Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 134 (23.12.1921)
- Date
- 1921-12-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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TisschilM j^ca KrettRO. Ve-»ß» Poch» NM. »»»«tltch. Z» Se-ietze» M stxttttche ftfttatn »der de» BrnncrUi i» 8m. VOM RHEIN Jüdisches Volksblatt A»zeiie»prr1O: Mtfirlkitoic^. Prtttzelle. Die g«»-e Gette «chHt Sav Zell«. P»ßfche«»^t» PM»- mm§ A m. d.H.,L«»«». 74747 •oo Iiadbioer Dr. Smü Lohv, Bonn. Geschäftsstelle Sonn: Srüdergaffe 52. Geschäftsstele (tUn: Maurttiusvall 52. Tel. B 9988. 134 Köln, 23. Fezernöer 1921. — 82 Kiste«» 5682 3. MLUIHTI Lrillll-IllllllTTTTEXTTXXIJ OJUD Ehanuka Bon Dr. Appel, Dingen a. Rhein. unmiiinTHTimmimimTniiiii (hanuttoh bedeutet Einweihung. Es ist nicht die Einweihung, die einst Moses vorgenommen, nachdem er in der Bisste das Stistszelt errichtet hatte. Er ist auch nicht die mit blendendem Glanze vollzogene Weihe des von König Salomo erbauten Heiligtums, auch nicht die bei der Errichtung des zweiten Tempels von dem Führer Serubabel und dem Hohq>riester Iosua begangene Feier, die uns alljährlich in Erinnerung gebracht werden sollen. Es ist die an äußerem Prunke arme, von dem Glaubenshelden Juda Mattabi herbeigeführte Wiederherstellung des durch die heidnsschen Syrer entweihten Gottestempels, der wir an uuserm Feste gedenken. Als Moses das aus den Beiträgen des gesamten Volkes hergerichtete Zelt seiner heiligen Bestimmung übergab, da brachte je ein Stammfürst an jedem Tag — 12 Tage lang — reichliche Opfer und Gaben an SiLer und Gold dar. Als Salomo nach siebenjähriger Tcdligkeü den Tempel vollendet hatte, entfaltet er vor den Augen des israelitischen Volkes einen Glanz, den dieses noch nie geschaut hatte. Und auch Serubabel und Iosua dursten iu den neuerbauten zweiten Tempel die goldenen Prachtzeräte, die die Feinde bei der Zerstörung des ersten Tempels geraubt hatten, wieder überführen. Als aber in dem durch die Makkabäer wiederhergestellten Heiligtum die Achter wieder angezündet werden sollten, konnte der von den Feinden geraubte goldene Leuchter nur durch einen solchen aus Erz ersetzt werden, und auch sonst fehlte bei dieser Feier jeder äußere Prunk. Und doch ist sie es gewesen, deren Andenken durch ein jährlich wiederkehrendes Fest den kommenden Geschlechtern eingeprägt worden ist. Obwohl in keinem biblischem Buche von ihr die Rede ist, bat sie doch Eingang gefunden bei allen Juden des Erdenrunds. Geschah dies etwa deshalb, weil man sich an dem Siegesruhme der makkabäischen Waffentalen berauschte, weil man sich stolz brüstete mit den staunenswerten Erdigen der geringen jüdischen Kämpferschar? O, nein! Denn dann waren die Tage, in denen die Hauptsiege bei Emmaus und Bechzur erfochten wurden, zu Gedenttagen gestempelt worben. Der Umstand, daß man nicht diese, sondern die Tage der Tempelweihe festlich beging, beweist, wie man a»» der Vergänglichkeit der Zeitereignisse die ewige Idee herauszuheben verstand und daß tos jüdische Volk nicht nach ritfon Kriegsruhm dürstete, sondern nur die Erhaltung seiner Religion erstrebte. Es hat Sets die Verwunderung aller heidnischen Völker, die mit