Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 137 (13.1.1922)
- Date
- 1922-01-13
- Page
- Seite 10 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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10 | Wochenschau ' | Latsachen und Ergebnisse § öoSNSNVVVSSVSovSSSSSSVSSSVVVVSOoNVSSSNSS Deutschland. Berlin. Zur Förderung deS Studiums begabter Söhne minderbemittelter Eltern hat der Bankier Hugo'J. Herzfeld in Berlin dem Reichspräsidenten einen Betrag von zunächst fünf Millionen Mark mit der Zusicherung zur Verfügung gestellt, auch in^ den kommenden Jahren weitere Summen zu demselben Zwecke zu überweisen. Der Reichspräsident hat diese Stiftung gern entgegengenommen und bestimnit, daß die überwiesenen^uiid künftig noch eingehenden Beträge unter dem Namen »Deutsche Stubentenhtlfe" (Hugo I. Herzfeld- Stiftung) dazu verwandt werden sollen, begabten Söhnen minderbemittelter reichSdrutsch-r Eltern auS allen Teilen Deutschlands, insbesondere begabten Söhnen von Arbeitern, Angestellten, Beamten, früheren und jetzigen Unteroffizieren, ohne Unterschied der Konfession und Partei, daS Studium an deutschen Hochschulen zu erniöglichen. Zur Verwaltung und Beaufsichtigung ker Stiftung ivird der Reichspräsident ein Kuratorium berufen, das unter feinem Vorsitz im allgemeinen und ini einzelnen über di« Verwendung der Summen Entscheidung treffen wird. Die Zilsammensetzung deS Kuratoriums, die Be« dingungen für die Bewerbung und die Stelle, wohin Be- Werbungen zu richten sind, werden demnächst besonderbekaiintgemacht. ' Berlin. Der Königliche Musikdirektor und Oberkantor Aron Friedmann beging am 1. Januar 1922 sein sOjähr gcS JubilSum nn Dienst der Berliner Jüdischen Gemeinde. Berlin. Die RtichSpost hat jetzt, mit Rücksicht auf religiöse Empfindungen, besttmint, daß, wenn jemand auS religiösen Gründen wünichr das; il»n regelmäßig bestimmte Sendungen am Sonnabend nicht ziigestrllt werden sollen, der Betreffende dies bei seinem Postamt schriftlich zum Ausdruck bringen niüffe. Die Sendungen wür. den dann am Sonntag abgetragen, sofern eS nicht uni solche handele, die bestimmungsgemäß nur werktags bestellt werden,' diese würden bis Montag liegen bleiben, eS sei denn, daß der Empfänger die Znnellung am Sorkntag ausdrücklich verlangt und die Eilbcsiellgebühr entrichtet. Wien. (I. C. B) Hiesigen Blättermeldungen zufolge Wien. (I. C. B) Hiesigen Blättermeldungen zufolge wurde der hervorragende Kepner der indiich-iranischen Philologie an der Wiener Universität, Prof. Geiger, von Rabindranath Tagvre zur Übernahme eines Lehrstuhles an der Tagvre-Akademie in Indien eingeladcn. Prof. Geiger wird dieser Tage, der Einladung folgend, die Reise nach Indien antrclen Rumänien. Bukarest. Da- Kömg<paar lud H. Friend aus Chicago, der je 50000 Lei für jüdische und christliche Kinder spendete, zuni Tee und gab ihm die Versicherung, allezu tun, daß die Jud n Rumänienkeinen Grund sich zu beklagen haben. Italien. Ra«. (I. C. B) Die Leiche dejüdlschen Dichters Giuseppe Revers wurde unter großen Feierlichkeiten bei» gesetzl. Die Behörden und jämiliche niililörischen und totlen Würdenträger waren erichienen. Eine Ehrenompagnie der töniglichen Garde leistete die Ehrendezeugung. .Krankreich. Paris. Die Jca-hat für den lg. d. M. eine