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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-12-30 · 135 (30.12.1921) · p. Seite 467

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
135 (30.12.1921)
Date
1921-12-30
Page
Seite 467 (sequence 3)
Language
German
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6. ttitb endlich das Komitee für Ferienkolonien Jta .Rheinlandloge, das im I<chre 1921 490 Kinder zur Erholung und Genesung aufs Land oder in Heime aussandte. Alle diese Anstalten beschränken sich in ihrer Hilfstätigkeit nicht auf unsere Gemeinde. Sie erfordern ttnterhaltungsfummen, die, wie man sich denken kann, nur durch unausgesetzte Propaganda ausgebracht -werden können. Mutzten doch z. B. für die Kinderheilstätte Kreuznach außer den gewaltigen Unterhaltungskosten mehr al/ eine Million Maick für den Erwerb und die Einrichtung in den letzten Jahren beschafft werden, wozu freüich einige wenige rheinische Gemeinden, wie Kreuznach, Bingen. Mainz, mit größeren Spenden beigetragen haben. llrch wie hier werden sich auch im übrigen Deutschland die Grotzgemeinden ihrer Verpflichtung gegen die Gesamtheit bewußt, und es wäre ersprießlicher, anstatt von Ber- Ln aus dos Hülfswerk zu zentralisieren, daß die Gemeinden' ig den Aovinzen oder noch Neineren Bezirken sich zu gemeinschaftlichen Ausgaben zusammenschlössen! Wochenschau Tatsachen und Ergebnisse öeooGeeoooGOGOOooeoo0eo0e0oeooo00OÖooooö Deutschla»-. Berlin. D^. Weizmann, der Präsident der zion. Weltorganisation, ist Montag den 19. d. M., nachmittags 6 Uhr, in Berlin eingetrvfsen. Am Babnbos hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden, um ihn zu bearüßen. . Die Herren des Landeseorstandes, der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, sowie die Herren des ^rliner Büros der zionistischen Exekutive begrüßten Dr. WeiMann namens der deutschen Zionisten und begleiteten ihn in sein Hotel. Mittwoch vormittag wurde Weizmann vom Reichspräsidenten Eberl in längerer Audienz empsangen. Dr. .Weizmann hatte Gelegenheit, dem Reichspräsidenten die -Ziele des Zionismus auseinanderzusetzen und ihm über den Stand der zionistischen Bewegung zu berichten. Dr. Weizmann äußerte sich sehr beseitigt über die ibm zuteil gewordene fteundliche Aufnahme. Dienstag nachmittag wurde Dr. Weizmann in etwa .halbstündiger Aukstenz vom Reichskanzler Dr. Wirch emp- .ftmgen. Während der Unterredung, die auch allgemeine Fragen berührte, gab der Reichskanzler seiner Sympathie für die zionistischen Bestrebungen lebhaften Ausdruck. Am Mtttwoch gab Staatssekretär des Aeußern von Haniel zu Ehren Dr. Weizmanns ein Frühstück. k Am 20. d. M. stattete Dr. Weizmann dem Vorstand .der Jüdischen Gemeinde Berlin einen Besuch ab.Er wurde ^im PräsDialzimmer des Verwaltungsgebäudes feierlich ^empfangen. Der Vorsitzende der Gemeinde, Geheimrat Stern, hielt an Dr. Weizmann eine Ansprache, in -welcher er seiner Genugtuung Ausdruck gab, daß der Berliner Gemeinde die Ehre dieses Besuches zuteil werde. Geheim- . rat Stern führte aus, daß man der Kraft der zionistischen Bewegung Bewunderung zolle» «Me, wie immer man stch zu ihr sonst stellen wag. Der Vorsitzende der Repräjentanten-Versammlung, Gewerberat Plotte, versicherte namens der Repräsentanten-Bersanualung der Berliner Gemeinde, der sa auch bewährte zionistische Vertreter angehören, daß sie die Ideen des Gastes zu würdigen wisse und daß die Berliner Iudenheit sicherlich das große jüdische Werk des Aufbaus Palästinas nach Kräften unterstützen werde. Als ältester Rabbiner der Stadt Berlin sprach hierauf Rabbiner Dr. Beiße, der besonders hie religiöse Bedeutung des Zionismus hervorhob. Dr. Weizmann erwiderte in einer Ansprache, in der er betonte, es sei ihm eine hohe Ehre, von einer der größten und bedeutendste»' jüdischen Gemeinden der Bett in dieser fttaafcliehen Welle ausgenommen zu werben. