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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-10-21 · 125 (21.10.1921) · p. Seite 359

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
125 (21.10.1921)
Date
1921-10-21
Page
Seite 359 (sequence 7)
Language
German
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I Mitteilungen des -er jüdischen Iugeqdvereine Westdeutschlands. Liebe Freunde! 1. Das ausführliche Programm unsrer Delegiertentagung findet Ihr im Anzeigenteil dieser Nummer. Wir hoffen, daß die Tagung ebenso ergebnisreich fein wird, wie die vorjährige in Elberfeld. Ernster, positd>er Arbeitswille soll uns dort vereinen. Wir wollen Klarheit schaffen und Richtung geben für unser Arbeiten. Deshalb laßt unnütze Pörgelä und kleinliche Bedenken zu Haufe, kommt mit dem festen Vorsatz, zu helfen, aufzubauen! Dann mutz unsre Tagung befruchtend wirken! 2. Wir machen die Vereine darauf aufmerksam, das; nach § 10 unsrer Satzungen nur die Vereine Stimmrecht haben, die ihre Beiträge zum Bezirksverband geleistet haben. 3. Wir beginnen heule mit der Veröffentlichung des Arbeitsplanes von Paul Auffeeffer und bitten alle Freunde, sich eingehend mit den Vorschlägen zu beschäftigen. Habt Ihr etwas dazu zu sagen, so schreibt es uns obne Scheu. Mti herzlichen Verbandsgrützen! Rabbiner Dr. Klein, Vorsitzender. Karl Heinz Baum, Geschäftsführer. Unsere Arbeit. -•V Prinzipielles, ficbc Freunde! Unsere Hauptfeicrtage sind vorüber. Das neue Jahr dal begonnen; alseinIahrderArbeit haben wir es begrübt. Darum sei auch jetzt an dieser Stelle unser erstes Augenmerk unserer Arbeit gewidmet: die nächsten Blätter unseres „Boten" sollen im Anschluß an unsere Düsseldorfer Beratungen in ausführlicher Besprechung uns weitgehendsten Stoff und Anregung für die Ausgestaltung unserer Arbeit bringen. Aber alle Programme werden sinnlos, weün wir uns nicht klar find über die Aufgaben, die wir durch sie zu erfüllen haben. Deshalb gilt's, bevor wir zu den rein programmatischen Fragen übergehen, uns nochmals in aller Kürze die Aufgabe zu stellen, für die wir in unserer Arbeit den gangbaren Weg finden wollen. Waren die letztvergangenen Monde Weckruf für viele von uns, zu spüren und zu erkennen, daß das iwri onochi — ein Jude bin ich — die große Forderung an uns stellt, dieses Judentum, das durch die Jahrtausende lebt, auch heute in unseren Tagen durch unser Wirken, durch unsere Arbeit lebendig fortzuerhalten, so gilt's nunmehr, diese Forderung zu erfüllen, gilt's, dem Worte „jüdischer Mensch" durch unsere Arbeit Leben und Erfüllung zu geben. Wir möchten dies über unsere ganze Arbeit, weit, weit über diesen Winter hinaus schreiben. Aber seien wir uns klar, daß mit dieser Überschrift und mit dem blotzen, guten Willen beim Erkennen der Forderung nichts getan ist, sondern jetzt heißt's arbeiten an sich selbst und für uns alle und mit ganzer Kraft mithelfen, damit wir. Verband und Vereine, vor allem aber auch jeder einzelne, vorwärts kommen. Darum gleich anfänglich eine Bitte, die an Euch alle geht. - Wir wollen mal versuchen, nicht nur uns dadurch zu betätigen, daß wir auf unsere Vereine und deren Leitung schimpfen und der zu leistenden Arbeit alle nur erdenklichen Prügel in den Weg legen, sondern denkt daran, daß es auch dann nur vorwärts geht, wenn jeder von Euch, soweit es in seiner Kraft liegt, fördernd michilst und mitschafft. Darum, so wettvoll selbstverständlich Kritik ist, nicht nur negative Kritik und geballte Drohfaust hinter den Kulissen, sondern offene und ehrliche Betätigung. Und gleich in diesem Zusammenhang auch mal ein offenes Wott an manche — man sagte uns, es gäbe auch solche — die glauben, unsere Vereine seien bessere Da^klubs, in denen man einige Male im Jahr „doch wenigstens einen Liebe Freunde, wir sagen's nochmals am Anfang des Jahres: wir wolle» aüe, bei uns wird keiner zurückgestoßen, dem es ernst ist um mckre Sache. Aber solche Leute, die n u r zu unsereu Bälle» kommen, habe» nichts bei uns zu suchen; wir muffen ihnen einfach die Türe weisen, schbn um derer willen, die doch in unseren Vereinen was anderes sehe« als Tanzklubs mit der üblichen Kasten- und Cliquenwirtschaft. Rem, gerade hierin ist Wandel zu schaffen; mehr und mehr gilt's