Mannheim
Compact Memory

Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-07-28 · 165 (28.7.1922) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
165 (28.7.1922)
Date
1922-07-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/3947615-6435934-6437336--1734-3949193
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

JÜDISCHER BOTE »tkrfchei»» |«k*» Freit», v»z»,« Preis t'»M. m»»atlich. Z» krziehe« »,rch si»ltichc Postämter »der d«rch »r« V»rr»ue,laß t» V,»». VOM RHEIN Jüdisches Volksblatt 8»tei»r»p»etS:1«N kl»8x30 mm breite Zeile. Dir Seite »»satt Kl« Zelle«. <t»stsche«kk»«t» vote»- »en«, «.» « H.llil» «r. 74747 HerouS-rgeben von Rabbiner Nr. «mit Lohn, Sonn. - Schrlfileitung und GrschttstSstell«: Sonn. Srüdergaffe 51 - Telefon 29JA Pummrr 165 Köln. 88. Juli 1SS2. — 3 AS 8682 4. Fäljiijlllltz. Sfaäi Llkraine-Hilfswerk! »»»»»,« x 6. Spendenausweis. \ Aachen: Rubens 100, Stern 500. Bedburg: Katz 150. Bonn: Silberbach 500, Teicher 100. Butzheim: Herz 100, Marx 20, Moser 50. Crefeld: Blumenthal 100, Kaufmann, van Leuwen, Mendel, Weinberg 150, Lindheimer u. Goldschmidt 300, Düffeltwrs: Dr. B. 100, Bogdanow 25, Loeb 100, Rosental 50, Tarrasch 200. Elberfeld: Cappel 300. Erkum: Spier 20. Euskirchen: Wertheim u. Breschinsky 1000. ßranffuit: N. N. 300. ' Glehn: Siegfried Winter 100. Grevenbroich: A. Löwcnstein 50. Gürzenich: Abr. Kamp 50. Hamm: Leop. David 100, M. Hirsch 200. Hilden: Dr. Baehr 100. ' Hörde: Sann Roth 50. Kempen: Simon Winter 300. , Kirchen: Jul. Moses 60. Kirschseifen: Em. Kaufmann 200. Köln: A. H. 100, B. u. C. V. 100, Butterwieser 100, Dk. Cahn 100, Epstein u. Zwarh 500, Frommer 200, Horenezyk 300, Dr. Levison 300, M. Levy 50, Plotke 300, Schwarz 1000, Smirka 200, Sommer 300, Wolfs 100. Langweiler: Isr. Synagogengemeinde 100. Meckenheim: Sally Berlin 100, Mendel 50. M.-Gladbach: Reinemann u. Co. 1000. Nettesheim: Marx 60, Strauß 50. Niederemmel: G. Leib 20. Nümbrecht: Eng. Goldbach 20. Saarbrücken: Baum 200, Moos IW, Sänger 1250, Schauder 300. Schweich: Salm 20. Stommeln: Jos. Heidt 200. Trier: Hcilbronner 50, Levy 2W. Zusammen: M. 12 745.— 1.—5. Spendenausweis: M. 60 656.— Insgesamt eingegangen: M. 73401.— Die Sammlung wird fortgefeht! Geldspenden sind zu richten auf das Postscheck-Konto «Boten-Berlag G. m. b. H. in Köln", Amt Köln Nr. 74747 >»it dem Vermerk „Ukrainc-Hilfswerk". Opfertag für die Ukraine. Donnerstag den 3. August ist der Fasttag des 0. Ab. Aer es ernst meint mit seiner Hilfsbereitschaft für die Ukraine, der faste auch an diesem Tage und wende die Er- Il'arnis unserm Hilsswerk zu. Tifcho boaw S6S2 ] Trauer und Heue WaS seufzt der Mensch, solang ci l,t>>'/ — ein jeder seufze „der seine 2iinb>'ii! sfüdre n»S inniger, zu bir,- und wir wolle» heimtehren, erneuere nnsere Tage >vic ehemals! itlagelieder Ier>i»iaz. Diese beiden Worte der allen Eicho. die wir Wilb wieder singen und schluchzen werden, sagen uns etwas sehr Tiefes und sehr Eigenes vom Judentum. Es gibt ein alles Wort unserer Weisen, dag nirgends die Furcht jo in der Liebe und die Lielv so in der Furcht sei wie vor Gott. Ihm könnte man ein anderes ebenso wahres zur Seite stellen, indem man sagt: Nirgends ist und war jemals in der weilen Goiiesueit die Trauer jo in der Neue und die Neue so in der Trauer wie im Judentum. Die Art. wie der Jude seine» Toten lw'wcint, erinnert an die Weise des Versöhnunglages. und dag er am Versöhnungstag gleichivie am 0. Äw fastete, gab seiner Buge ebenso wie seiner Trauer ihren letzlen Sinn. Stets wandte der Jude feine Trauer zurück auf sich sölbst und überwand sie, indem er sich die Brust und Hüile^i'chlua. Die reine Trauer König Davids um sein verlorenes Sühnlein stand ihm als ein Sinnbild immer vor Augen. Und sleis war ihm Neue nichts anderes als sein K'addisch über das verlorene leisere Selbst. daS er be tv.uertc und init heißen Tranen wusch. Da dies aber jüdisches Wesen ist. sollte »ich, für den Juden daraus eine eigene Erfassung dieser harten Z e, l erwachsen. in der nur lelx'n. und eine Ueberwindung der Zeit? Wie einst der graste Prvsei, so sitzt heul die gan/.e Menschheit auf den Trümmern -er Welt, jeder singt seine Ieremiaden. und des Elestöhns ist kein Ende: Aber — ..WasZeufzl der Mensch in, Leben? — Ein jeder seufze iiK’r seine Sünde»!" Erst n>enn die Trauer über die gebrochene Well zur Trauer über uns selber, ivenn auS der großen Schuldlüge eine große Schuldwahrheit geworden ist. für jeden einzelnen dieRLahrheit seiner Mitschuld an dem. ivas alle gesündigt haben, wird die Menschheit wieder zum Frieden genesen. Trauer ohne Neue ist tote Trauer. -- Mehr als alle Welten liegt heute die jüdische Welt in Trümmern. Wie sehr, lehrt ein Blick in den dunklen-Lsten hinein. An diesem Tischo boaw liegt uwere Vernüstuna auf den F-elder» der Ukraine, auf den Ställen der Pogrome, auf der Bluifährte des fliehenden. wauderu den Ostens. Wem hat nicht das Herz beim Anblick der armen Kinder gezittert, deren Bild >vir letzthin brachten? Wer war da nicht traurig bis ins tiefste Herz hiueiu? Es wäre wirklich einmal Zeit, dast wir am Tischo boaiv sasteien. Ist dieser Tag nicht wie geschalten dazu, ein Lpserlag für die Ukraine zu werden? DaS hieße ich noch. Kinder

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.