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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-07-28 · 165 (28.7.1922) · p. Seite 234

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
165 (28.7.1922)
Date
1922-07-28
Page
Seite 234 (sequence 2)
Language
German
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234 \ jl'Mid) oryolu’ii, wenn inan sic vom zehnten Jahre an bis Minag. vom dreizebiue» bis zum i'lbenb fasten ließe, sie lehrte. luuuu'vn zu w o l l e n. einmal an einem einzigen ^age. in «^.'danken an die armen Würmer, die dort unten I'uiuurn m ü i! e n, und die Eriparnis des verwundenen Ostens lenen zuzuwenden. denen die Glut des tvahreu Hungeis in den Eiugcweideu breniu! TaS hieße ich noch, fiel, i'elbit er-ieben. wenn man am Lage Jerusalems seine» Baustein gäbe in den reinen Tempel opfernder Menschenliebe! Iraner ist gaiuiäuS, ist keine Reue dabei. Neue ist aarniei'i-.-, ist te>» Tpfcr dalvi. Der Jüdsicke Bote ruft darum ieine Leier auf. den ,vaslia«i des!>. Aw. zum wahren £ p f e r > a g für die Ukraine zu mache». bis ist ein Geheimnis in der jüdiichen Trauer, die ohue :!ieue nudeiubar ist. Tas Geheimnis einer ganz verborgenen. unrerirdiichen Freude. Turch seine "Heue überwindet der?>ude die Iraner, den» in ihr ruht der Meint der Erneneuivg, der Wiedergeburt. In der 'lieue badet sich der schuldige Meirich seine gealierid. Seele jmni und neu. und irei euisleigi ibrem Brunnen das müde gewordene, fast erstorlene >>erz. Eine Trauer, die bereut, ist keine Iraner mebr. sondern stürmt die Finnen der Zukunft, auf" denen i iiut besseres selbst mit gebreiieleii 'Jlrmcn unserer liarri. nm neu uns WYne zu finden, zu fassen und zu hallen. wie einst in aller -seit: ..Führe uiks heim. Ewiger, zu dir. und wir wollen beimkebren. erneuere unsere Tage wie ehemals!"— o'mil (5oh». Wochenschau DetckscbkcmP. München. Ter Staatszuschuß für den Verband bo.eisicher Gemeinden ist vom Landtag aus .300000 9)1. sestgescstl worden. Ter dcmotralischc Antrag auf Erhöhung fand keine Annahme, nachdem der Kultusminister ousgeiükrl bolle, daß die jüdischen Kullusdemeindcn leistungssakig genug seien, um ihre Bedürsnissc selbständig ».decken. Auch könne die jüdische Religionsgemeinschaft els Prival Kirebengcsellschasl mit den christlichen Kirchen nicht in Vergleich gestellt werden. Berlin. Eine Konferenz aller republikanischen Parteien im Verwaltungsbezirk Wilmersdorf-Groß-Berlin bat beschlossen, daß die Königsallee im Gruncwald, in der der Rciebsminislcr Tr. Ratkcnau ermordet wordcb ist, lünslig A albe n au Allee beißen soll. Außerdem sc >l an der Mordslelle ein Ed c d c n f ft c i n für den Ermordelen errichtet werden. Tschecho-Elowalei Tie Repraieniaiiz der Prager jüdische» Gemeinde bat einstimmig den folgenden Beschluß augenomme»: „Tie stieprastmlanz erblukl im Keren Hajcssvd eine wichtige jtV bliche Fusululio». von der das Tcksicksal eines großen Teiles der Jndenben abbangt. Es ist die Ausgabe eines jeden. Fnoen. obne Aüäsichi auf ieine sonstige religiöse, nationale und poliuillie Trieiilierung. den Keren Hajessod zu »iilerstilpeu." England. London, 2.3. -stili. Ter Rat des Völkerbundes hat gestern in geschlossener Sistung das englische Mandat über Palästina gemäß dem Antrag ' der britischen Regierung ratifiziert. Ter Beschluß wird morgen, Montag, den 24. d., in öffentlicher Sistung proklamiert werden. Palästina. Jerusalem. Ter Londoner Korrespondent des „Toar Hanoi»" meldet, daß sofort nach Ratifizierung des Palästina - Mandats die palästinensische Regierung Konsuln in verschiedenen Ländern ernennen werde. Auch