Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 135 (30.12.1921)
- Date
- 1921-12-30
- Page
- Seite 468 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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468 - Juden das Recht baden zmn Wiederaufbau des nationalen Heims in Palästina. Gerade vielleicht in diesem Worte „Wiederaufbau" liegt die tiefe historische Begründung unserer Bestrebungen. Der zweite Satz, der m Betracht kommt, ist die Errichprug und die Anerkennung einer jüdischen Körperschaft, die mit de» palästinensischen Administration in allen Fragen, welche den Wiederauidou des jüdischen nationalen Heims betreffen, mitzuarbeiten, mitzuraten und mitzuwirken bat, und diese Körperschaft ist setzt bis au, weiteres und für die jetzigen Verhältnisse die Zionistische Organisation. Dadurch tritt die Zionistische Drgao.ll'-tion aus einer Partei, die ideale Bestrebungen batte und noch bat. in die Arena der prattischen Verwirklichung d-er^dee. cüs ein staatsaistbauender Körper. Und der letzte der drei Sätze ist die Anweisung an die Mandatarmacht. die vom Völkerbund gegeben wird, in Palästina solche politischen, administrativen und ökonomischen Bedingungen zu schaffen, daß die «ödi'che Immigration und jüdische Besiedlung in je^em Maße in intensiver Weife gefördert wird. Das ist die Grundlage, die politische Grundlage, die schon seit San Remo sich entwickelt bat. Wie Eie wisien, und ich glaube, daß Eie es wisien. sind verschiedene Interpretationen und Ausleau" -cn der Balfourschen Deklaratwn gegeben worden. Aber ich glaube, daß die einzige, wenigstens autbenlifche Interpretation in diesen drei Punkten enthalten ist. wie ich sie Idnen soeben vorgetragen bade. Das ist das Bindende, Authentische, so ist sie vom Völkerbund und von den Großmächten anerkannt. Meine Damen und Herren! Eie werden mir verzeihen, wenn ich vielleicht kurz und lapidarisch spreche. Es liegt nicht in meiner An. erwas Phrasenhaftes zu sprechen. Ich bade versucht, in großen Zügen das Grundsätzliche *>er jetzigen Eiwation so nüchtern als nur möglich zu schildern. Die Situation ist schön und sie 'st schwer, sie ist voll von Möglichkeiten und voll von Schwicn'gkeiten, und diese Schwierigkeiten müssen wir bekämpfen. Schon jetzt können Eie in Palästina scden. wie aus aller Herren Ländern die Juden die Straßen bauen, und ich glaube, der Gott Israels schaut auf seine Kinder berunter. die er durch schwere Prüfungen .zum Ziele führt. Frankfurt a. M., 16. Dez. Die Frankfurter Israelitische Gemeinde ist bei der Regierung um Bewilligung einer 5 prvzentt'gen Anleihe von 12 Millionen Mark eingekommen. Ein Bankkonsortium, bestebead aus der Deutfchen Effekten- und Wechsel-Bank, den Bankfirmen Jacob S. H. Stern und Gebrüder Sulzbach, bat von dieser Anleche 9 Millionen Mark übernommen. Die Rofierung der Anleihe an der Frankfurter Börse wird .Vn. Schwarz der Verbrennung eines Juden durch feine Anwesenheit die religiöse Weihe gab. Ein in der Tagespresse veranstaktetes Interview der Vertreter der drei Kvnfestionen ergab eine entschiedene Ablehnung der Verbrennung seitens des Erzbischofs und des Oberrabbiners sowie eine unklare Antwort des protestanfischen Seniors. On,»«n». London, 1#. Dez. (IEB.) Durch den bevorstehenden Abbau der britischen Garnison in Palästina, hat die Frage der jüdischen Regimenter an Aktualität gewonnen. Rach unseren Informationen hat die. zionistische Organisation dem Kolonia'ministerium ein Memorandum unterbreitet, das einen endgültigen Vorschlag zur Aufstellung jüdischer Regimenter in Palästina behandelt, deren Kosten nicht der britischen Regierung zi Last zu fallen hätten, da fie zum Schutze von jüdischem Leben und Vermöge^ in Palästina bestimmt wären. Das zionistische Momorandum^ unterliegt gegenwärtig einer ernsten fachmännischen Prüfung im Kolonialamte, bie Entscheidung darüber soll unmittelbar beoorsteben. London, 15. Dez. In der letzten Sitzung der Anglo Iewish Asivciation hielt Claude Montefiore, der bekannte j Vorkämpfer des liberalen Judentums in England, der seil; mehr als einem Vierteliahrhundert an der Spitze dieser cng'ischen Schwestergesellschast der Alliance Israelite Unir crfcllc ffebt, seine Abschiedsrede. Montefiore will sich seines Alters wegen entlasten. Der Chief Rabbi, Dr. Gaster, Pbi'ipp Magnus und Stuart Samuel würdigten in herzlichen Ansprachen die Verdienste Moutefiores um das H'^'swerk der Gesellschaft. Zrland. Dublin. Die jüdische Gemeinde in Dublin hat anläßlich des irisch-englischen Abkommens an den Bürgermeister sorgendes Schreiben gerichtet:. Die jüdische Gemeinde begrüßt mit Freude den Friedensschluß Englands mit Irland, welches Ereignis eine neue glorreiche Epoche in der Geschichte eröffnen wird. Unsere Stammesgenossen wollen zusammen mit den irländischen Bürgern an einem erfolgreichen Ausbau des freien irländischen Staates Mitarbeiten. Isaak Herzog. Oberradbiner vonEvudlin. Rabbiner A. Gudanski, Arwr Reumann, Präsident der Dubliner Iudengemeinde. Ae«ytzte». Alerandrien. Der Sultan von'Aegypten besuchte dieser Tage in Begleiwng des Großwesirs die jüdischen Schulen und Kindergärten in Alerandrien. Der Su'tan bekundete großes Interesse für die Fortschritte der Kinder und für deren Befinden und überließ dem jüdischen Schul- - komitee eine Spende von zirka 500 Pfund. (IEB.) Kowno, 14. Dez. (IEB.) Die lltauila-c. ju;..^.g verständigte das jüdische Ministerium, daß sie beschlossen habe, einen diplomatischen Geschäftsträger nach Palästina zu entsenden. Wir verlautet, beabsichtigt die Regierung, mit diesem Amte einen Juden zu betraue». Tlckech» Flmmfri Prag. Seit drei Woche» gibt es hier ei» Statisches Krematorium, das auch von jüdische» Bürger» benutzt wirb. Da die hiesige Chewra der Beisetzung der Aschenurne» sich streng widersetzt und auch jede Beteiligung daran ablehrq, wird die Frage i» alle» jüdische» Kreise» eingehend besprochen. Mgemeine» Aussehen erregt es, daß gleich am erftenTage der Roibbiver Dr. Emcmuel Do» Berg und Tal Lirefeld. Der Bezirk Krefeld vom Landesverband Rheinland (linksrh.) des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdische» Glaubens hiett am Sonntag, den 11. De-, in Krefeld feine Delegiertentagung ab. Sämtliche zugehörigen Ortsgruppe» waren mit 16 Vorstandsmitgliedern und 12 Delegierten vertreten, ein erfreuliches Büd. Rach herzlicher Begrüßung der Anwesenden eröffnete der Bezirksvorsitzende, Herr Rechtsanwalt Dr. Reiß-Krefeld dis Tagung. Der erste Teil war der Berichterstattung über die Berliner Hauptversammlung gewidmet, Der die Herr Dr. Werbt für den Jüdischen Bote« vom ftfteiw!