Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 148 (31.3.1922)
- Date
- 1922-03-31
- Page
- Seite 98 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Wochenschau Deutschland. Berlin. (I. E. B.) In der Repräsentantrnversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde interpellierte der Repräsentant M. A. Lob den Gemeindevorstand wegen der Angriffe, die der Vorsitzende des Verbandes nationaler deutscher Juden in der Kölnischen Leitung gegen die Berliner Jüdische Gemeinde und ihre Vertretung erhoben hat. Namens der Jüdischen Volkspartei erklärte Rechtsanwalt Dr. Klee, daß er diese Interpellation bedaure. Der Verfasser dieses Artikels, Dr. Max Naumann, und die hinter ihm stehende Organisation, erklärte Dr. Klee, sind politisch nicht bedeutend genug, um diese Interpellation zu rechtfertigen. Herr Lob schloß sich in der Beurteilung der Bedeutung des Autors und seiner Organisation dem Vertreter der Jüdischen Volkspartci an, erklärte aber, daß wegen der Publizität, die die Angriffe wegen des Erscheinens in der Kölnischen Zeitung gefunden haben, eine Antwort des Vorstandes erwünscht sei. Namens des Gemeindevorstandes erklärte Herr Badt, daß auch er die Empfindung habe, daß dem Artikelschreiber durch die Interpellation unverdiente Bedeutung beigclcgt werde, erklärte sich aber bereit, namens des Gemcindevorstandes in der nächsten Repräsentqntenfihung die Anfrage zu beantworten. Frankfurt a. M. Auf Einladung des geschäftsführenden Ausschusics des Zentralrates der Agudas Iisroel fand dieser Tage eine Sitzung der Palästinazentrale der Agudas Iisroel und des vorbereitenden Verwaltungsausjchufses des Keren Hajifchuw statt. In der Sitzuirg wurde die endgültige Gründung der Keren Hajifchuw Company Limited mit dem Sitze in London beschlosien, die Statuten der Company angenommen und der Vermaltungsrat, sowie der Vorstand gewählt. Berlin. Die französische Gesellschaft für Physik hat Proscsior E i n st c i n cingeladcn, in der Academie de France einige Vorträge über seine Relativitätstheorie abzuhalten. Profesior Einstein hat zugesagt und begibt sich Ende des Monats nach Paris, wo er etwa eine Woche verbleiben'wird. Pulen. Warschau. (I. E. B.) Die polnische Presse ergeht sich in scharfen antisemitischen Ausfällen gegen die Sejmrede des jüdischen Deputierten Hartglas, in welcher er gegen den Ausschluß der Juden aus dem polnischen Offizierskorps protestierte. „Gazeta Warfzawska" argumentiert die Unmöglichkeit der Ausnahme von Juden als Offizisre damit, daß alle jüdischen Offiziere „Dreyfüße" find. > England. London. Am 4. April wird hier in dtn Greater- Galleries eine Ausstellung der Werke des berühmten jüdischen Bildhauers Profesior Henry Glicenstein eröffnet. Die Ausstellung wird der englische Gcsundheitsminister, Eir Alfred Mond, eröffnen. Die englische Kunstwelt bekundet großes Interesie für diese Ausstellung, deren Katalog vom führenden englischen Kunstkritiker P. G. Konodn kergestellt wurde. Palliftin«. Jerusalem. Obertommisiär Sir Herbert Samuel hat sich in Begleitung seiner Gatsin zur Erholung nach Jericho begeben. Meldungen aus Jericho stellen ein allmähliches Fortschreiten der Besierung im Zustande des Oberkommissärs fest. Sir Samuel litt sechs Wochen lang an einer starken Rachenentzündung und als Folgeerscheinung an rheumatischem Fieber. I fttftttr Aachrichie» j Ostjüdische Talmud-Thora. Nächsten Sonniao den i 2. April, nachmittags 3 Uhr. findet ip unserem Schüllokale, j Quirinstraße 9, die öffentliche Iahresprüfung statt, wozu Thorafreunde herzlich eingeladen werden. Das neue Schuljahr beginnt am Sonntag den 23. .April. Da nur sehr