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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-02-03 · 140 (3.2.1921) · p. Seite 35

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
140 (3.2.1921)
Date
1921-02-03
Page
Seite 35 (sequence 3)
Language
German
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Kötner Rachrichien Wtr möchten heutr der Gunst unserer verschiedenen Gemeinde. >Utattrd«r eine Ltnetchtung empfehlen, die leider vielfach al« ein dkinkind behandelt wird. Dir „Peah", jüdische »rbeit^stSite, und Brocken- . sammiung in Süln hat den Krieg unter großen Lch.vterigkriten Ilde,dauert, wohl al« einzige Einrichiuna vieler «rt in Deutschland. Sir hat der Stadt wichtige Hilfe geleistet, indem sie den Abholdienst der AitNcidrrstcllr besorgte. Dadurch war e« ihr andererf [fett« möglich gewesen, viel« polnischen Arbeiter, die durch alle.Mdg. Itchcn Beriprechungen von Polen hierhergrlockt, durch Beiträge geibmiden, In schweren KrtegSbetrtebrn Über ihre Kräfte arbeiten Inmßlen, zu befreien und sie zu beschäftigen. Manchen Glauben»- genossen konnte sie, da fie al« Obdachlose aufgegrlffrn und den, Gesängni» zugeführt wurden, Arbcit geben und sie dadurch der Freiheit wieder zurückgrbrn. Sobald e« ihr wieder erlaubt war. Kat die Prah den während de« Krirgr» drrboirnen Verkauf von alten Kleidern, Wäsche, HauShaltungSgegenstänben usu,.. welche fie durch augenblicklich arbeitslose Handwerker wieder l,«stellen läßt, wieder ausgenommen. Der Erlös au» dMn Dinge» und allem Papier bildet nämlich ihre einzige Einnahenequeste Die wein er Steigerung der Löhne in Bcrbinbung mit gewaltigem An draug -an ArbeitSiosen niacht der Arbeitsstätte ihre Ausgab' sehr schwer, »ob gerade jetzt ist die Probe auf ArbeiiSwilligkeil sehr wichtig. D.e Pcah soll >a nur ttbergangSstatton zu anderer dauernder Arbeit sein; Platz sür Rruankömmtingc ist erforderlich. In vielen Fällen ist e» der Pcah schon gelungen, ihren Schützlingen eine dauernde Existenz zu gründen. Seit Beendigung der SriegSzcit find die Zuwendungen aber zu gering Dir Peah kann ja alle» gebrauchen. - Sicherlich werden manche» für die Brockensannnlung noch verwendbaren Gegenstände achtlos weggewarfen. Oftnial» auch iverden an den Türen an Bittsteller ohne nähere Prüfung der Persönlichkeit Dinge abgegeben, mit bencn di« Empfänger Mißbrauch lreiben. indem sie dieselben zu einem Bruchteil de» Wedle» verkaufen. 3» der Prah würden diese Dinge durch rinfichiSvollrn Verlaus wirklich Bedürftigen doppelt belfeirund die Ausrrchterhaltung de» augenblicklich sehr gesährdrtcn Betriebe» ermöglichen. Ohne ftch zu berauben, würde» hier gute Mensche» einem wlrkiich guten Zwecke dienen. Unsere verehelichen Leser werden darum herzlich gebeten, abgelegte Kleider, Wäsche, Schuhe, HauShailungSgegrnständr, alte» Papier in größeren Menge» pp. der Prah znzuwendem Dieselbe läßt aus Trlesoirn.s v >99 »ou mii AuSivelS versehene» Boten die Gaben alholen; andernfalls Zliscndiingcn nach Rubenösir 33, Kö'.n, erbeie». An der städtischen BolkShochlchule Köln wird Genlkiiiderubbiiier Dr. Svbir 7 Vorlesungen (n, t avschli-ßendc» Besprechungc») über die Gcsck'ichle der deutschen Inden hailc». DonnrrSlagch. 28. Februar, 2.,!»., IG, 23., 30. März, 6. April, 7> ,,-83, Uhr abend». Friedrich-Wckhelm Giiuinasiiim, Leucrinsiraßr, 'Aula. Karlrn stad im Büro der LUnagegengeuicinde, Roonstras.c 5,0 z>i haben. >\ti hdltSaiigabc: I. Allgemeine Emssthiung. Die Jude» ini erneu Jahrtausend denischer Geschichte. 