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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-02-03 · 140 (3.2.1921) · p. Seite 34

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
140 (3.2.1921)
Date
1921-02-03
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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Di» hier avfge^ihUe« Werke machen nicht den Anspruch, «in erschdpseab«, Vild de» jüdischen Büchermarkt»» zu geben, ftmbrrn sollen nur Aeugni» adlegtn von der geistigen Brwegchelt de» modernen Judentum», seiner steigenden Eelbststchrrheit und seine» durch die seelisch» Aend« der geil wiedergewonnenen Elan». Möge 1VW ballen, wa» lüäl versprach. Emil Lohn. Dem Gedächinis Rehemias A. Röbels Gchr'.stkrllärung, gehalten am Ladbar, dcn 88. Januar, l;t der Synagoge Glockcngaste i» Üvi.i von Rabbiner Ne. Reseuthel. (Die SchrislerNärung wirb zunächst aus den Midrasch hin, der iiti,Anschluß an den Beginn dcS Wocheuabschnitt» Woriroh vier SwigkeilSiorrle auszählt, deren Leugnung »in die zukünftige Seligkeit bring», Bott, Torah, Seele und Talmtdr Ehachomim. Die Erörterung dieser vier Begriffe , wurde angelehnt an die vier Bibelsprüche,'-die in den Kuppelselber» de» GollcShause» angebracht sind, und dann ungefähr sortgcsahren:) L» dürste Such wundern, inetnr Andächtigen, dag Ich gerade diese Stütz« zu weinen Autsührungen herangezogen habe, die vier Sprüche in der Kuppel unsere- Gotteshauses. Ich Witt Such daraus di« Antwort gebe». Bor einem Bterieljahrhundert ist in un s»r„n vtorteShauS über diese vier Bilelvcrse von einem gottbr. geisterten, mit Beredsamkeit gesegn, ten Mund gepredigt worben, brr dann da» Wort Gvilr» und die Lehre de» Judentums in großen und berühailc» Gemeinden, in Hamburg uno Frankfurt a. M., mit der Kraft ui.d Innigkeit de» Sehers verkündigt hat, und der nun nach Bolle» Willen vor seiner Zeit kür Immer Hai verstummen ntüssen. Hier m d'esem GotieSh.iuse, da» den Laut seiner Dtinime vernommen hat, an dtriein Sabbat der steben Trauertage um seine Irdische Bollendung, gelle ihm nunmehr unser Bedanke, unser Wort, unsere Trine. Fühlen aber sollen un« die vier Bibelsprüche, die ihn, selber tinmal hier an dieser 2rille, zu Bcgin.i seiner ehrenvollen und gesegneten Laufbahn, Führer gewrsrn stnd. „,Golt sprach: E« Iverse Licht und c» ward Gicht*: das ruf' ich ihm selber zu. Siu Liebt war ihm Gotte» Wort in seiner Seele, ein glühendes Feuer in seinem Inneren Au» dem Strahl seines gütigen Auge» brach'« hervor, milde, leuchtend und v.rtlüiknd — aber in srinein Innere» war'« eine lobende Flamme, ein nn, stch greisende» Feuer der Sehnsucht, der Inbrunst, de» I»- sichversenken». SS hat an ihm gezehrt dieses Feuer, und c» hat ihn schließlich verzehrt: in der Mitte seiner Jahre hat er den eigene» schwam-n Lub dahmgcopsert ans dem Altar des im Glauben erglühenden Hrrzrn». ,T!e In Tränen sie», ivrrden in Freude ernte»": Da» rufe ich den Scinigen zu, seiner Fiaa uns seineni Kind» Ach, wir müssen sie nunmehr nach de» GvticSschicksalS unbegreiflichem Lose »> Tränen süen, >» Kummer ihre Tage verbringen! Ach, wie ist die Krone von ihren, Haupte gefallen, di« Zierde ihre» Dasein» dahinaegangc», der Eckstein herauSgebroche» au» ihrem Hause! Mag der Bott, der. tötet und belebt, zu Boden schlägt und w.ederuin ‘ aufhebt, mag Sr in Batergüte