wenige Plätze frei sind, müsien Anmeldungen sofort erfolgen, sonst kann für Aufnahme kniue Gewähr üoernommen werden. Am' 19. März hielt die Chewro Ahavas Reim Köln ihre diesjährige Generalversammlung ab. Laut Jahresbericht war ein sehr großer Zuwachs an Mitgliedern zu verzeichnen. Der bisherige langjährgie Vorsitzende Herr Ph. Aron legte aus Gesundheitsrücksichten sein Amt nieder und wurde derselbe einstimmig wegen' seiner Verdienste um den Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Der bei dem am 24. Dezember v. I. abgehaltenen Wohltäsigkeitsfest entstandene Reinertrag soll zum größten Teile für unterernährte jüdischer Kinder verwandt werden. Da der Verein sich die Ausübung der Nächstenliebe in tatträftiger Weife zur vornehmsten Pflicht gemacht hat, möge ihm ein weiteres Emporblühen befchieden fein. Von Berg und Tal Düsieldorf. Der Bezirksverband der jüd. Iuaendvercine Westdeutschlands im Verband der jüd. Iugenbveretne Deutschlands faßte in feiner letzten Sitzung in Grevenbroich folgende Resolution. Mtt tiefer Entrüstung hat die im westdeutschen Bezirksverband der jüd. Iugendvereine Deutschlands zufammengefchlosiene jüd. Jugend aller Richtungen von dem Artikel des Herrn Dr. Max Raumann in der Morgenausgabe vom 24. März 1922 der Kölnischen Zeitung, betitelt: „Liegt Berlin« noch in Deutschland?" Kenntnis genommen. Aus unserer ttesen Liebe zum Judentum, seinen sittlichen Forderungen und helligen Idealen erwächst uns die Pflicht gleichzeisig zur selbstverständlichen, tätigen Mitarbeit in, deutschen Vaterland, ohne dies als Reklameschild umzuhängen, sowie an der Versiefung und Neubelevung unseres Judentums und der Verwirklichung des Etnheitsgedankens in ihm. Die jüdische Jugend echebt flammenden Protest dagegpr, daß ein Mann, der durch die Art seiner Einstellung zu jüd. Brüdern für alle Zeiten als Verräter am Judentum gebrandmarkt ist, es wagt, sich um jüd. Jugend zu kümmern. Wir lehnen es ab, jemomd noch als Juden anzusehen, der Tiesites und Heiligstes, was jüd. Jugend bewegt, vor aller Oeffentlichleit derart in den Schmutz zerrt. Rabbiner Dr. Klein-Düsieldorf. Dr. Beis-Andernach. Rabbiner Dr. Gelles-M.-Gladbach. Lehrer Feldmann- M.-Gladbach. Paul Ausieesier-Köln. Jüdischer Iugendring, Köln. Kreuznach. Purim war wieder in der Jüd. Kinbcrhrilftätte Bad Kreuznach eines der so beliebten Kinderfeste. Da dir erst zwei Tage vorher angekommenen jungen Insassen nicht, wir sonst üblich, selbst spielen konnten, so stellte sich di« Iugendgruppe de» Jüd. Iuaendvrreins Mose» Mendelssohn in den Dienst der guten Sache und splelte Unter Leitung ihrer so bewährten Führerinnen Frl. Rothenberg und Arseld ‘ noch einer tresslichen Ansprache der Rabbiner» Dr, Tawrogi und einem von 8 Kindern vorgetragenen Purimgedichte, voti Lehrer Bachrach «In prächitge» Programm, da» Purimsrüele, Tänze, Gesänge usw. ln reicher Auswahl auswies. Die >unge Schar spielt« mit einer Hingebung und einer Fertigkeit, die ihr wir vor allem den beiden Führerinnen, di» sich der Iugendgruppe während dr» ganzen wahrer in vorbildlicher Weife widmeten, oll« Ehre machten. Ein vortresslicher Purimkasfee mit nachfolgender Berlosung, bei der Fortuna in freigebiger Welse jedem Kinde lein „Schlach monau»" »»kommen lieb, btschloh die schöne Feier. — Wanderer, kommst du in unsere ' Nähe, so lenke einmal dein» Schritte zu der fo wunderbar gelegenen, vortrefflich eingerichteten und mustergitlig geleiteten Jüdischen Kinderheilstätte Bad Kreuznach. Du wirst rin Freund der Anstalt werben und ihr Freunde, die rin warme» Herz und «ine osfrn« Hand für da» iaidnnd« jüdisch» Ktnd haden, ft»dt, »erdanl