Emigrationskonserrnz nach Paris einberufen und hierzu die Vertreter der Alliance, der.Jüdiichen Welthilfszentrale, des Joint, der HiaS und deS zentralen Jüdischen EmigrationSkomiteeS in Warschau eingeladen. Diesen Organisationen wurde daS Statut der ju schaffenden EmigrationSvrganiiativn überinittrlt, welches unter anderem den Vorschlag enthält, daß der jeweilige Vertreter der Jca Präsident der zu schaffenden Organisation sein soll. Amerika. Newyork. DaS jüdische Hospital im New-Uorker Stadtviertel Bronx will mit 300 000 Dollar Kosten einen - neuen Flügel bauen. Da die Spenden hierfür nicht schnell genug eingingxn, so verfiel die Verwaltung auf den Gedanken, /ich mit dem berühmte» jüd.schen Boxer Benni Leonard, einem Sohne dieses Stadtviertels, der sich trotz feiner 25 Jahre schon als Millionär von seinem Metier zurückziehen konnte, in Verbindung zu setzen, — und dieser verstand sich sofort 'zu dem GemiluS-Cheffed, feine Kraft kostenlos zur Verfügung zu stellen. LS fanden sich noch ande.e jüdische Boxer mit der gleichen Gesinnung, — und so fand im Madison Square Garten mit großem materiellen Erfolg drr Ka,npf zum Besten deS- Ho pitalS statt. New-Uork. Die New-Uorker Universität hat ein „hebräisches Institut" gegründet und zu diesem Zweck eine Anzahl von tüchtigen hebräischen Lehrern angestellt. Jeder Student kann jetzt dort unentgeltlich modernen hebräischen Sprachunterricht genießen. Kölner Nachrichten Köln. Am Nachmittage deS 28. Dezember veranstaltete die Religionsschule Köln Ehrenfeld unter Leitung ihres Religionslehrers Levi, wie noch in jedem Jahr, ihr Chanukaklnderfest, daS unter Mitwirkung deö FrauenvrreinS, namentlich seiner verdienstvollen Vorsitzenden, Frau Bernhard Schwab, zu einem wahren Gememdefest wurde. Drei Stunden lang unterhielt die gebefreudige Schuljugerid die zahlreichen Festteilnehnier mit ihren Darbietungen. In buntem Wechsel, in Gedicht und Gesang, Tanzbtldern, Reigen und Theaterspiel rollte das reichhaltige Programm vor den Augen der Zuschauer in schöner, trefflicher Weise ab, weckte alte verklungene Erinnerungen in den Herzen der Erwachsenen, regte religiöse Impulse an, erzeugte Ehanukalust und Freude im frohen Sinn der Jugend. Der erzieherische Wert solcher iur Gewand und Geist unserer Zeit angrpaßten Veranstaltungen kqnn nicht hoch genug eingeschätzt^werden. Ein bunter Teil Mit Tanz am Abend beschloß daS gelungene Wohltätigkeit-fest, besten finanzieller Ueberfchüß zur Bescherung armer Kinder und bedürftiger Familren, zur Bewirtung der Insassen deS Altersheim im Israel. Asyl und sonstiger gemeinnütziger Vereine verwendet wurde. Köln. Der Leiter der jüdischen Arbeiterfürsorgestelle in Köln, Herr Samson, Köln ist seitens deS Präsidiums des ArbeiterfürsoraeamteS der jüdischen Organisationen Deutschland-, Berlin, zur Regelung der außerordentlich schwierigen Angelegenheiten der ostjüdischen Arbeitet/in Oberschlesien, welche infolge der Teilung dort eingetreten sind, nach dort entsandt worden. Herr Samson ist in Gemeinschaft mit Herrn Generalsekretär Alfred Berger vom Arbeiterfürsorgeamt vor einigen Tagen von den maßgebenden Herren deö MinisteriumdeSJnnern in Berlin empfangen worden, um dort einen Bericht über die Verhältnisse der jüdlschen Arbeiter in Oberschlesteu^ü geb«.