an der Hand sie saffe» und den Wra Ihnen weisem zu einem Ziel, an dem auch für sic noch einmal tn^ Erfüllung geht, daß dle, sto in Trinen sie», in Freuden einst trete» werden. „Siehe, wie schön und lieblich, wenn Brüder in Eintracht zusammen wohnen": da» ruse ich mir zu, wenn ich ermesse, wa» ich persinlichbverlorrn hule. Denn Brüder und Freunde sind wir geweik». Und haben in Emuacht zusaminen gewohnt, die gleichen Ziele verfolgt. In gleichem Streben un» gefunden, bei allen Sorgen und Gedanken über die Nöte und Ausgaben der Zeit, über dir Er hrltung dc» übrrliefertcu Judentum», über den Frieden ln der Bkiamtoemrinde Schdn und lieblich war diese» Zulaminenlebrn und Zwammendenken. Kein Wort ward zwischen »n» gesprochen, krine/Zcil« von un» gewechscit, da wir un» nicht rin Stück von unserrn. Eigensten gegeben haben und un» erkennen ließen, wie wir einander nahe waren, als Freunde, al» Genoffen, al» Brüder. „Grüne» welkt und Blüte fällt, aber da» Wort Gölte» .bestehet ewig": da» rufe Ich dem Klol JiSroel zu der iüdischrn Gemeinschaft und jtimol dem deutsche» Judontum angesichts diese» Bcrlufie«, der ibnrn widerfahren ist Sine Blüte ist gesasten vom Bäumende» Judentum», eine lieblich duftende, in holder Schönheit und r»lesener Pracht Vollende,e-Menschrnblütr. Eine „süße Seele" ist lvtgelöst von unseren Reihe», an der unser Blick stch weidete, unsertHrrz stch erfrischte, deren Wort und Sein uy» labte wie rin taufrischer Morgen und wie e!r> Sonnenbltck im Frühling — Die Blüte fiel — aber wa« in ihr grwirkt un£ sie so sarbensalt hat leuchten laffen — da» GorieSwort, et sillt nicht und r» welkt nicht fit» bleibt und besteh«. n ihm und an ihm, al» einer der Talmldr Ehnchomlm, deren Ehre, alijiidtsche Wetdbett gleichsetzt mit Gotte» und der °Torah Ehre selber, wird auch Rrhrinta» «nlon Nobel unvergeffrn und unvergänglich sein. \ Wochenschau Tatsachen und Lrs<hntffe Dsutschlaud. Frovtsori » «. Der bekannte Rabbinrr Herr vr. I. Nobel ' ist plötzlich grftorbr». Mit Rodel ist «ine der markaiueftenFiguren de» deut chrn Rabbiners!and.«s au« drm'Lebcn geschletrn. Er ist im Jahre 1871 ins Haibrrsiudt geboren,' studierte'am Berliner RadbiNkrsenitnar und en dcr Universität,'.wo er^mit rinrr DiffeNation über Tchopenbaucr promoviette.* Nsbcl^wcr'Rabbincr in Köln, Königsberg, Hamburg und Leipzig, vorQivoler dann al» Nachfolger von Marlu» Horowtz nach Frunkfurt vrrufen ivurde. In Franksun hat er eine überragende Stellung eingenommen >»,d auch abgesehen von seiner serisiuigrrischen Tätigkeit j da« jüdische geistige Leben-in hohem Maße beeinflußt fundDcfruchtet. Sr genoß in seiner Gemeinde ein Ansehen al» geistiger Führer, wie r» heutzutage selten dcr Fäll ist. Nobel verband profunde» jüdische» Wiffen mit einer außerordentlichen philosophischen und allgemeinen Bildung. Er galt z B. al» besonderer Gorthe-Krnner. Er war einer brr bedeutendste« Prediger Deutschland« und hat auch mehrere Bänd« Predigten verSffentltch». Im vorigen Jahre feierte Nobel seine» fünfzigsten GeburtStag. Au» dickem Anlaß hat der Krri» seiner Schüler und Freunde elue Festschrift derauSgegeben, die Arbeiten jüdisch philosophischer und religiöser Probleme enthält. Nobel» Htnschclden bedeutet fitr da» deutsche Judentum eine» großen Verlust. Göttiagea (J.E.B). Der HauvtauSschuß drr Deutschen Stu