Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 148 (31.3.1922)
- Date
- 1922-03-31
- Page
- Seite 99 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/3947615-6435934-6437308--1583-3949059- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
t4J D«Ml. Aar Sonntag, dm 2. Münz, s«ad hier «n oftjüdischer Kunstabend statt, über den der „Generalanzeiger" folgende rumsten berichtet: Im Haus der jüdischvr Genteinbe, bas innen durch aste Thoravorhänge in eine kunstehrwürdige Feierlichkeit gehoben ist, lieh der Verein für Mische Literatur und Kunst einen seelischen Blick tun in die selbst dem westeuropäischen Juden meist fremde WelL Im Liebe sollte diese Welt gefunden werden, und zwar im Volkslied, das in lo eminentem. Maste von der Volksseele kündet. Und sie sprach sich aus, getragen auf slawischer Melodik, in dem Hivbschicksal, das seit Jahrhunderten auf ihr liegt. Inchem ostjüdischen Stubenten Eigner aber, der diese Lieder mit tiefer Einfühlung fang und den Frau Rabbiner Dr. Cohn anschmiegsam begleitete, war ein Repräsentant dieser Volksseele hingestellt, der in seinem Blute und darum auch in seinen Ausdrucksmitteln das Wisien hatte von dem Schicksal des ostjüdischen Volkes. Aber aus seiner Not und seiner Armut, einer Armut, von der man hierzulande kaum einen Begriff hat, sind ihm diese schlichten, auch in der Freude noch wehmüttg klingenden Weisen gekommen, liedhaft geboren aus einer Sprache, die, als Jiddisch bekannt und verlacht, gern mistverstanden wird in ihrem Eiyenwerl. Denn weil diese Sprache ihre Wurzel hat im Mittelhochdeutsch rheinisch-dialektischer Abschattierung und mit aufgesaugten Sprachbeständen aus dem Hebräischen und dem Rusiisch-polnischen sich weiterentwickelte, wird ihr die Selbständigkeit gern aberkannt, obgleich fast jede Sprache ähnliches Wachstum hat. Sprachlich merkwürdig ist nur, dast solcher Art das Mittelhochdeutsch, das für uns eine wte Sprache geworden und nur noch von philologischem Interesie ist, sich durch die im Mittelalter aus Deutschland vertriebenen Juden erhielt und sich mit einem seltenen Konservatismus erhalten hat. Für den einleitenden Redner, Rabbiner Dr. Emil Cohn, ergab sich aus dieses Treue Veranlasiung, in dichterischer Wvrtgebung Tieferfühltes über Volt und Sprache, über das lebendig Strömende in Beiden zu sagen und die Verwurzelung aufzuweisen, die den Einzelmenschen schicksalshast mit seinem Volk und seiner Sprache verbindet. Erkelenz. Kurz nachdem er mit viele» Shrenlcweise» seine»!>I. veburidlaa gefeiert hatte, starb hier plötzlich Herr Lazarus, einer der ältesten Bclerane» unseres BatcrlandcS, der »och in seiner aktiven Militärzeit, um seinen Ticnstjahren genügen z» rönnen, von Erkelenz zu Fust »ach Koblenz marschierte, da es noch seine Eisenbahn gab. Er war lange Jahre Repräsentant unserer Gemeinde und hat nie gefehlt, wenn daS Judentum rief, a.s ei» begeisterter Jude und ausgezeichneter Mensch. Bonn. Sarnstag abend 8 Uhr begeht der Synagogenchorverein im Dreikaisersaal seine diesjährige Winterfestttchkeit. Musikalische