eidechsen sei» müsse. Er »wllle aber nickt glauben, das; in dieser Gegend auch Feldmäuse sort- (011111»'» könnten. Er meinte, es nchsie diesen Tieren hier zu einsam sei». Zu einsam und viel zu steinig. Es sei hier entschieden nichts für Mäuse, die cnoas auf sich halten. Tann siiluie ich ihn um einen Berg herum und zeigte ihm die jüdinbe Siedlung: Weingärten. Gemüsegärten. Waldpslanznngen. Baumschulen, Rinderherden. - schöne Wirtschaftsgebäude. Geflügel. Bienenzucht, eine Automobil-- sl.rasie, die in die Siedlung hineinsübri und sie mit der v't'orünviV verbindet. Blumengärtchen vor jedem Häuschen ... Tie Siedlung des .Keren K a j e in e t h. lind mein Freund verstümmle K'i dsejeni Anblick. 2-fii»' Augen ivaren gras; und staunend und dann . . . ei» bi sichen seiickl .... v Ter Stellvertreter des High Eominissivners. Sir Wind- I» in T e e d e s. irar vor einige» Woche» ebensalls wieder in Kirjaib '.'lnaivini und jagic am Ende der Besichtigung, er habe vier in Kirjaih-Anawiin gelernt, das; für jüdische Arbeiter nichts »»möglich iei ..." R'acb den! Eiiiivürie» des glosie» englischen Siädie crbaners Prof.! e d d e s soll auf den Gipfeln der '"in Me: er hohen Berge von Kirjakh-Anaivai» eine Galten üadl von eilra -">>«> Häusern enisiel:en. Ein Viltenari in der gesündeneci LaVe Palästinas, ^eine halbe Stunde Anio f;ilu: vom Ml'»'Hündischen Meere entfernt, befiel, blauen Spiegel man von dein höcksie» Gipstl von Kirjail'-Ana»>iin aus in der Sonne 'chiniweru siebt. Hier iol>ei> Sc'ü.norie.i fär die erlrolungsbediiAkiaen Städler Jeru'aieius entstehen, liier aus dein Boden des Keren K ijenielb >ollen sie in den Hoisten Son'.ine'.inonaeen Schaue» »nd Kühlung finde». Von dem Gesamlierrain von Kirjalh-Anaiviin. das tiXtci Tunai» unif.isit und in de» nächste» Tagen wabr scheinlich noch uni :!«»> Tnnani erweitert werde» ivird. gab der Ke'.en Kajemeth '»nächst eiiva!">«« bis >>"»> Tiinam einer Gruppe von enva Arbeitern und Arbeiierinnen dirun'er 1 <> El epaare' in Erbpacht. Tie»' Arbeiter er Icielie» zu ihrer Einrichtung ein Tarlehen vom Keren He jessod und autz^rdem eine Vcrc^iuiiig vorn Keren Kajemeth!> VIud der Wicnci Morgenzeiimig lgctarzit.

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