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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-08-11 · 167 (11.8.1922) · p. Seite 252

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
167 (11.8.1922)
Date
1922-08-11
Page
Seite 252 (sequence 4)
Language
German
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\ der UX) 'JJi'ctci Smijelloni für Senioren und Tomen wurden durch imicre Mitglieder. Turnbruder Kochmaiin (11,2 Sek.) und Turitschwester Tino Meller (14,2 Sek.) in überlegener Weise gewonnen. Ter Platz in diesem Nennen belegie Turnidmcfter Hedwig Simons. Auch der Weitsprung für Tomen soll ebenfalls Turnschwester Hedwig Simons ols erste und Turnschwester Eilst Schönholz ols 2. Siegerin. Guter Erfolg wor mich unserer Jugend- 21 b t e i 1 u n g 1«eschiedeu. —?ln dieser Stelle bonfen wir iiochinols herzlichst der Düsseldorfer Sportgemeinde für die 1»erz>ick)e 2lus»ahme und Perpslegung der Teilnehmer. — Tonf dem eifrigen und sststemalischeii Neben und unserer reichen Erfahrung ouf sportlichem und turnerischem Gebiete wor es uns möglich, diese schönen Erfolge zu erziele». Ter Zugang vieler neuer 'Mitglieder läßt erkennen, dos; mnn unserer Töiigkeit ouf unserem Gebiete immer mehr Interesse eiugegenbringi. — Wir fordern die gesomle judisilie Jugend ouf, unseren Reihen lwizutreien und unter bewährter Leitung den Mörder zu kröstigen und somit in unser»! Sinne für dos Judentum mitzuarbeilen. Tiejenigen ober, die nicht mehr oliiv milwirken köiineu/mögen sich uns ols Freunde und Gönner zeigen, indem sie uns moralisch und finouziell uulerstiitzeu. — 3iibifdjcr Turii-Perei», Möln. Slödlische Volksschule Lüpowstr. Die Boieniasche Oer verspottete Spötter. Die*Be>vohner Jerusalems standen im Rufe, große Geistesschärfe, Fertigkeit und Gewondtheit in geistreichen Antworten zu besitzen. Die AthenieiUer rühmten sich der nämlichen Vorzüge und mochten ihnen vor allen andern Völkern diesen Nuhm streitig, und es entstondeu doraus öfters sehr libhoste Wettstreite und schlimme Zänkereien. Ein Athenienser, der sich einmal aus den Straßen Jerusalems Herumtrieb, schaute allen mit einer herausfordernden Miene ins Gesicht und zog mit höhnischen Geberden den angeblichen Scharssinn der Einwohner ins Lächerliche und Spöttische. Mehrere Vewohner standen beisammen 'undZ berieten, wie sie dafür Rache nehmen könnten. Da ries einer der Gesellschaft: „Laßt mich dafür sorgen; ich verspreche euch ihn dermaßen anlaufen zu lasten, daß ihr darüber laut auflachen sollt." Es vergingen einige Monate und unterdesten begibt sich der Jerufalemitoner, der den Auftrag übernoimue» hatte, die^Seinigeu zu rächen, noch Athen; er geht auf und ab und begegnet endlich dem stolzen Spötter. Er läßt sich in ein Gespräch mit ihm ein und weist so viel zu tu» und zu sagen, dost der andere ihm Gastfreundschaft anbletet und sich ihm mit vielem Vertrauen hingibt, ihn einige Tage in sein Hauö^aufniinmt und ihn immer durch .die Stadt "begleitet,.um die bemerkenswertesten Dinge in Augenschein zu nehmen. Aus einem dieser Gänge zerreistt eine Sandale au einem Fuße des Israeliten. Dieser geht mit dem Gesähitiu m einen Schusterladen und wirst eine goldne Münze als Preis für eine neue Sandale auf den Tisch. Der Begleiter reißt die Augen auf, schaut mit Überraschung und schweigt. Einige Tage später, auf einem ihrer gewöhnliche» Gänge, reißt die andere Sandale am Fuße des Israeliten. Dieser geht abermals mit 'dem Gefährte» zum Schuster und reicht eine andere goldene Münze für eine neue Sandale hi». Der Atheuienser, der sich nid t mehr halte» tonnte, bricht