Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 133 (16.12.1921)
- Date
- 1921-12-16
- Page
- Seite 445 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Stiabtr -ugewiesen. Die große Mehrzahl, erholungsbedürftige, schwächliche und schlecht ernchrtt Kinder wurden teils den Laichheimen (Segeberg und Hofheim) verwiesen, teils in jüdischen Familien auf dem Lande untergebracht. Die letztere Art der Unterbringung hat sich außerordentlich verpflegt. Die Pflegeeltern haben die chnen zugesandten Kinder überaus liebevoll ausgenommen, für deren leibliches und geistiges Wohl nach besten Kräften gesorgt und sich somit um das Vaterland und das Judentum sehr verdient gemacht. Es wäre dankbar zu begrüßen, wenn sich auch weiterhin eine stattliche Zahl jüdischer Familien aus dem Lande bereit finden ließe, unterernährte und schwächliche, aber sonst gesunde Kinder zur Erholung aufzunehmen. Im Berichtsjahre waren Kinder am Ober¬ und Riederrhein, an der Mosel und Ahr, sowie in Ostfriesland untergebracht. — Wir hatten die Freude, unsere Kleinen erfrischt und gestärkt an Geist und Körper in unsere Vaterstadt zurüÄehren zu sehen. Die Gewichtszunahme war im allgemeinen sehr beftiedigend. In einzelnen Fällen war eine Zunahme von 9—14 Pfund u. a. m. zu verzeichnen. — Eine ganz besondere und vorteilhafte Stellung in unserem Hilfswerk nimmt der ,Meinkinderhort" ein, der in der Not des Krieges vom hiesigen israelischen Kindersparverein in Gemeinschaft mit uns begründet wurde. Die Leitung und Ausführung dieses überaus vorbildlichen Fürsorgewerkcs liegt in den Händen der Damen des genannten Vereins. Er bezweckt im wesentlichen, den kränklichen und in Folge ihres Krankheitszustandes zurückgesetzten bezw. schulunfähigen Kindern durch mehrmonafige Ernährungs-, Eoolbade- und Freilustkuren zur Kräftigung und Gesundung zu verhelfen. Diese Kuren finden unter Leitung von Kindergärtnerinnen im Sommer im Schrebergarten des Vereins draußen in Köln- Braunsfeld statt, wo das Komitee der Rheinlandloge fui Ferienkolonien unter großen Kosten eine Liegehalle mit anschließender Küche errichtet bat, im Winter innerhalb der Stadt. Auch diese Einrichtung hat sich nach jeder Richtung hin außerordentlich bewährt. — Wir sind mit unserem diesjährigen Berichte zu Ende. Wenn er den Erfolg hat. daß die jüdische Öffentlichkeit unsere Bestrebungen anerkennt und vorallenDingen fördert, dann ist das der schönste Lohn für unsere Arbeit und Mühe. — Me Anftagen betreffend Unterbringung von Kindern und Ueberweisung von Zuwendungen find an unfern Schriftführer, Herrn Lehrer Louis Iacobv I. Köln, Humboldtstraße 42. zu richten. Köln. Die erste Sitzung der n e u g e w ä h l t e n Repräsentanz, in welcher der Gemeindevvrstand geboren werden sollte, hat nur den allerkleinsten Teil ihrer Tagesordnung erledigen können, und zwar die Wahl des ersten Vorsitzenden der Repräsentanz. Es ging einsfimmig der bisherige Vorsitzende, Herr Mar Baumann, wiederum als Vorsitzender aus dieser Wahl hervor. Jedoch schon, als es sich um die Wahl seines Stellvertteters handelte, kam es zu pn'nzipiellen Meinungsverschiedenheiten. Der liberale Teil der Repräsentanz nahm auch diesen für sich in Anspruch, indem er sich aus den Geist des Kompromisses berief, wonach stets der Vorsitz, auch im Verhinderungsfälle des ersten