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Partenmterfcheide zwischen tat! Juden angesichts der großen Aufgabe, die de« Gesamtjudentum gestellt sei, zurücktrelen werden und daß alle Juden in gleicher Weise ihre Kräfte für den Aufbau des jüdischen Palästina einsetzen werden. Hierauf wurde ein Frühstück eingenommen, in besten Verlauf noch Dr. Sandler als Vorstandsmitglied der Gemeinde und alter Zionist einen Toast auf Dr. WeiMann ausbrachte. Berlin. Am 21. d. M. fand in Berlin im großen Saale der Phüharmonie eine jüdische Mastendemonstration als Begrüßung des^l Berlin weilenden Präsidien der Zionistischen OrganiWon Dr. Weizmann statt. Tagelang vor der Versammlung waren sämtüche Eintrittskarten vergriffen, und viele Hunderte Einlaßsuchmde mußten abgewiesen werden. Auch am Abend sammelte sich noch eine große Menge vor dem Gebäude der Philharmonie, konnte jedoch leider nicht mehr eingelassen werden. Die 'Reichs-. regierung war durch Herrn Ministerialdirektor v^>D ch u - b e r t verttetcn, der in Begleitung des Referenten für jüdische Angelegenheiten, Herrn Prof. Sobernheim. erschienen war. Die offiziellen jüdischen Instanzen Berlins waren vertreten durch denVor fitzenden derBerliner Jüdischen Gemeinde, Geheimrat Stern, und den Vorsitzenden der Repräsentanten-Bersammlung, Gewerberat Plotte. Außerdem war eine große Anzahl von prominenten Persönlichkeiten des jüdischen Bettin anwesend, darunter der Präsident der Großloge il. O. B. Iuftizrat Timendorfer, der Vorsitzende des Deutschjüdischen Gemeindebundes Prof. K a l i s ch e r u. v. a. Als Prosestor WeiMann, begleitet von den Herren des Landesvorstandes der Z. B. f. D., sowie den Herren der Berliner Büros der Zionistischen Organisation und den vor-» übergehend in Berlin weilenden Mitgliedern der Exekutive. Dr. Georg Holpern und Lichtheim, das Podinm betrat, erhob sich die ganze Versammlung zu einer minutenlang andauernden herzlichen Ovation. In seiner Rede füdrte Dr. Weizmann u. a. folgender aus: Geehrte Versammlung! Bevor ich auf das eigentliche Thema des heutigen Abends eingebe, gestatten Sie mir — ich glaube auch in Ihrem Ramen sprechen zu dürfen um? in5 Namen der Organisation, die ich die Ehre habe, zu vertreten, — meinen herzlichsten Dank dem Herrn Reichs- ' Präsidenten und dem Herrn Reichskanzler auszudrücken für das freundliche Interesie, welches sie unserer Bewegung und unseren Bestrebungen entgegengebracht haben. (Händeklatschen.) Gestatten Sie mir <mch. den Vorständen und Vertretern der großen Msschen Gemeinde Berlin unseren tiefen Dank auszusprechen für ihre fteundliche Aufnahme. Seit EarnRemo ist das Mandat für Palästina zu einem össeutkiche» und moralstch, wenn* auch noch nicht formell von den Großmächte» anerkannter'. Dokument geworden. Das Mandat bietet uns die pofitifche Grundlage, auf welcher unsere praktische. Arbett in Palästina, auf. welcher der jüdische Aufbau Palästinas'begründet werden muß. Drei Sätze find für uns die Hauptsätze, drei Sätze des Mandats sind es, die für' »ns ausschlaggebend sind. Bor allem der „unprakchche" Satz, der aber »ach meiner tiefen Ueberzeuguna gerade der allerwichtigste ist, das ist die Borrede, fot Einleitung »mr .Mandat, wo es heißt, daß in Anerkennung der WoryHkn Beziehungen der Juden zu Palästina die Grvhnachte es für notwendig finden, die Balfourfche Deklaraüon nun feierlich und öffentlich zu bestätige» und sie zu» Gesetz, zum internationale» Gesetz, zu erhebe». .Das P der Ä«npuntt, der die Begründung aller unserer und bleibt, vor de« Mandat und nach dem Mm»ak «Wller bleiben wird. Wen» Sie sich dieser Kor» erinWMßo heißt es dort, daß die Großmächte anerkenne^ mMtz»

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