Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 134 (23.12.1921)
- Date
- 1921-12-23
- Page
- Seite 454 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- 454 - beiterfurforgeamt der jüdstchen Orgm^ctraai Denstchlands", das bekannttich vo» Aentroderei» festfcher Staatsbürger jüdstchen Glaubens, der Ziomsiffche, Bereinigung für Deutschland, der Großloge für Deutschla»d U. O. B. B., dem Hüfsverem der deiche, Jude», der Jüdischen Gemeinde Berlin, der Denstchen Zenttalsteile für jüdische Wanderarmenfürsorge Ufw. geschaffen und gebildet wird, zusammengestält worden ist. Berrits früher hat das Ardeiterfürsorgeamt derartige Zengnstse veröffentlicht. Die uns jetzt vorliegenden stamme» alle aus den letzten Monaten und beweisen klar und eindeutig, datz es dem Ardeiterfürsorgeamt gelungen ist, opjüdstche Flüchtlinge in größerer Anzahl dem deutschen WirÜchaftsleben produktiv einzugliedern und daß diese Leute sich im allgemeinen überraschend gut bewährt haben auf den verschiedensten Posten der deutschen Wirtschaft. Selbst so schwierige und dem Ostjuden im allgemeinen so fremde Arbeiten wie die Arbeiten in der Larckwirstchaft, die. von größere Masten ostjüdischer Arbeiter ausgenommen wurden, sind von diesen gut gemacht worden. Natürlich liegen auch andere Aeußerungen vor. Auch Mißerfolge sind vorgekommen, Unwillige und Nichrgerignete baden nach kurzer Tätigkeit ihre Arbeit ernsteüe» urigsen. Die Zahl derer, die sich nicht bewährt haben, ist jedoch verschwindend gering gegenüber der großen Maste derjenigen, die sich gut, arbeitsam ud fleißig dem Wirtschaftsleben einfügten. Besonders interestant ist eine Anzahl ZeugnPe über Lehrlinge und Volontäre in Hoch- und Tiefbauarbesten. von Schlostern, von Maschinenfabriken, von Baugefchäiten usw. Äe Arbeitsfreudigkeit der jungen Leute wird in ckllen Fällen lobend hervorgchoben. Könnte man damit die vorher gekenn^ichnere An der antisemitischen Hetze als endgültig widerlegt be.^LL«n. so muß beachtet werden, daß diese Preste, der es ja nie aui Logik ankam, auch andere Saiten aufzuziehen versucht. Die Tocksache, daß es dem Ardeiterfürsorgeamt gelungen ist. diejenigen Flüchtlinge, die zurzeit Deutschland nicht oerÄsten können (bekanntlich sind durch die Tätigtest des Arbeüeifürsorgeamtes über 50 000 Flüchtlinge aus Deutschland in die eigentlichen Emigrationsländer oder in die Heimat «rrückgebracht worden), in überwiegender Mehrzahl dem deutschen Wirtschaftsleben schadlos einzugliedern, sie gerade dort unterzubringen, wo keine Arbeitslosigkeit herrschte, wo im Gegenteil Arbeiter gebraucht wurde», insbesondere in den Bergbaugedieten, in der Schwerindustrie, in der deutschen Landwirtschaft, diese Tatsache wird taugt um die Behauptung aufzudringen, der oftjüdstche Arbeiter nehme der deutschen Arbeiterschaft das Brot weg. Die Sinnlosigkeit dieser Behauptung liegt aus der Hand. Der ostjüdstche Arbester, der in Deutschland schaffend wirkt, bildet nur einen geringen Prozentsatz aller in Deutschland tätigen Ausländer. Es ist nur b e z e i ch n e n d , daß jetzt dem oftjüdstche» Flüchlling auch schon seine Arbeitsfreudigkeit und seine Arbeitsleistung von derselben Seite zum B o rwurf gemacht wird, die ihn sonst immer als ei» unproduktives und schädliches Clement darsteüte Da stt besonders erfreulich und lobenswert eine zweite Zusammenstellung des Arbeiterfürsorgeamtes, die uns ebenfalls DotfkgL In dieser Zusammenstellung sind die Meiningen der berufenen Vertreter der deutschen Arbeiterschaft, der verschiedensten Gewerkschaften gerade ans de» Gebieten wiedergegeben. in denen ostjüdische Arbeiter in größerer Zahl tätig sind. Aus den Äscherungen