Mannheim
Compact Memory

Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-06-09 · 158 (9.6.1922) · p. Seite 178

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
158 (9.6.1922)
Date
1922-06-09
Page
Seite 178 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3947615-6435934-6437326--1672-3949138
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

178 scheu Inkalt in der jüdischen wie in der nichtjüdischen Welt beträchtliches Aussehen erregen und vielfach geradezu sensationell wirken. Um die Anschaffung des ersten Bandes zu einem verhältnismäszig niedrigen Preise zu ermöglichen, erössnct der Jüdische Verlag in den nächsten Wochen eine Subskription. Der Subskriptionspreis ist um ein Viertel geringer als der beim Erscheinen des Bandes festgesetzte Preis. Er dürfte für das broschierte Exemplar ca. Mk. 2^6. - betragen, für das in Ganzleinen gebundene ca. Mk. 350.—. Die Lubskriptionsfrist endet am 16. Juni 162:?. Polen. Warschau lI.E.B.). In Befolgung einer Instruktion der englischen Negierung erteilte der englische Konsul in Warschau den 150 ukrainischen Waisenkindern, die mit Israel Beikind nach Palästina reisen, die Einreisevisa ohne jede Gebühr. Holland. Haag (I.C.B.). Dem groben jüdischen Maler Josef Israels wurde am 26. Mai in seiner Vaterstadt Groningen ein Denkmal enthüllt. Der Feier wohnten zahlreiche hervorragende Künstler und öffentliche Persönlichkeiten Hollands bei. Amsterdam. Gelegentlich der Beratung eines Nachtrages zum Arbeitsgcseb wurde in der holländischen zweiten Kammer ein Anträg cingcbracht, der den jüdischen Bäckern die Bcschästigung von Gehilfen an Sonntagen verbieten wollte. Der Minister sprach sich jedoch entschieden gegen den Antrag aus und bemerkte u. a.: „Ich bin stolz darauf, dasz unser Land imkner bereit war, bei der Arbcilgcbcrgcscstgcbung aus die religiösen Gefühle Andersdenkender Rücksicht zu nehmen." Der Antragsteller zog seinen Antrag daraufhin zurück. Amerika. Washington. (I. C. B.) Präsident Harding teilte dem Sekretär des unabhängigen Ordens Brith Abraham in einem Schreiben mit, cs werde ihm ein Vergnügen sein, die Mitglieder des Ordens auf der am 11. Juni stattsindcndcn Iahrcskonscrcnz persönlich zu begrüben, salls nicht unaustchicbarc Staatsangelegenheiten diese unmöglich machen. Der Grobmeistcr des Ordens Richter Levy drückte im Namen des Ordens dem Präsidenten der Vereinigten Staaten seinen Dank aus für die Annahme der Lodge- Nejolution zugunsten der Errichtung einer jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina im amerikanischen Senat. Der Präsident antwortete, die Annahme dieser Resolution hätte ihm viel Freude gemacht. Cuba. New Port. (I. E. B.) Das Joint Distribution Commitee hat weitere 1U (MM) Dollar für die auf der Insel Cuba sich auskaltendcn jüdischen Flüchtlinge assigniert, deren Zakl sich aus etwa 2000 beläuft. Kölner Nachrichten Vom'Mitgliede des Vorstandes der Syn. Gem. Adab Ieschurun und Vorsitzenden der Chewras Kosznaub Aur, e. V., Herrn Jonas Wolf erhalten wir mit der Bitte um Abdruck folgende Erklärung: Das Eingesandt des Vorstandes der hiesigen Grobgemtindc in der vorletzten Nummer Ihres gesch. Blattes zwingt mich zu einer Erwiderung. In demselben heiszl cs unter Nr. 2 wie folgt: „Auf unfern, neuen Friedhof in Bocklemünd, den wir ohne Einspruch von irgend einer Seite für die Wiederbeisetz,»,g zur Verfügung stellten ..." Ein Einspruch gegen die Beisetzung der „am toten Juden" ausgegrabenen Gebeine auf dem Friedhof