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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-07-21 · 164 (21.7.1922) · p. Seite 226

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
164 (21.7.1922)
Date
1922-07-21
Page
Seite 226 (sequence 2)
Language
German
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' - V iiiiuinuinnumLiiii Viele unserer Leser haben gegeben, die meisten noch nicht. Wir mahnen euch nochmals. Seht hier bas Bild: Go sehen jüdische Kinder der Ukraine aus. Nun schaut auf eure eigenen Kinder, und sofern ihr noch nicht, eure Pflicht getan habt, lut sie jetzt und gebt, gebt schnell, gebt viel, damit die Verhungernden gerettet werden! ‘I Hl II IMttWIHMBmraHfir die Mensche» sind, die sie scl,licRcu. itmio unglücklicher »ms; solche Ehe »»erden. Rur flache Meiijchcn. denen Liede »ich! diel mehr als bieschleckiilichkeit oder b^cwöhnung, nnd Glück nichl viel anderes ul* 'Wohlleben in. rönnen solche Ehe ertragen. Das eben ist die verruchte Welt, in der wir leben, die Well des (Geldes, und der Maschine, der Technik nnd der Vernunft: Diese Welt glaubt inmitten ihrer ..Fortschritte", tmf; alles* „sich machen" läszt. und also auch Glück nur ein Machbares unter Machdarein ist. bMiiif, der Goldklang de» srcrnebeiäien Himmels. al»er läf;t sich nicht niachen. sondern — wächst, wachst im dedendcn lange seines heileren Tags. Das mit btelt». Moftiimen, Perlenketten, '*1 nftevn und 2t ft aus der einen, mit Trägheit, Gewöhnung. Bernfslast ans der anderen 2fitf gemachte Wliicf nbciiafieit toir den Flachsübligen nnd seelenlosen, den Menschen der Ebbe und nicht der Flui. Linien überlasse» wir auch gern die Mischehe zu ihrer Bedienung. Mögen sie sich ihr Wliicf nur maclten, ivenn sies n»r nicht ausipielen gegen ein Ehcnnglück anderer Ehe. das doch auch nur unglücklich tvard nach dem Magstad des Ebbeglücks, aus das es sich baute. Das; die Mischehe io sehr im Schwange ist bei uns. lieg, einfach daran, das; wir Juden u» letzten Jahrhundert an Tiefe und Adel verloren haben. Ties und adlig ist der gläubige Mensch allein, der die lebten fragen nach dem Sinn des Lel»ens und der Dinge iragt. und dem dies fragen das Leben selber ist. Wer das aber ini, wie kairn der sein Schicksal mit dem Schicksal eines andern Menschen mischen, der von Hans aus in der Tiefe des Fragens ihm wohl gleich, in der Antwort aber jo ungleich ist. Grenzenlojes Unglück iiius; die Folge sein, das umso schiverer getragen ivkrd. da es liefe Menschen iras. So aber soll der Jude auf die Mischehe schauen: Verachiung deil flachen, penen sie gut genug ist. ihr kümmerliches Liebesleben zu fersiilleni! Warnung den Edlen, die unglüctlich werden müssen in'der Fremdheit begegnenden Schicksals! Erzielntum der Jugend zu jüdischer Tiefe und jüdischem i’lbei, die beste EZewähr sind gegen gemischtes Glück! >kampstdent Gelde und der sog. Lebenskluglstil. die in ihrer Psiiiigkeil über das Lein'» vermeini hinivegipringen zu können, hinüber und herüber! Wer ans Lel»en glaubt und »eine unendliche Liebe, der "allein weis;, was Glück trnd Ebe bedeutet, der k»edart keines üiaies. der tvill mehr als alle, der will ein Jude die Jüdin frei». >veil er nicht nur Juden. sondern auch Judentum zeugen will. E in i l E o h n. Martyrium. »von Rabbiner Tr. T a m II e I - Essen. Wenn die Sommersonnenwende naht, die 3 Trauerivochen beginnen, bann erzittert die jüdisckte Seele in Wermut. und gedenkt ihrer viel tausendjährigen Leiden. Erinnerungen iverden inach. die lange sie vergessen geglaubt, die aber eine leidgeiränktc Gegemvart nicht zur Ruhe kommen läßt. Es gab ein paar Intervalle, kurze Atempausen, wo der Jude cs für undankbar halten konnte, die alten Klagen anzustimmen: an historischen Gedenktagen zu fasten uird sich zu kasteien. Schon die heil. Schrift weiß davon zu berickitkii, wo sie der Anfrage an den Propheten Secharja. Sohn Jddos. Erivähnung tut, ob nicht bald die Fasttage des 4..7. und 10. Monats in Feste verwandelt werden würden? Wie recht hatte der Gottesmann. die Ungeduldigen aus eitle späte Zukunft zu vertrösten, und inzwischen Wahrheit und Frieden zu fordern! könnte er heute anders reden? Roch immer aber müssen wir daraus dringen, daß keine nilsruchtbare. tvehmütigc Stimmung allein, sondern eine sittliche .»Kräftigung platzgreife! Wir haben uns immer ivieder zu fragen, lvie geivinnen ivir dicseln Martyrium den ikchten Sinn ab und heben den Schatz, der zweifellos in unterm Leid verborgen liegt? Da möchten wir dann sagen: nur dasjenige Martyrium hat letztem-und höchsten Wert,' d a s in a » u n s ch li l d i g e r t e i d e t und das m a n s r e u d i g träg t. Zivei jchivere Forderungen, ziveifellos. Leiden wir unschuldig? Mntm das eigentlich stteng genommen vom Menschen gejagt iverden? Nun, bei so manchem Leid, das der undurchdringlickte Plan Gottes uns auferlegt, sollen wir von Schtild nicht sprechen. Es ist Menschenlos, zu dulden und zu tragen, Aber unser besonderes Judenleids die Orgie der Verfolgung, die sich gegenlvärtig in Mittel und Osteuropa gegen uns ausiobt? Leiden wir tiefverwundeten, deutschen Juden schuldlos? Biele und gerade solche, die am schwersten an diesem Leide tragen, sick-erlich. Aber die «»Gesamtheit? Zivar von den dcutschvölkischen »Anwürfen, die man uns entgcgenschleuderl. iveis; unsere Seele nichts. Wir hak»en in den Tagen der deutschen Rot Blut- und Geldsteuer in reichem Ausmas; entrichtet, an die Unüberivindlichkeil unserer Kriegsmacht oder an den Sieg der gerechten Sackte bis zuletzt geglaubt, wir haben mit dem Feinde nicht konspiriert, da» Vaterland nicht verraten. Sind ivir darum unschuldig geblieben? Als Joseph bei der Begegnung mit seinen Brüdern diesen die harten Worte ent«

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