der Gemerkschnsien geht Var hervor, daß der oftjüdstche Arbeiter stich *» denstche» Arbeiter gegenüber anftüadig nb fnlrprf verhütt, er nicht lohndrLckend müt, daß er dnrch«»^ tt» «ntttttnreSes Zement b«ßM, «ch bnß b« BechS^ um Mchche» ihm »ud de» in der Asche» Arbeitsftrle DesihMMf, ein durch«» gntrs «ch MfriedenfteSend M. MS besonderer Schärfe wenden sich einzelne Ascherunge» der Gewerkschaften dagegen, daß dem ostjüdstche» Arbeiter, geworfen würde, er vergrößere die A vermchre die Wohnungsnot. Die in pr vor- oder 'Mat aationalökonomstch geschulten Vertreter der tauschen Arbeiterschaft westen diese lächerlichen Behauptungen klar und unzweideutig zurück. Bei dieser Gelegenheit muß daraus hingewiesen werben, daß das wichtige und'produktive Hllsswerk des Arbeiterfürforgeamtes der jüdischen Organisationen Deustchlands dringend westere^Mittel gebraucht. Der heutigen Rwnmer unseres Blattes liegt ein Aufruf bei, der von de» berufene» Vertretern der bedeutendsten jüdstchen Organisationen Deustchlands gezeichnet worden ist. Wir hoff» und wünsch», daß dieser Aufruf in den Kiesten der deutschen Iudenheü gebührende Beachtung findet, bannt das segensreiche Hllsswerk des Arbeiterfürforgeamtes weitergesichrt werden kann. Wochenschau Tatsachen und Ergebnisse 9OO00OOOOOO0OÖOCG000OO000000GO000OGO0000 Deutschland. Berlin. Unter Leitung des Vorsitzenden des Hüfsvcrcins der deutschen Juden, Herrn Dr. James Eim v n s, fand hier eine zahlreich besuchte Versammlung statt, in der die Nollage der südrussischen jüdischen Ackerbaukvlonisten behändest wurde. Die Versammelten nahmen e i n st i m m i g folgende Resolution an: „Die vom Hilssverein der deustchen Juden, der Groß- )vge für Deustchland U.O.B.B. und der Gefelffchaft „ORT" zur Förderung des Handwerks und der &nb= Wirtschaft unter den Juden des früheren Ruststche» Reiche-. einberufene und unter dem Vorsitz des Herrn Dr. 8an*L: Simon abgehaltene Versammlung hat erneut Kenntnis von dertieftraurigenLag e erhalten, in welche die jüdischen Ackerbaukolonien in Südrußland durch die politischen und wirtschaftlichen Folgen des Krieges, insbesondere aber auch die unmenschlichen Pogrome und die herrschende Hungersnot, denen sie zum Opfer sielen, geraten sind. Eie spricht den schwer betroffenen Glaubensgenossen, die schuldlos an Leib und Leben bedroht und geschädigt und um die Früchte jahrzehntelanger mühawller Arbeit gebracht wurden, ihre he^iche Anttünahwe ans und erachtet es als eine Ehrenpflicht der gesamten Iudenheir, daß so schnell wie möglich durch einträchtiges Zufammenarbetten der jüdischen Organisationen ein planm^iger Wiederaufbau der ruinierten Wirtschaften ins Werk gefetzt wird, um vielen Tausenden von arbeitsfteudigea jüdstchen Ackerbauern die Wiederbegrundung ihrer EMenz zu ermöglichen." Herr Dr. James Simon, der in seiner Schlußrede aus die Notwendigkeit hinwies, das Hllsswerk durch Zusammenarbeit der großen Helfsgeseüschasten auf eine mögüchst einheitliche und breite Grundlage zu stellen, gab bekannt, daß der Hllfsverein der deutschen Achen ans dem j Ukraine-Fonds zu der Hilfsaktion für. die jüdstchen SMomen > beisteuern werde und daß Spenden für dieses» de» ^Ukraine-Fonds des Hilfsvereins" abgeföhrt werden könne». Ekberfeld. 6. Dez. Auf dem Delegiertentag des jüdischen Ingürdbundes ist vom Borstande die Anregung gegeben worden, daß jede jüdstche Anstatt in Deutschland, aneriei welchen Zwecken sie satzungsgemäß bie»e, die Sorge für ein &inb aus der Ukraine Äernehmen A»f ' diese Weste Vnnten zweifellos 5kmder nntergebracht »erde». Der Verein für jüdstche Krankenpflegerinnen m Berk» hatte sich vorher bereits Wr llebernahme eines Rin-