in Bvcklemünd ist von mir namens des Rabbiners und des Vorstandes der Synagogengemeinde Adab Ieschurun in Köln in zwei Sitzungen, die die Vorstände des Daursche Chefscd Vereins (Grobgemeinde) und der Chewras Kotznautz Aur (Adab Ieschurun) im Sitzungssaale der Grobgemeinde abgehalten haben, erledigt. In der zweiten Sitzung waren auch Vorstandsmitglieder der ostjüdischen Chewroh Kadischoh und ein Vorstandsmitglied der Grobgemeinde zugegen. Ich habe damals den Einspruch damit begründet, dab auf dem Friedhofe in Bocklemünd meines Wissens 1. Aschenreste beigeseht werden, 2. religionsgesetzwidrige Särge zugelasten werben, 3. vom Religionsgesetze aus unzulässige Anpflanzungen und das Niederlegen von Kränzen geduldet werden. Auf eine an mich gerichtete Anfrage habe ich iw der -weiten Sitzung nochmals so deutlich wie möglich betont, dah ich den namens des Rabbiners und des Vorstandes der Synagogengemeinde Adab Ieschurun eingelegten Protest gegen die Benutzung des Friedhofes in Bocklcmünd zu genanntem Zwecke so lange aufrecht erhalten mutz, als die erwähnten oder sonssige religionsgesetzwidrige Handlungen dort zugelasien werden. Ich habe allerdings mit Zustimmung unseres Herrn Rabbiners in beiden Sitzungen die Erklärung abgegeben, dab, wenn unser Protest unbeachtet bliebe, unsere Chewroh sich trotzdem an der Beisehung der Gebeine in Bocktemünd beteiligen würde. Dieses Versprechen haben wir auch gehalten. Unser Einspruch als solcher bleibt aber nach wie vor aufrecht erhalten. - Von Berg und Tal Düsseldorf. Zu einer ernsten und erhebenden Feier versammelten sich am 25. v. Mts. Vorstand, Repräsentanten und Beamte der Synagogengemeinde im Gemeindesitzungssaale. Dem scheidenden bisherigen 1. Vorsteher der Gemeinde, Herrn Sanitätsrat Dr. Mayer, wurde der Dank der Gemeinde dargebracht für die langjährige, segensreiche Tätigkeit, die er der Allgemeinheit gewidmet hat. Für die Repräsentanten sprach deren Vorsteher, Herr Manes, und feierte die Verdienste, die sich Dr. Mayer in 30jähriger Tätigkeit um die Gemeinde erworben hat. Als Zeichen der besonderen Ehrung überreichte er ihm eine Urkunde,künstlerisch ausgeführt von dem Düsteldorfer Maler Westfeld, die den Beschluß kundtut, Herrn Dr. Mayer zun, Ehrenmitglied der Gemeinde zu ernennen und ihm auf Lebenszeit den 1. Platz in der Synagoge zu belasten., Für den Vorstand dankte der jetzige 1. Vorsteher, Herr Felsenthal, seinem Vorgänger, hob seine Bescheidenheit und Aufrichtigkeit hervor und die sichere Art" mit der er die Geschicke der Gemeinde gelenkt habe. Im Namen der Beamten gedachte Rabb. Dr. Eschelbacher der Jahre harmonischen Zusammenwirkens von Vorstand und Beamtenschaft, das nicht zum Wenigsten zurückzuführen sei auf die offene, warme Art des Gefeierten. Er erwähnte als besonderes'Ehrenmal die herrliche Synagoge, an deren Erbauung Dr. Mayer so groben Anteil habe. Mit vor Rührung erstickter Stimme dankte der Gefeierte für all das Lob, dah er nicht verdiene. Er blickte zurück auf die langen Jahre seiner Tätigkeit, begleitete die Gemeinde, die bei seinem Eintritt gar so klein gewesen, bis zu ihrer heutigen stolzen Größe und endete mit den Wunsche, dab sie weiter blühen möge wie bisher. Zuletzt sprach noch Herr Geheimrat Fleck als langjähriger Freund und Vorstandskvllege. Ein gemütliches Beisammensein beschlob die Feier. — Möge dem verdienstvollen Mann ein friedvoller, glücklicher Lebensabend beschieden sein. i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.