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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-12-02 · 131 (2.12.1921) · p. Seite 422

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
131 (2.12.1921)
Date
1921-12-02
Page
Seite 422 (sequence 6)
Language
German
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;ur Gestaltung ifeicr Träume, zur Erfüllung ihres Kehneus besipev. Und aus Vieser Kraft entstand das Berk. Es sandln sich vor einigen Wochen die Führer aller jüdischen Jugendorganisationen Kölns zusammen, verrieben von dem Geiühl ihrer Zusammengehörigkeit und dem Bewußtsein ihrer gemeinsame» Ausgaben. So tchloß die Jugend ihren neuen Bund. Richt nur die Organisationen sollen eine Zweckverernigung finden, sondern die Menschen sollen zueinander kommen. sollen in gegenseitigem Ber üändnis und gegenseitiger Förderung an gemeinsamen Berken arbeiten und so zu einer stark geschlossenen Einheit zusammenwachsen. Tie Zugehörigkeit zu der einen oder der anderen „Richtung" muß — ungeacylet denen, daß jeder seine Auffassung ungebrocAn und nark 5efixr und lesixen soll — au'hören, Maßstab der menschlichen Berturreilung zu fein: im Vertrauen auf die Ehrlichkeit der anderen Meinung liegt die Möglichkeit ernsthaft-würdiger Auseinander- ''cxung mit ihr. zugleich die Möglichkeit gegenseitiger Förderuna und Bereicherung. Im Jüdischen Iugendring haben sich iolaende Verbände :usc>wmenaesch!o"eni I.I. V. ..Gabriel R'.csier". Iungjüdtscyer Bandcrbund. Iud. Turnverein. Jüdischer Banderbund Blau-werß HcrA-Klub, Teurschjüdischer Banderbund ..Kar::eradcn'si osijüd. Iugendvercin Haschachar und Astakkab,. — Tie ae'cr.estreuen Iu acndvcreine..Esra" und„Agudas Iisroel-Iugentgruppe" sind zwar nicht dem I. I. R. beioerre:en. haben aber :r. Erkenntnis der Bichiigken mancher seiner Än'gaben ein Bündnis zur acmcin'amen Turchsüb'.nna dieser Amoaben u "i :bw geschlossen, hiervon gib: 'v.gendc Resolution p.ennin'.s: ..T.e acs.'resireuen Eraan"'a: onen ..Agudar Ilsrocl-Iugendgiuppe" und ..Edra" sichen m.u dem I. I. R. ln einer Ärbeiisaemeln.schast. Prinzipielle Erwägungen machen ihnen aber d:e M arbeit in den Punkien Oa. c und <1 nicht möglich; die Arbei'sgcmeinschart erstrebt sich deshalb :i::r an' -rb. Bet der Verwendung der von diesen Lipanuanoncn aelcisieren Beiträge :h d:e'e Ta'.'ache berücksich'.igen. £iorau* '*oIc:. daß die leiden T raani'aiivnen den geichä'iS'übrenden Ausschuß n:ch: mi'.wählen und keines ihrer Mitglieder in deil G.-A. ac:r3bli werden kann. Tagegen haben de eicser.esircuen T rganiiationen 2:r und 2::mme :m Be.rai, jedoch nur ln den Fragen. :n nxlcheu. sie w.:: dem I. I. R. kon'orm. aeben. Auch der G. A. rieb: zu solchen Fragen e:n Mitglied der ge'exes- 'rcucn Lrganrsar:cnen zu: d:e''es hai nur beratende Tt'.mm.e." Tie vorlexre Tixun? des Be:r-a:s bai 'o.gendes 2:a:::: r si-.mmig angenommen: -r 1. In t-er Erk-.un.inis der '.''otwendigke:: des Zusammenschlusses zur Erfüllung gemeinsamer Ausgaben und aus dem Bewußtsein ihrer Zuiammcngcbör.gke.: vereinigen sich die jüdi'chen Fugcndvere-.ne Kölns zum Jüdischen Iugendring Köln. § Ausnahme :n den I. I. R. sinder jede jüdische Jugendo:aan:sation. 