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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-01-27 · 139 (27.1.1922) · p. Seite 26

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
139 (27.1.1922)
Date
1922-01-27
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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flder jüdisch MWsim E' jMh _ .. t» traditionellen Sinne im Kreise derer zu e noecken) tzen/n die Sabdatdhelltqung nur dem Ravten nach bekannt »st, in deren Häusern eine rituelle Leben-wnse fremd geworden und bei denen von Gotte-dienft höchsten-zweimal i« Jahre die Rede ist, würde ein au-ficht-Iose- Bemühe« dlestien. In ihren Kindern aber «acht sich vielfach 'das Streben nach einem festeren Holt u» Judentum geltend. Unsere Pflicht ist e-, ihnen hierzu die Wege zu ebnm und diese Jugendbewegung^ mit allen Krllften zu unterstütze« und zu fördern. Wenn wir aber das ernne Streben haben, jüdisches Leden und jüdisch traditionellen Geist in unserer Gemeind« ne» aufleben zu lassen, so müssen wir versuchen, diejenigen Areise wieder in unsere Mute Ju ziehen, in denen di«>er Geist am stärksten pulsten und die Werte geschaffen haben und schaffen, dt» geeignet find, ein große- Vemeindewesen mit frischer Kraft zu beleben. Scheuen wir nicht davor zurück, einer Minderheit in vielen Punkten prinzipirllert Art Rechnung zu tragen, stellen wir die Gesamtintereffen über den Parteiftandpunkt. AVer der gute Wille, religiöse- Gemeinwohl über Religion-poiltik -zu stellen, muß auf allen Seiten vorherrschend sein. Die orthodoxe Richtung muß in erster Linie zwischen solchen Zeiten zu unterscheiden haben, in denen man in Abwehrstellung dir heiligsten Güter zu verteidigen hat und Zelten, in denen die Frage zu entscheiden ist, ob erecht ist, diejenigen abzustoßen, die sich dem, waallen Juden gemeinsam heilig ist, näher kommen wollen. Da werden sie sich fragen müssen, ob dafurchtlose Bekenntnis zur TrennungSorlhodoxie, da- Wunder wirkt in Zeiten, in denen die Flut der Reform alle Dämme niederzureißen. drohte, am Platze ist, wenn kein Zoll breit de- Boden-, auf dem der Glaube unserer Väter ruht, verschoben werden soll — wenn rS sich jetzt nur darum bandelt, den Geist deüberlieferten Judentumda als feste Wurzel einzupflanzen, wo durch den Geist der Zeit dle letzten Reste der Pflanzungen unserer Väter zu verdorren drohen Da ist eS Recht und Pflicht, Vertrauen in die Lebenskraft deS Überlieferten Judentumzu setzen und nicht zu fürchten, daß sie Schaden leiden könnte, wenn sie auf weiter« Kreise befruchtend wirken soll. Möge eder neuen Genieindeverwaltung vergönnt sein, neuen Geist in unserm Gemrindeleben zu erwecken und in friedlichem, ernsten Streben dazu beizurragen, da-, Waunalle eint, zu heben und zu festigen. Wochenschau Tatsache« und Ergebnisse Deutschland. Berlin. Eine sehr intereffante, offenbar amtlich inspirierte Rost» gsna vor einigen Tagen durch die gesamte deutsche Presse. Die Notiz besagte, daß in Deutschland etwa 850- bis 300000 russische Emigranten anwesend seien, die nahezu alle unerlaubt über die Grenze nach Deutschland geflüchtet seien. Obwohl eint derarttge Zahl ruffllcher Mchttinge in Deutschland durchaus unerwünscht sei, sei er zurzeit au» tatsächlichen Gründen nicht möglich, diese Menschen zwanasweffe avzufchieben. Diese Roflz ist besonders mtereflant tm Hinblick auf die Feststellungen de» «ArbeiterfürsorgeamteS der jüdischen Rationen Deutschland», die genau ergeben haben, sich zügelt in