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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-02-10 · 141 (10.2.1921) · p. Seite 42

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
141 (10.2.1921)
Date
1921-02-10
Page
Seite 42 (sequence 2)
Language
German
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4* jogtn wurde. Hie Ernennung erfolgte vor allem über Ve treiben der Sozialdemokraten, die die wertvolle Kraft Dr. Rachenauv bei den kommenden schwerwiegenden Verhandlungen in Genua nicht enthehren wollen. Dr. Rathenau» Berufung ist um bemerkenswerter, als anläßlich der Ber- Handlungen über das Eteuerkompromiß seitens der Deutschen Volkspartei verlangt wurde, daß Dr. Rathe/iau dem Kabinett nicht angehören durste. In diesen Kreisen hat die Ernennung eine gewisse Mißstimmung hervorgerusen. Berlin, 1. Febr. (I.C.B.) Freitag nachts brachen einige Diebe in die jüdische Synagoge von S t e 11 i n ein, erbrachen die heilige Lade und entnahmen von dort den gesamten Schmuck an Gold und Silber, so die Glöckchen und Kronen der Thorarollen, sowie die Kelch« und die silbernen Kandilaber. Die Diebe begnügten sich nicht mit dem Diebstahl, sie demolierten die ganze Einrichtung der Synagoge und ließen hinter sich einen Trümmerhaufen zurück. Der sreche Diebstahl und Vandalismus ries unter der jüdischen Bevölkerung große Empörung hervor. Berlin. Pros. Einstein veranstaltete in seinem Hause eine Gelehrtrnkonserenz zur Vorbereitung der Universität Jerusalem gelegentlich der Anwesenheit Dr. Weizmanns in Berlin. Anwesend waren außer WeiMann und Einstein u. a. Gehcimrat Hirschderg, Geheimrat Morgenrvch vom Institut für Infektionskrankheiten, Pwfesior Neuburg vom Kasier-Wilhelm-Institut, der Mathemattker Prvfesior Schur, der Pharmakologe Pwfesior Louis Lewin, Prvsesior Richard Goldschmied, Pwfesior Katzenstein. Professor Mamlvck. Professor Rosenthal. Pwfesior Feder (Halle), Prosesior Heinrich Lvewe und Dr. Sandler. Geheimrat v. Wassermann, der verhindert war, hatte sein Fernbleiben entschuldigt. Es wurde ein permanentes Komitee für die Angelegenheiten der Universität und Pidliolbek eingesetzt. München. Der in der Festung Riederschönenseld in Haft besindlickc Dichter Ernst Toller hatte gegen den ..Miesbacher Anzeiger" den Strafantrag gestellt, well dieses Blatt ihn einen „rotgesärblcn Iudenbuben" genannt und gleichzeitig behauptet hatte, er gehöre zu den »generisch Erkrankten der Räterepublik". Bor Gericht erklärte der veranttvvrtliche Leiter des „Miesbacher Anzeigers", Eck. daß er den Wahrheitsbeweis nicht antreten könne. Er wurde zu dem geringen Betrag von 300 Mark Geldstraft verurteilt. Fr«»kreich. Paris. Im Pariser ..Figaw" verösienllicht 5t Günsburg einen Aussatz. worin er behauptet, ein in der Synagoge zu Kvwnv seit Jahrhunderten ausbewahrles Roten- Manuskript aus der jüdischen Königszeit (Salomonische Periode) enlziftert zu haben. Es bandelt sich um eine Handschrift von Schir baschirirn. die ü d e r den Buchstaben vokalähnliche Zeichen ausweist, die Günslmrg als Roten verifizieren zu dürftn glaubt Die Günsbuwsche Entdeckung wird wohl noch manchen krilsichen Ausstevun- , gen der Sachkenner begegnen. ' Rnvpork. 