wird die Regierung Schrille für eine allgemeine Anleihe unternehmen und in den drei Landessprachen Papiergeld, ebenso Gold- und Silbcrmünzen herausgeben. Jerusalem, 23. Juli. Araber haben das hiesige Waisenhaus mit Bomben beworfen; zum Glück wurde niemand verlest t. Der angcrichtete Schaden ist gering. Die Veranstalter des Bomcnbenattentates konnten bisher nicht ermittelt werden. Kölner Tkachrichien Am vergangenen Donnerstag sprach in dem von der hiesigen ftdbt. Wodlsakrlslchule verauslallclen Vortragszyklus über Iugcndbc w.gung Herr Rabbiner Dr. Kober über jüdische Jugendbewegung und verstand in seinem klaren und übersichtlich ausgebautcn Vorträge eine gute Einführung in die gegenwärtige jüdische Problematik und die Versuche ihrer Lösung durch die jüdische -lugend zu geben. Der bisherige Lleucrcmpfänger und Rendant der Lynagogen» gemeinde, Herr Earl EeligmaNn, verlädt mit dem I. Oktober ds. kts. seinen Posten. Wir behalten uns vor, aus die Würdigung seiner langjährigen Tätigkeit noch zurückzukommcn. Oie Botentasche Eine prioat-Jeindschaft oder große Ereignisse aus kleinen Ursachen*). Die Feindschaft zweier Bürger Jerusalems hat den Fall der heiligen Stadt und des Tempels beschleunigt. Ein Bürger Jerusalems hatte unter seinen Freunden einen namens Kai»za. Zum Unglück hat!« ein mtbc< rer, mit dem derselbe nicht gut stand, ja vo-i dem er ein erbitterter Feind war, einen dem ersten wenig unähn lichen Warnen; er hieß Bar Kamza Der Bürger Jerusalems gab eines Tages ein großes und glänzendes Gastmahl, zu dem er die angesehenstcn Personen der Stadt einlud, unter ihnen die berühmtesten Gesetzes-Gelehrte». Da er dem Diener die Namen derjenigen angab, die er eingeladen haben wollte, erwähnte er unter den ersten -feilten Freund Äamja. Aber der unachtsame Diener, der au anderes dachte mid vielleicht falsch verstanden hatte, ging, de» Bar Kam za einzuladen, gerade den Feiud seines Herrn. Der Tisch war reich beseht und der geräumige Saal angefüllt von der großen Menge der Geladenen. Der großmütige Festgcber nahm die Ankommenden mit freundlicher und höflicher Zuvorkommenheit auf und überhäufte sie alle mit Artigkesten., DaS muntere Treiben, die frohe Unterhaltung, d'.e anständige» Scherze bildete» das Borspiel deS frohen Mahles und gossen eine sauste Heiterkeit in die Gemüter. Während alle den Freuden der Unterhaltung und deS SchmausenS sich Hingaben, verbreitet eine unerwartete und sonderbare Erscheinung die Überraschung unter die Menge, und macht auf einmal de» festlichen Tumult aufhören. Auf der Schwelle deS Saales erscheint Bar Kamza, der bekannte Feind des Festgebers. Bei dieser unerwarteten Erscheinung erblaßt der Herr, verstummt lind betrachtet mürrisch den verhaßten Rivalen. Es folgt eilt Augenblick des Schweigens und peinlicher und ängstlicher Erwartung. Endlich springt der Herr wütend von seinem Platze auf, stürzt sich seiue»i Feind entgegen und spricht mit drohender Stimme zu ihm: „WaS tvollt ihr hier? Hier ist kein Platz für euch; geht hinaus!" Der Unglückliche, der sich vielleicht eingebildet hatte, daß die unerwartete Einladung einen Wunsch der Eintracht und deö Friedens bedeute, geriet bei jener Aufforderung in Staunen und Schrecken. Bergebxnö wollte er das Zeugnis deS Dieners anrufen, um darzutun, daß sein Kommen nicht eine Beschimpfung deS Herrn sei, sondern ein Folgen seinem Ruse; der Herr wiederholte drohend seine Aufforderung. •) AuS bei» Bliche der jüdischen Weisheit von Giuseppe Leich: Parabeln, Legenden und Gedanken aus Talmud und Piibrasch.

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