denlenschast hielt an, 18. und 17. De«» hier eine Tagung av. an der auch Bertretrr der dculschnaiional-fretstnnigen Studemenschast Wien» teilnahmen. Aus dieser Tagung wurde einstimmig die neue Beisassung zum Beschluß erhoben, nach brr die. „Deutsche Stu dentrnschast" alle Siudtcrcnden drr retlbSdeuischen Hochschulen und der Technik In Danzig, reichSdrutscher und. österreichischer Draattanaebörigkeit und auf Antrag auch auSlandSdrutlcher Herkunft umfaßt,' damit wurde für diese Hochschule in der Jubensrage der Raiirstandpunkt restlos aufgegeben. Da dir vsserreichische deutschartfthe Studentenschaft hartnäckig auf dem Raffestaydplinkt brharrte und ihre deutschen Kommilitonen jüdischen Glauben» von der Mitgliedschaft der „Deutschen Studentenschaft" ausgeschlossen wiffen wollt«, so ergab stch die Unmöglichkeit de» verbinden» der österreichischen Hochschulen in der „Doutfchur Studenlenschast". Hraukrrich^ —- Perl» Im Lause der vorigen Woche hatte Prosrffor Weit mann, der Präsident der Zionistischen Organisation, in Pari» eine längere Unterredung mit dem französischen Obrrkommiffar in Syrien, General Bouraud. In'politischen K> eisen mißt man diesem Treffen angesichts der bevorstehenden Orientkonferenz wesentliche Bedeutung bei, da man annimmt, daß bi« künftigen Beziehungen zwischen Schrien und Palästina Gegenstand der Besprechung gewesen sind. Spanien. »,»>»«. Ndch einer Meldung de» „Jewish Ehronicle" soll die von der spanischen Regierung eingesetzte Kommission bereit» die jüdische Abstammung de» Kolumbus sestgestrllt haben. Die Anregung zur Untersuchung kam von O»kar Strauß, der seinen Sekretär zur Nachforschung nach Spanien sandte.^ O»kar Strauß wieder ivurde aufmerksam durch den Beichtvater de« König» von Spanien, Mgr. Solo, der vor einiger Zeit in einer Zeitung daraus himvieS, daß in Pontevcdera, in Nördspanie», wichtige Dokumente z» dieser Frage varlägen. Demnach habe Eolnmbu», besten rtgent- Uchec Asi ne Eulum war, sein Judentum zum Schein verleugnet, um die -Unterstützung' de» Königspaare» für seine Expedition zu erlängui. Dein« Eltern, deren Bornamen Jakob und Schoschonah lauteten, seien rein» Juden gewesen. Auffallend ist allerdings, baß kein jüdischer Publizist der damaligen Zeit auf die jüdische Abkunft de» Columbu» hinwcist. Daß die Juden sich damals zahlreich an der Srcsahrt beteiligten, haben wir erst kürzlich erwähnt; so wanir aus dem Schiffe de» Eolumbu« drei Seefahrer Juden, ferner der Arzt, der Lhirurg und drr Dolmetscher, Loui» de Torrr», der auch zurrst dle Küste Amerika» bestieg, Drrt jüdische Kausleutr staiteten zur Expedition de» Schiffe« bei. , Unter den wiffenschaftlichrn Vorarbeiten de» Solumbu» befinden sich vornehmlich Juden (Beeinho, Zacuto, Ebn E»ra). . Jervsole« ^J.L.B.). Dir Avieilung für Handel und Industrie der Palästtnrnflschrn Regierung hat begonnen ein wöchentliche» Bulletin In engltichcr, hebräischer und arabischer.Sprache herau»- zugebrn. Da« Jahresabonnement betragt >/, Pf. St. Jerofole«. Dle von der Kunstgewerbrschult Brzalrl tn Europa bestellten Maschinen für «ine lithographische Abteilung stad in Jerusalem rtngklrvffen, und die Abirtlunä wird jetzt twstanbr srm, alle ArbeUen, die di« paläfttnenftschon Gor leger nach Arghpton dergrien mußten, selbst »u«zuführ»n.

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