2. Die Juden im de»l chcn W>rt- - smasltlebcn bis zur RcfarinationSzeii. 3. Du' jüdische Lueraliu. Der Tlreit'uai die Lchriflen der Jude» ui» 1500. I. u '> Das Zeitalter der Anslläruug und die MeudelSsohnsche Periode. Ei»a:!> zipationSkäins'fc »nd Liiianzipation. 7 Ter Äntiiemilisinn» und seine Geschick-ie Die Gegenwart. r ' - Bon neuen Unterschrisl,», die i» den letzten Tage» aiä Zu siiiumungSerklärungen ziii» Krren Hajessad Ausruf eingeiausc» stud. teilt man un» mit: an» Verl tu: Dr. jur. Richard Tuck, Ehesredakteur; „ Coblruz: Prediger Hnhn, Sradtverordneler Moser, Dirclior Loui» Schloß i. Fa. Leonhard Tietz; » Cöthe«: I Schönseld, Dorstehcr der israelitischen K.cklnSgc meiiide; „ Düffeldoef: Rabbiner I)r. Max Escheibacher; ,, Köln: E. Bluinrnan, Borsiyruder de» Borsiaubes der Lyna aogengemelnde, Juftizrat Drf Bodrnheimer, J»istizr-t Ludivig traben, Fabrikbesitzer Han» Rvllmnnn, Rabbiner Id,. Ludwig Roscniäal; « Ki»ig»brrg: Gemeinderabbiner Dr. Reinhold Lewin; « Ltbrck: Dr. Leo Landau, Borsitzender der jüdischen Gemeinde; „ Mtiuchcu: Rabbiner Dr. Bärwatb, Pr. Clin» Sirauß. Von Berg und Tal di« Bortragead« dt« besoudee, dieser Poasi« eiaeuNtmUch« Atschu»» von Lache» und Beinen, Sehnen und Bemichnn am A»druck n bringen. Man erlebt« da, trasche Geschsck de» Bolle, mit, da» nch immer wieder dir Bitterkeit de» Leben» durch einen »»nochohmlichen scharfen Bitz erträglich zu machen weih. Der wohlaelangene Abend brachte den meisten brr Zuhörer viel Reue» und Anregende», aber hosfenülch auch den Wunsch nach dem vstjüdischrn Buch« selbst. Da» vom jüdischen Jagenvvimb veranstalten Kon,ert \ der beiden Kölner Künstler Gabriele Sonder und Simon van Gelder nahm einen sehr schönen Berlauf. vir junge Sängerin, d>» über eine autzergeivvhnlich schöne große Sopranstimme verfügt, sang dir Pagenarie au« den Hugenotten und etnige moderne Lieder mit Wnrme.uud ticsein luiisUatischrrn Verständnis. Zum Schluß brachte str mit Herrn Lrhrrr Lrvi, dessen ansprrchender Barlton sich der Stimme der Tängcrin gut anpaßte, einige Dmorack-Dartir zu Ge- , bör. Drc Pianist lwgleitele anschmiegsam und begeistrrte al» guter Chvpinspieier mit dein Scherzo in d-mo» »nd der mit Xtmptf»' ment vorgetragenrn Riavletto Paraphrase von LtSzr die zahlreiche Zuhörerschaft. Alle Künstler wurden lcvhaft gefeiert. Limburg a. Lehn. In unser« altertünilichrn Lahnstädtche» fand am Sonntag den 22. Januar d. I. die erste Bczirktiaauna de» BeairkSverbandeS Rheinaau-Nastau statt, der al» N» rrvtivand de» Hessischen Landrrvcrbai.de» dein Verband Jüd. Jugcndvrretne Deutschland» angrschlos>-n ist Ziveck diese» im vorigen Jahr begrünbcten Bezirksverbaudr» in. c», d ,rch engen Zutainnirnschliiß der j» seinem Bezirk gelegenen jnd. Jugcndvcreine der u.»sang> reichercn Organisation de« LandeSverbandcS die Arbeit zu erleichtern und dadnrch I ine Uestrebnuge» z>r fördern. Am Bormiitag wurden die Satzungen de« BezirkSverbande», die Im Eittivurf Vorlagen, besprochen, kleine unwesentliche Änderung vorgenviiinien und dann nachniiltag« b,ä der eigentlichen Beztrksiagnng angriioiniiic». Wegen vorgeschrittener Zrtl konnte Liegsried Bacharack Eschwege sei» beabstchligt S Referat über den Berus der jüdische» Jtlgeiid nur zu einer lurze», aber um so marligcren An» spräche zusammsassc», in der er von David sprav, der nur mit Hilfe seine» Gotivcrlrauen» de» Riesen