Vorsitzenden, in liberaler Hand liegen solle, während die Konservativen und Demokraten entgegengesetzter Ansicht waren und nicht zuletzt deshalb, weil diese Forderung nicht ausdrücklich im Kompromiß niedergelegt sei. Schließlich wurde diese Frage bis nach der Borslandswahl vertagt. Und auch dazu sollte es nicht kommen. Die Herren von der demokratischen und konfervafiven Seite wollten zunächst die Personenfrage entschieden, d. h. die Wahl des Herrn Aron Hofmann in den Borstand gesichert sehen, durch deffen scharfe Angriffe im Kampfe um das allgemeine gleiche Wahlrecht sich der frühere Borstand schwer verletzt gefühlt hatte, während die LLeralen auf dem Standpunkt stand», sich#*} nicht auf 'VtifMca km deshalb rmr bar Umgekehrt^ lehnten die den Herrn Schtüchterer äf* gelegentlich dieser Wahtrechtskmapse Gegner in intoleranter Weste de» verweigern wollte. Es kam darüber -» auf beiden Seilen, ohne daß eine fein schien, bis endllch ein Bertaguagsantrag^j tes und aller übrigen Tc .brachte — hoffentlich mü dem Erfolg, daß' die»'. „___ Sitzung eine alle Parteien zufriedenftelknde Ejasgnüg bringen wird. Von Berg «md Tal Bonn. Vor kurzem fand hier eine BolUchmm de» Jüdischen Frauenvereins statt, auf der Fra» Dr. Herrmanns in glänzender Weife über die letzte Tam«g des Jüdischen Frauenbundes in Elberfeld, referierte^ Äer die wir bereits ausführlich berichtet haben. Die Bortrageahr gab ein plastisches Stimmungsbild der bedeufamen Jistam^ mentunst, das sich zu einem lebendig» EharäktckWd der Frauenführerin, Bertha Pappenheim, g^tallete, die-glanzend jene Versammlung geleitet, um schkeßsich in ein« erschöpfenden Darstellung des Geleisteten »ab nen zu münden. An das Referat schloß sich ei» Beisammensein, das zu aller BefrindiMNg auslief. Saarbrücken. Der Iugendverein J&Mff 9fc||ei'' entfaltete in der ersten- Hälfte des WiatersvaAets thu erfreuliche Tätigkeit. Es sprachen u. a. Prof. Dr. 4Mbstein (Darmsladt) über „Raffe und Polltll"; Rabbiner Dr. Emil Cohn (Bonn) über „Die religiöse Erneaeruag im Judentum"; weitere hervorragende Redner hast« ihr Kommen in Aussicht gestellt. Landau. Am 13. November fand hier in den Rä»- men des Hotel Schwan der Verbandstag des fchen Kreises der jüdischen Iugendverelne statt. Am Abend zuvor hatte eine funden, bei der eine größere Anzahl Redner das Wort ergriffen, um die programmatischen Grundlagen der neutralen Jugendbewegung aufzuzeige». Die Tagung wurde eröffnet durch Eppstein (Ludwigs hafen), der den Geschäfts- und Täti^eitsbericht erstatte. Nach ihm ergriff Kurl Zacharias das Wort z» ferat „Einzelarbeit oder Massenarbeit". Er Standpunkt, daß wir weder auf Snzelnoch aus arbeit verzichten köm»». In der Diskuffion Dte Benno Well« heftige Kritik an bat n vielen Verein» Methoden. Besonders scharf «andte er philosophischen Strömung» einzedrer Gana» i die Abkehr von Führern", bin» die Worte dienen, chre Gedanken zu verbergen, sonder» mir, Mangel an Gedank« zn laste sich die Krisis in der Kchr (Kafferstmckern) der herrschend» Ziellosigkeit, tums bestche in der ErWßmg hin und seid ein Segor für die Böllers Memrach (Hamrover) vechoricht sich Entwicklung nur voa der Rüsche f Formen. Nach einer ftrrze» scrslautern) nochmals das Wellerfch» KritS im darauf hinwestend, baß H»chelet drrit gen ffFbfc pr Ja länger» haf») die tiefet» a