vor allem — und hierbei müffen wir Iugendvereine vorangcheu — die sozialen ll »tückschte de verschwinden zu (ofloL Der letzte und einfachste Wmge dott hinten im Winkel im.bescheidenste» Anzug sei uns ebenso sieb und willkommen, wie jeder andere. So lmcht bies« Brvdergesühl erst mal bei uns in die Tat auszuwirke». Selbstv^änbtich muß sich diese»' Brudergefühl weit Äer «psere I Räume und Freunde hinaus erstrecken; ich erinnere Euch nür a» die ' ostjüdischen Brüder, die heute flüchtend, landfiemd, ohne Hab und Gut unseren Weg kreuzen; chaen «ulen gilt's, zu helfen. Rur, wen» j jeder sein Sicherstem — ich meine jetzt natürlich nicht <5*^-— dazu beiträgt, dann wird hier Hilfe werden. Auch' hier isrs Aufgabe i unserer Vereine, die Kräfte recht zu sammeln und zu verwerten.' — i Zur Bruderliebe aber geselle sich vor allem das rechte Benehj nun; jeder sei sich klar, daß er durch sein Beispiel auf die Umwelt ’ wirkt. Fangen wir Iun^n doch mal hiermit an, daß wir uns selbst > bemühen, wie's unserer Würde als Menschen, und jungen Menschen! zumal, entspricht. Und der W e g zu dem allen ist Schaffen und Lernen. Richtlinien und Wegweiser soll uns hierbei das nun Folgende sein; denn nur auf ■ festem Grund gelingt's, zu bauen. Unser Plan beziehe sich auf die Dcj ratung von Vorträgen, Arbeitsgemeinschaften, Helmabeiwen, Freitag- Abenden, Wandern und Spott, wobei selbstverständlich bas Material des einen Teiles gleichzeitig für den anderen Teil Gülügkeit hcch Aber alles Programm hat nur dann Zweck, wenn wir's liebevoll cifüllen; darum stellen wir alle uns liebe- und freudeerfüllt an unsern Platz inmitten unserer Vereine und damit inmitten der Gesamtheit unseres Judentums, dem unsere Liebe, unsere Kraft gehört. (Fortsetzung folgt.) Westdeutscher Be^rksverband. Oer Vereinsboie Düren. Jüdischer Iugendverein. Vors.: Philipp Edler, Weierl slraße 19. Unser Verein veranstaltet am 24. Oktober, abend».8 Uhr. im Restaurant „Zur Mühle" «inen Cimchas-Thora-Ball. Gäste stab hurHlich willkommen. Düsseldorf. Jüdischer Iugendverein. Adr.: Wanda Franken: tzerzogslraße 50 I. Freitag den 21. Okt: Freitag. (Sukkaus)Abendfeier mtt Bewirtung. (Der vorgesehene Simchas-Thora-Ball kann leider nicht stattfinden, dagegen sind bereits grotze Veranstaltungen zu Chanukah in Vorbereitung.) — Dienstag den 25. Oft., abends 8.30 Uhr: Simchas» Thora-Feier in sämll. Räumen des Heims. — Freitag den 28. Oft: Freitag-Abendfeier mit Bewirtung. — Dienstag den 1. Rov.: Bottrag des Herrn Dr. Eschelbacher „Der Prozeß Jesu". — Freitag den 5. Nov.: Freitag-Abendfeier. — Dienstag den 9. Rov.: Mitgliederversammlung. 1. Einführung der neuen Mitglieder, 2. Lesung und Beschlußfaffung der neuen Statuten, 3. Allgemeine Aussprache. Wandergruppe des jud. Iugeadvereins. Adr.: Hugo Heinemann, Herderstraße 92. Sonntag den 23. Oft.: Morgenwanderung nach Hochdahl-Hilden. Adfahtt 8.09 Uhr nach Hochdahl. Rückkehr: gegen 1 Uhr. Elberfeld-Barmen. Indischer Ingendveret». Heim: Elberfeld, Gesundheitrstratze 11. Adr. Erna Ca ha, Roasddrserstraße 77. Dienstagden 25. Oktober, 8.30 Uhr, im Heim, Bortrag des Herrn Hans Wolf-Elberfeld: „Wie stelle ich mich zum Arttisemitism»»?" mit - anschließender Aussprache. — Samstag den 22. Oktober fmbd in der Sladthalle im gelben Saal, abends 7.30 Uhr, unser Simchas-Thora- Fest statt. Deklamatorische und musikalische Borträ«. RttwlrLenbe: Frl. Erna Bernthal, Frl. Schierow, Frl. Henny und Hebe Schöufeld,. Herr Walter Aligenug. Hierauf Ball. — Vom 31. Oktoberbir 2. - November findet hier in Elberfeld die Tagung des Iüd. Frauenbundes für Deutschland Katt. Im Anschluß an diese TaauMg wird eine 8»- gendtagung stattfinben, auf die wir namenttich unsere weibllchen Mitglieder aufmerksam machen möchten. Wandergruppe im I. 8. B. Sonntag den 23. Oktober: Tageswanderung nach Ratiugeu-Kettwig. Führung: Kahnfelb. Trrffpnnkt , Elberfeld, Hmwlbahnhof. Abfahtt 6.12 Uhr. — Rach«ttü«»uube» rung zur Waldesruh. Führung: Auerbach. Treffpmckt: «berfekb- Stembeck. Abfahrt 2 llhr^s Cronenfeld. Grevenbroich. Iüd. gugendbund. Adresse: Jtfbafträt Rr. Ul. Mittag den 21 Oktober abeub, 7JXrttfc bei Lisch: Hetznnbettb Wir bitte» um recht zahlreich« Behelligung.

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