dem ffraelitffchen Volke in Verbindung traten, erregt, daß in bdftn Tempel sich kein sichtbares Bild des SBdens befand, das von chm göttlich verehrt wurde. Ein berühmter römsscher Feldherr, der das Helligtum zu Ierufafni betrat, war darüber aufs höchste erstmmt,daß er tofefibft fesK Götterbild vorfand. Er vermochte fw nicht zu -er Anschauung von einem rein geistigen, unsichtbaren. alles umfassenden höchsten Wesen emporzuschwingen «nd konnte darum die Erhabenheit des jüdffchen Glaubens nicht begreifen. Der syrische König Antiochus Epiphanes, der die. Juden von ihrer Religion abwendig zu machen trachtete, konnte daher das religiöse Bewußffein des Bottes nicht empfindlicher treffen als dadurch, daß er den Befehl gab, heidnische Standbilder aufzustellen und göttlich zu verehren. Mit tiefem Schmerze gewahrten die Glaubenstreuen die Entweihung des Heiligtums und setzten ihr Gut und Blnt an die Verteidigung ihres Glaubens. Friedlich^ Bauern und Bürger wurden zu kampfesmutigen Helden, und diejenigen, die gewohnt waren, die Pflugschar zu führen, zeig ten sich jüs Meister des. Schwerts. In dreijährigem " Ringen erlangten sie gegen den vielfach überlegenen die Oberhand und entrissen demselben die heiligen und den Tempel des Ewigen. Ihre erste Tat war, tos Götzenbild, den „Greuel der Verwüstung", wie er i« Buche Daniel (12, 11) genannt wird, aus dem Heiligtum zu enffernen. „Und sie reinigten Dein Heiligtum und zündeten Achter an in Deinen heiligen Hallen." Licht fft eigentlich ßv recht das Symbol des Judentums. Daß das Iud«ttu« lichffreundlich ist, beweist schon die altjüdische Legende, namentlich wenn wir sie mit den Sagen anderer Mke» und anderer Glaubensgemeinschaften vergleichen. De» griechische Mythos berichtet, daß der Göttersohn, der das Feuer vom Himmel stahl und es den Menschen brachte, pn Strafe dafür ein einen Felsen geschmiedet wurde. Dt» Sage einer Tochterreligion unseres Glaubens läßt den lichtbringenden Engel vom Himmel in die llnterwöt gestürzt und zum Prinzip des Bösen werden, indem sie hierauf die Worte des Iesaia anwendet: „Wie bist Du . vom Himmel gefallen. Du strahlender Morgenstern." Die Wische Sage dagegen erzählt, daß, als Atom zum ersten Maie die Nacht hereinbrechen sah und von Angst und Schrecken erfaßt wurde, Gott selbst ihm zeigte, wie er das Acht erzeugen könne. Und wie das natürliche Acht nach Wffcher Anschauung als eine Gabe Gottes galt, so auch tos gefftoe Licht, unsere religiöse Erkenntnis und Lehre. Ist ettoa « der Welt gegenwärtig so viel Licht verbreitet, daß sie dieser Lichtquelle entraten könnte? Wie viel den Mattabären durch die Erhaltung dieser Lichllehren zu verdanken ist, daran sollen uns die^Lichtleln erinnern, die wir an den acht Tagen des Chanuttoh-Festes anzünden und die erzählen von der Ehre und der Würde des Judentums. Zeugnisse über ostjü-ssche ZlüchsskMk Die antisemitische Presse beschäMgt sich mit ‘HcitMt mit der angeblichen Nichteignung unodem RZchtwejWM Juden zur körperlich« Arbeit. Fnstodndss« dm in Deuffchland weilenden Mchllingen »id immer vorgeworfen, daß sie sich nicht prvdnttiv in tod Wirtschaftsleben erngeMrt haben. —^a D iatetmanf - hi» n f Tf'e von v«»