29. Jan. (I. E. B.) Die Orgaasiatio» der reformierten Rabbiner und das Komitee der südsiche« Seelsorger veranstalteten zu Ehren Rabbi Kornfeld», der ■ vor kurzem zum amerikanischen Gesandte» in Persien ernannt wurde, ein Abichiedsdaaken. an dem »»Irr andere« auch Oskar Straus und Henry Mergenthau als Toastredner auftreten. Me Redner unterstriche» die Tatsache dieftr Ernennung als große» Kompliment de» Präsidenten Harding für da» Judentum. Mlner Nachrichten Bo« Zentralverein deutscher Staatsbürger jübsichen Glarckens. Am 22. Januar fand in Köln die ordenüiche Sitzung de» erweiterten Derbandsvorstande» 5cheinkand» vom E. B. statt. Der Vorsitzende, Herr B. Fellchenseld- Köln begrüßte die Erscheine»«« und gab kn kurzen Zügen ein Bild über die Entwicklung und Tätigkeit de» Verbandes während des verstosienen Jahre». . Sodann nahm Herr R.-A. Dr. Reiß-Kreftld das Wort zu einem Bericht über die Hauptversammlung in Berlin. In eingehender, klarer Ausführung schilderte er den Verlaus der Versammlung und machte sich besonders zum Interpreten all der Fülle von Gedanken und Anregungen, die in den einzelnen Referaten dargeboten worden waren. Hieraus beschäftigte sich der Syndikus des Verbandes, Herr Iawbt-Köln mit General Ludendors, der in letzter Zeit durch judenseindliche Aeußerungen in seinen Echtsten, in denen er sich aus den Standpunft der jübsichen Schuld am Zusammenbruch Deutschlands stellt, stark in den Vordergrund des antisemitsichen Kampffeldes getreten ist. Referent brachte in kurzer Darbietung zahlreiche unwiderlegbare Gegenbewesie in Form von einwandfteien Dokumenten zur Kenntnis. Dieft Dokumente stehen heute als Bwschüre der Oeffentlichkeit zur Ver». sügung. An diese Ausführung schloß sich eine rege Aussprache, die sich haupsiächlich mll den Mitteln zur Aufklärung der Bevölkerung und den Ausgaben des C. B. überhaupt befaßte. Man fand sich zusammen in der Forderung: Für Judentum in religiösem Sinne, für Deutschtum und Recht! Rach Darlegung des Arbeitsplanes für 1922, in welchem haupsiächlich für alle Bezirke die Abhaltung von Bezirksdelegiertentaguagea sowie Bezirkstagen geftrderl wurde, und nach Erledigung wellerer innerer Vereins» ftagen schloß der Borsitzende mit Dank an alle dft Versammlung. Zum 26. Januar d. I. hatte dft Kölner Ortsgruppe des Zentralvereins deusicher Staatsbürger jübsichen Glaubens zu einer Versammlung im Westpalast in Köln- Ebrenseld eingeladen. Dort sprach der Syndikus de» linksrheinischen Verbandes, Herr E. Iawbi-Köl» über '„Die antisemitische Strömung der Gegenwart und chre Bekämpfung!" Seinen Ausführungen folgte eia Referat des Vorsitzenden des Verbandes und der Ortsgruppe Köln über: Vas tut not? Im Verlaus des Abends wurde eine ftldständige Ortsgruppe Ehrenseld gebildet, die als Bmßrk der Kölner Gruppe mit dieser in engster Verbiadnng stehe» wird. Zum Borsitzenden wurde Herr Religiomslehrrr Hermann Levy gewählt Iraners eftr für Reddiner Dr. Rodet Der hiesige Risrachi veranstaltet Dienstag, de» 14. Februar, 8', Uhr äb«S», in der Rheiulandloge eine Trauerfeier für seinen verstorbene» FÄ»rer Herr» Radd. Dr. Rodel (Frankfurt a. 9t). Dre Ironerrede hält Herr Distriktsraboiner Dr. Hanvver iWnrzbnrg). Werbt für den Jüdischen Boten vom schein!

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