'vw-e'i fv. ihre Er-sien: aus j:!d"'chen Motiven' ab- .:i:ci. >: 2. Tic Innena.be:: jeder der angesch,lodenen, ü rgan e.b: durch den I. I. R. unangeiasiei. ri 4. Bei sämtlräen Veransialrungen des I. I. R. chrs. was gegen das jüd''che Re!igionsae''en vernö^i. ''aiic-Ntii geschieh: ö. Ter I. I. R. bar die Aii'gabe: a> gemeinsame Ver.re inng der gesamien jüdischen Jugend nach außen. d> gemeinsame gei- 't:ge und soziale Betätigung, o gemeinsames Vorgehen :n allen Gcgenwarisausgaben des Ge'amtjudenrums d gegen''e::.ae Untersiüxuno der Einzelnen ü rgani'aiionen. 6. Tie Zerrung des I. I. R. iey: sich zusammen aus: a einem achä':ssührendeii Ausschuß, denen Mitglieder ohne Rüäsich:- -ahme aus ihre Vereinszugebörigkeii ernann: werden: b einem Beirat, der aus je einem Vertreter jedes- Vereins und seinem Tielloerireier lesiehr. Jede Organisation har eine Trimme im Beirat. Zur Erledigung "er Arbeiten werden Fachkommissionen er nannl. ri 7. Ter gescdäsiS'ubieride Ausschuß sexi sich aus dem erneu und dem zweiten Vorsitzenden. denr ersien und dem zweiten Tchri':- sührcr und dem Kassierer zusammen. «j ö. Zur Finanzier til g d.s I. I. R. baden d:e auae'chlonenen Vereine nach Maßgabe ihrer Krä're beizn:ragen. Tie Fcsi'etzuna dieser Beitrag: eriolgt durch den Bcira:. § S*. Tic Auslösung des I. I. R. erfolgt, wenn sich eine Trcrvicrrel-Mehrhei: des Beirats dafür ausi'prichr. Tas Vermögen des I. I. R. fäll: in diesem Falle zu gleichen Teilen an die :m Auaenbliä der Au'lö'una angeschlonenen Vereine. T u Aufgaben. d:c <s mr den Iugendring zu criullcn gib:, sind deutlich in § h aufgcze'.gl. Rur wenig in an Erklärungen noch bir'.- zuzuiügen. Ausgangspunkt unserer gesamten Arbeit fit. wie schon t-eiom, der ÖiFfo. eine einheitliche Gesinnung, die allein »ruchtbrinaende gemeinsame Arbeit gewährleisten kann, zu erzielen. Zunächst in in dem genannten Paragraphen die Ausgabe gekennzeichnet. in allen Angelegenheiten, in denen es sich um ein Gcsamiinter esse der jüdischen Jugend handelt, gemeinsam auirutreien. Bei der ge«einsamen geistigen Arbeit "gilt cs zunächst in T tskus- ^iovsabcnden zu den wichtigsten jüdischen Fragen Stellung zu nehmen zu gcbenseitigem Verständnis und gegenseinger Förderung. — Lie.Tchafsunq einer jüdischen Lesehalle, welch« allen Angehörtgen der angeschloffenen Organisationen offen sein soll, ist bereits in Angriff «senommen. Größere Vorträge und Surse find ebenfalls in ^rTr-f! Zp .'t Frag: gemeinsamer sozialer Betätrgung iß Genaueres auzugeben nicht mögltch. aber auch w»tzs nicht erforderlich. — Ta meyr als alle Worte die Tat erweisen kann, von welcher Vichtigkeit und Bedeutung die Gründung des I. Z. R. für das Leben der jüdischen Jugend und demnach für das jüdische Leben überhaupt ist oder sein kann, soll es mir diesen kurzen Tar legungen genug sein. Vir hoffen bald der Leffentlichkeir Erfreuliches von unserem Tchaffen mitteilen zu können. Indischer Inzentzrinz Köln. JUli iJLr. ffmi i»n iTniTiTii 11 nm mm 9 Von Berg und Tal nenn ■■■■■!■■■ rri-m-rrr mmmmi rrn Schwerte (Ruhr). Bei einem llnterhaltungsabend der jüdischen Jugend, der unter der bewährten Leitung von cand. med. Fritz Stern abwechslungsreich und unterdaltend verlief, hörten wir zum erstenmal die Kölner Sängerin G a b r i e l e S a n d e r, die mit wohlgeschulter Stimme , musikalisch und deklamatorisch gut ausgefeilt, moderne, Lieder oortrug. Autzerdem erfreuten einige begabte Dilettanten durch ihre Darbietungen, worunter die Liederspenden von Fräulein K ä t e S t e i n besonders heroorzuheben sind. r>iT^rriTTTTTim^nnfrmnnnnrrmnmT inr» n Oas Modell der Schmerzen Novelle von Israel Zangwill