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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-11-04 · 127 (4.11.1921) · p. Seite 382

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
127 (4.11.1921)
Date
1921-11-04
Page
Seite 382 (sequence 6)
Language
German
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382 des. Tie ärmeren Volksschichten sprechen den sogenannten pharsischen Jargon, ein Gemisch von pharsischen, armenischen und türkischen Idiomen. Bis heule haben wir noch keine genaue Statistik über die bucharischen Juden, deren Zahl man auf 15 000 bis 20 000 Familien schätzt, ebenso lvenig über die persischen, afghanischen, kaukasischen und kurdischen Juden. Letztere leben fast noch in einem wilden Zustand und führen eine den Kurden ähnliche Lebensweise. Durch die hebräische Sprache kann man sich mit all diesen Juden sehr gut verständigen. In Turkestan geben die bucharischen Juden eine Zeitung in hebräischer und kleine Flugschriften in pharsischer Sprache heraus. Im übrigen abonnieren sie alle großen hebräischen Zeitungen. In Teheran erscheint die hebräische Zeitung ..Schalom". welche von der Äliance Jsraelite Universelle subventioniert wird. Auch besitzen sie einige Schulen vom bekannten Alliancojystem. Die große jüdiichnationaleBeloegung m auch an den bucharischen Juden nicht spurlos vorübergegangen. Die jüdische Moderne riß auch sie mit. Der zionistische Gedanke isi ihnen heute nichr mehr fremd. Viele buchariicbe Judenkinder rverden sogar ins Jasfaer und Jerusalemer hebräische Gymnasium geschickt. In Palästina haben sie ihre eigene Kolonie. In der Stadt Buchara haben sie in ihrem Sradtviene! die Gassen nach den Namen der bedeutendsten Kolonien genannt. So gibt es eine Neckoborh-, Nttckon-le-Zion. eine Sichron-Jakob-Gasse. Die buckarischen Juden bilden einen aesirnden Men- 'chcnschlag. Leider wurden sie von der Bolscix'wifenherr'chcnr har: mitgenommen. Schon im Jahre 1918 wurde die Buchara von den aus Persien heimkehrenden Kosaken in einen Trümmerhaufen verwandelt. In der Stadl Kogand überfielen die Sarlcn da» jüdische Viertel, verbrannten die Häuier und raubten die gesamte Bevölkerung aus. Alle ibe Besitzungen tvurden konfisziert. Einen Teil ihres Barvermögens retteten sie über Abghanisian und hauen es in Indien deponiert. Heute befindet sich nur die ärmere Bevölkerungsschicht noch in Turkesian. Die Wohlhabenden wunderten icil» nach Indien. teils nach China aus. Jedenfalls aber warten alle buckarischen Juden auf die Stunde der Erlösung, aus die Rückkehr nach Erez Israel. » Oie verfilmte Bibel Während bisher nur einzelne bibln'cw Stoffe, wie ..Joseph und seine Brüder", ..Simfon und die Philister" im Kino zu sehen waren, hat mau jetzt in Rom monatelang die biblische Geschichte von Genesis an (Adam und Eva. Kain und Abel, die Geschickte der Erzväter Abrabam, Isaak und Jakob) nach genauen, in Palästina bergestellten. Ausnahmen mit allen Episoden und Einzelheiten unter Zuziehung bibelkundiger Sachverständiger aus 10 000 Meter Film kurbeln lassen. Besonders gut gelungen scheinen der Rialto-Film-Gesellfchaft der Film „Sinnlui und die Arche Noah" und der Niesenfilm ..Pharao" (genau nach dem zweien Buch Mose) unter Benutzung der neueren ägyptischen Forschungen. Tausende von Statisten siebt man, wie sie z. B. auf dem Sintflut-Film sich vor den herandrängenden Fluten der Weltkatastrophe zu retten versuchen. Schon allein der Film mit den großen Schafherden unseres Stammvaters Jakob bei Laban, der in Amerika hergesrellr wurde, ferner die Tierbilder auf der Arche Noah, öer gigantische. Film „Moses auf dem Zuge durch die Wüste" haben eine Änfertigungszeit von mehreren Monaten, einen Menschenaufwand von Taufenden von Statisten und sehr, sehr viel Geld für stilechte Kostüme erfordert. . . Ein amenkanisches Blatt beziffert die Ausgabe für einen solchen einzigen* großen Bibelfilm auf mehrere Millionen Dollar. Nur der Umstand, daß diese Riesenwerke abwechselnd außer Italien auch die anderen von Herzen brbelfreudigen Länder. wie England und Amerika, durchpilgern, macht erklär lich, daß die hohen Kosten für die wissenschaftliche und filmdramatijche Ausarbeitung allmähliuwieder herrinkommen und sich diese ernsten Bibelfilms, denen sich neuerdings auch „David", „Salomo", „Ruth", „Sulamich" u. a. hinzugesellen für die Unternehmer die mit dem Anteil der ganzen Welt an der biblischen Geschichte rechnen, wieder bezahlt machen. — Für Deutschland ist bisher aus handelswirrschaftlichen Gründen die Einfuhrerlaubnis der verfilmren Bibel noch nicht erteilt worden; für die Jugend find die Probebilder, welche jetzt in Berlin gezeigt werden, jedenfalls von Nutzen und viel besser als mancher moderne Sensationsfilm. » Kinderszene. Bon Erwin Bormann. Morgen zum Geburtstagsfeste Lädt sich Kätchen kleine Gäste: Anni Hosfmann, Suse Beyer, Minchen Walther, Doris Schreier, Evchen Müller, Elsa Strauch — „Kommt denn das Rebekkchen auch?" — „Was, Rebekka Silberstein?! 5uden lad' ich niemals ein. Gabst du in der Schul' nicht acht. Daß sie Iefum totgrmacht?" ,^lnser Lehrer meint bas ja; Doch es sagt mir die Mama (Und die weiß doch vielerlei): Silbersleins war'n nicht dabei!" Schlichte Kinderseele du. All mein Herz es lacht dir zu. Besier wär's um sie bestellt, Zöge siegreich durch die Welt Deine Friedensmelodei: „Silbersteins war'n nicht dabei!" (Aus „Freiheit, Liebe, Menschlichkeit. Berlaa von 0. van Grvninger u. Eie., Berlin 1S93.) Mid jH. Praia für Mtmrtat ta MHm (irtspppe Uta) Isratlilitdar Fraita-Fertii lila. Vorfratf Tn Frau Ir. Eackelkacker, Itriii, Frauen in INdMIi an Montag. 1. Not. abends 8',r Uhr, im großen Saale der Rheinlandloge, Cäcilienstraße. Kalender der Woche. 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