Darbietungen und ein Ball werden hosfentlich die Teilnehmer lange beisammenhalten. \ Bonn. I» voller Rüstigkeit feierte hier Frau Wwe. Wult mau», die Großmutter deS Äitbegrüirdcrs unserer Zeitung, Herrn JnlinS Wolfs, ihren HO. Geburtstag. Mögen der verehrten Ju ty'oriit noch viele Jahre der Jrssche und Gesundheit vergönnt sei»! ' Elberfeld. Am 29. Jan. veranstaltete derIüdische Wohlsahrtsverband Elberfeld-Barmen zum Besten der Abteilungen IüdischeIugcndhilfc in Elberfeld und Barmen ein Sonutagmorgenkonzert, dem wie die Tageszeitungen konstatteren ein hocherfreulichcr künstlerischer Ersolg beschicken war und dem auch ein schöner finanzieller Ueberschuh nicht versagt wurde. Um das Zustandekommen des Konzerts hat sich in hervorragender Weise Herr Direktor Aler Blumenan, Elberfeld, verdient gemacht. " > , (Hottesdieaff. ttöln. Freitag, 31. März, abends 7 Uhr. Sonnabend, 1. April, morgens 8.30 Uhr, Mincha 3 Uhr. Iugendgvttesdienst 3 Uhr (Dlixkengastel Sabbatausgang 7.43 llbr, Wochentags morgens 6.45 Uhr: abends (Givdeng.) 0.15 Uhr: (RoonstrJ 7.30 Uhr. Barmizwa: 1. April, Sohn von A. Felder, Rvsenstr. 5 (Rvonslr.). I. April: Sohn von 3. Nathan Sürth lNoonstr). 1. April: Sohn i von Oppenheimer, R. Mastrichstr. 12 (Nvonslr.). 8. April: Sohn von A. Feliamann, Aachener Str. 19 (Rvonstr). 8. April: L. Oppenheimer, Stolzestr. 4 lNoonstr.). 8. April: Sohn von Frau S. Herrscher, Fämmerg. 29 (Glockeng.) Bibliothek: Ausleldetage Sonntag ll*/s Uhr—1 Uhr, Dienstag und Donnerstag 6—8 Uhr. Bona. Freitag, den 31. März, abends 6.30 Uhr. Samstag, ben l. April, morgen, 0 Uhr. Muncha 4 Uhr, Iuaendgollesdienst. Ausgang 7.50 Uhr. Wochentage: morgens 7.30 Uyr; abend, 6 Uhr. Sonntag Nachmittag 2'>: Oessenllich« Brüsung der Neligivn»- schürt in de» Räume» der Oberealschui«, Brückenstraß«. Estern unb Interessenten sind »Ingeiaben. * Zahrzelten. i Bon». Sonntag, den 2. Avril: L. Schwartz sen. Montag, den j 'S. April: Lrop. Abraham, Isaak Mendel. Nebst Borabend. Kalender der Woche. --- -- . ... Freitag.... 31 März 2 Nissan Samstag. . 1 Aprtt . 3 » Sonntag . . . 2 „ 4 „ Montag . . . 3 „ 5 . Dienstag . . 4. » 6 Mittwoch. . . 5 - 7 „ Donnerstag 6 . 8 „ Freitag.... 7 « 0 , Samskaa 8 „ 10 „ tnpv ns* is Spezialhaus Bonn e Rhaln - Gudenauaasse 9 - Tel. 2677 m Grösst*» u.lalstunosffthlQMes Spezialhaus fü' all« tmhfl Bürsten, Besen, Schrubber rillllll Hausputz-Artikel und Korbwaren Nu, t.,st|t|a,jig*Quaiitäten, Konkurrenzlos billig. Inh.: Ernst MjrX r.ich Auswtrts. Für Wlsdervtfkttuf-r tngroiabtlg GOO0GOOOOOOCX3OOGOOOOOOOGOOO0OOOGGOOOOOQO Restaurant Berlin Köln Jetzt Albertusstrasse 37 an der Ili-nrMr«.« / früher Drususgasst / Telefon A 4*01 Diners, Speisen ä la Karte zu jeder Ta<rcszcit Übernahme von Festlichkeiten in u außer dem Hause oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo Karl Lang, Köln Hohenzollernring S4 Kristall- und porzellanwaren Frankfurters Delikatessenhaus BONN, Sandkaule 7 — Fernsprecher 5098 empfiehlt zu den kommenden Festtagen*sämtliche Waren koscher al Pessach — Auf Wunsch sende alles frei Haus —