Gollaih besiegte, und vom Könige Galonion. d,r Galt zu Ehren me» herrlichen Tempel erbaute Jüdlstc Jugend, schieß Bacharach, besiege den Riesen, der auch heute noch in ihr und gegen dich »st, bane Tciuzvl nie Salomo», die auch hni e nötig sind. Den Höhepunkt der Tagung biidete die Kundgebung ui» 4 Uhr. , Eö war cui glücklicher Gedanke, dieselbe in ' dir hohe geräumige Synagoge zu oeilege». Rach «inein vom Lynagogcnchor gcbrachltn Psalinvvrtrag, nach ciuleiicndc» und begrüßenden Worten dr» Lorsttzendcn Otto Faßbendkr, de» L,hrcr» Jsaac und de» Gemeiiidc Vorstände« imhui Bezirldrabbiuer Pr. LaMa» - Wiesbaden da« Wort z» fernem 9iefev.it: „Wad l t uol?" < Mit ei,'.er alte» L-geu^e begann Dr. Lazarus seine Audsüh rungi», jener L.gcnbe von drin Kruge, der neben Gotlcd Thron steht, »nd in dein olle Trägen dcS leldenden und geqi.ältc» Jude»- 'nuiö zuj.vnn.ei.fl'cßrn Und gerade bruic in nnfeier kullurrrlruch :cieu Jen wird dieser Krug zum übalouifn voll von all den Tränen, die vor allein im Ls»n und in der Ukraine vergojjen wer- '-den. N:'d auch i» der übrigen Weil w>rd die ariiseinitiselr Hetze in'inrr schliunner, der Jute muß den Lüudeubock abgcdcn sür alle» Übel uns Eide». Aber nicht ohne Lichtblickist^ dune trübe Zeit brr Verwilderung n-,d Verhetzung Die jüdischeJugind vor nneui iuird sich wieder ihrc-e- Judenium« und Un.r hohen Ausgabe be ~ unifet iin) :,i ujiiiU ve SehnsuckN noch n.nein religio,«,» Lebe», istegruseitig--« Bersi»lsen »ärd uni der Jeil »nch die Br,icke schlagen über den Riß, dce ge,ade in dieser^ Bezr liung »ech zwisch.» der Ji'gend und dem Aller klossi. Eni ziveitrr L ed'slrabt >n die mii in le Palästinn-Aliion, zii der sich Inden aller Richlimgt» zusannuen. geschlossen haben und daum lut (.»esvlge dcr-Bcginu einer Einigle-ii inue, halb der Jude, heit die über alle,» Parieiyas; »ud Barleizani strhj. Jugend, Palästina und Einigken, da» sind die drei wiänigin Etavpcu ans d.m Wege der und not tut, »nd Juda« Fahnen wer den wieder, iir.c vor Jabua,»enden, hoch und stolz Iin 2Lt„d statte,». D csc Ltudslihrungcn sanden so dcgr sirr,c» LL.drrhall, daß die Llnwrsendrn On und Zeit ve>',aßen, und Las Gottesdauwoh! '.uni ersten,»al Hänc eilatschrn in seinen Ma. er» i ü,te. Eine Fesillchkeit deo gastgebciidca I I. B. Lnuburg beschloß den BcziriSlvg, der ei» tvichliger Baustein in der Geschichte der ncniralc» jüdischen Jugendkiwrgurg iimr,hu:b »n,s nr crerr>„ H'i'nal sein wird Adolf HaaS, Wicöbatcn Beuel. Unser Jüdischer Gemeindeverein veranstallele vergangene Woche einen Rezttaii'onsabend, an dem vstjüdische Porste und Prosa zum Bvrtrag kamen. Zu Beginn zelchnclc Herr Mag Göldreich in kurzen Zügen Besen und Arl dieser Literatur, die bisher leider noch m >0 wenige westjüdische Kreise Eingang gesunden habe. Und gerade dies« Dichtungen wären so sehr geelgnei, eine Kulturbrücke zwischen “n*) Dest zu schlagen. Nach diesen einleiienden Worten gab Fräulein Senta Esser vom Stadttheater Boü» mehrere Proben der Schopfungrn ostjüdlscher Dichter. 5!n verständnisvoller Weise wußte Beim Ausbleiben einer Tlujnmer stes Jüdischen Boten bitsen wir unsere Leser, eine un fr an kirrte posiluric folsictidcu Zndalts in ben nachslen Briefkuiien ,01 wersni: An butf'poitümf, hier, bitte hierburch »in Äochlieserunq bco Zübischen Boien onit :)\f>cin Nr.. ben ich bis jetzt noch nicht erhalten habe. jUnttrschrist)

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