Deutschland noch etwa 55dis lfch« Wüchstinge aufhalten. Herin flnd alle «if'Sttanlälfuiig |>cr als Arbeiter während de» Krieges nach Deutschland gebracht würden. E» ist. allerdings zu verückfichügen, daß die Zahl der jüdffche« Fküchtünge ursprünglich erheblich höher war. Der Tätigkeit de» Arbelterfürsorgeauttes als der Spttzenorganffaüon der großen deutsch-jüdischen Verbände fft es gelungen; estda 50000 der jüdischen Flüchtlinge den Weg in die Em^rativnsländer zu bahnen. Die antffynitffche Hetze von der Ueberschweunmmg Deutschland» mit Oftjude« fAtt damit kn ein Richt» zusammen^ E» ist kamst flat erwiesen, daH die wstjüdische Einwanderung nur einen keinen Prozeallatz der grämten Einwanderung von Ausländern ausmacht. Insbesondere wenn man berücksichtigt, daß in der oben erwähnten Zahl von 850bi» 300000 russischen Flüchtlingen die übrige« zahlreichen Ausländer östlicher Saaten, vir zurzett in Deutschland wellen, wie auch die Ausländer au» den Ärigen Staaten nicht einbegriffen sind, während unter den 55000 ostjübffchen Einwanderern auch die au» den pvlnffchen, galizischm und ungarischen Gebieten Stammenden inoegriffe« sind. Berllu. Auf dem hier stattgefundmen Reichsparteitag de» Zentrum» streifte der frühere Reichskanzler Fehre n b a ch u. a. auch das Akademiker-Problem und forderte die kacholffchen Studenten auf, jede Gemeinschaft mit dem „Hochschulring deutscher Art"zu lösen, Dieser Organisation zur Bekämpfung der Juden und der Sozialdemokraten". Berlin. Auf Beranlaffung des Vorsitzenden der Orts- S Berlin des Mgemeinen Deutschen Kanwrtnver- und der Kantorenvereinigung Groß-Berlin, Herrn Magnus Davidfohn, fand am 18. Januar eine Sitzung der Personalienkommiision des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes in Verbindung mst je zwei Vertretern bet Rabbiner, Lehrer und Kantoren statt. Erster Gegenstand der Tagesordnung lautete: -„Rotpandsaktion für die jüdischen Kultusbeamten". «mertke. Washington. Präsident H-rdtng empfing am 13. Januar den Führer der gegenwärttg in Amerika befindlichen zionlltffchen Delegation, Rahum So ko low, in langer Audienz. Der Präsident erkundigte sich nach den bisherigen Erfolgen des Zionismus) dem er schon früher rege Symvathien entgegengebracht hat. Sokolow fand Gelegenheu zu einer ausführlichen Darstellung der zionlstffchen Aufbauarbeit in Palästina, deren Ergebnisse, wie er meinte, in hohem Maße von der Haltung der amerikanffchen Juden abhängig sind. Rach Entgegennahme der Mittellungen erstärte Hardina, daß die Regierung der Vereinigten Staaten mm Bestrebungen der Zionisnschen Organisation jede mögliche Hilfe leisten werde.- Gpenie«. Wie». Au» Madrid kommt die Meldung, daß die spanisch« Regierung ln jüngster Zeit der einwandfreien Feststellung der Abstammung Ehristoph Eolum» du»' erhöhte Aufmerksamkeit zuwendet. Schon feit langem wird in Gelehrtenkreffen die Ansicht vertreten, daß der Entdecker Amerikas selbst einer Marannenfamilie angehörte. Einwandfrei fepgestellt ist, daß unter den Genossen de» Eolumbus an s«nen Entdeckungsfahrten Iudm tellnahmen. Auch dle Namen der Mutter Und de» Großvater, Edlumbus sind festgestellt. Seine Mutter hieß Solana und der Großvater Jakob. Nun haben ipanffche Geschichtsforscher im Lauf» ihrer Archivstudlen verschiedene Dokumente entdeckt, die Hinweise auf die jüdffche Abstammung de» Eolumbus enwalten. Es wirb auch noch danauf verwiesen, daß bst überlieferten Porträt» Eolumbus'

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