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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-05-26 · 156 (26.5.1922) · p. Seite 163

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
156 (26.5.1922)
Date
1922-05-26
Page
Seite 163 (sequence 3)
Language
German
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163 scheint uns die Gewinde als solche und allein nicht die Pflichtträgerin in dieser Angelegenheit zu sein, sondern es ist eine Sache der Gesämtjudenheit an allen Orten und Enden. (Folgt ein Hinweis aus Lhasam Soser," Gutachten »um Iore Deal», Nr. 334.) Dorum müssen sich die Juden Kölns an die anderen jüdischen Gemeinden wenden, sic bei der Bergung dieser Gebeine durch Handarbeiter, und nicht durch Baggerung, in den dadurch entstehenden Kosten zu unterstützen. Ist es aber unmöglich, das überhaupt durchzuführen, so must »um mindesten die jüdische Allgemeinheit sich an den Kosten der Uebersührung an einen jüdischen Friedhof beteiligen. Denn das ist gewiß eine ausgemachte religiöse Verpflichtung, diese Gebeine, nachdem sie aus der Erde geworfen sind, wieder zu bestatten, ein zweifelloses Religionsgebot, von keiner Seite her irgendwie einzuschränken." Die in der vorigen Nummer angekündigte ordentliche Mitglieder-Versammlung des israesit. Kinder-Sparvereins E. V. Köln, findet schon am Mittwoch, den 31. Mai statt. Am II.. d. M. fand eine Besprechung von Gönnern des Asyls für Kranke und Altersschwache statt, in der der Vorsitzende des Kuratoriums, Herr Iustizrat Eltzbacher, einen eingehenden Bericht über die Lage der Anstalt erstattete. In den vier Kricgsjahren sei das Inventar, insbesondere die Betten und die Bettwäsche durch die fortwährende Benutzung durch Verwundete und Kranke herabgewirtschastet worden, so das; eine teilweise Erneuerung, trotz der augenblicklich hohen Preise, nicht mehr länger hinausgeschoben werden könne, wenn der Betrieb des Asyls aufrecht erhalten werden solle. Er bezifferte den notwendigen Betrag, um auch nur das dringlichste anzuschaffen, aus etwa Millionen Mark. Aus der Mitte der Versammlung bildete sich sofort ein Werbekomitee, das an die Gemeinde-Mitglieder herantreten wird, um die Mittel zum Weiterbetriebe des Asyls zu beschossen. Von Berg und Tal Düsseldorf. Am Mittwoch, den 31 d. M., abends 8'/, Uhr, findet in der Aula der Luisenschule, Bastionssträtze, die Gründungsversammlung der Arbeitsgemeinschaft der jüd. Jugend Düsseldorf statt. Das einleitende Referat hält Herr Lehmann, der Vorsitzende des Jüd. Iugend-Vereins. Düsieldorf. Anläßlich der Generalversammlung vcranstaltcic der Verein zur Förderung der Handwerke und technischen Bcrussarlcn unter den Juden Düsieldorf in den Räumen der Düsieldorf-Loge eine Ausstellung von Arbeiten seiner Lehrlinge vom Lehrlingshcim. Die Ausstellung batte den Zweck, den Besuchern zu zeigen, wieweit die Lehrlinge in den verschiedenen Jahren ihrer Ausbildungszeit gcsördert worden sind, daß die aufgebrachten Mittel für ihre Ausbildung auch nutzbringend angewandt worden sind. Der Vorstand bat mit diesem Schritt an die Ocsfentlichkcit eine Tat begangen. Die Ausstellung hat bewiesen, daß auch der Jude Lust und Liebe zum Handwerk hat und auch aus diesem Gebiete etwas Treffliches leisten kann. Die Ausstellung hatte 3 Abteilungen, Schriftsetzer und Goldschmiede, Kunst- . und Bauschlosicr, Maschincnschlosicr und zuletzt Schneider.^ In der; Schriflsetzerabteilung sah man Wein-, Geschäflskarten, Titelblätter in : den verschiedensten Farbendrucken, Gedichte aus den verschiedensten I Papieren und in den verschiedensten Ausführungen. Reben den! Druckarbcitcn lieferten die Lehrlinge auch verschiedene Arbeiten in i Kunstschrift. Die Schlosier lieferten Kasietten und Aschbecher, die Maschinenschlosicr Maschinenteile und Werkzeuge, der Schneider Schnittmuster und eine fertige Weste, die Goldarbciter Fachzeich nungcn, Ringe und Anhänger. Die Aussteller sind Lehrlinge vom I. bis 3. Lehrjahre. Die meisten der Arbeiten konnten schon unter den strengsten Anforderungen als Gesellenstücke gewertet werden. Die Ausstelluizg hat bewiesen, daß der Verein seinem Namen zu recht trägt. Zu wünschen ist cs, daß er der größten Förderung seitens unserer Glaubensgenossen erfährt; denn die Ausbildung, Verpflegung der Lehrlinge ist mit großen Kosten verbunden. Die Ausstellung war das beste Propagandamittcl gegen den Antisemitismus, sic hat bewiesen, daß Juden auch mit der Hand arbeiten können und sogar auch in Handarbeiten Vortrcsslichcs leisten können. (ksien. Am Mittwoch, den 10. Mai 1922, fand unser diesjähriges Synagogen- Konzert unter Leitung unseres neuen Dir!