ui Ausrufungen auS, indem er schreit: „Was'? Hast du solchen Überfluß au Gold, daß du eS wie Steine wegwirfst?" „Wie Steine?" antwortete der Israelin:; „ich verstehe nicht. Ich habe den Wert bezahlt und nicht mehr." v „Den Wert? Also sind die Sandalen bei euch so kostbar?" „Sehr kostbar, so teuer, wie ein Auge; es sind so wenige, die sie machen . . . Alle haben sie nötig." „Wirklich?" fragte der Athenienfer erstaunt; „hier bekommt man sie um sehr geringen Preis. Da wäre jr ein schöner Gewinn zu machen. Wenn ich eine» Wagen voll dahin fahren würde, würdest du mir beim Verkaufe Helsen? Glaubst dii, daß ich einen guten Nutzen daraus ziehen könnte?" „und waö für einen l Tue eS immerhin; nimm deine Ware zusammen, begib dich nach Jerusalei», und zähle auf mich. Aber gib wohl acht, daß du nicht in die Stadt hineiugehst, bis du mich davon in Kenntnis gesetzt hast. Ich werde sogleich kommen, dich abzuholen und dir jede Auskunft gebe», die dir nützen kan»." Der Atheuienser, sehr zufrieden ivegen deS Glückes, das ihm bevvrsteht, wildes sich nicht enttchlüpfen lasten. Er schafft so viele Sandalen zusammen, als er »ur kann und bekommt einen Wage» voll und bildet sich schon ei», mit dem Wagen voll Gold zuruckzukehreu. Angekonnnen an den Toren Jerusalems, läßt er den Israeliten benachrichtigen, der schnell herbeikvmmt und seinen Gast freundschaftlich grüßt »»d hierauf also zu ihm spricht! „Bravo, du hast wirklich einen guten Augenblick getroffen, eS war nie so große Teuerung wie jetzt. ES ist aber ei» kleines Hindernis vorhanden, eine Förmlichkeit, ein Nichts; eS darf aber nichts schaden." „Von welcher Förmlichkeit willst du mir spreche»?" „Siehe, seit kurzem würde hier ungeordnet, daß alle Kausleute und Handwerker ihre Kennzeichen habe». Für die Schuhmacher wurde bestimmt, daß sie den Bart rasiert und das Gesicht geschwärzt haben. Es ist Gesetz für alle. Wenn du dich dem allgemeinen Gesitze uuterwersen willst Der Atheuienser denkt bei sich: „Was für ei» großes Unglück! Der Bart wird wieder wachsen, daS Gesicht wird wieder weiß werden. Um einen schönen Schatz zu verdienen, ist das ein kleines . . ." In der Tat, nach einigen Stunden geht der Athe> nienser ganz enthaltet und ganz schwarz mit seinen Sandalen in die Stadt. Bei diesem Anblicke fangen die Vorübergehenden an, stehen zu bleiben und betrachten ihil und lachen; die Menge drängt sich, umringt ihn und rust aus: „O, waö für ei» schönes Gesicht! Schau, schau I Wo kommt der her?" Und alle platze» vor Lachen. Anfänglich achtet der Atheuienser nicht darauf und bietet seine Sandalen zum Verkaufen aus. „Um ivelchen Preis?" fragt man ihn. „Eine Goldmünze das Paar." „Er ist ein Narr, er ist ei» Narr," schreien alle, und alle foppen ihn um die Wette. Der arme Verhöhnte sieht unter der Menge seinen Israeliten und sagt ganz traurig und bestürzt zu ihm: „In meinem Hause wurdest du ganz anders aufgenom« men." „ES ist wahr," antwortete der Jerusalemitaner. Aber daS ist nur eine Lektion; du wolltest uns verspotten und du selbst wirst verspottet." Rabboth Echo S. 61». * J Der gefällige Rhythmus. Herr David Bloch hat sich eine Villa auf dem Kahlenberg bei Wien bauen lasten. Ein Bekannter fragte ihn: „Da geht doch die Zahnradbahn dicht daneben, stört Sie den das Geräusch nicht zu sehr?" „Das Geräusch ist mir sogar höchst angenehm, denn es begrüßt mich immer mit meinem eigenen Namen. Wenn die Bergbahn nach oben fährt, macht sie: Bloch! — Bloch! — Bloch! Und wenn sie runter fährt, macht sie: Dovid'l! — Dovid'l — Dovid'l!" *

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