ägprxoDonnmrrimnTTTTTTT^ Q ä i^ortiegung.l Auf d:r anderen Seile mußte ich jcdväi zugeden. daß. aicichviel. ob die Partnerschaft fünf Pfund Sterling cder zwanzig Pfund Slerl'.ng koste, Onarriars Zukunft sicherer un: r dem Schutze Sir Älder und seines Sonn fein würde. So übergab ich also diesem die fünf Pfund Sterling und bat ihn, für Onarr'ar einen paffenden Partner. Führer und Freund zu suchen. Mit dem Tage, an dem ich mit Sonn gesprochen batte, fing:,', n.i'ine Sorgen an, der dritte und letzte Akt der Tragikomödie begann. och fand sehr bald heraus, daß es Onnariar u-.d feinen Freunden durchaus nicht paßte, daß Conn sich in die Sache mischen säle. Sie behaupteten, er begünstige einige Leute auf Kosten anderer und sei gar nicht populär unter den Angestellten, mit denen er arbeite. Es wurde mir vollständig klar, daß Oaarriar viel lieber seinen eigenen Deg gegangen wäre, und daß eine offizielle Einmischung brn nicht paßte. Etwas später erhielt ick einen Brief von Sir Asber, in dem er niir mittcilte, daß der Partner, den Tnarriars Partei in Vorschlag gebracht habe, ein fauler Kunde sei. Conn batte einen ordentlichen Mann gefunden, aber wie die Sachen stünden, sei wenig Aussicht da- 'ür, daß Onarriars Zukunft sich bester gestalten würde. Es schien mir, als mißtraue Sir Asher auch Onarriar. aber ich tröslelc mich damit, daß er ja in meinem Modell nur einen ganz gewöhnlichen, seine Hilfe in Anspruch nehmenden Bittsteller säde. während ich, der ich monatelang in täglicher Berührung mit idm gestanden, ihn ja ganz anders und von einem menschlicheren Standpunkte aus beurteilte. Der Frühling war nun nabe. -Ich vollendete mein Bild in den ersten Märztogcn — nachdem ich vier Monate lang angestrengt daran gearbeitet batte: ich nahm Abschied von meineia Modell, schüttelte ihm die Hand und empfing seinen Segen. Es verdroß mich etwas, als ich erfuhr, daß Conn ibm noch nicht die fünft Pfund Sterling gegeben batte, deren er bedurfte, um sein neues Gewerbe ru beginnen; ich hatte gehofft, daß er. sobald unsere Sitzungen vorüber wären, den Anfang damit machen würde. <)ch gab ibm ein kleines Geschenk, um ibn während der Wartezeit über Waffer zu ballen. Ader es war, als ob das tragische Antlitz au; meinem Leinwand mich verfolge, mich trüge, was aus seiner Zukunft werden solle, und es waren kaum ein paar Tage vcrflvffen, als i6 mich auftnachte, uw. Onarriar in seiner Dobnung auszusuchcn. Er wohnte in der Nabe von Ratcliffe-Etraße ein Distrikt, der nichts von dem unruhigen romantischen Treiben der Matrosen batte, das ich in meinen Gedanken immer damit verbunden batte. Das Haus war ein niedrige- Gebäude, das sicher n^4) aus dem sechzehnten Jahrhundert stammte: die Hausnummer war mit Kreide auf die mit Schmutz bedeckte Tür geschrieben. Der Zufall weilte er, daß ich gerade am Tage des jüdischen Paffahfcstes kam. Onarriar wurde heruntergcrufen; er war offenbar erstaunt und nicht darauf vorbereitet, daß ich ihn in seiner bescheidenen Wohnung auffuchte, aber er schien sich sehr zu freuen und führte mich die steile enge Treppe j hinauf; mein Kopf stieß dabei beinahe an die Decke, während ich hinter; ihm hinaufklettert«. Auf der ersten Etage kam uns der Hauswirt in j festlicher Kleidung entgegen, stellte fich mir in englischer Sprache vor G': er höchst unkorrekt sprachi. protestierte dagegen, daß i<d noch höher

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