- gentcn Herrn Paul Belker statt. Eingeleitet wurde der Abend mit der deutschen Kcduschah und dem Altaschlichrnu, in meisterhafter Weise zum Vortrag gebracht durch den neuen Oberkantor W. Ogutsch. Nach zwei Orgelsolis, die Herr Belker aus unserer wunderbaren Orgel, technisch vollendet und klangschön zum Vortrag brachte, führte unser Synagogen-Ehor den 2. Teil des .Elias" von Mendelsobn aus. Nach dem einmütigen Urteil der Fachkritik unserer Stadt ist unser Sonagogen-Cbor seiner schwierigen Ausgabe in weitestgehendem Maße gerecht geworden. Die exakte Ausführung und bis ins Kleinste hinein gefeilte Wiedergabe des Oratoriums zeugten von der tiefen Musikalität und der gewisicnbostcn Arbeit seines Dirigenten, der auch dem mitwirkenden Orchester ein verständnisvoller und energischer Leiter war. Allgemein wurde das prächtige Stimmenmaterial bewundert. Mit ganz besonderer Genugtuung erfüllte cs uns, daß sich unser Ehor obne Hinzuzicbung besonderer Kräfte diesen Erfolg sichern konnte. Die Solo-Partien lagen in den Händen bekannter Künstler unserer Stadt (Grete Buchentbal. Mao Fiedler, Peter Seltsam und Wilhelm Ogutsch). Um das Zustandekommen dieses Konzertes, das in unserer Stadt als musikalisches Ereignis gefeiert wurde, bat sich der Vorstand oes Synagogcn-Ehors, an der Spitze Herr C. Heine durch seine dingebendc und sclbsllosc Arbeit, den Dank aller Musikfreunde gesichert. Mitteilungen des Bezirksverbandes der jüdischen Zuaendvereine Wefldeulschlanvs Liebe Freunde! 1. Die Vorslandssihung des B. V., die am 21. d. M. in Düsieldorf stattfand, führte zu einer eingehenden Besprechung von Berbands- und Bezirksverbandsangclegenhcilen vertraulicher Natur. Die Anträge für Pie Delegiertenversammlung gehen den Delegierten direkt zu. Es ist je ein Exemplar an die Adresie der Vereine abgegangen. Wir bitten, dieses unter den Delegierten der Vereine zirkulieren zu lasien. 2. Wir kören, daß eine Anzahl von Vereinen die Sammlung für Bonn überhaupt nicht betrieben haben. Hossentlich genügt dieser Hinweis, daß die Säumigen sich aus ihre Pjlicht besinnen. 3. Die Frist für die Mitteilung an uns darüber, wie die Ausgäbe Gustav Lösslers in Angrifs genommen worden ist oder werden soll, ist vorüber (vgl. Bote Nr. 132). Bisher haben nur drei Vereine Bericht cingcsand». Wo bleiben dir übrigen? Mit herzlichem Verbandsgruß Rabbiner Dr. Klcin-Düsisicldorf. Der Dereinsboie A-ichen , Vcreick der jüdischen Jugend: Anschr.: stud. ing. Paul K a u s - mann. Eilfschornsteinstr. 27. Jeden Montag. 0;; Ukr, Turnen sür die weibl. Mitglieder in der Turnhalle der Viltoriaschulc. Jeden Mittwoch von l> 9 Ukr: Spiel und Sport sür die männlichen Mitglieder aus dem Spielplatz Horn-Eüstcrseld (Kleinbaknkaltestcllc Mestbahnhof). Bund jüd. Schüler und Schülerinnen, Adr.: Eugen H^r-Do-g, Aachen, Seilgrabcn 20. Mittwoch, den 31. Mai l!>22. nachmittags l': Ukr: Außerordent liebe Generalversammlung. Erscheine» eines jeden Mitglieds unbedingt ersorderlich. Tagesordnung: I. Neuwakl des I. Vorsitzenden: 2. Verschiedenes. Die Leitung der Versammlung übernimmt in Ver tretung des l. Ersitzenden E. Hartog. Anfragen betr. der General Versammlung sind an die Vorstandsmitglieder zu richten. Köln. Jüd scher iiinMiV,,'. Führerabcnd am Dienstag, den 13. Juni, dt-', Ukr. im »keim Eäcilienstraße 10 22 II. Herr Mar Goldderg wird sprechen über „Sanitäre Maßnahmen beim Wandern". i Lesezimmer geöffnet allabendlich von 7 10 Uhr. Zeitungen und | Zeitschriften aller Richtungen liegen aus. Voranzeige: Am >0. Juni findet mit Beteiligung aller Gruppen ein Zugcndlag statt. Näheres wird durch die Vereinsvorstände noch bekannt gegeben. Adrcsienänderung: Raumverteilung und Raumzuleitung jetzt: Fritz Strauß. Georgsplatz 2 b, Tel. B. 9!>0l. Die nächsten Veranstaltungen werden den Beiratsmitgliedern durch Rundschreiben bekannt gegeben. «>«rzI.K»ib Bis 7. Juni Ferien. Ferienadresie: Siegfried Metzger, Moltke straße 03 (Tel. B. 3921). Kölner Zionistische Vereinigung: Montag, den 2!>. Mai, abends 0'; i(hr im Vortragssaale des Zugendvereins „Gabriel Rießer", Rkeinlandloae Vorderkaus 2. Etage. Vortrag: Dr. Georg Landauer, Köln. Tkema: Orient und Occident.

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